Harte Hammerschläge aus der Schule

Mowgli fehlte wegen Dengue-Fieber zwei Wochen in der Ausbildungsstätte. Er kündigte seinen erneuten Schulbesuch telefonisch an.
Der Lehrer war glücklich. Der Klassenbestand reduzierte sich am Wochenanfang auf einen Schüler. Andere Jugendliche nahmen offenbar Fieber-Urlaub oder demonstrierten für fünfhundert Baht pro Tag bei freier Fahrt plus Verpflegung in Bangkok. (1)
Zusätzlich gab es drei bis vier abwesende Schüler, welchen ein Ausschluss der weiteren Teilnahme am Unterricht droht.
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Zwei lebenslustige junge Frauen fielen dem Hammer zum Opfer. Sie feilten, bis sie schwanger wurden. Genau gesagt, sie arbeiteten nicht am Schraubstock. Sie schonten ihre zarten Hände und verreisten mit ihren Kollegen lieber zum Karaoke. Diese Schuppen sind reine Anmach-Biotope. Einige heisse Liebeslieder – und nicht nur die Jugendlichen wenden Texte praktisch an. Latex gibt es in Hinterindien meist nur in Form von Bäumen.

Als ich neu im Dorf im Grossraum Chiang Mai war, fiel mir ein – wie ein Filmstar aufgetakeltes, glitzerndes, Schulmädchen auf. Die reine Verführung in Person. In dieser Aufmachung arbeitete sie gewiss nicht im Reisfeld. Ich sprach die junge Frau an. Hüftenschwingend antwortete sie mit blitzenden Zähnen:
„I’m a sing a song girl”!
“Aber sie kann nicht singen”, sagte Khun Poo im Vorübergehen. Dennoch war die Bezaubernde die unangefochtene Karaoke-Königin heisser Nächte. Die Nächte begannen bereits am Nachmittag, nachdem Masseuse, Frisöse und Visagistin ihre Dienste vollendeten und die ersten Bewunderer ihrer Hingabe in Luxus-Karossen ins Dorf rollten.
Nach unzähligen Liebhabern fand sie einen kapitalkräftigen Verehrer aus Singapur und heiratete ihn.

Das Schicksal traf einen jungen Mann, ebenfalls in einem Karaoke-Etablissement. Als genügend Stoffe sein Hirn umnebelten, kitzelte er zugedröhnt mit einer langen Messerklinge den Bauchraum seines Kollegen. Wie lange er im Knast sitzt, bestimmen nicht die Götter, sondern wie üblich die Währung der Gerechtigkeit, der Baht.
Wegen Drogen holte die Polizei zusätzlich einen Jungen von der Schule ab.

Auf diese Weise reduzierte sich die Anzahl der Schüler seit Semesterbeginn im November von dreizehn auf neun, eventuell zehn. Am Anfang waren es achtzehn verheissungsvolle, junge Leute!
Nun verstehe ich die Aussage des Lehrers im Beitrag “Der Hammer“: … wenn drei Schüler einen erfolgreichen Abschluss schafften, seien sie zufrieden.*

(1) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/45700-demonstranten-besetzen-finanz-und-aussenministerium.html#contenttxt
(1) http://www.spiegel.de/politik/ausland/bangkok-thailands-machthaber-jagen-anfuehrer-der-revolte-a-935654.html
(1) http://www.blick.ch/news/ausland/demonstranten-in-thailand-dehnen-proteste-aus-id2549717.html
(*) http://wp.me/p2ljyL-1aV

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