Reisen in der Provinz Satun

Satun bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Das Strassennetz ist gepflegt und gut ausgebaut. Die Hotellerie hat noch nicht den hohen Standard wie auf Langkawi, Malaysia.
Feinschmeckerlokale fehlen. Die Menschen legen eher Wert auf deftige Kost, gut gefüllte Teller, möglichst kräftig gezuckert. Qualität ist Nebensache.
In Satun kann man sich die Mägen preisgünstig füllen. Neulich hatten wir ein Abendessen bestehend aus gebratenem Reis mit Garnelen, Ente mit fünf Gewürzen und Moo Manao, das ist Schwein mit Limetten und einer Spur Chili, dazu eine Flasche Singha und eine Flasche Wasser. Alles zusammen kostete 280 Baht, acht Franken.
Für den Preis dürfen wir nicht verlangen, dass die Enten die Nacht in Marinade verbrachten. Schmackhaft war es trotzdem. Der einzige Missstand für mich war, je nach Windrichtung roch man den Inhalt der Mülltonne. Es waren keine Veilchen. Trotzdem war die Fressbude voll von Einheimischen.
Grössere Abschreiber an Verpflegung und Unterkunft sind auf Ko Tarutao an der Tagesordnung. Mobiltelefone funktionieren noch nicht.

Wir brachten von Chiang Mai Empfänger für DVB, Digital Video Broadcasting, nach Satun. (1) Die Armee verteilte Gutscheine für die Geräte an die Einwohner, damit sie die Ansprachen des Generals Prayuth Chan-ocha in bester Qualität empfangen, sehen und verstehen können. Digital Video Broadcasting funktioniert in Satun noch nicht.

Wir haben eine Satellitenschüssel und empfangen über dreihundert Kanäle.
Sie sind alle in Thai. Das Parlament, die Armee, die Polizei, grössere Firmen und bekannte Universitäten verbreiten eigene Programme. Internationale Angebote wie BBC oder Discovery Channel, suchte ich vergeblich.

Demnächst feiern wir Thai Neujahr, das berühmt berüchtigte Fest mit den beliebten Wassergüssen. Da wird gefeiert, gegessen, getrunken und gefahren. Thais reisen gerne, fahren ins Blaue – mit Blaufahrern. Dann kracht es öfters. Das Resultat ist ein Schlachtfeld auf den Strassen mit hunderten von Toten und tausenden von Verletzten.
In der guten alten Zeit bliesen Experten im Norden Fahrer von Motorrädern mit Wasserstrahlen aus Hochdruckpumpen von ihren Vehikeln. Die hatten Glück und verpassten den Eintritt ins Nibbana, wenn die nachfolgenden Lastkraftwagen die gefällten Fahrer nicht überrollten.
Das Strassenverkehrsamt von Satun ist in unserer Nähe. Zusammen mit den grossen Markenvertretungen bietet es zur Hebung der Verkehrssicherheit für Songkran gratis Überprüfungen der Fahrzeuge, Motorräder und Automobile, an. An Motorrädern werden defekte Lampen ersetzt und Ölwechsel zum Nulltarif angeboten. Die Benutzer des Angebotes erhalten zusätzlich gratis einen Helm.
Gestern warteten die Mechaniker und Techniker vergeblich auf Kundschaft.
Dann verdarb ein imposanter Wolkenbruch jegliche Geschäftstätigkeit.
Mit Helmen lockt man offenbar keine toten Hunde von der Strasse. Für die Damen genügen im Süden dekorative Kopftücher vollauf.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Video_Broadcasting
(1) https://www.broadcast.ch/portal.aspx?pid=220

Unser gestriger unerwünschter Begleiter, Herr Nagel. Herr Nagel, unser Begleiter

2 Gedanken zu „Reisen in der Provinz Satun

  1. Ohje! Motorradhelme! Als ich 1992 in Thailand war, wurde die Helmpflicht für Motorradfahrer eingeführt. Es heißt, dass sich daraufhin etliche Motorradfahrer das Leben nahmen, weil sie keinen Helm tragen wollten. Du lebst mitten im Chaos, scheint es mir. LG Ulrike

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