Verfehlte Leben

Der Schluss der letzten Geschichte ist wenig glanzvoll. Empfindliche Menschen leiden mit. Anfänglich leistete ich in ähnlichen Fällen Entwicklungshilfe. Die miserable Erfolgsquote mit all den zusätzlich schlechten Erfahrungen, zwangen mich zur Aufgabe privater humanitärer Hilfe und technischer Zusammenarbeit.
In Notfällen behandelte ich Unfälle und Krankheiten. Eine meiner anregenden Arbeitsstellen war an einem Institut für Pathologie. Die Armee, der Zivilschutz, erteilte später Kurse für erste Hilfe. Die höchst bescheidene Ausbildung gewährte Hilfesuchenden mehr Wissen, als ein hübsch gerahmtes Diplom, echt vergoldet, aus Bangkoks Khao San Road als fauler Zauber-Medizinmann und ein Dutzend Paracetamol-Tabletten. Preisgünstige Klinikpackungen für professionelle Verteiler und Grossfamilien, vier Frauen – zwanzig Sprösslinge, finden sie bei Makro!
Vor allem für Kinder spenden wir regelmässig gekochtes Essen. Sie schleppen die Nahrung nicht nach Hause, um Eltern, Hunde und Katzen zu füttern, sondern speisen bei uns.
Unterricht erteile ich nicht mehr. Der Rest des täglichen Überlebens ist ähnlich wie Fernsehen: zuschauen und möglichst oft abschalten.

Als Blogger und bescheidenem Schreiberling blieb mir genügend Sarkasmus, um „Zwanzig Jahre leben im Überfluss oder überflüssiges Leben“ (1) doch noch ein operettenhaftes Ende anzufügen.

Der gütige Onkel vermietet dem unerfahrenen jungen Vater, ausgebildeter Analphabet ohne weitere Kenntnisse – ausser dem Gebrauch von Motorfahrzeugen ohne Ausweise, ein überteuertes Zimmer. Onkels Frau und die Mutter des Mieters könnten, vom Strickmuster nicht gelebter Verantwortung her, Schwestern sein. Jetzt sorgt Onkels First Lady für den kleinen Erdenbürger. Böte Mia Noi bessere Bedingungen?
Mir wurde erzählt, das geistig hochentwickelte Baby, es trifft mit seiner Kacke mitten in die Windeln, telefoniere mit acht Monaten bereits mit seinem Vater.
Diese frühe Lebenserfahrung könnte dazu führen, dass der Kleine dereinst als Jüngling eine Marine-Offiziersausbildung absolviert. Dort lernt er dann von seinen Vorgesetzten ausser strammstehen, wie man fachmännisch Smartphones zertrümmert. (2, 3)

(1) http://wp.me/p2ljyL-1Rx
(2) http://wp.me/p2ljyL-1Rq
(3) https://www.youtube.com/watch?v=OH_-WRX-hHc

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s