Unterwegs mit Professor C. N. Parkinson

Singapur ist mir nicht fremd. Ich hatte das Glück, zeitlich befristet einen strahlenden Engel aus dieser Stadt an meiner Seite zu haben. Sie zeigte mir, dass es in der Schweiz neben Elektronik, Universität und Spital noch ein anderes, drittes Leben gab. Wie geplant, reiste sie nach Amerika. Ich hörte nichts mehr von ihr, dennoch … 謝謝 Lily.
Wenige Jahre später heiratete ich eine Traumfrau aus Singapur. Unser Sohn erblickte kurz nach einem unvergesslichen Dinner im Palmengarten des Raffles Hotels in einer Klinik das Licht der Welt. Das sind genügend Gründe, die Insel Betonesien in den ‘Geschichten aus Hinterindien‘ immer wieder zu erwähnen. (1)Raffles Zurück zum Lebenslauf von Professor Cyril Northcote Parkinson. Er heiratete 1943 Ethelwyn Edith Graves (1915), eine Lehrerin für Krankenpflege. Sie arbeitete am Middlesex Hospital. Sie hatten zwei Kinder, Alison Barbara und Christopher Francis Graves.
Die genauen Gründe kenne ich nicht. Vielleicht ertrug sie das feuchtheisse, tropische Klima und die damit einhergehenden hygienischen Bedingungen schlecht. 1952 wurde das Paar geschieden.
Darauf heiratete Parkinson die Autorin und Journalistin Ann Fry (1921–1983). Sie unterstützte ihn beim Schreiben und schenkte ihm zwei Söhne und eine Tochter, Charles Nigel Kennedy, Antonia Patricia Jane und Jonathan Neville Trollope.
Offenbar war Parkinson in Singapur schlecht ausgelastet. Er arbeitete als Gast-Professor an der Harvard University im Jahre 1958 und von 1959 bis 1960, an den Universitäten von Illinois und California, in Berkeley. Er gab seine Stelle in Singapur an der ‘University of Malaya’ auf und widmete sich danach ganz dem literarischen Schaffen. Parkinson verfasste mehr als sechzig Bücher – ohne grosse Hilfe von Personal Computern!

Um hohe Einkommenssteuern und damit die Förderung der Verwaltungen in England zu vermeiden, liess er sich auf den Channel Islands in St Martin’s, Guernsey, nieder. Er erwarb ‘Les Caches Hall‘ und restaurierte Annesville Manor. Während dieser Zeit publizierte Parkinson historische Novellen. Die salzige Seeluft, die Gischt windgepeitschter Wellen, erinnerten Parkinson an britische Seehelden der Vergangenheit.

Nach dem Hinschied seiner zweiten Frau 1984, heiratete er 1985 ein drittes Mal – Iris* Hilda Waters und zog mit ihr nach Onchan auf die ‘Isle of Man‘. Zwei Jahre darauf lebte das Paar in Canterbury, Kent. Im März 1993 starb Cyril Northcote Parkinson. Am Geburtshaus in Barnard Castle wurde eine Gedenkplakette angebracht.

*Andere Quellen nennen sie Ingrid.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Beton
(2) https://hinterindien.com/2014/02/17/schonungslose-signale-aus-singapur/
(3) http://stockpress.de/2011/01/12/der-vater-von-pakinsons-gesetz/

Weitere Informationen, Nationalbibliothek Singapur (Angaben von Herrn D. Chan, T.S.)
(t) http://en.wikipedia.org/wiki/National_Library,_Singapore
http://www.nlb.gov.sg; http://www.nl.sg; ask@nlb.gov.sg; ref@nlb.gov.sg; sgebooks.nl.sg

8 Gedanken zu „Unterwegs mit Professor C. N. Parkinson

  1. Leider zeigt der Google Übersetzer nur an, was es auf Deutch heißt, nicht aber die Aussprache.
    Darum muß ich mal nachfragen: spricht man das Wort Tschischee oder Tscheschenie?
    Ist das erste eigentlich die Abkürzung vom zweiten?
    Niemand sprach Tschechenie so unvergeßlich aus wie Zhao Wei in der Schlußszene von „Hua Mulan“. War ja ein Film aus Singapur (und Malaysia).
    Dagegen sagen doch Sängerinnen auf Singapurs Brettern immer Tschischee?

  2. vielen Dank, lb. Rolf, für die vielen Infos und immer wieder interessant, etwas über Betonesien zu erfahren, schöner Name.

    Mir schaut es ein bischen so aus, als ob der Wegzug von Parkinson mit dem großen Erfolg seines Buchs „Parkinson’s Law: The Pursuit of Progress“ ab 1958 zu tun hat. Die Einnahmen daraus haben ihn vielleicht finanziell unabhängig gemacht, so daß er und seine Frau nach dem USA-Aufenthalt 1959-1960 wahrscheinlich keine große Lust mehr auf das warme, feuchte und Mosquito-„gesegnete“ Singapur hatten. Klimaanlagen wie heute gab es damals jedenfalls sicher noch nicht, die St.-Andrews-Kathedrale gleich neben dem Raffles-Hotel hatte bis vor kurzem jedenfalls nur Ventilatoren, und auch ansonsten war es hier – nach den alten Photos zu urteilen – damals eher unreinlich.

    Eine gute Zeit noch in Chiang Mai!

    Gruß Martin

    • Dein Beitrag reizt förmlich, einen Beitrag über das alte Singapur zu vefassen, den Gestank verrottenden Kehrichts und miefender Menschen zu schildern –
      wie Herr Parkinson nach der Vorlesung in Raffles Longbar schlurfte, um ein paar Erdnüsse zu zerdrücken und dazu einige erfrischende Getränke zu zwitschern.
      Bevor sich Parkinson wieder mit der Seefahrt befasste, quetschte er, solange Tantiemen flossen, mit weiteren Büchern das Thema Bürokratie vollständig aus.

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