Himmels-Drachen

Mit dem Chinesischen Himmelsdrachen aus Suphan Buri, aus einem eher unüblichen Blick-Winkel, übermittle ich

die BESTEN WÜNSCHE zum JAHRESWECHSEL !

Himmelsdrachen

Der Drache, 30 Meter hoch und 135 Meter lang, ist ein freundliches Tier. Er speit kein Feuer. Er spendet Wasser aus dem gewaltigen Maul.
Es soll weitaus kleinere Gestalten geben, welche mit dürftigeren Brotlauben mehr Unheil anrichten.

Danke an all die Leser und den Kommentaren für die Inspirationen und Bereicherungen.

Brotlaube (aus der Bern-Deutschen-Sprachregion) = Mund

Sternstunden

Es gibt schwere Sekunden im Leben. Sie zerstören sämtliche Glücksgefühle. Das ganze Wohlbefinden landet in einem stinkigen Abfalleimer. Der Kopf ist wirr. Der Magen weist jegliche Nahrung zurück. Man sucht verzweifelt einen Strick und einen starken Haken.
Wenige Stunden später spendet ein banales Email Balsam fürs Herz und Desinfektionslösung zur allgemeinen Wundbehandlung.

Vor einigen Jahren brachte ich einem Freund in Singapur zwei Bändchen der „Geschichten aus Hinterindien“. Das Taschenbuch behielt er. Die gebundene Ausgabe schenkte er als ehemaliger Mitarbeiter der Nationalbibliothek.
Heute erhielt ich eine Bestätigung:
We acknowledge receipt of the following publication(s), which were sent to us as gifts.
1 copy of Geschichten aus Hinterindien
They will be a useful addition to our collection.

Nach Singapur machte ich als ehemaliger Berner – Schüler, Mitarbeiter an der Universität und Steuerzahler einen Besuch in der Stadt- und Universitätsbibliothek an der Münstergasse.
Die waren mit einem Umbau beschäftigt. Ich erinnere mich, dass ich Mühe hatte, einen Eingang zu finden. Dennoch gelang es mir, die „Geschichten aus Hinterindien“ einer Bibliothekarin in die Hand zu legen.
Wenige Monate später erhielt ich den Bescheid, das Buch entspreche nicht den strengen Bedingungen, um in die Sammlung aufgenommen werden zu können. Seither versuchte ich vergeblich, die Qualität der Inhalte und der Schrift-Sprache zu verbessern.
Die Taschenbuchausgaben fanden ihren Weg hauptsächlich als Literatur in gehobenere Bedürfnisanstalten zwecks Förderung der Press-Freiheit. Seit Anbeginn hatte ich die Idee, den Text direkt auf Rollen zu drucken.

