Grenzenlos zollfreie Überraschungen

Eine missgünstige Gönnerin wollte Dick zeigen, wo unsere echt grosszügige Lieferantin Wein einkauft und wie unbescheiden sie uns dabei abzockt. Es handelt sich um ein australisches Qualitätserzeugnis, wie wir es – nur mit Glück, ab 900 Baht erwerben könnten. Wir bezahlen bei der Lady die Hälfte. Sie vermietete uns vor Monaten ihre Mittelklasse Wagen für zehn Euro pro Tag.
Zuerst war die Reise mit Dick alleine abgesprochen. Daraus wuchs innerhalb des letzten Tages eine Truppe von zehn Personen. Ich war interessiert, wohin die Reise geht und welche Dokumente in Malaysia für die Fahrzeuge benötigt würden. Sie blieb unbestimmt, faselte etwas von Kuala Perlis. Sie erklärte, Dokumente würden keine verlangt, sogar der Reisepass wäre zu Hause am besten aufgehoben. So ist das, wenn eine Science-Lehrerin der Extraklasse, eher der Sonder-Klasse, eine Schulreise organisiert.
Nach zwanzig Minuten, bei einer effektiven Reisezeit von einer halben Stunde, bemerkte Dick, es ging nach Thale Ban und Wang Prachan. Man fuhr dann zwanzig Minuten weiter. Vor wenigen Tagen wagten wir es nicht, die Grenze zu passieren. Ein Grenzbeamter verweigerte der Lehrerin ohne Reisepass die Weiterfahrt. Ernüchtert kehrte man um. Nein, die Überraschung für Dick war gross, als die Truppe in Wang Prachan fröhlich und unbekümmert ein Gebäude betrat. Eine Menge bunter, riesiger VIP Busse wartete mit dröhnenden Motoren vor dem Lokal. Die Produkte dort waren alle in Ringgit ausgeschildert. Das Verkaufspersonal nahm selbstverständlich Baht entgegen und profitierte zusätzlich.
Dick sandte ein Mail mit dem Bild eines zweifelhaften Pinot Gris. Sie rief an und fragte, ob sie einen Karton davon kaufen solle. Ich bat sie, wohlweislich auf den Kauf zu verzichten. Das Geld brannte in ihren Händen, angeheizt durch den Kaufrausch der Horde. Man musste etwas zurück bringen. Die Lehrerin legte ihr Geld in Fischtunke an. 24 Flaschen zu 42 Baht. In Satun sah ich ähnliche Flaschen für 24 Baht. Die Ersparnis: 576 Baht zu Ungunsten der Pädagogin.
Weil der Laden ja in Thailand steht, kontrollieren keine Beamten die gehorteten Waren – alles Schnäppchen zu Tiefpreisen aus Malaysia.
Dünn kaufte dann den schlechtesten Weisswein aller Zeiten. Die angebrochene Flasche steht seit Tagen im Kühlschrank. Vielleicht taugt der Inhalt zum Vernichten von Kakerlaken oder zum Verdünnen teurer Fischtunke. Jegliche Warnung fehlt: Bakteriell fermentierte Fischtunke kann das Hirn angreifen und unreparierbare Schäden bewirken.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s