Vorsicht: Elektrischer Strom, Lebensgefahr

Solche Warn-Schilder sind in Thailand Mangelware. Letzte Woche gab es vermehrt tödliche Unfälle mit elektrischem Strom. Anlässlich der Ordination eines Mönchs trugen vier Personen abgestufte, fünf Meter hohe Schirme. Starke Windstösse führten zu Kontakten mit Stromleitungen. Zwei Menschen starben sofort.
Low kann nicht genug auf die Gefahren hinweisen, denn die Installationen werden nur selten durch Fachleute ausgeführt. Da kommt es häufig vor, dass Steckdosen falsch angeschlossen sind und zusätzlich der Erdleiter fehlt. Lebensgefährlich sind Durchlauferhitzer in Badezimmern, sofern diese Geräte nicht geerdet sind. Sollte die ewige Liebe nicht bestand haben, sind eine Badewanne und ein Haartrockner oft wesentlich schneller und preisgünstiger, als eine Scheidung. Ich benutzte in Thailand vor zwanzig Jahren Lüsterklemmen, um Leitungen zu verbinden. Der Thai-Standard ist noch heute: Verdrillen der Leiter und mit viel, möglichst farbigem, Isolierband umwickeln.

Bauarbeiter benutzen ihre Maschinen häufig ohne Stecker. Stecker brechen beim Draufstehen mit schweren Schuhen, oder beim Fallen lassen aus grosser Höhe. Das Anschrauben von Steckern an die Kabel der Werkzeuge wird als mühsam empfunden. Die Drähte werden lieber lose in die Verteilerdosen gesteckt. Eine weitere Untugend dieser Überlebenskünstler ist das Abändern drei-poliger Schutzkontakt-Stecker. Die Erdverbindung wird gedankenlos entfernt. Dann passt der Stecker ebenfalls in alte, zweipolige Steckdosen.

Eine Skizze mit drei Elementen, wie Stecker, Lüsterklemme und Lampe zeigt, wie die Einheiten richtig verdrahtet werden. Im ersten Fall besteht auch ohne Lampe in jedem Fall ein Kurzschluss. Das war einst ein Meisterstück meines Vaters. Dass das nicht funktionieren würde, begriff ich schneller als Einsteins Relativitätstheorie.

Das morsche Brett vor dem Haus mit den Strom- und Telefonanschlüssen löst sich vom Mast. Wir reklamierten vor drei Jahren. Nichts geschah. Die Drahtquerschnitte sind ungenügend. Wir bezahlen den Spannungsabfall und die resultierende Verlustleistung.

9 Gedanken zu „Vorsicht: Elektrischer Strom, Lebensgefahr

  1. Die Spannungsschwankungen können hier wirklich nervig sein. Da unser Haus von 3 exklusiv gezogenen Stromleitungen mit Drehstrom versorgt wird, handelt es sich wohl um ein Problem, welches schon im Umspannwerk seinen Ursprung hat.
    Moderne Geräte mit Schaltnetzteilen wie Computer, Fernseher und Leuchtstofflampen kommen auch mit niedriger Spannung problemlos zurecht, aber alles, was den Strom direkt umwandelt, wie Pumpen und Ventilatoren, verliert zwangsweise an Leistung. So kann aus dem gewünschten Espresso schnell mal ein Kaffee werden, weil die Pumpe in der Maschine keinen ausreichenden Druck aufbauen kann und die schwarze Brühe nur lustlos herausplätschert. Kleinigkeiten!
    Ärgerlicher sind dann schon die mehr oder weniger häufigen Sromausfälle, vorzugsweise bei Regen oder am Abend. Aber ein Lob an die Jungs vom Stromanbieter, das wird meist innerhalb von 3 Stunden behoben. Selbst der explodierte Haupttransformator, der unser Dorf mit 220V versorgt, war nach 2 Stunden repariert (eigentlich wurde nur der Strom umgeschaltet und der Transformator am nächsten Tag ausgetauscht).
    Erschreckend die Erkenntnis, wie abhängig man doch von einer zuverlässigen Stromlieferung ist. Wenn es draußen und drinnen dunkel ist, kommt schnell totale Langeweile auf.

