Pussy (Physio) Therapie für die Katze

Lange Spitalaufenthalte lassen tiefe Einblicke in das Gesundheitswesen źu. Unterschiede zum europäischen Spitalwesen sind vorhanden und teilweise seit Jahren unverändert. Kraftanwendungen in der Physiotherapie sind selten, um die zarten Gelenke ja nicht zu beschädigen. Meine Beine sollten täglich gestreckt werden. In vielen Fällen streckt sich nur die Elasthan-Unterwäsche über den Ansätzen zum Fett-Steiß der Angestellten.
Dafür herrscht offenbar Mangel an Spezial-Verbänden und importierten Kathetern. Diese Dinge gibt es im Überfluss nur in meinem Zimmer. Das Personal deckte sich, ohne Nachfragen, mit Souvenirs ein.
Chiangdisabledcut
Als ich Anfang des Jahrhunderts längere Zeit in Chiang Mai weilte, besuchte ich ein privates Behindertenzentrum. Anfänglich half ich mit, alte Computer zu reparieren. Der Leiter der Institution fragte mich, ob ich eine junge Masseuse zur Physiotherapeutin ausbilden konnte. Ich hätte ja längere Erfahrung. Er meinte, thailändische Physiotherapie seien kleine Übungen, die kaum Fortschritte erlauben würden. Ich kaufte einige Bücher über Skelett-Aufbau und Muskel- Systeme. Neben der Theorie übte die Frau an meinen spastischen Beinen. Wir schrieben ebenfalls eine illustrierte Anleitung. Als ich das Land Richtung Europa verlassen musste, verlangte die Dame ein Diplom. So etwas konnte ich nicht ausstellen, obschon ich gerne eine Diplomfeier veranstaltet hätte. Aber ich erklärte, ich könne ein Dokument verfassen.
Nach einigen Monaten kehrte ich nach Thailand zurück. Der Leiter des Zentrums rief mich mit einer heiklen Bitte an.
Die junge Frau sei im Tempel zum Wahrsager gegangen. Seine Weissagung lautete, um es im Leben leichter zu haben, sollte die Dame ihren Namen wechseln. Vielleicht dachte er ans Heiraten.
Der freundliche Chef der Invaliden Truppe bat mich, ein Zertifikat auszustellen, versehen mit dem neuen Namen. Da mandeläugige Thai-Schönheiten ihre Namen öfter wechseln, als Schweizer-Àlpler ihre Unterwäsche, lehnte ich dankend ab.
Das ist das Ende des Kapitels, denn nun naht die Katzenstreckerin. Ich meine die Katze, die mir die Beine strecken sollte.

Von der Scheitel bis zur Sohle, ist dem Alten nicht mehr wohle

Meine Großmutter war ein biologisches Wunder. Sie verfügte über mehrere Dàrme. Dünndarm, Kutteln, Blinddarm, Dickdarm. Auf ihre Gesundheit angesprochen, antwortete sie: Ich habe es mit den Därmen.
Mein Verdauungsschlauch ist fast in Ordnung. Aber es gibt gute Gründe zum Jammern.
In beiden Augen hatte ich einen Katarakt, Star. Ein Auge wurde operiert. Essen und trinken sind gestört. Erbsen oder Suppen können nicht problemlos zum Mund geführt werden. Flaschen und Getränkedosen kann ich nicht öffnen.
Für alle Fälle, vor allem wenn sich meine Köchin verspätet, habe ich einen Notvorrat. Bestandteile sind getrocknete Mangos, Biskuit und Schokolade. Bei der Toblerone konnte ich mit meinen Händen keine Zacken abbrechen. Ich versuchte es mit dem Mund. Eins zu Null für Tobler. Ein Stockzahn überlebte die Übung nicht.
Arme und Hände sind zudem überempfindlich auf Berührung. Die Finger sind schlecht kontrollierbar. Die Hände lassen sich nicht zu Fäusten ballen. Pinkeln geht nur durch katheterisieren. Der Stuhlgang wird mit Einläufen ausgelöst. Die Beine sind seit 1957 gelähmt.
Nur wenige Meter lege ich gegenwärtig mit dem Rollstuhl zurück. Vier Dekubitus-Geschwüre bereichern das Hiersein. Zwei brachte ich mit, zwecks ärztlicher Kunst mit dem Messer. Die Zusätzlichen waren Geschenke des Hauses.
Positiv:
Kein Grund zur Beanstandung gibt der Haarwuchs und das Wachstum der Fingernägel, weil ich mit Vitamin D vollgestopft werde. Wegen der überempfindlichkeit ist Nagel schneiden schmerzhaft hohoho qualvoll. Der Geschmackssinn ist gut, denn ich kann Wein von Essig unterscheiden. Die Ohren wurden durch lautstarke, ausdauernde Plapperorgien des Pflegepersonals nicht beschädigt.
Nur mein Geldbeutel hat Durchfall oder Schwindsucht. Er ist dauernd leer.

