Rechenkünstler am Werk

Die Chinesen sind die Erlöser und Retter Thailands. Sie bauen nicht nur überlebenswichtige Unterseeboote für die thailändische Marine und Kampf-Panzer für die Streitkräfte. Sie senden ihre erlebnishungrigen Landsleute, um das darniederliegende Gastgewerbe anzukurbeln. Sie helfen ihren Thaifreunden mit überdimensionierten Rechnern, um schwierigste Aufgaben, wie zehn plus fünf zu lösen. Die weitere Logik hinter Berechnungen bleibt hinterindischen Zahlenakrobaten meist unerschlossen. Deshalb jagen sie dauernd erfolglos nach grossen Nummern. Ein grossartiges Beispiel lieferte unser Nicht-Internet-Provider.
Spezialisten entfernten während unserer Abwesenheit Kabelanschlüsse. Ich brachte den Router mit Zubehör von Satun mit, schloss in an und sah, der hängt signallos in der Luft. Vor einem Jahr empfing das Gerät Bits und Bytes, bevor wir uns in Chiang Mai überhaupt zurück meldeten. Diesmal verlangten die Angestellten neben der monatlichen Grundgebühr zusätzlich 1‘600 Baht.
Das Umschalten geschieht in wenigen Sekunden am Computer in Bangkok. Das Kneifen mit Seitenschneidern dagegen verübten Halunken am Ort.

Als ich am Wochenende ungeduldig vergeblich auf einen Anschluss wartete, ich wollte Mails lesen, eine dringende Geldanweisung sollte ausgeführt werden, handelten wir. Während ich mich im Hause mit einer lustigen Bronchitis im Bett vergnügte, besorgte Dick bei der Konkurrenz das Wundergerät Pocket-WiFi. Weil sie Geburtstag hatte, kriegte sie das ganze Angebot mit fünfzig Prozent Rabatt. Pocket-WiFi arbeitet mit höherer Geschwindigkeit als das alte Kabel und könnte acht drahtlose Anschlüsse bedienen. Die monatlichen Kosten sind vergleichbar.

Wenige Tage später schrieb eine Angestellte der Firma „3 (de-)Bile (Kabel-)Beisser“ eine viertel Stunde an einem Formular, in dem wir auf die Begleichung der Forderung der Firma verzichteten und den nördlichen Anschluss aufgaben. Eine sagenhafte Rendite für die Aktionäre! Die Spezialabgabe, wie auch die monatlichen Gebühren entfallen.
Sollte es Probleme in Satun geben, hätte ich das Taschen-WiFi dabei. Das funktioniert mit wenigen Ausnahmen, im ganzen Land. Einloggen in Hotel-WiFi-Systeme erübrigt sich. Die Bronchitis liebt mich übrigens immer noch.

3 Gedanken zu „Rechenkünstler am Werk

  1. Mal sehen, wie lange die Euphorie über das Pocket-Dings anhält. ;-)
    Es ist ja nichts anderes als ein WLAN-Router mit Mobilfunkkarte drin (also ein Smartphone ohne Bildschirm). Man ist also abhängig von der Versorgung und Signalqualität des Anbieters (WLAN, LTE, 3G, 2G) und evtl. der Auslastung der Funkzelle durch andere Smartphonenutzer. Der große Vorteil, man ist mobil.
    Nachteil, da hängt ein Volumentarif dahinter. Stundenlanges Video schauen pro Tag bringt einen schnell an die Grenze des Volumentarifs, dann wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Aber immer immer noch schnell genug zum surfen.

    • Danke Ralf. Deine Bemerkungen sind richtig. Ich brauche den Anschluss nicht zum Fernsehen. Früher hatte ich einen Air Stick, einen Dongle. Der war uralt, funktionierte nicht mehr richtig. Ich schmiss das Gerät bereits in Satun weg.
      Bis wir einen Kabel-Anschluss und Smart-TV in Satun hatten, benutzte ich dieses Modem für 199 Baht im Monat. Sogar Bloggen mit Bildern war möglich.
      Einen neuen Air Stick hätte ich hier bestellen müssen. Pocketwifi dagegen war am Lager. Dank dem Geburtstagsbonus sogar zum selben Preis.

      • Noch ein Tip, falls du ein Smartphone besitzt:
        Auch dieses kann als WLAN-Hotspot arbeiten und auch einem PC eine Internetverbindung über USB zur Verfügung stellen. Die Funktion nennt sich Tethering und wird von jeden gängigen Gerät unterstützt.Für den Notfall voll ausreichend.

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