Südliche Aufenthalte

Die Entscheidung, im warmen Süden zu bleiben, war richtig. Das Winterwetter in Chiang Mai ist gegenwärtig weniger grimmig als letztes Jahr. Für intensive Beschwerden hätte es allerdings mehr als gereicht. Mit Grausen erinnere ich mich an den vergangenen Januar.
Meine Erholungsphase der Gelenke ist noch nicht beendet. Der mehrmals aufgerissene Hintern schmerzt beim Sitzen immer noch.

Wir lernten neue, sehenswerte Landschaften und andere Menschen und Bräuche kennen. Die Lebensmittel sind nicht nur wesentlich preisgünstiger, aber entscheidend – von besserer Qualität. Die Hühner sind nicht die uns bekannten, mageren, zudem zähen, oft von Reifen flach gewalzten, LanNa Dorfstrassenscharrer. Die Hähne des Nordens krähen nicht wegen der Fleischeslust. Es ist der Schmerz, den ihnen die spindeldürren Hennen mit ihren teils unbefiederten Hintern zufügen. Wäre ich ein Hahn, würde ich die wohlgenährten, breitarschigen, lüstern gackernden Eierproduzentinnen des Südens bevorzugen. Objekt1
An einer Entenbrust für vierzig Baht schlemmten wir über die Neujahrs-Tage. Zum Glück marinierten wir nicht das gesamte Fleisch. Das südthailändische Pa-Lo Pulver, die fünf Gewürze Version, enthielt unverschämte fünfundsechzig Prozent Zucker, anders als chinesische oder vietnamesische Mischungen.
Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr von Gemüse wie Gurken und Peperoni hatte ich hier nie. Croissants mögen wir nicht. In Satun sind sie ölig und kräftig gezuckert. Einheimische schmieren zum Ausgleich gesalzene Butter und – wenn möglich süsse Marmelade, darauf.
Fische und Garnelen kommen nicht aus überfüllten Zuchtbecken mit reichlich Chemie und Antibiotika, sondern frisch aus der Andamanensee, Lieferung frei Haus zum halben Preis oder noch günstiger. An Weihnachten gab es einen kleinst Crevetten-Cocktail. Klein deshalb, weil zwei Monster-Garnelen vollkommen genügten.
Beim Bier übten wir Zurückhaltung. Das Beer Lao heisst hier schlicht Leo und stammt nicht aus Laos. Dafür können wir preisgünstigen Wein von Herrn Penfolds kaufen. In Chiang Mai hätte diese Qualität Negativbudgets verursacht. Bei den Büchsen-Sardinen hätten wir zwangsweise auf Öl und Brot verzichten müssen.Objekt2
Die kopftuchtragenden Kassiererinnen fassen, anders als ihre Kolleginnen in Malaysia, verpacktes Schweinefleisch an. Zur verdienten Stärkung genehmigen sie sich zwischendurch einen Hot-Dog.
In Melaka durften wir unsere ‘Nicht-Halal Einkäufe‘ selber scannen. In Johor Bahru erledigten in den einschlägigen Geschäften Chinesinnen das grausame Handwerk des Umgangs mit verbotenen Genussmitteln. Objekt3
Die Nachbarn der Siedlung leben, nach ersten Eindrücken, in gesunden finanziellen Verhältnissen. Dem entsprechend leistungsfähig sind ihre Karaoke Maschinen.
Unsere Milchlieferantin, kein Tante Emma Laden, wollte mit ihrem hart arbeitenden Gemahl Weihnachten in Süd-Korea verbringen. Ihre Familie beliefert Satun, Hat Yai und Langkawi mit frischem Kuhsaft.
Die Idee, sich vor Reiseantritt über Kleinigkeiten wie Währung, das Essen, ideale Kleidung und das Klima zu informieren, hatten die guten Leute nicht. Als sie den Flughafen im Traumland verliessen, traf sie ein Kälteschock, mit dem sie nie gerechnet hatten. Sie waren ja in Süd-Korea. Ihre Kleidung war geeignet für Süd-Thailand. In Satun werden weder gefütterte Stiefel, Wollpullover noch Pelzmäntel angeboten. Die Frau erkrankte schwer. Sie konnte kaum atmen. Nach zwei Tagen, vielleicht waren es zwei Nächte, trat das unterkühlte Paar die Rückreise nach Bangkok an. Die Leute hätten sich Erkältungen in Chiang Mai, auf Doi Inthanon, preisgünstiger einhandeln können.

Abbildungen: Nicht gewählte Mietobjekte

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