Kein Fischerlatein

Hinter und vor dem Haus gibt es je einen Teich. Anfänglich setzte ich Zahnkarpfen und Fadenfische ein. Liebliche Seerosen erfreuten das Auge. Papyrus wucherte. De Fische gediehen und vermehrten sich. Die wachsenden Gurami frassen die Seerosen ratzekahl. Zum Gemüse verschmähten sie Guppy nicht. Dick fütterte die stets hungrigen Speise Gurami, Osphronemus gorami, mit Kokosraspel und Gemüseabfällen. Bei guter Laune fiel hin und wieder ein Häppchen für mich ab. Später verspiesen wir diese Fische selbst. Das Fangen war nicht ganz einfach. Die einst kleinen Fischlein entwickelten sich zu gewaltigen Brocken und wogen an die sieben Kilogramm.

Bei Überflutungen des Gartens hatten die Fische zwar freien Ausgang. Sie weideten unter Palmen und Sträuchern. Wenn der Wasserpegel sank. kehrten sie freiwillig in die Becken zurück. Von den grossen Gurami verloren wir keine.
Nur als sie erst halbwüchsig waren, also in der Pubertät, verirrte sich mal einer zum Beauty Salon. Vermutlich wollte er ein Schuppenmittel.

Die Mosaik- und Marmor-Fadenfische fanden wir wieder, als die Trübung verschwand. Die Fadenfische zeigen ein interessantes Brutverhalten. Die Männchen bauen Schaumnester und übernehmen die Pflege. Ungefähr einen Tag nach dem Laichen, schlüpfen sehr kleine Larven. Sie tragen einen  Dottersack mit einem Ölanteil. Dessen Auftrieb hält sie weiter im Schaumnest. Aus dem Nest gespülte Larven werden vom Männchen mit dem Maul eingefangen und zurück in das Nest gespuckt, sofern Väterchen nicht unter Schluckauf leidet.

Möglicherweise nahmen einige lebendgebärenden Zahnkarpfen (Poeciliinae),vor allem Guppy, Reissaus. Aber bei deren Gebärfreudigkeit spielte das keine Rolle. Vielmehr zeigte sich eine wundersame Vermehrung der Arten. Aale fühlten sich in den Wurzeln des Papyrus wohl. Wir fanden zwei Gattungen, die wir ohne Netz und Angeln fingen.
Die Schlangenkopffische gehen in der Regenzeit auf Wanderschaft.
Ein Suprabranchialorgan im Kiemenraum, das aus einem gefalteten und gut durchbluteten Epithel besteht, ermöglicht ihnen Luft zu atmen. Die sammelten wir wiederholt im Gras ein.

Wandernder Schlangenkopffisch. Zwischenstation auf dem Weg in die Bratpfanne.

Kampfbereit und aggressiv sind die Tausenddollarfische, Pla Klaey, Chitalata Ornata, bei Revierkämpfen. Diese aussergewöhnlichen Raubfische sind zugewandert. Ich hatte keine Ahnung von ihnen. Dick fand innerhalb weniger Tage zwei. Sie sprangen im Garten in den Tod. Die Länge betrug ungefähr fünfundfünfzig Zentimeter .

http://de.wikipedia.org/wiki/Fadenfische
http://de.wikipedia.org/wiki/Lebendgeb%C3%A4rende_Zahnkarpfen
http://www.aquatips.de/bild.htm
http://joomla.igl-home.de/phpBB3/viewtopic.php?f=19&t=4137
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlangenkopffische

4 Gedanken zu „Kein Fischerlatein

  1. Das sind ja fast paradiesische Zustände bei Dir im Garten. Zumindest Fischmässig gesehen.
    Hast Du schon mal überlegt, gleich mal einige überflüssige Bratpfannen strategisch im Garten
    zu verteilen, mit dezentem Hinweiss an die Selbstmörder, durch einen buddistischen Pfannensprung gleich direkt ins Nirvana zu transferieren.?

    Zumindest hast Du durch die Vielfalt der Fischpopulation immer nette Unterhaltung im Wikki oder
    anderen Informationsquellen, um Genußfähigkeit, und präferierte Zubereitungsmöglichkeiten zu erkunden.

    Viel Spaß in Hinterindien

    Samuispezi

  2. “ Dick fütterte die stets hungrigen Speise Gurami, Osphronemus gorami, mit Kokosraspel und Gemüseabfällen. Bei guter Laune fiel hin und wieder ein Häppchen für mich ab.“
    Zwar immer am Rande des Hungertods, aber gute Geschichten – aus dem Leben gegriffen – fallen Dir trotzdem ein. Smiley

    Viele Grüße Achim

  3. Na dann ein herzliches „Petri Heil“ nach Chiang mai. Welche Weine helfen Dir beim Herunterspuelen der Leckereien?

    Viele Gruesse nach Hinterindien

    Wolfram

  4. Danke für die zahlreichen witzigen Kommentare.
    Kein Fischerlatein wurde erst glaubwürdig durch unsere Bilder und mit den Ergänzungen von Wiki. Lebendgebärende Fische, Schaumnester, Fische als treue Haustiere und wandernde Kameraden, sind nicht alltäglich. Meine (todernsten) Fischgeschichten wurden bisher bloss belächelt.
    Fische sind die besten Freunde. Sie erzählen nichts weiter, auch wenn sie das Maul weit aufreissen.
    Eure Kommentare dagegen sind erwünscht.
    Low

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