http://www.ub.unibe.ch/content/index_ger.html
http://www.nlb.gov.sg/

Im Chinesen-Viertel von Chiang Mai

Glück Nach mehr als achtzehn Monaten war ich wieder einmal im Gedränge, im Verkehrschaos inklusive den dichten Menschentrauben der Stadt. Die Luft war zum Schneiden dick.
Zwei Tage vor dem Chinesischen Frühlingsfest bewegten wir uns im Chinesen-Viertel. Die Gegend rund um die Chang Moi Strasse war reichlich mit roten Laternen und viel Papiergold geschmückt.
Wir suchten eigentlich den Kad Luang Markt. Wir fanden Märkte wie Dok Mai, Warorot, Day, Ton Lam Yai und Mengen namenloser Waren-Umschlagplätze. ton lam Das ganze Viertel ist eigentlich ein riesiger Markt. Ausgehöhlte, mehrstöckige Gebäude, mit Strässchen, Weglein, Treppen ins Nirgendwo, glitschigen Trampelpfaden im Dämmerlicht, Duftwolken exotischer Gewürze, aufgetürmtem Gemüse, Gestank nach Abfällen aller Art, zerkleinerten Teilen von Hühnern, Schweinen und irgendwelchen Tieren, Mief nach teil-verbranntem Diesel, man wusste kaum, ob man drinnen oder draussen war. Wogende Menschenmassen versuchten Bündel von Papiergeld gegen Lebensmittel, Blumen, Kleidung, Kosmetik, zweifelhafte Medizin, echte Chemie – und noch echteres Gold einzutauschen. Auflockerung vom geschäftigen Treiben und eine besondere Augenweide bot der kleine Pung Thao Kong Schrein. Pung Tao1 pung thao girl pung tao pung tao3
Die Gemüsekönigin thront über Grünzeug! gemüsekönigin
Sind das hübsch verpackte Beilagen zum Han-Gemüseeintopf?
kochtopf
Warenumschlag warenumschlag
Chinesische Götter warten im Tempel an der Kuang Men Strasse trotz Lärm und Gestank geduldig auf Opfergaben.tempel und verkehr
Nach einiger Zeit kehrten wir zum Fahrzeug, hoch oben im vierten Stock, zurück. Manche Hotels in der Stadt bieten keine solch spektakuläre Aussicht auf den Fluss und die Umgebung. Wir hatten unsere gesuchten Gegenstände.
Zur Beute gehörten zusätzlich die besten Bohnen der vergangenen zwanzig Jahre in Hinterindien. Wir kochten das delikate Gemüse. Damit kreierten wir einen lauwarmen Salat mit knusprig gebratenen Speck-Julienne vom Borsten-Vieh. (1,2) Ein kulinarischer Höhepunkt – besonders nach den Monaten mit vorwiegend Halal Küche.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Julienne_%28Schneideart%29
(2) https://www.youtube.com/watch?v=UOjGbuovAho

Regionale Nadelstiche

Grosse Anlässe haben Sponsoren. Die dürfen für selbstlose Spenden dann ihre Werbebotschaften präsentieren.
Öfters wurden Dorffeste in LanNa Land von den Elektrizitätsproduzenten gesponsert. Nicht weil Teilnehmer freundliche Briefe mit Anfragen an die Direktion sandte, sondern weil man kurzerhand die Stromversorgung anzapfte. Die Kabel hängen überall wohlfeil herum und laden förmlich zur Selbstbedienung ein. Meistens lief das glimpflich ab. Zu Störfällen mit unfreiwilligen Kremationen kam es selten. Etwa dann, wenn ein mit Lao Khao Aufgeladener, Kabel nicht unterscheiden konnte und eine Hochspannungsleitung erwischte. Die Angaben an strassenquerenden Kabeln betreffen nicht die Spannung, sondern die Höhe über Grund.
Im grossen Stil funktioniert der Stromklau ebenfalls in Malaysa. Die Elektrizitätsgesellschaft von Sabah hat eine spezielle Einsatzgruppe. Sie entfernt wöchentlich illegale Anschlüsse. Am vergangenen Dienstag war die Truppe im Kampung Baru, Bukit Padang in Penampang tätig. In Zusammenarbeit mit der Polizei entfernten und beschlagnahmten die Herren fünfzig Kilogramm Kabel.
Der General-Manager des Unternehmens, Mahatir Nor Ismail erklärte, um gefährliche Missstände zu verhüten, müssten diese Aktionen wöchentlich durchgeführt werden. Pro Einsatz würde das Personal bis zu 100 Kilogramm Kabel aufrollen.
Wir dürfen uns vorstellen, diese Kabel wurden gestohlen, denn wenn die Diebe Geld hätten, wären die effektiven Stromkosten wesentlich günstiger.
dilarang masuk
In Singapoor wird weiter an den Freiheiten geschnipselt, ganz leicht nur, aber stetig. Es gibt neue Schnaps- und Bier-Paragraphen. In der Öffentlichkeit darf zwischen 22 30 und 07 00 Uhr kein Alkohol getrunken werden. Gleichzeitig soll ab 22 30 ein Verkaufsverbot gelten.
Warum denn so zaghaft? Kopieren sie einfach die thailändische Verordnung über den Verkauf von Alkoholika! Im Süden war sogar die Armee gezwungen, vor den Feiertagen dreihundert Flaschen Feuerwasser zu schmuggeln. Irgendein Verräter informierte die Polizei. Sie verhütete erfolgreich Leberschäden bei ihren uniformierten Kollegen.

