Kleptomanewitsch klaut Kehrichtkübel

3. August 2012

Lange Zeit schrieb ich wenig über unseren undurchschaubaren Nachbarn. Er liefert fast täglich Verpestung und Schlagzeilen. Ich ignorierte ihn.
Als ich den üblen Kerl kennenlernte, war ich in der Schweiz. Ein Bekannter bat Kleptomanewitsch als selbstangepriesenen Gartenspezialist, meine damals acht Quadratmeter Gras zu schneiden. Der ahnungslose, gutgläubige Farang bezahlte ohne jegliche Überlegung vierhundert Baht. Er bemerkte nicht, dass gleichzeitig die Rosenstöcke entfernt wurden.

Damals waren 200 Baht ein Tagesverdienst. Hätte der Lump das Gras von Hand geschnitten und dazu ein Chang geleert, wäre die Aktion in 15 Minuten erledigt gewesen. Das Ausgraben der Blumen dauerte vermutlich länger. Das nächste Mal klaute Kleptomanewitsch sieben Quadratmeter Fliesen. Mein Problem, derselbe Farbton war nicht mehr erhältlich.

Der Mann stiehlt alles. Von Setzlingen, über Pflanzen, Bäumen, zu Fahr- und Motorrädern bis zum Tuk-tuk. Von einer Baustelle liess er 20 grosskalibrige Betonröhren mitlaufen. Wozu? Die Dinger dekorierten während Jahren sein Anwesen. Besucht er jemanden, fehlen danach Kleinigkeiten. Öl, Ketchup und Fischsaucen verschmäht er nicht. Sogar aus dem Büro seiner Frau im Flughafen, entfernte er für ihn unbrauchbare Utensilien. Demnächst wird er sich einen riesigen Traktor organisieren. Zwei Sätze bereifte Räder sind bereits eingelagert.

Vor zwei Jahren bekam er Probleme mit den Behörden wegen der Tierhaltung. Er hatte hunderte von Hühnern, kranke Enten und Gänse. Seine Schweine brachen aus, spazierten im Dorf und knabberten an allem. Dutzende Hühner nisteten in unseren Bäumen. Ein Spezialanzug mit Kopf- und Nackenschutz war zum Betreten des Gartens erforderlich, denn von den Ästen fielen nicht nur Eier.

Kochte er für die Tiere, roch es erbärmlich. Als Futter fanden ebenfalls Abfälle vom Flughafen Verwendung. Noch grauenhafter als das Futter stanken die Fäkalien. Wir baten den Dorfvorstand um eine Besichtigung des Landwirtschaftsbetriebes.

Minibusladungen Verwaltungsangestellte, Ärzte, Veterinäre, Funktionäre und Polizeioffiziere besuchten und fotografierten das Gelände. Dutzende von Aktenordnern wurden gefüllt. Man erklärte ihm, die Siedlung sei kein Ort für Massentierhaltung. Er hielt sich nie daran.
Er baute ohne Bewilligungen Ställe für Enten und Schweine. Zeitweise war der Gestank unerträglich. Nachdem wir die Untauglichkeit der Massnahmen und die Untätigkeit der Behörden feststellten, reagierten wir  nicht mehr. Wir überliessen die Reklamationen anderen Nachbarn. Irgendwo ganz oben, hat der Kerl einen Beschützer.
Vor einer Woche kam wieder einmal eine Flotte von Minibussen aus Hangdong und Chiang Mai. Es hagelte erneut Bussen und Auflagen. Jedes Mal wurden fünftausend Baht kassiert. Woher stammt all das Geld? Es stinkt weiter.

Seit wenigen Jahren betreibt die Gemeinde Kehrichtabfuhr für einige Baht im Monat. Vorher war das Abfallunwesen privat organisiert. Wir bezahlten horrende Gebühren, mit dem Resultat, dass zwar häufig kassiert, aber kaum entsorgt wurde. Herr K bezahlte nie. Er verbrennt, wie bereits seine Vorfahren feuerten – mit dem kleinen Unterschied, damals gab es keine Kunststoffabfälle. .

Wir bezahlten bescheidene vierzig Baht und erhielten Kehrichtsäcke. Es war unbefriedigend. Die Leute betrogen und benutzen preisgünstigere Säcke von Grossverteilern. Das Einsammeln der Säcke, sie wurden öfters von Tieren beschädigt, erwies sich als mühsam. Die Gemeinde verkaufte darauf schön nummerierte Kunststoffkübel als Behälter für die Säcke. Die Kübel wurden leider gestohlen. Wenn die Kehrichtmänner frühmorgens anrückten, waren nur noch Säcke, keine Kübel vorhanden.

Gestern, am hochheiligen buddhistischen Feiertag Asalaha Bucha, wurde Kleptomanewitsch verhaftet. Seine Diebestouren führten bis ins benachbarte Hangdong. Schlecht für ihn war, dass mehrere Kameras seine rastlose Tätigkeit aufzeichneten. Der Fall war eindeutig, als die Gesetzeshüter auf seinem Gelände über hundert Kübel fanden. Für hunderttausend Baht, woher stammt das Geld am Feiertag, denn Automaten spucken wegen der grossen Nachfrage bloss zweitausend Baht, liessen ihn die Beamten wieder laufen.

 

 

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