Nok-Ten und Kleptomanewitsch

Eine geplante Arbeit über C.N. Parkinson in Singapur konnte ich nur teilweise aufnehmen. Mein linker Arm feiert immer noch den Ruhestand, während der persönliche Sekretär vielleicht in Krung Thep demonstriert. Den Kerl sah ich seit der Rückkehr von Borneo noch nie. Es wäre auch möglich, dass ich nur in Träumen über eine Hilfskraft verfügte.
Deshalb berücksichtigte ich wieder einen älteren Beitrag von 2011. Herr Kleptomanewitsch dürfte dem Publikum als versierter Stahl- und Panda-Kocher bekannt sein. (1, 2)

Nok-Ten hieß ein gefürchteter Tropensturm. In unserer Gegend waren die Auswirkungen nicht gravierend.
Am ersten August mutierte das Sträßchen vor dem Haus zum Flußbett. Nach meinen Schätzungen floss knapp ein halber Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Zwanzig Enten flüchteten aus ihrer tristen Gefangenschaft beim Nachbarn. Die Schnabelflosser benutzten den angeschwollenen Bach, ohne vorher lange um Erlaubnis zu schnattern.

Der Pegel auf der Straße war niedrig. Die Sauereien gelangten nicht ins Grundstück, denn ganz Schlaue entsorgten bereits wieder ihren Kehricht in den Fluten. Mit Stecken und Stangen bewaffnet, befreiten wir Ablaufschächte vom Plastikmüll. Unser Dorfobmann kam, sah und bot rasche Hilfe an. Wie üblich wurde Sand ins Dorf gekarrt. Etwas Hirn für gewisse Unbelehrbare wäre hilfreicher gewesen.

Er bemerkte am Schönheitssalon das Land neben Kleptomanewitschs Grundstück, in (ferner) Zukunft eine Strasse, die geplante Zweitverbindung ins Dorf.
Kleptomanewitsch annektierte seinerzeit das Gebiet ungefragt und schüttete fast einen Meter Erde auf. Genau an diesem Ort wollte er eine Wurmfabrik, die ihm Millionen Dollar einbringen sollte, errichten
Der Dorfobmann hatte die Idee, einen Baggerführer zu beauftragen, um entlang Dicks Grundstücken, auf der zukünftigen Strasse, einen Graben auszuheben. Das Hochwasser sollte in den etwa 70 Meter entfernten Bach fließen. Kleptomanewitsch protestierte heftig:
„Das Land gehört der Bank. Die Verträge sind noch nicht unterschrieben. Das ist illegal.“
Als er auffüllte, war es offenbar legal. Herr Klaumeier konnte seinen unerhörten Verlust, er mußte das besetzte Land räumen, immer noch nicht wegstecken.

Während der Bagger ins Dorf geschafft wurde, stellte Kleptomanewitsch listig seine beiden Kleinlaster auf den Grund, um den Aushub zu verhindern. Die Dorf- und Gemeindeoberen, die Polizei und eine Menge Volk standen unter Schirmen in Morast und Regen vor der nutzlosen Baumaschine und verhandelten vergeblich mit dem sturen Querkopf. Der rastete plötzlich aus und verteilte Hiebe.
Die Fortsetzung der Diskussion fand danach bei der gastfreundlichen Polizei statt. Kleptomanewitschs schlagende Argumente wurden von der Ordnungsmacht auf 2000 Baht veranschlagt.
Abends um acht kam Dick zurück. Der Arbeitsbeginn wurde auf neun Uhr früh vertagt, nachdem man erst in der Nacht unter Scheinwerfern buddeln wollte. Man sah ein: In der Dunkelheit im Wasser mit gebrauchten, zweifelhaften Stromkabeln zu hantieren, war zu gefährlich.Aug2011 2486

Kleptomanewitsch kämpfte am Morgen erneut gegen den Aushub. Als ihn endlich zwei Polizisten packten, seine Arme unsanft auf den Rücken drehten und mit Handschellen drohten, behauptete er, er habe doch nur einen Scherz gemacht.
Die Beamten begleiteten den aufsässigen Kerl zu seinem Haus. Dabei entdeckten sie in einem Verschlag einen grossen Python. Diese nachtaktive Schlange jagte einige Abende zuvor seine Hunde. Wir verfolgten gespannt Gekläff und Gebell der zwei Köter. Der Herr und Meister kümmerte sich, wohl besoffen, nicht um seine bellenden Wächter.
Das erbeutete Hündchen war eine Nummer zu groß für die Schlange. Es rutschte, mehr Knochen als Fleisch, nur langsam in den Schlund. Das würgende Tier legte sich zur Siesta ausgerechnet unter einen von Kleptomanewitschs Kleinlastern. Mit vollem Bauch war es unfähig zu fliehen. Der Verdauungsprozeß ist enorm aufwendig. Angeblich wird knapp die Hälfte der Kalorien bereits während des Verdauungsvorganges verbraucht. Kleptomanewitsch erbeutete die gefüllte Schlange mit einem Netz. Da steckte ja noch sein Hund drin.

Die Gemeindeorgane boten Zoologen aus Chiang Mai auf. Die Spezialisten holten das Tier im Eiltempo ab, schneller als üblicherweise Ambulanzen im Ort sind. Für den Schlangenhalter setzte es erneut eine saftige Busse ab.

Quelle: Beitrag #1612 vom 16. September 2011
(1) http://wp.me/p2ljyL-1hw
(2) http://wp.me/p2ljyL-19c, http://wp.me/p2ljyL-19t

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