Fassungslos, erschüttert

Möglicherweise wiesen meine Beiträge in den letzten Wochen mehr Fehler auf als üblich und waren weniger Verständlich formuliert. Mein Internet Freund, Kommentator und Korrekturenspezialist aus Deutschland, teilte mir Anfangs November mit, er sei krank. Leider vernahm ich nichts mehr von ihm. Nachtfalter22

„Lieber Freund,
ich danke Dir für Deine Hilfe und Unterstützung während vielen Jahren.
Ich vermisse Dich.“

Ein schwerer Schlag. Hinterindien verlor fünfundneunzig Prozent der qualifizierten Mitarbeiter.

Nicht nur Kälte attackierte die Gelenke

Eine leichte Hose genügte im warmen Chiang Mai. Schweizer Sommer entsprechen ungefähr dem Winterwetter in Chiang Mai. Der grosse Unterschied ist, es regnet während dieser Zeit selten in Nordthailand. Hausarbeiten und Einkäufe erübrigten sich. In den Lokalen des Hotels und dessen Umgebung liess ich mich verwöhnen. Die Entlastung war spürbar. Der Arm besserte sich zusehends. Nach knapp drei Wochen reiste ich mit den ausgearbeiteten Plänen der perfekten Logik einer Vakuumpumpensteuerung im Gepäck zurück.
Ich war ahnungslos: Das war bloss der bösartige Beginn ein stetig fortschreitenden Einschränkung meiner Lebensqualität. Spätestens um Ostern stellte ich fest, der Arm blieb geschwächt. Nach wie bisher üblichen Stürzen auf den Boden, war es mir unmöglich, ohne Hilfsmittel wie Schemel oder Personen, zurück in den Rollstuhl zu gelangen. Abanok Die Anstrengungen lokaler Physiotherapeuten blieben erfolglos. Ich reiste auf meine Kosten nach Abano, Kärnten und Ungarn zu Kuren. Ich lag im heissen Heilschlamm und schwamm im Thermalwasser. Zwischen den Kuren, teilweise mit Kurschatten, arbeitete ich, entwickelte neue Einheiten mit hoch integrierten Schaltungen, wie multiplizierenden Digital-Analog-Konvertern und führte anfallende Reparaturen an bestehenden Geräten aus. Das war nicht immer ganz einfach, denn mittlerweile wurden achtzig Lötstellen pro Quadratzentimeter normal. Zittern war nicht erlaubt.
Einmal begleitete mich die Tochter nach Abano. Auf der Rückreise verletzte ich in einem malerischen Städtchen den überempfindlichen Arm erneut. Ich bat die Begleiterin, das Fahrzeug zu lenken. In der Nähe von Verona krachte es auf der Autobahn. Ein Lastwagen schleuderte einen Stein auf unsere Windschutzscheibe. Die junge Frau war geschockt und zitterte am ganzen Leib. Ausser einem Loch in der Scheibe war nichts zu sehen, Fahrerwechsel.

