Wilderer: In Parks fliesst Blut

Ursprünglich hatten alle Germanen ein Jagd-Recht. Man jagte, um Viehbestände und Anwesen vor Wildschäden zu verteidigen, oder um sich Nahrung zu beschaffen. Die Wälder waren nicht nur mit putzigen Eichhörnchen und ängstlich äsenden Rehen bestückt. Bären fischten in Flüssen und holten sich zum Nachtisch gratis Honig von Wildbienen oder Imkern. Honig war damals der einzige Süßstoff. Im Winter heulten hungrige Wölfe und drangen bis in die Siedlungen vor. Grunzende Keiler mit furchteinflössenden Hauern liessen fromme Wanderer unfreiwillig Gebetsbücher und Leibwäsche beschmutzen. (1)
Als der Adel die Jagd später als sportliche Herausforderung und vergnüglichen Zeitvertreib betrieb, wurden Bürgern und Untertanen die Jagdrechte entzogen. Forstbeamte und legitimierte Personen übernahmen Schutz, Pflege und Überwachung der Jagdreviere. Illegale Jäger wurden fortan als Wilderer bezeichnet, als Verbrecher angesehen und verfolgt, weil sie sich an fremdem Eigentum vergingen. Solche Ereignisse lieferten Stoff für dramatische Lieder, Groschenromane, Theaterstücke und sogar Opern.

369-2In tropischen Regenwäldern mit einer ungeheuren Vielfalt an Tieren, dürfte die Situation ähnlich gewesen sein. Der bedeutende Unterschied auf Sabah und Sarawak ist, dass bestehende Wälder grossflächig abgeholzt und durch Monokulturen wie Ölpalmen ersetzt werden. Die einstigen Ureinwohner haben weder Schulwissen noch begründete Ansprüche und werden Opfer der Planspiele internationaler Finanzgesellschaften. (2)

In Sabah gibt es Parks wie Sepilok, eine Schutzzone im Crocker Range, Gebiete entlang des Kinabatangan Flusses, das Maliau Becken und das Danum Tal, wo man krampfhaft versucht, bestehende Pflanzen- und Tierarten zu schützen. Der Holzschlag funktioniert zumindest am Maliau Gebiet ungehindert, während bedrohte Tierarten weiter dezimiert werden. Wer kennt schon die gelbohrigen Wurzel-Flatulenzler? Sie wurden in der Literatur bisher nicht erwähnt und leben von Ingwer-Wurzeln ähnlichen Knollengewächsen. Ich entdeckte diese, den roten Bambusbären verwandte Tierart explosionsartig, als ich durch ein Schlagloch bedingt, mit dem Schädel an die Decke unseres Protons knallte.

Zahlreiche Orang Utan Projekte sind eher fragwürdige Touristen-Fallen und haben mit echtem Artenschutz wenig gemeinsam. Vielleicht sehen das die Waldbewohner anders und warten jeden Tag geduldig auf die buntgekleideten, trampelnden Touristenhorden aus allen Ländern dieser Welt.

In https://hinterindien.com/2013/12/18/gaumenfreuden-in-sabah/ erwähnte ich:
Das Steak war zu gross für Lamm, böckelte nicht und war angenehm zart, Reservat pur.

Das Sabah Wildlife Department SWD, das Danau Girang Field Centre DGFC und die Eco Health Alliance EHA schufen ein Laboratorienzentrum, WHGFL, Wildlife Health Genetic and Forensic Laboratory in Kota Kinabalu.
Dort wird beschlagnahmtes Fleisch genau analysiert, um den Ursprung und die betreffenden Tierarten zu bestimmen.
Am 11. Dezember 2013 erzählte SWD Direktor, Datuk Dr. Laurentius Ambu eingeladenen Presseleuten:
„Heute erhielten wir Bilder von geschützten Tieren. Sie wurden geschlachtet in einem Markt im Distrikt Nabawan angeboten.“
Man knipste mehrere Zibetkatzen-Arten, darunter die seltene, gebänderte Palmen-Zibetkatze. Binturong – Bären-Katzen, malayische Zibetkatzen, Sambar – eine Hirschart und Blut-Pythons wurden verkauft. Die Herren der WRU, Wildlife Rescue Unit, beschlagnahmten 145 Kilogramm Hirschfleisch von Händlern ohne Verkaufsbewilligungen. Daraus schliesse ich, es muss Verkäufer mit Bewilligungen geben. Beziehen diese ihr Wild-Fleisch ebenso aus dem Maliau Gebiet? Mehrere gewitzte Händler entkamen.

Aus Thailand wissen wir, dass auch lebende Tiere gehandelt werden und illegal das Land verlassen. Das dürfte in Sabah ähnlich sein.

Der Direktor von DGFC, Dr. Benoit Goosens erklärte weiter:
„Eine weniger bekannte Gefahr ist der Genuss verschiedener Affenarten. Dem Ebola Virus in Afrika fielen tausende von Menschen zum Opfer. In Sabah ist es das Nipah Virus, das von fliegenden Füchsen, fruchtfressenden Riesenfledermäusen, auf Schweine übertragen wird. Der Genuss beider Tierarten forderte auf der malaysischen Halbinsel ebenfalls tausende von Toten.“

(1) http://www.physiologus.de/schwarzw.htm
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Manser
Quellen:
The Borneo Post, 11. Dezember 2013, Seite 4
The Borneo Post, 12. Dezember 2013, Seite 1

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