EXKURSION INS JAMMERTAL DES SCHMERZGEBIRGES

Die Fürsten- und Innen sämtlicher Weltreligionen im Jenseits wollten mich nicht. Sekten der Minoritäten zeigten kein Interesse an Gammelfleisch. zu Hause verbrachte ich eine unangenehme Leidenszeit wie jn billigen Romanen – bis Dezember.
Seit Januar belege ich ein Bett im Bangkok Hospital in Chiang Mai. Ich machte vier interessante Ausflüge in den Operationssaal. Trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden mit meinem Gesundheitszustand. Wahrscheinlich müsste ich „Red bull“ trinken um mir endlich Flügel zu verleihen. Für wirksamere Aktionen fehlt mir die Kraft. Der Respekt vor verstorbenen Freunden, meinem Bruder und dem Astrophysiker Stephen Hawking gebietet Rücksicht.
Zum Tippen sind meine Finger immer noch nicht geeignet. Aber das Fingerfon schenkte mir die Gnade der Spracheingabe.

Blicke aus dem Gefängnis

EingangSeit fast drei Monaten bin ich Gefangener ungünstiger Umstände. Dicks Mutter erfordert ständige Pflege und Überwachung. Alleine verlasse ich die Hütte aus Sicherheitsgründen nicht. Steine könnten mich fällen, Köter könnten attackieren und beissen. Ich habe weder Kraft noch Geschwindigkeit.
Dick kann selten weg. Zweimal in der Woche kaufen wir ein. Selten reicht die Zeit für den Ausgang zu zweit mit Abendessen. Dick ist oft übermüdet, weil es Nächte gibt, wo sie erst um vier Uhr zurückkommt.
Einmal nickte sie während des Essens der Patientin ein. Die Kranke nutzte die Gunst der Stunde und vertilgte rasch die ganze Hafersuppe, bis sie alles erbrach.
Dick sammelte im Garten Maracuja. Das sind Früchte der Passionsblumen, Passiflora edulis. (2) Sie wollte daraus Sirup gewinnen. Als Dick auf die Toilette musste, verschlang ihre Mutter gierig, was hineinging. Anschliessend beschmutzte sie Bett, Böden und Badezimmer während Tagen. Eine neue Erfahrung: Halbverdaute Passionsfrucht als Rutschbahn!

Mir bleibt nur der Blick aus doppelt vergitterten Fenstern. Das grobe Gitter aus rostfreiem Stahl schützt gegen Einbrüche. Das feinmaschige Zeug ist weit wichtiger. Es hält Stechmücken draussen. Verschlechtert durch teils getönte Fenster und Gitter taugen die Bilder nicht viel. Sie wurden persönlich mit Nikon und Smartphone eingezittert. Die Kamerafrau stand leider nicht zur Verfügung. Die Nikon fiel auf den Boden. Die Bilder im Speicher wurden geschüttelt, aber überlebten. Ob das Objektiv funktioniert, weiss ich noch nicht.Bedroom Bedroom 2off pomelo
Die grünen Kugeln rechts sind Pomelo. Khmer baht
Liebkosungen Gefangener, Relief Badezimmer

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Passiflora_edulis

Gute Vorsätze

Buddhistisch denken
Kapitalistisch lenken.

Alles mögliche horten
In Safes und anderen Orten.

