Sieger sind fast immer über alle Zweifel erhaben

Ein Videoclip gab zu reden:
Eine Reihe junger Marineoffiziere in strahlend weißen Uniformen und mit glänzend schwarzen Schuhen, wurde von ihrem Vorgesetzten überprüft. Auf dem Boden vor jedem Seemann lagen ein Smartphone und ein Block aus Beton.
Der Vorgesetzte, sein Gesicht war nicht zu sehen, fragte jeden Offizier, welcher Hersteller ihre geschätzten Handys fabrizierte.
„Soeben gekauft, hä? Sau teuer, gäu he?“ meinte er – seine Macht und die damit verbundene kleine Gehirnwäsche geniessend. Dann liessen sich die angehenden Marineoffiziere auf den Boden fallen und zerschlugen mit den Betonblöcken ihre Handys in kleine Stücke.

Ohne jegliche Begeisterung, ja kraftlos, den Anforderungen keinesfalls gewachsen, tätschelten die jungen Männer ihre Kommunikationsgeräte und befürchteten offenbar, bei der Aktion die zerbrechlichen Zementklötze zu beschädigen.
(Schafft so die Navy Platz für die zukünftige U-Boot Flotte?)

Das berichtete am 16. September Sanitsuda Ekachai in der Bangkok Post (1) und schrieb weiter: …
Dies demonstriert, wie das System Militär funktioniert. Wenn wir unglücklich darüber sind, zeigt dies nur, wir akzeptierten die Tatsache noch nicht, dass das Land nun zu einem Militärlager reduziert wurde.

Ein alter Witz aus der wissenschaftlichen Vergangenheit kam mir in den Sinn. Dessen Inhalt behandelt das Tär als Einheit der Intelligenz, des IQ. Um nicht immer wieder Albert E’s e=mc2 zu erwähnen, nenne ich Werner Heisenberg. Er war ein deutscher Wissenschaftler und Nobelpreisträger und zählte zu den bedeutendsten Physikern des 20. Jahrhunderts. Heisenberg hatte einen IQ von einigen Tera-Tär. (2) Der Schweizer Paul Scherrer wies bescheidener wahrscheinlich über einige Giga-Tär auf. (3) Meine unvergessliche Chefin aus Österreich, wirkte an der Universität Bern hatte mit einigen Mega-Tär Weltruf.
Diesen Monat sollen in Thailand fünfhundert Generäle den Dienst quittieren. Das ergibt genau 0.5 Tär.

Unsere Nachbarn fühlten sich als zweite Sieger irritiert und akzeptierten absolut keine Niederlagen. Als deren Tochter für ein Darlehen von 150‘000 Baht bei mir abblitzte, liess die Rache nicht lange auf sich warten. Es erfolgte eine telefonische Verleumdung wegen Drogenkonsums bei der Polizei in Chiang Mai.
Als die Furie danach von Dicks Tochter keine Kreditkarte erhielt, sprach die Polizei von HangDong trotz Spitalaufenthalts zwecks Drogentests vor. (4) Vergeblich – Befund negativ.
Gestern wartete ich länger als eine Stunde auf eine Flasche Wein. Dieser Einkauf beansprucht inklusive Reise am Mittwoch üblicherweise zwanzig Minuten. Mittwoch ist Markttag am Kad Farang und da herrscht ein riesiges Gedränge, weil Märkte in Thailand Seltenheitswert haben und Nahrungsmittel in Lan Na Land offensichtlich rationiert sind und deshalb leider beinahe täglich teurer werden.

Die kreditschnorrende Nachbarin stoppte die heimkehrende Dick auf dem Moped. Sie erzählte von einer Luxusreise zu dritt nach Bangkok und Pattaya. Die ausgesuchten Hotels hätten mehr Sterne als die gesamte Milchstrasse gehabt. Wir waren ahnungslos vom seltenen Ereignis, weil wir einige Tage in Laos weilten und keine Zeitungen lasen. (Von Laos erwähnte Dick nichts). Aber jetzt, nach all dem quälenden Luxus in Bangkok und Pattaya, hätte die Familie neuerdings im Dorf ein weiteres Haus gekauft!!! Wahrscheinlich vergass oder verlor ein Kunde im Tante Emma Laden einen Goldbarren.

(1) http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/694684/smashing-up-beliefs-no-way-to-instil-order
(2) https://www.google.ch/?gws_rd=ssl#q=heisenberg
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Scherrer
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Erinnyen
(video) https://www.youtube.com/watch?v=OH_-WRX-hHc

 

5 Gedanken zu „Sieger sind fast immer über alle Zweifel erhaben

  1. Die steigenden Nahrungsmittelpreise sind wirklich ein Ärgerniss.
    Es liegt aber nicht am verringerten Angebot sondern genau anders herum. In Thailand herrscht nämlich konträre Marktwirtschaft: Verkaufe ich als Händler, aus welchen Gründen auch immer, weniger Ware, so erhöhe ich die Preise, damit Umsatz und Gewinn gleich bleiben.
    Da die meisten privaten Haushalte bis über Oberkante Unterlippe verschuldet sind, fängt ein Teil der Menschen doch an, etwas weniger Geld auszugeben. Da nun das Angebot die Nachfrage übersteigt, ist es ein Zeichen die Preise zu erhöhen.
    Außerdem werden die Lebensmittelpreise sowieso erwürfelt: Kosten die Kartoffeln z.Z. bei Makro noch 30 Bath, so zahlt man im Central Festival satte 65 Bath für die gleiche Sorte – die Markthändler (die sich ebenfalls bei Makro eindecken) liegen mit 50 Bath dazwischen.

    • Als alter Lustmolch spekuliere ich mit Brust. Genau genommen Entenbrust. Sie kostet tiefgefroren, der Preis ist ebenfalls eingefroren, gleich viel wie vor einem Jahr. Ein kleiner Unterschied besteht allerdings: Früher enthielt eine Packung sechs Brustfilets, gestern gab es nur noch vier.
      Sollten die Teuerung ungebremst weiter gehen, müssten wir mehr Cointreau verwenden, Canard à l’orange oder wir werden auf Wachtel-Brustfilets ausweichen. Letztlich ist es bloss, um beim Thema zu bleiben, eine Frage des IQ’s.

      • Nicht zu fassen, Wachtelbrust gibt es wirklich. Willst du dann eine Enten- durch eine Wachtelbrust beim Essen ersetzen? Ansonsten spart man da nicht wirklich was.
        Alternative: Enten in deinem Teich selbst großziehen. Wenn du sie benamst, wird das Essen auch fantasievoller: Heute gibt es „Gertrud auf Ruccola“ oder so.

        • Hey Ralf,
          Die Wachtelbrüste waren als brutaler Witz gedacht. Wenn die Lebewesen zu sehr mit uns verbunden sind, wie handzahme Fische, verspeisen wir sie nicht mehr.

  2. >Wenn die Lebewesen zu sehr mit uns verbunden sind, wie handzahme Fische, verspeisen wir sie nicht mehr.

    Mit „wir“ meinst du sicher uns verweichlichte Farangs, oder?
    Unser Teich ist voll mit schwarzen Tilapias, die irgendwann auf dem Grill landen sollten – soweit der Plan. Die kommen mittlerweile schon angeschwommen, wenn sie nur meine Schritte wahrnehmen und würden am liebsten ans Ufer springen um schneller ans Futter zu kommen. Putzig – wie könnte ich so freundliche Gesellen umbringen?

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