    • Danke Ralf.
      Unsere Abhängigkeit vom Strom ist gering. Wir kochen mit Gas. Die Laptops haben Batterien. Sogar mein Taschen-WIFI hat einen 3 Ampere-Stunden Akku.
      Allerdings hatten wir in Satun in sechs Monaten weniger Stromausfälle als hier in einer einzigen Woche.
      In Satun gibt es kaum Industrie. Grosse Einkaufspaläste sind nicht vorhanden. Knapp messbare Spannungsschwankungen gibt es höchstens, wenn alle Moscheen gleichzeitig zum Gebet, Adhan, rufen, während sämtliche Frauen Kaffee kochen.

  2. Wir haben vom „Mu Ban Elektriker“ vor ein paar Monaten die Stecker unserer Druckwasserpumpe erneuern lassen, da diese verrostet waren. Als ich ein paar Tage spaeter diese Stecker trennte, um die Pumpe stromlos zu machen (wegen zweitaegiger Abwesenheit) hab ich festgestellt, dass er an die stromfuehrende Leitung den Papa-, an die Pumpe den Mamastecker angebracht hat.
    Die Gattin, die sich mit Strom noch weniger auskennt wie ich, habe ich ausdruecklich davor gewarnt, diese Stecker zu trennen, solange das nicht repariert ist (muss ich jetzt wirklich mal selbst in Angriff nehmen). Zusaetzlich wird ein halbwegs regendichter Ein/Aus Schalter vorgeschaltet (Tipp von Kern Achim).

    fr

    • Du solltest auf das Steckersystem komplett verzichten und besser eine regendichte Box mit Schalter irgendwo montieren. Gibt es in jeden besseren Baumarkt in allen Größen. Entweder an die Wand montieren oder einen kurzen Beton- oder Teakholzpfahl in die Erde versenken und die Box daran sicher befestigen. Wenn du statt des Schalters eine Schaltsicherung nimmst, bist du auf der ganz sicheren Seite. Bei qualitativ hochwertigen Elektroteilen (also NICHT aus Thailand oder China) rostet da auch nichts.

    • Strom ist günstiger als Kondome. Ausser den unsichtbaren Spannungsabfällen gibt es keine Umweltschäden.
      Franzi überlebte den bösartigen Anschlag mit den Pumpensteckern, weil sein Hirn arbeitete – im Gegensatz zu den Einheimischen, welche allfällige Spuren ihres Verstandes zusätzlich betäuben.

          • Natürlich gibt es auch Handwerker, die ihren Job beherrschen. Aber die sind dann auch etwas teurer.
            Die Elektrik unseres Hauses wurde zum Glück von Fachleuten nach deutschem Standard gelegt. Eine großer Sicherungskasten mit fast 20 Schaltsicherungen + FI-Sicherung bewacht das Haus. Keine offenen Leitungen, alles in Leerrohren in den Wänden oder unter dem Dach. Die Kupferkabel mit größerem Durchmesser als nötig, sicher ist sicher. Reichlich Steckdosen und Lichtschalter, nach meinen Wünschen montiert – bisher alles ohne jeden Mangel.

            Wer keinen richtigen Elektriker in seinem Dorf findet – selbst ist der Mann. Gutes Werkzeug und Material gibt es in den Baumärkten, Anleitungen und Sicherheitshinweise bei Youtube zuhauf. Solange man den Strom dort abschaltet, wo man arbeitet, kann auch nichts schiefgehen. Übrigens schützen die gängigen Gummilatschen gut gegen Stromschlag, sollte man doch mal ein stromführendes Kabel mit einer Zange ohne Isolation durchkneifen. ;-)

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