Lügen und Betrügen
Letztendlich zählt nur das eigene Vergnügen!

Himmels-Drachen

Mit dem Chinesischen Himmelsdrachen aus Suphan Buri, aus einem eher unüblichen Blick-Winkel, übermittle ich

die BESTEN WÜNSCHE zum JAHRESWECHSEL !

Himmelsdrachen

Der Drache, 30 Meter hoch und 135 Meter lang, ist ein freundliches Tier. Er speit kein Feuer. Er spendet Wasser aus dem gewaltigen Maul.
Es soll weitaus kleinere Gestalten geben, welche mit dürftigeren Brotlauben mehr Unheil anrichten.

Danke an all die Leser und den Kommentaren für die Inspirationen und Bereicherungen.

Brotlaube (aus der Bern-Deutschen-Sprachregion) = Mund

Sternstunden

Es gibt schwere Sekunden im Leben. Sie zerstören sämtliche Glücksgefühle. Das ganze Wohlbefinden landet in einem stinkigen Abfalleimer. Der Kopf ist wirr. Der Magen weist jegliche Nahrung zurück. Man sucht verzweifelt einen Strick und einen starken Haken.
Wenige Stunden später spendet ein banales Email Balsam fürs Herz und Desinfektionslösung zur allgemeinen Wundbehandlung.

Vor einigen Jahren brachte ich einem Freund in Singapur zwei Bändchen der „Geschichten aus Hinterindien“. Das Taschenbuch behielt er. Die gebundene Ausgabe schenkte er als ehemaliger Mitarbeiter der Nationalbibliothek.
Heute erhielt ich eine Bestätigung:
We acknowledge receipt of the following publication(s), which were sent to us as gifts.
1 copy of Geschichten aus Hinterindien
They will be a useful addition to our collection.

Nach Singapur machte ich als ehemaliger Berner – Schüler, Mitarbeiter an der Universität und Steuerzahler einen Besuch in der Stadt- und Universitätsbibliothek an der Münstergasse.
Die waren mit einem Umbau beschäftigt. Ich erinnere mich, dass ich Mühe hatte, einen Eingang zu finden. Dennoch gelang es mir, die „Geschichten aus Hinterindien“ einer Bibliothekarin in die Hand zu legen.
Wenige Monate später erhielt ich den Bescheid, das Buch entspreche nicht den strengen Bedingungen, um in die Sammlung aufgenommen werden zu können. Seither versuchte ich vergeblich, die Qualität der Inhalte und der Schrift-Sprache zu verbessern.
Die Taschenbuchausgaben fanden ihren Weg hauptsächlich als Literatur in gehobenere Bedürfnisanstalten zwecks Förderung der Press-Freiheit. Seit Anbeginn hatte ich die Idee, den Text direkt auf Rollen zu drucken.

