Vom Risiko – Geschichten zu schreiben

Ab 23. Juni las ich in Prachatai und anderen Quellen:
Die Königliche Thai Polizei wird 500 Baht für jedes Foto bezahlen, das zu einer Festnahme von Anti-NCPO, National Council for Peace and Order, demonstrierender Personen führt. Solche Aufnahmen können auch von Facebook und anderen Internetquellen stammen, sagte Polizei General Somyot Poompanmoung.
Über weitere Disziplinierungsmassnahmen der Medien, sowie des Internet, werde ich später berichten.

Alle diese Äusserungen liessen mich freiwillig auf eine der skurrilsten Geschichten des Jahres verzichten. Ich möchte die Leiter der NCPO bei ihrer schwierigen Aufgabe nicht unnötig provozieren.
Die Angelegenheit traf offenbar nicht nur mich. Einer der wenigen anständigen Akteure meiner Erzählungen ringt mit der Entscheidung, seine bisherige Tätigkeit aufzugeben und seine nähere Zukunft als Mönch in einem Tempel zu suchen.
Die Aktivitäten in Thailands Wat werden zusehends anspruchsvoller, wie ein Bericht der Bangkok Post vom April zeigt.

Mönche in Petchabun wandelten ihren Tempel in eine Schönheitsklinik „Buddhisak Clinic“ um. Sie verpassen opferbereiten und schönheitswütigen Buddhistinnen Gesichtsmasken.
Die Mixtur besteht aus Sandelholz-Öl und Goldfolie. Die Behandlungen, durch im Gebet geläuterte Mönchshände kosten, je nach Gesichtsgröße zwischen 5.000 und 10.000 Baht für einen Pfluschti-Gring. Das Wort stammt aus dem berndeutschen Sprachschatz und lässt sich kaum übersetzen. (3)
Durch die illegalen Dienste der heiligen Männer geriet Dicks Schönheits-Farm finanziell ins Trudeln. Aber vielleicht könnte die gesegnete Medizin der Gelbröcke, meinen – durch fehlende Kraft in den Armen – arg in Mitleidenschaft geratenen Hintern kurieren.

Einmal mehr gerieten Lehren des Tripitaka in Vergessenheit. Mönche sollten keinen direkten Kontakt, weder mit Frauen, noch mit Geld pflegen.

(1) http://prachatai.org/english/node/4152
(2) http://www.bangkokpost.com/news/local/401655/gold-foil-sandalwood-mask-to-improve-their-womanly-charm
(3) http://www.indermuehlespiez.ch/app/download/5243065759/text.pdf?t…

4 Gedanken zu „Vom Risiko – Geschichten zu schreiben

  1. Hola, Low,
    Du hast schon oft bewiesen, daß Du „cojones“ hast.
    Nun wirst Du sicher auch die Klugheit haben, soviel
    regierungsamtliches Mitgefühl richtig einzuschätzen.

    Ich wünsche Dir viel Glück und hilfreiche Menschen in
    Deiner Umgebung, für die der Begriff Freundschaft mehr
    ist, als nur eine leere Worthülse.

        • Die Dechiffrierung hatte Mühe mit dem fremdsprachigen Ausdruck. Deshalb die schnippische Antwort. Richtig sollte es heissen: Die Situation ist mir bekannt und ich werde mich schon irgendwie durcheiern. Seit dem ‚Song Contest‘ heisst das nun offenbar durchwursteln.

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