Intimes: In 15 Minuten von Säckingen zur Nasenhöhle

Was unternimmt man, wenn man nichts mehr tun kann? Man beschäftigt sich mit präziser wissenschaftlicher Erforschung unwesentlicher Dinge. Die morgendliche Körperpflege im Krankenhaus war ein interessantes Studien-Objekt.
Eine der ungelösten Fragen ist derzeit der Zeitaufwand. Pflegehelferin Ohhh schaffte das Waschen und Ölen in fünf Minuten im Alleingang. Danach zitterte und zuckte der malträtierte, erschöpfte Körper für drei Stunden.
Die Geschwindigkeit wurde nur von flinken Raumpflegerinnen unterboten. Sie reinigten das Zimmer mit viel Lärm und Geklapper in drei Minuten.
Dagegen diskutierten drei Frauen nach zwanzig Minuten Waschlappen-Applikation ernsthaft, ob sie den linken Unterschenkel bereits gewaschen hätten.
Ein wichtiger Körperteil, der immer übersehen wurde, war eigentlich zwei – die Ohren. Weil die Damen den Ohrenschmalz für längere Zeit gänzlich vergaßen, kristallisierte er und hätte zu Designer-Bijouterie verarbeitet werden können. Nachdem ich die teuren Kristalle entdeckte und ausgrub, wusch ich fortan mein Gesicht und die Ohren trotz gelähmten Fingern selbst.
Die delikatesten Geschäfte umfassten den Geschlechtsapparat mit zwei Teilen und das Ausscheidungsorgan für zweifelhafte Düfte und teils wurstförmige Feststoffe. Ihnen fiel nach ärztlicher Empfehlung besondere Aufmerksamkeit zu.
Deshalb sprachen die Pflegerinnen öfters über Beschaffenheit und Größe der Bananen. Sie verglichen und lobten mein Organ in höchsten Tönen, so dass sich in den Ohren wieder Kristalle bildeten. Was half mir die Lobhudelei? Ich konnte weder onanieren noch masturbieren. Erst mussten die Greifer lernen, ein Telefon zu halten. Danach könnte ich mit Croissants und Nuss-Gipfeln weiter üben.
Leider wurde ich nie richtig aufgeklärt. Meine bescheidene Frage: Wo liegt oder steht der Unterschied zwischen onanieren und masturbieren? Im Internet-Zeitalter schnellst verbreiteter Lügen fand ich heraus, onanieren ist für Solisten. Masturbieren dagegen ist wie mehrhändig Klavier spielen.
Manchmal erbarmten sich Pflegerinnen in buddhistischer Nächstenliebe – oder steil geile Zähne, sowie lüsterne Raubkatzen – und griffen hart oder zärtlich streichelnd – nach dem phallischen Objekt der Lüste.
Nur bei Ohhh empfand ich immer Angst, sie wolle das Unkraut samt Wurzel ausreißen. Im Nebenberuf war Ohhh alleinerziehende Mutter zweier Kinder. Das Töchterchen wurde IMP genannt.
Ich fragte: “ Was bedeutet Imp? “
Sie antwortete: „Import“. Genauso sah das hübsche Kind aus.
Das verhält sich genau gleich bei den Appenzellern in der Schweiz. Die Kleinen sind Inzucht, die Grossen Fremdenverkehr.
Ohhh’s Kinder waren wie üblich, bei der Großmutter platziert.

Ich bemerkte, wenn die Pflegerinnen in Chiang Mai meine Fortpflanzungs-Organe ausgiebig reinigten und salbten, meine Nase fünfzehn Minuten später zu tropfen begann. Ich berechnete, dass die Distanz vom Hodensack bis zur Nasenhöhle (Cavum nasi, klingt fast wie Nasi Goreng = flied lice) unter Berücksichtigung sämtlicher Ecken und Kurven etwa einen Meter zwanzig betragen dürfte. Die unbekannte Substanz, eventuell Lipikar Balsam, hatte demnach eine Reisegeschwindigkeit von 1,333 Millimeter pro Sekunde. (Das sind 0,0048 km/h.) Vielleicht heißen diese Dinge aber Hodozyten oder Penizyme. Hoffentlich lesen Wissenschaftler und Mediziner in Schweden diese neue Studie aus Hinterindien. Für Frau G. Humbug sind Nasentropfen Umweltverschmutzung. IMG_20191224_222944_BURST001_COVER
Das T-Shirt hat mehr Falten als der Alte.

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