Traumreisen, Reiseträume

                                                                                 11. August 2012      

Vor wenigen Wochen verloren wir unter besonders tragischen Umständen einen lieben Kollegen. Ich wusste gar nichts davon. In den vergangenen Tagen dachte ich oft an ihn und eine gemeinsame Reise um 1987.
Wir flogen von Zürich nach Bangkok, verbrachten dort einige Tage. Wir buchten einen Flug nach Singapur mit BIMAN. Fast alle Passagiere, die meisten aus Bangladesch, beteten bei der eindrücklich sanften Landung. Die Rückreise nach Bangkok erfolgte auf holprigen Strassen, in altehrwürdigen Fahrzeugen mit defekten Kupplungen und ausgeleierten Stossdämpfern. Autobahnen in Malaysia gab es noch nicht.

Wir sahen und erlebten in kurzer Zeit eine Menge. Ein Erlebnis mit Gangstern in Narathiwat schlug ihm erst Tage später richtig auf den Magen. Wir sollten in einem Hinterhof in unserem vermeintlichen Taxi beraubt werden. Mein Armeemesser an der Gurgel des Fahrers wirkte Wunder. Wir setzten uns nach Pattani ab. Nördlich von Songkhla erlebten wir einige glückliche Tage am Strand . Als sein Magen streikte, stoppten wir in Nakhon Si Thammarat.

Wochen später, in der Realität Bangkoks, meinte er etwas traurig:
“Nun möchte ich gerne das echte Thailand kennen lernen.“ 

Dieses Land existiert nur in der kontrollierbaren, manipulierten Umgebung von fünf Sterne Hotels, im Deutschen Fernsehen, in Reise Prospekten und in seinen tiefsten Träumen,.
Ruhe sanft.

Ich hoffe für viele, das Paradies sei keine Illusion.

2 Gedanken zu „Traumreisen, Reiseträume

  1. …ich hoffe, das Paradies sei keine Illusion. Solange man das Paradies im Aussen sucht, wird es immer die Gestalt annehmen, die der Innenentwicklung und daher Sicht des Betrachters entspricht, resp. die äussere Welt wird nach und nach ‚unparadiesischer‘, weil die Mehrheit sich der eigenen Entwicklung zu wenig zuwendet. Das Paradies ist im Innern zu entwickeln- nur so wird’s im Aussen paradiesisch. Das ist kein Sahneschlecken und es gibt zu wenige, die diesen Weg gehen. Daher sieht die Welt aus, wie sie ist. Er ward verschmähet, verschmähet und verachtet…(in Händels Messiahs) halt mit Schmerz und Leid verbunden…Fun, Egotrip, gleichgesinnte ‚Abtrünnige‘ überall – vordergründig paradiesischer, verführerischer, lustbringender…für kurze Momente. Warum also Einkehr? LySi

  2. Danke Khun LySi für die warmen weisen Worte aus dem Emmental.
    Danach surfte ich auf Wellen der Erinnerungen und entdeckte eine Art Gleichnis.
    Geschlagen von Blindheit, frass ich eine Kerze, ohne dass sie mich erleuchtete. (Partydrogen)

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