Lotterien

HäsliOstern, Bern, Kornhaus. Vor einem viertel Jahrhundert kämpfte ich mit meinen Kindern gegen fremde Osterpföteler, um gekochte, bunt gefärbte Ostereier zu gewinnen. Wir verloren nicht, wir gewannen nicht. Aber es war eine unvergessliche Erfahrung. Gibt es diesen Brauch (Eier tütsche) noch? Die Zeitung „Der Bund“ berichtete einen Tag später darüber. (z)

Nach drei Neujahrsfeiern, Farang, China und Songkran, sind in Thailand manche Budgets ruiniert. Zu den Kosten der Feierlichkeiten und den zahlreichen Vorbereitungssitzungen mit reichlich Karaoke und dem Stimmförderer Schnaps, addieren sich die Schulgelder. Die Schulen beginnen frühestens Ende Mai. Kassiert wurde wie üblich, bereits vorgestern vor Songkran.
Da hilft nur eines: Lotto – als Sozialversicherung. Die Ziehung war gestern. Es galt. rechtzeitig die Gewinnnummern zu kaufen. Für Weissagungen gibt es um die Tempel die Wahrsager. Würden diese gewissenlosen Absahner für hundert Baht die Gewinn-Nummern verkaufen, wenn sie damit Millionen schöpfen könnten?
In Tempeln stehen Lotterie-Nummern-Maschinen. Für zwanzig Baht spucken sie Hoffnung. Thais sind dauernd auf der Suche nach Nummern. Die finden sie selbstverständlich seitenweise im Internet.

Freundin Phet, Kasse klamm, hatte knapp vor der Ziehung einen Verkehrsunfall. Ach, die Fahrzeugnummer muss es sein, dachte sie beglückt.
„Sawas dee khaa – Khun Phet, sawas dee pi mai khaa … . Ihre Fahrzeug Nummer bitte, “
fragte sie lächelnd den Unfallverursacher. Ein Hauch von Sang Som, Lao Khao, oder doch eher Regency, bereicherte die Luft.
Der Befragte lächelte nicht. Eher griesgrämig antwortete er:
„Der Wagen ist neu. Keine Nummer.“
„Ihre Telefonnummer, bitte“, wollte die nummernsüchtige Phet wissen.
„Mein Smartphone wurde diesen Morgen geklaut.“
„Haus Nummer, bitte.“
„Ich wohne vorübergehend bei Freunden.“
„Sollten wir nicht die Polizei rufen?“ fragte nun die allmählich besorgte Phet.
„Bitte nicht, ich borgte den Wagen und vergass, meinen Freund um Erlaubnis zu bitten.“

Dick fand die Nummer wesentlich einfacher. Sie träumte von zwei eifrig an der Wand kopulierenden Geckos. (*) Das Männchen hatte zwei Schwänze. Mit dem einen zeichnete es schwungvoll die Gewinn-Nummern an die Wand.
Die Zahl wurde sogleich telefonisch an eine Tante übermittelt. Beim letzten Tip gewann Tantchen tausend Baht. Waren es gestern die Millionen?

Einige bauen auf Jesus Christus, andere begnügen sich mit Millionen.

Frohe Ostern, Low

Nachtrag vom 19. April. Zweischwänzige Geckos sind empfehlenswert. Die Tante konnte 6’000 Baht abholen und leistet sich damit einen Arztbesuch.
(z) http://www.derbund.ch/bern/stadt/Wo-Fuedle-und-Spitz-sich-treffen/story/12141890
(*) http://wp.me/p2ljyL-EL

Ich schrieb eine Ostergeschichte. Nur Bilder von bunten, mit Speckschwarten polierten Eiern, oder einem glücklichen Hasen fehlten. Der Postmann klingelte genau zur richtigen Zeit. Er übergab das Paket mit dem lustigen Hasen von Alicia Leana. Genauso sah mein Ohr auch aus, nachdem Dick den Scheitel mit dem Nudelholz zog.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nudelholz

5 Gedanken zu „Lotterien

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