Erfahrungen beim Einkaufen

Seit einem Jahr besuchten wir wieder einmal den Lotus an der Strasse 108 in Chiang Mai. Der hintere Eingang wurde komplett neu gestaltet. Alte Kunden finden nichts mehr. Die Abteilung für Unterhaltungs-Elektronik wurde wesentlich diebstahlfreundlicher.
Zwei Angestellte hatten eine wichtige Konferenz. Sie liessen sich durch unwissende Kundschaft nicht stören. Trotzdem fanden wir die gesuchte antike zehn Watt Leuchtstoffröhre gleich neben dem Testgerät für Lampen aller Art. Dick versuchte ihr Glück. Das Lämpchen leuchtete trotz zehn Schaltern nicht. Ein Spezialist wurde gesucht und gefunden. Er hatte zurzeit keinen Gesprächspartner für Konferenzen. Er demonstrierte dem ungebildeten Publikum sein Wissen um die Geheimnisse modernster Lampen- und Leuchtentesttechnologien. Flink schraubte er die Lampe in die Halterungen. Dann spielte er mit den Schaltern – erfolglos. Er versuchte sein Glück mit einer längeren Röhre. Sie spendete grelles Licht.
Danach schaute er in den Testschrank und bemerkte, die Schrauben der Halterungen für die kurzen Röhren waren locker. Er nahm keinen Schraubendreher und reparierte den minimen Schaden in wenigen Sekunden. Er telefonierte keinem Wartungs-Techniker oder gar dem Chef-Ingenieur. Nein, der Angestellte erklärte uns weitschweifig, Tesco wäre äusserst kulant, der Kundendienst sei bemerkenswert grosszügig. Sofern wir mit dem Leuchtkörper Probleme hätten, könnten wir das Gerät mit Quittung innerhalb zwei Wochen umtauschen. Ich verzichtete auf das seriöse Angebot.

Wir kennen den Service von Tesco. In Satun erwarben wir eine kleine Bohrmaschine. Ich wollte keinen Hochleistungsmotor mit tausend und mehr Watt. Solche Apparate könnten den kompletten Rollstuhl samt Inhalt unsanft herumwirbeln, wie ich aus Erfahrung wusste. Die Leistung von einer halben Pferdestärke genügt den meisten Anforderungen für Heimwerker.
Unsere Maschine aus China sandte nach knapp einer Stunde unübersehbare Rauchsignale aus. Zusätzlich roch es streng nach ohmschem Gesetz! Wenige Sekunden später gab der Motor die Bohrtätigkeit ganz auf. Tesco Satun ersetzte das Gerät grosszügig gegen eine typähnliche Maschine mit leicht defektem Bohrfutter.

Dann bewegten wir uns in die Abteilung für Lebensmittel. Ich wusste nicht, dass jetzt im Lotus Frischfleisch in Form von Fliegen gezüchtet wird. Wir unterschieden drei Typen:
A. – Typ FuG, könnte Vegetarier ansprechen. Diese Tierart ernährt sich von Früchten und Gemüsen.
B. – Die Flieger sind auf Süssgebäck heimisch und wirken besonders dekorativ auf bunten Torten.
C. – Die fettesten Brummer fanden wir auf allen Arten von Fisch und Fleisch.

Den lebhaften Tierchen geht es im klimatisierten Raum sehr gut. Auf alle Fälle war die Population wesentlich dichter, als in den offenen Märkten von Hang Dong oder Satun. Das zeigt doch eindeutig, was zeitgemäss ausgebildete thailändische Manager leisten.

7 Gedanken zu „Erfahrungen beim Einkaufen

    • Danke Martina,
      zum Staunen gibt es wenig. Ich denke nicht, dass ein paar Fliegenschisse ein Kilogramm Fleisch wesentlich verteuern und die Maden sind schlussendlich auch nur Fleisch.

  1. >Unsere Maschine aus China …

    Low, da du scheinbar erst gerade nach Thailand gezogen bist, hier ein Tip: Kaufe niemals Werkzeug aus China oder – schlimmer noch – Thailand. ;-)
    Es gibt bei HomePro oder Global genügend Angebote an Maschinen mit brauchbarer/guter Qualität aus Japan, USA oder Europa. Auch kleine Maschinen für den Heimwerker.

    • Ich kaufte das Wunderwerk in Satun. Unser nächster Home Pro war in 275 Kilometern Entfernung. Wir übernachten dann üblicherweise im Twin Lotus NST und verspeisen Peking Ente – Mangelware in Satun.
      Global House gibt es in Satun nicht. Die Apotheken haben teilweise weder Antibiotika, Heftpflaster noch Stuhlzäpfchen. Wenn ich also ein Zäpfchen mit Heftpflaster am Arsch fixieren will, stecke ich in Schwierigkeiten. Darum benötigten wir dringend die Bohrmaschine.

      • Manchmal muss man eben Kompromisse eingehen, was die Wahl des Wohnortes betrifft. Ich habe mich für die Nähe zu Chiang Mai entschieden, obwohl mir ein einsames Örtchen in den Bergen schon vom Klima, der Natur und der Ruhe viel mehr zusagt. Da ich aber weder Eremit noch Lebenskünstler bin, sondern von Zeit zu Zeit etwas westliche Zivilisation in Form von Essen, Waren und Internetschluss benötige, lebe ich halt hier. Ein akzeptabler Kompromiss – im Alter beruhigt auch die Nähe zu Krankenhäusern. ;-)

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