14. Mai 2012, Changi – Singapur
In einem Dumpling-Schlemmerparadies (Dumpling sind gedämpfte, gefüllte Teigtaschen, geeignet für fortgeschrittene Essstäbchenbenutzer) trafen wir einen guten Freund. Sein Gesicht und sein Körper waren, neu für uns, von altersbedingten Leiden gezeichnet. Er überspielte seine Probleme und erkundigte sich eingehend nach unseren Reiseplänen. „Wer schaut während eurer Abwesenheit zu Haus und Garten? Wer giesst die Pflanzen?“ Er wusste, wir konnten uns im Dorf auf niemanden verlassen.
Ich erahnte sein durch Krankheiten leicht erschüttertes Gottvertrauen. Er, ein edler Weltverbesserer, der keinen Gottesdienst verpasste, ein aktives Mitglied der Gemeinde, hegte sichtlich leichte Zweifel, wenn nicht am Herrgott, dann bestimmt an mir. Gelebte Religion bedeutete für ihn eine Art Lebens- und Todesfallversicherung. Bewusst bösartig antwortete ich: „Der Buddha spendet uns seinen Segen in Form von Regen. Das hilft dem Ganzen, dem Haus und ebenso den Pflanzen.“
Anders als der Gott der Christen kennt Buddha in seiner Erleuchtung und Güte keinen Zorn. Unbeirrt plapperte ich weiter: „Machen wir ihn durch unser Verhalten zornig, dann muss er vielleicht mal. Spätestens beim Spülen, wird Regen unseren Garten kühlen.“
Ich habe Deinen Artikel leider nicht verstanden. Was wolltest Du uns denn eigentlich sagen?
Wolfram
Danke Wolfram. Ja, ich war abstrakt kurz. Deshalb darf jeder im Trüben fischen und eigene Schlüsse suchen und finden.
Vertrauen: Der eine baut fest auf Gott. Leiden lassen Zweifel gedeihen und vielleicht Fragen wie: „Warum trifft es mich?“
Wir nehmen es leicht. Wir erwarten Regen und nehmen ihn entgegen, als Mangel oder Überfluss. Besitz schafft Abhängigkeit und Verpflichtungen.
Die innere Loslösung von jedem scheinbaren Besitz – und sei es unser eigenes Selbst – wird zum Schlüssel für wahre Freiheit.
http://www.ursache.at/buddhismus/wissen/42-reichtum-und-besitz