http://www.ub.unibe.ch/content/index_ger.html
http://www.nlb.gov.sg/

Im Chinesen-Viertel von Chiang Mai

Glück Nach mehr als achtzehn Monaten war ich wieder einmal im Gedränge, im Verkehrschaos inklusive den dichten Menschentrauben der Stadt. Die Luft war zum Schneiden dick.
Zwei Tage vor dem Chinesischen Frühlingsfest bewegten wir uns im Chinesen-Viertel. Die Gegend rund um die Chang Moi Strasse war reichlich mit roten Laternen und viel Papiergold geschmückt.
Wir suchten eigentlich den Kad Luang Markt. Wir fanden Märkte wie Dok Mai, Warorot, Day, Ton Lam Yai und Mengen namenloser Waren-Umschlagplätze. ton lam Das ganze Viertel ist eigentlich ein riesiger Markt. Ausgehöhlte, mehrstöckige Gebäude, mit Strässchen, Weglein, Treppen ins Nirgendwo, glitschigen Trampelpfaden im Dämmerlicht, Duftwolken exotischer Gewürze, aufgetürmtem Gemüse, Gestank nach Abfällen aller Art, zerkleinerten Teilen von Hühnern, Schweinen und irgendwelchen Tieren, Mief nach teil-verbranntem Diesel, man wusste kaum, ob man drinnen oder draussen war. Wogende Menschenmassen versuchten Bündel von Papiergeld gegen Lebensmittel, Blumen, Kleidung, Kosmetik, zweifelhafte Medizin, echte Chemie – und noch echteres Gold einzutauschen. Auflockerung vom geschäftigen Treiben und eine besondere Augenweide bot der kleine Pung Thao Kong Schrein. Pung Tao1 pung thao girl pung tao pung tao3
Die Gemüsekönigin thront über Grünzeug! gemüsekönigin
Sind das hübsch verpackte Beilagen zum Han-Gemüseeintopf?
kochtopf
Warenumschlag warenumschlag
Chinesische Götter warten im Tempel an der Kuang Men Strasse trotz Lärm und Gestank geduldig auf Opfergaben.tempel und verkehr
Nach einiger Zeit kehrten wir zum Fahrzeug, hoch oben im vierten Stock, zurück. Manche Hotels in der Stadt bieten keine solch spektakuläre Aussicht auf den Fluss und die Umgebung. Wir hatten unsere gesuchten Gegenstände.
Zur Beute gehörten zusätzlich die besten Bohnen der vergangenen zwanzig Jahre in Hinterindien. Wir kochten das delikate Gemüse. Damit kreierten wir einen lauwarmen Salat mit knusprig gebratenen Speck-Julienne vom Borsten-Vieh. (1,2) Ein kulinarischer Höhepunkt – besonders nach den Monaten mit vorwiegend Halal Küche.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Julienne_%28Schneideart%29
(2) https://www.youtube.com/watch?v=UOjGbuovAho

Regionale Nadelstiche

Grosse Anlässe haben Sponsoren. Die dürfen für selbstlose Spenden dann ihre Werbebotschaften präsentieren.
Öfters wurden Dorffeste in LanNa Land von den Elektrizitätsproduzenten gesponsert. Nicht weil Teilnehmer freundliche Briefe mit Anfragen an die Direktion sandte, sondern weil man kurzerhand die Stromversorgung anzapfte. Die Kabel hängen überall wohlfeil herum und laden förmlich zur Selbstbedienung ein. Meistens lief das glimpflich ab. Zu Störfällen mit unfreiwilligen Kremationen kam es selten. Etwa dann, wenn ein mit Lao Khao Aufgeladener, Kabel nicht unterscheiden konnte und eine Hochspannungsleitung erwischte. Die Angaben an strassenquerenden Kabeln betreffen nicht die Spannung, sondern die Höhe über Grund.
Im grossen Stil funktioniert der Stromklau ebenfalls in Malaysa. Die Elektrizitätsgesellschaft von Sabah hat eine spezielle Einsatzgruppe. Sie entfernt wöchentlich illegale Anschlüsse. Am vergangenen Dienstag war die Truppe im Kampung Baru, Bukit Padang in Penampang tätig. In Zusammenarbeit mit der Polizei entfernten und beschlagnahmten die Herren fünfzig Kilogramm Kabel.
Der General-Manager des Unternehmens, Mahatir Nor Ismail erklärte, um gefährliche Missstände zu verhüten, müssten diese Aktionen wöchentlich durchgeführt werden. Pro Einsatz würde das Personal bis zu 100 Kilogramm Kabel aufrollen.
Wir dürfen uns vorstellen, diese Kabel wurden gestohlen, denn wenn die Diebe Geld hätten, wären die effektiven Stromkosten wesentlich günstiger.
dilarang masuk
In Singapoor wird weiter an den Freiheiten geschnipselt, ganz leicht nur, aber stetig. Es gibt neue Schnaps- und Bier-Paragraphen. In der Öffentlichkeit darf zwischen 22 30 und 07 00 Uhr kein Alkohol getrunken werden. Gleichzeitig soll ab 22 30 ein Verkaufsverbot gelten.
Warum denn so zaghaft? Kopieren sie einfach die thailändische Verordnung über den Verkauf von Alkoholika! Im Süden war sogar die Armee gezwungen, vor den Feiertagen dreihundert Flaschen Feuerwasser zu schmuggeln. Irgendein Verräter informierte die Polizei. Sie verhütete erfolgreich Leberschäden bei ihren uniformierten Kollegen.