Traktat über den Neid eines Besitzlosen

In der Provinz Satun sind fast siebzig Prozent der Bewohner Muslime, Muselfrauen, Muselkinder, Muselmänner. Sie leben etwas anders als wir. Sie essen Schweinefleisch nur im Verborgenen. Vor allem die weiblichen Wesen fallen durch ihre Kleidung auf. Die Herren lassen sich kaum von den Thais unterscheiden, wenn sie nicht teilweise kümmerliche Bärtchen oder arabische Kleidung tragen. Im Gurgeln mit Alkoholika gehören sie zu den Fortgeschrittenen.
Unter weiten Gewändern lässt sich viel Schnaps, sogar während den amtlich verordneten Sperrzeiten, aus den verlockenden Angeboten befördern. In Chiang Mai sind die Spirituosenangebote nicht nur vor براقع Barāqi, Burka, tragenden Langfingerinnen in ballettartig einstudierter Teamarbeit besser geschützt. Die Risiken, im Süden erkannt zu werden, liegen nahe Null. Dreissig zöllige Bildschirme passen ebenfalls bestens in die weiten, dunklen Kampfanzüge!

Eine Gnade, (ist es eher eine Strafe?), gewährt den Korangetreuen ihr heiliges Buch. Sie dürfen vier Weiber ehelichen.
„Wer es leisten kann, darf sich vier Ehefrauen nehmen und dazu soviele Kebsweiber halten, wie er eben vermag.“ OSMAN AĞA: Aus seinem Gespräch mit Prinzessin Lubomirska, Gattin von Fürst Sieniawski. (1)
Im Süden herrscht die übersinnliche Fleischeslust. Denn diese potenten Glaubensbrüder geben sich mit handels- oder marktüblicher Ware nicht zufrieden. Sie mästen ihre zarten, geliebten Kostbarkeiten auf mindestens hundertzwanzig Kilogramm Lebendgewicht. So berechnet dürfe der Haremsinhalt gegen fünfhundert Kilogramm betragen – unter alleiniger Berücksichtigung der geehelichten Damen. (2) Aufblühenden Fettflecken ab neunundachtzig Komma sechs Kilogramm, Klamotten: Kopftuch und fast zerstörerisch pralle Hinterbacken in zu engen heissen Höschen, führen bei mir zu Appetitstörungen. Dagegen bin ich wirklich ein armer Schlucker mit den unangeheirateten fünfzig Kilogramm der aktuellen Lebensabschnittspartnerin. Das sind gewichtsmässig nur zehn Prozent eines wohlgenährten Harems, allerdings mit geringerem Fettanteil.

(1) Osman Ağa: Zwischen Paschas und Generälen. Bericht des Osman Ağa aus Temeschwar über die Höhepunkte seines Wirkens als Diwansdolmetsch und Diplomat. Übersetzt, eingeleitet und erklärt von Richard Franz Kreutel/Friedrich Kornauth, aus der Reihe Richard Franz Kreutel (Hrsg.): Osmanische Geschichtsschreiber. Band 5, Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1966,
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Harem

Vergleiche: https://hinterindien.com/2016/06/28/die-schoenheitsoperation/

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