Zu Hause genossen wir feine Weine. Frühling, Sommer und Herbst waren mehr als erträglich. Den gemütlichen Gartensitzplatz unter Reben benutzte ich abends nie mehr.
Zwei weitere harte Winter quälten mich mit Kälte und Mehrbelastung der Gelenke durch das Anziehen dicker Schichten. Die Pein wurde arg. Am Arbeitsplatz konnte ich Aktenordner kaum den Schränken entnehmen. Die Feinmotorik der Hände war gestört. Lötarbeiten wurden unmöglich. Ich sass nutzlos herum und instruierte im Notfall freundliche Assistenten oder unseren stets hilfsbereiten Mechaniker. Mitte Januar sprach ich mit meinem Vorgesetzten:
„Meine Anstellung beträgt bloss noch fünfzig Prozent. Im Moment bin ich eine anwesende Abwesenheit. Ausser kreativen Ideen liefere ich nichts. Wenn ich mich jetzt an die Wärme absetze und dann in im Frühling und Sommer voll arbeite, könnte ich die Zeit leicht kompensieren. Beim Ausfall einer Maschine helfe ich gerne telefonisch, per Mail, oder fliege auf meine Kosten zurück. Für einige Tage wäre ich wahrscheinlich voll verfügbar.“
Der Chef nickte. Erschiessen konnte er mich nicht. Ich flog vollgepumpt mit Schmerzmitteln nach Chiang Mai, besuchte Ärzte, liess mir Physiotherapie verordnen und fand nach kurzer Zeit eine Unterkunft in einem Dorf an den Reisfeldern.
Die Wärme wirkte Wunder. Es ging aufwärts. In der Nähe meiner Wohnung fand ich, abseits vom Verkehr, ein Häuschen mit knapp sechzig Quadratmetern Wohnfläche. Ich wusste, der nächste Winter würde mich zurück in die Provinz Chiang Mai treiben. An Ostern unterschrieb ich den Kaufvertrag. Am Ostermontag flog ich wohlgemut zurück zur Arbeit, die ich vermisste. Den Geräten für Spurenanalysen im Bereich von mikro- bis pico-Gramm (10E-6 bis 10E-12 g) zur genauen Bestimmung von Isotopen-Verhältnissen galt mein voller Einsatz. HausOstern2002 Ich machte meine Rechnung ohne den gnadenlosen Wirt. Wahrscheinlich ist er mit dem Sensenmann verwandt. Im Juni wurde ich in der Nähe des Arbeitsortes durch das Fahrzeug eines schwatzenden, rückwärtsfahrenden Dozenten aus dem Rollstuhl auf die Strasse katapultiert. Das bedeutete das Ende meiner beruflichen Tätigkeit. Der Unfall beschädigte die linke Schulter und den Oberarm. Eine Operation war ausgeschlossen. Der Arm hätte nach dem Eingriff für mehrere Wochen ruhig gestellt werden müssen – Blasenentleerung, Stuhlgang und die restliche Muskulatur – ade! Unkontrollierbare Spasmen hätten die erfolgreiche Arbeit der besten Chirurgen in Sekundenbruchteilen zerstört. (1)
Als ich nach einigen sommerlichen Tagen abends im Bad Abkühlung suchte, genoss ich unfreiwillig zwölf Stunden Badewanne. Zuvor schimpfte ich über Langstreckenflüge. Dort wurden wenigstens Erfrischungen und warme Mahlzeiten angeboten. In der Wanne war der einzige Luxus heisses Wasser. Morgens um acht hörte meine Nachbarin meine Hilferufe und reagierte. Verdurstet wäre ich nicht.
Pflege und Betreuung waren Mangelware. Mitarbeiterinnen der Spitex halfen während der Woche täglich eine Stunde. Die Wochenenden hatte ich zur freien Verfügung. Später unterstützte mich eine nette Afrikanerin. Es dauerte Monate, bis ich die Reise nach Thailand antreten konnte. Im Häuschen an den Reisfeldern würden mich Ladies problemlos während vierundzwanzig Stunden betreuen.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Spastik

Internet und Hinterindien

Der Zugriff auf Webseiten ist für mich gegenwärtig schwierig. Ich bitte um Verständnis. Die demonstrierten Fähigkeiten des ‘Cyber War Room’ und der mitwirkenden Organisationen waren derartig beeindruckend, dass selbst meine PC-Maus den Schwanz einzog. Eine Lösung des Problems zeichnet sich ab.
Mit freundlichen Grüssen
Low