Low: Geschichten aus Hinterindien

Die Erlebnisse im Dorf in den Reisfeldern Nordthailands faszinierten mich und ich begann darüber nachzudenken. Ähnliche Geschichten versteckten sich in meinen Erinnerungen:
„Die soziale Dynamik des Dorfes wird präzise geschildert. Gegenseitige Schuldzuschreibung, schnell vergessene Kollektivschuld und das Schicksal von Außenseitern, die von der Gemeinschaft leichtfertig zu Sündenböcken gemacht werden.
Er kämpfte gegen die Ausbeutung der Kinder aus armen Familien. Er verlangte Massnahmen gegen den Alkoholismus. Er setzte sich für die Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht ein.
Seine Romane spiegeln in einem zum Teil erschreckenden Realismus das bäuerliche Leben im 19. Jahrhundert.“
Die Rede ist von Jeremias Gotthelf, Albert Bitzius. Er malte mit seinen Romanen und Erzählungen ein gewaltiges Bild des Emmentals und seiner Bewohner.
Um 1950 sendete Radio Beromünster beruhend auf Gotthelfs Erzählungen Hörspiele. Es waren Strassenfeger. Die Bevölkerung sass um ihre Radiogeräte, hörte in Mittelwellenqualität mit viel Störgeräuschen, heulenden Wind und knarrende Türen gemischt mit Intrigen einer vergangenen Zeit in breitem Berndeutsch. Begeistert kroch ich fast in den Lautsprecher des Holzkastens.

Das Emmental ist noch heute typisch für die Eigenständigkeit, Kultur und Sprache einer bodenständigen Minderheit.
Wie nah Gotthelf mit den Schilderungen der Menschen über hundertfünfzig Jahre später in Thailand kommt, ist gleichzeitig beängstigend und faszinierend.
In diesem Sinne erlaube ich mir, ein paar Geschichten zu erzählen, leider ohne die Fähigkeiten eines Gotthelf, eines redegewandten Pfarrers.
Der Ort der Handlung, die Zeit, die Kommunikation und auch die Sprache wandelte sich. Siam gehörte zur Zeit Gotthelfs geografisch zu Hinterindien. Deshalb der Titel.

Am 11. Dezember 2008 begann ich mit den Geschichten im Forum der TIP Zeitung.  Ein grösseres Leserecho bewirkte, dass ein Teil der Sammlung als Buch herausgegeben wurde. Ein preisgünstiges Taschenbuch mit 200 Seiten erschien im Tip Verlag Phuket. In Deutschland gibt es eine doppelt so voluminöse, gebundene Ausgabe:
Low, Geschichten aus Hinterindien. Zenos Verlag, Segnitz bei Würzburg, 2011, 416 Seiten, 29.80 Euro, ISBN 978-3-931018-22-1.

Mein Plan ist, weitere Gegebenheiten, meist Fakten, seltener Fiktion, zu erzählen.    Low

3 Gedanken zu „Low: Geschichten aus Hinterindien

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