WEIN

Das Weinangebot in Chiang Mai ist beachtlich. Dank hoher Einfuhrabgaben (Zölle und Gebühren) sind es die Preise ebenfalls. Für einen zwei Euro Wein werden öfters sechshundert Baht verlangt. Ein anständiger Australier der Grosshersteller kostet etwa dasselbe. Flaschen dieser Erzeuger findet man überall in den Gestellen namhafter Lebensmittelgeschäfte.
Schwieriger wird der Einkauf der Weine kleinerer Produzenten. Da wird der Nachschub aus unerfindlichen Gründen immer wieder unterbrochen. Solche Tropfen sind nach kurzer Zeit nicht mehr im Angebot.

Wir hatten einen süffigen Frascati. Ich sprach mit der Geschäftsleitung und bestellte einen Karton zu zwölf Flaschen. Monatelang hörte ich nichts davon. Eines heissen Tages sagte man uns im Laden, der bestellte Wein sei soeben eingetroffen. Man wollte uns angeblich deswegen anrufen.
Als der Karton ausgehändigt wurde, freute ich mich. Er war nur merkwürdig leicht.
Darin befanden sich ganze sechs Flaschen. Sechs weitere Flaschen fanden den Weg in die Filialen, wo wir den Rest anlässlich einer kleinen Rundreise zusammenkauften!

Zufällig fand ich bekannte Weine eines Produzenten aus Torgiano in Umbrien – Italien, zu günstigen Preisen. Diese Weine suchte ich im Hauptgeschäft vergeblich. In der Filiale in Hangdong sind sie (noch) erhältlich. Irgendwie spielten die Filialleiter mit den Kunden. Das Personal stellte bloss einzelne Flaschen in die Regale. Wenn ich nach dem Erzeuger fragte, kannten die Damen und Herren den Namen nicht. Dafür hatte ich Verständnis: ein fremdländischer Name, der fast klingt wie Spaghetti oder Pavarotti. (1) Wenn ich eine der Raritäten in der Hand hielt und vorzeigte, antwortete man mir lächelnd, (wir leben im Land des Lächelns), das sei die letzte Flasche.

Auf Entzug, Low, – lügend, nicht lächelnd.

Edle Tropfen aus dem Wallis sind in Chiang Mai kaum wohlfeil. Dabei pflegt meine Tochter Isabella mit ihrem Mann Stéphane, beide studierten Weinbau, Rebstöcke. Sie scheuen die Arbeit nicht. (2) An Steilhängen auf verschiedenen Parzellen, von Fully bei Martigny – bis hinauf nach Visperterminen, höchster Weinberg Europas, gedeihen ihre Pflanzen. (3) Die raren Säfte lagern in 3953 Leuk Stadt, VS, CH.

(1) http://www.youtube.com/watch?v=DyDdMA0hfXg&noredirect=1
(2) http://www.vindoeuvre.ch/
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Visperterminen
http://www.heidadorf.ch/content/de_willkommen.html

2 Gedanken zu „WEIN

  1. Das ist überall das gleiche. Weshalb gibt es denn diese hohen Zölle? Wollen die Behörden die einheimische Weinproduktion schützen? Gibt es Thai-Weine?
    Das Bild ist ein drolliger Schnappschuss. Vielleicht wäre es eine Geschäftsidee, Korken in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen heruaszubringen. Ich schlage Schoko, Vanille und Erdbeer vor.
    Grüße Leo

  2. Hallo Leo, danke.
    Die Abgaben betragen über 300 %. Dabei geht es nicht um den Schutz der bescheidenen einheimischen Weinproduktion. Im Vergleich wird Schnaps zu wenig besteuert. Üblich ist eigentlich, je höher der Alkoholanteil, desto mehr holt sich der Fiskus. Prozentrechnen fand den Weg noch nicht nach Hinterindien.
    Das Bild zeigt mein Grosskind: Korken statt Gummi. Sie ist gewachsen. Seit dem Sommer prostet sie mit ihrem Kunststoffnapf allen Gästen gerne zu.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Prosit

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