Im Osten nichts Neues

Es tut mir leid. Ich wartete in Thailand vergeblich auf positive Ereignisse, um meine Berichte ausgewogener zu gestalten. Fehlanzeige. Es ist Mai, der fünfte Monat des Jahres. Dennoch las ich einen Bericht, dass die Staatskasse in den ersten sechs Monaten einen Fehlbetrag von sechshundert Milliarden „erwirtschaftete“!

In Pattaya herrscht wieder Fallobstzeit. Wöchentlich stürzen zwei bis drei ausländische Gäste aus Fenstern und Balkonen ihrer Unterkünfte in die Tiefen. Das ist eine abgründige Tradition. Sind alle diese Menschen bekifft, betrunken, verlangen böse Geister Menschenopfer, oder sind die Fälle durch architektonische Besonderheiten begünstigt?

Im gleichen Städtchen machte ein Tourist aus Deutschland schlechte Erfahrungen. Als er sich zu frühesten Morgenstunden ein Bier genehmigen wollte, attackierten ihn zwei Ladyboys und boten ihm ihre Liebesdienste an. Er verzichtete grosszügig auf das eindeutige Angebot für einen flotten Dreier. Darauf massierten die sensiblen abgewiesenen Triebtäter sein Gesicht in der Weise, dass das zarte Bein des Riechkolbens brach. Der Herr verlor dabei etwas Blut im überempfindlichen Kopfbereich. Durch zahllose alkoholische Getränke in der tropischen Hitze litt die Haut und wurde spröde. ((1) Kari Dällebach.) Die ungestümen Streicheleinheiten führten zu ausgiebigem Bodenkontakt. Die geldgierigen Einheimischen, vielleicht waren es burmesische Gastarbeiter – wie oft in ähnlichen Fällen, erleichterten ihr Opfer um viertausend Baht und machten sich davon. (2)
Der Verletzte wurde im Krankenhaus verarztet. Er machte darauf eine Anzeige. Oh Wunder, die Polizei fand die beiden Liebesdiener und verhörte sie. Nach einer Busse von eintausend Baht wurden sie in die grenzenlose Freiheit Pattayas entlassen.

Wesentlich grausamer erging es in Hua Hin einem älteren Ehepaar mit Sohn, dreiundvierzig, aus England. Vier angetrunkene Täter im Alter zwischen zwanzig bis zweiunddreissig Jahren, schlugen die fremden Gäste brutal zusammen. Als die Opfer wehrlos am Boden lagen, wurden deren Köpfe mit den Füssen getreten. Schlimm waren die Zuschauer, die teilnahmslos – wie an der Glotze, die Tat verfolgten. Das Geschehen wurde von einer Überwachungs-Kamera aufgezeichnet. Der Polizei gelang es einige Tage danach, die Täter zu verhaften. Die brutalen Bilder verbreiteten sich rasch im Internet.
Die Gesetzeshüter suchen nun fieberhaft nach denjenigen, die das Video veröffentlichten, denn diese barbarischen Bilder hätten der angeschlagenen Tourismusindustrie des Landes enormen Schaden zugefügt. (3)

Irgendwie erinnert das an zahlreiche Unglücksfälle und Verbrechen. Die Untaten konnten nicht verhindert werden. Das Vernichten von Beweismitteln dagegen ist wesentlich einfacher und offenbar einträglicher. (Janepob Veeraporn, Vorayuth Yoovidhya, Orachon „Praewa“ Thephasadin na Ayudhya.) Gegen solchen Dummfug kämpfen sogar studierte Forensiker vergeblich.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Tellenbach
(2) http://www.blick.ch/news/ausland/dreier-abgelehnt-dann-gabs-pruegel-in-pattaya-lutz-ist-das-ladyboy-opfer-id4966319.html
(*) http://www.blick.ch/news/ausland/aggressive-transsexuelle-auf-iphone-klautour-ladyboy-alarm-in-pattaya-id4963468.html
(3) http://www.bangkokpost.com/news/general/954489/hua-hin-clip-leak-caused-more-harm

6 Gedanken zu „Im Osten nichts Neues

  1. Tückisch diese Venusphallen
    Ratzfaz sie Deine Mäuse krallen

    Du denkst noch – dieser große Mund
    Und schon knallst Du auf harten Grund

    Die Moral von der Geschicht
    Moral gibts schon – doch meistens nicht

  2. Auch wenns nichts Positives zu lesen gibt – trotzdem interessant wie sehr sich thailändische Moralvorstellungen nicht von deutschen unterscheiden

    • Lieber Low,
      Deine Geschichten, auch wenn sie oft Schlimmes beschreiben,
      inspirieren mich manchmal zu kuriosem Gereime. Gedicht würde
      ich das nicht nennen.

      „Auch wenns nichts Positives zu lesen gibt“ Hallo @Libra, erst
      einmal willkommen, aber da irren Sie sich. Wenn Sie in diesem
      Blog z.B. zurückblättern, finden Sie auch die Ausnahmen von der
      bedrückenden Regel.

      • Hallo @kmr,
        Mein Kommentar ist eine Anspielung auf eine Unterhaltung in der Kommentarsektion eines Früheren Beitrags. Glücklicherweise lese ich diesen Blog lange genug um auch seine Positiven Seiten zu kennen ;)
        Danke aber für den Kommentar, die Intention war recht nobel!

    • Danke Libra für den Kommentar und die zahlreichen „Gefällt mir“. Moral als solche existiert in Thailand gar nicht. Prostitution ist verboten. Die Lehren Buddhas sind unbekannt. In der Schule döst der Grossteil für zehn Jahre. Berufsethik oder Freude an korrekt ausgeführter Arbeit gibt es selten. Deshalb ist alles billiger Pfusch.
      Nicht einmal die Polizei bemerkt, dass bei einem Diebstahl von 4000 Baht mit Körperverletzung, eine Busse von 1000 Baht höchstens dazu anspornt, in diesem Sinne weiter zu machen.

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