Harte Eier

Ostern 2012

Die Geister-Serie wird weitergeführt. Aus aktuellem Anlass, ‚frohe Ostern‘, unterbreche ich, mögen mir die Geister verzeihen, mit einer Oster-Eier-Erzählung.

Nur in Ausnahmefällen wärme ich alte Geschichten auf. ’hinterindien.wordpress.com’ ist eine andere Adresse mit teilweise neuen Lesern. Informationen tröpfeln manchmal unerfreulich langsam herein. Ich kann nicht wie ein Chirurg, schnelle Ergebnisse mit einem Skalpell beschaffen. Dennoch gibt es öfters späte, interessante Erkenntnisse. Folglich erlaube ich mir einige Rückblicke.

Im Juli 2011 erwähnte ich:
… die tollkühnen Männer mit ihren genormten Liebeskasper-Bedürfnissen.
Kürzlich verguckte sich einer von denen, ein Däne, der Name sagt es, im Dorf in eine Isaanfrau. Sie ist attraktiv, herzlich, freundlich und nett. Sie schenkte, von verschiedenen Vätern gezeugt, annähernd einem halben Dutzend Buben das Leben. Deren Anzahl ist stark von meinem spirituellen Pegel geprägt.
Der Däne verknallte sich innerhalb weniger Tage unsterblich in dieses fragwürdige Stück Fleisch und kaufte ihr sogleich einen Flugschein, nicht ahnend, daß die Königin seines Herzens für die Einreise in sein Heimatland ein Schengen-Visum benötigte. …

Ende Januar ergänzte ich:
Meine unfreundliche Denkweise über den Herrn entpuppte sich als Volltreffer.
Die Feiertage verbrachte der Pseudowikinger mit heißen Nahkampfübungen bei seiner “Verlobten“ in Lan Na Land. Zum Jahreswechsel besuchten beide zusammen zwecks Umtrunk eine Bar. Einige Promille später entdeckte der Zecher neue Weiblichkeit, die er als potenter Normanne unbedingt erobern mußte. Für diesen Feldzug war seine Braut überflüssig. Er sandte sie vorzeitig nach Hause und behielt nur das Moped bei sich.

Alkoholisiert baute er in derselben Nacht einen Verkehrsunfall und landete schwerverletzt im Spital. Er litt fast zwei Wochen. Vor einigen Tagen war die Kremation. Für Wißbegierige, die Feuerbestattung kostete 60`000 Baht.

Über Ostern fand ich das Gelbe vom Ei:                                                                           
Der Verstorbene wollte die Frau wirklich heiraten. Er mietete ein größeres Objekt. Er kaufte Möbel, Vorhänge und eine Menge unnötiges Zeug. Er besaß viel Elektronik, zwei Laptops und einen PC mit viel Zubehör. Weil der teure Krempel würdige Bewachung erforderte, erstand er einen Hund mit hundert DeziBell. (1)

Die Asche war noch nicht kalt, da gingen seine Farang-Bierfreunde in das gemietete Haus und holten sich alle die Sachen, die da standen oder hingen. Nur am Hund zeigte keiner Interesse. Den durfte die Eingeborene gratis mit der wärmsten Empfehlung übernehmen, das Tier zu Wurst oder Suppe zu verarbeiten.
Im eigenen Haus fand sie später in einer Schublade im Schlafzimmer dreißig Packungen Viagra! Weil sie keine Ahnung hatte, was es war und wie teuer, verschenkte sie das Zeug teilweise. Sie hätte es ja auf Ostern zum Kochen von besonders harten Eiern verwenden können.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Bel_(Einheit)
Kulinarisch:
http://www.essen-und-trinken.de/rezept/85612/harte-eier-mit-teufelssosse.html#

4 Gedanken zu „Harte Eier

  1. Ich frage mich warum Leute glauben, immer wieder irgendwelche Uralt-Farang-Storys aufbereiten zu müssen und als die eigenen Geschichten zu „verkaufen“?!
    Besser wird das voreingenommene und abgedroschene Bild, der Farangs in TH/Isaan nicht und der Leser mit etwas Hintergrundwissen langweilt sich nur.
    Aber schreib mal weiter deine Steintisch Geschichten und Parolen – es laufen ja im TV auch immer Wiederholungen mit begrenztem Erfolg.
    Gaehhhn…..

  2. Danke Charly für deinen aufschlußreichen Kommentar.

    Der Schluß alleine wäre zusammenhangslos und absolut unglaubwürdig gewesen. Die gute Frau war unmittelbar nach der Kremation von den Erlebnissen überwältigt und vom Verhalten der “Freunde“ zu schockiert, um darüber zu berichten.

    In DACH bietet man bei tiefschürfenden Ereignissen Hilfe mit sogenannten CARE Teams an. Sie helfen, die Seelen von Ballast zu befreien.
    Charly, Vorsicht beim Gähnen. Man könnte sich dabei den Kiefer ausrenken.

    Zu Dick rief ich:“Da ist einem Kerl in Cambo das Viagra ausgegangen. Jetzt schreibt er zornige Kommentare. Sollen wir ihm eine Packung aus dem Nachlass senden?“

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