Können Bierflaschen Reliquien sein?

Der Schritt von der Weinflasche des heiligen Antonius zu profanen Bierflaschen ist kurz. Während dem ich zahlreiche Tempel in und rund um Chiang Mai besuchte, Bekanntschaften mit Mönchen und Äbten pflegte, hatten meine Kollegen aus Engelland wichtigere Anliegen. Sie trafen sich immer am Freitagabend in der Loi Kroh Strasse und studierten eingehend Bier-Bars und weit wesentlicher, die Bier-Schlepperinnen. Dabei war die Mehrzahl dieser Deppen mit einheimischen Frauen, die sie natürlich in Bars kennenlernten, verheiratet.
Einige besonders Fleissige trainierten während der ganze Woche intensiv für den Freitag. War es die Bierröhre, die Leber, die Nieren oder die Harnblase, welche besondere Aufmerksamkeit und Pflege erforderte?
Loi Kroh Besuche gingen bei mir ans Limit. Erstens mochte ich Bier als Getränk nur als lebens-rettende Flüssigkeit kurz vor dem Verdursten. Zweitens konnte ich im Rollstuhl nicht alle zwanzig Minuten Wasser abschlagen. Toiletten für Behinderte gab es nicht.
Alle paar Jahre liess die Regierung verlauten, dass sämtliche Bars in der Loi Kroh geschlossen würden. Das waren wichtige Signale für meine Bekannten, um noch gründlicher zu feiern. Die überbordenden Exzesse führten zu Verkehrsunfällen, Bein- und Schädelbrüchen, wohl weil gelegentlich etwas Blut im Alkoholkreislauf fehlte. Die Schwerverletzten scheuten sich nicht, mich im Bedarfsfall um einen Rollstuhl zu bitten.
Ich begegnete den Kampftrinkern an Geburtstagen oder zum Truthahn an Weihnachten. Ihre auf Bier fixierten Verdauungsorgane ertrugen keine Thaispeisen. Ihre Frauen arrangierten sich und kochten für sich landesübliches Essen. Ich schmuggelte Wein zu den Gastgebern und schluckte dazu Thai Spezialitäten. Die Häuser dieser Farangs hatten zwei Küchen. Im Innern war die Farang –Küche mit Kühlschränken, Mikrowellen und Toaster. Auf luxuriösen Geräten wurde Frühstück mit Eiern, Speck und Würsten gebraten. Eine bescheidene Aussenküche diente für Thai-Food.
Während sich die Engelländer vorwiegend um aufgetakelte Wesen mit extremer Kriegsbemalung aus Chromstahlstangenhaltung kümmerten, trank ich im Dorf unter dem Sternenhimmel Wein mit biologisch gackernden Landhühnern aus Bodenhaltung. Als asoziales Wesen wurde ich unter den Säufern als Womanizer verschrien.
Wenn ich selten genug in der Nähe der Loi Kroh Strasse war und meine Leber verzweifelte Durstsignale zum Hirn sandte, drehte ich den Rollstuhl. Dann rollte ich zum Imperial Mae Ping Hotel und dort in die Lobby Bar. Das ausgebildete, freundliche Personal mixte Cocktails nach Barbuch mit Messbechern. Der weitverbreitete Betrug mit verwässerten Spirituosen fand nicht statt. Danke für die angenehme Zeit! Reliquien könnten folglich ebenfalls Schnapsflaschen sein.
In unmittelbarer Nähe der Bar gab es nicht nur für Notfälle eine Toilette.

Reliquien in Europa und Hinterindien

Einst konnte ich nicht genug Tempel erkunden. Vor einigen Jahren noch wurde detailliert angegeben, welche Reichtümer und Reliquien in den heiligen Stätten versteckt sind. Weil Tempel-Diebstähle unglaublich zunahmen, herrscht nun das grosse Schweigen.
Wat Phrathat Hariphunchai Woramahaviharn in Lamphun ist der Tempel der heiligen Reliquie von Hariphunchai. Der König Aditya Ratcha fand in seinem Garten ein Haar des Buddha. Um die verstorbene Königin Chamadevi zu ehren, liess er einen Tempel bauen. Als ich dort war, wischten uniformierte Schülerinnen während einer Pause Dreck weg.
Auf einem eindrucksvollen Hügel gab es einen Fussabdruck Buddhas. Volltrottel versuchten mit Löffeln, den Abdruck auszukratzen und zu stehlen. Der Abt selbst bewachte danach den heiligen Ort. Währenddessen verkauften geldgierige Weiber unten am Berg, im Tempel-Areal, Bier und Lao Khao. Fussabdrücke Buddhas gibt es in ganz Asien. Niemand stört sich daran, dass die Grössen sehr variabel sind. Ebenso verlor der Erleuchtete Knochen und vor allem Zähne. Heilige Zahntempel gibt es mehr, als ein nicht erleuchteter Mensch Zähne hat.

E.T.A. Hoffman, 1776–1822, beschrieb im Buch: „Die Elixiere des Teufels“ eine Szene in einem Kloster:
„Sollten denn, lieber Bruder Cyrillus“, sagte ich, „alle diese Dinge gewiß und wahrhaftig das sein, wofür man sie ausgibt? – Sollte auch hier nicht die betrügerische Habsucht manches untergeschoben haben, was nun als wahre Reliquie dieses oder jenes Heiligen gilt? So z. B. besitzt irgendein Kloster das ganze Kreuz unsers Erlösers, und doch zeigt man überall wieder so viel Späne davon, daß, wie jemand von uns selbst, freilich in freveligem Spott, behauptete, unser Kloster ein ganzes Jahr hindurch damit geheizt werden könnte.“ – „Es geziemt uns wohl eigentlich nicht“, erwiderte der Bruder Cyrillus, „diese Dinge einer solchen Untersuchung zu unterziehen, allein, offenherzig gestanden, bin ich der Meinung, daß, der darüber sprechenden Dokumente unerachtet, wohl wenige dieser Dinge das sein dürften, wofür man sie ausgibt. Allein es scheint mir auch gar nicht darauf anzukommen. Merke wohl auf, lieber Bruder Medardus! wie ich und unser Prior darüber denken, und du wirst unsere Religion in neuer Glorie erblicken. Ist es nicht herrlich, lieber Bruder Medardus, daß unsere Kirche darnach trachtet, jene geheimnisvollen Fäden zu erfassen, die das Sinnliche mit dem Übersinnlichen verknüpfen, ja unseren zum irdischen Leben und Sein gediehenen Organism so anzuregen, daß sein Ursprung aus dem höhern geistigen Prinzip, ja seine innige Verwandtschaft mit dem wunderbaren Wesen, dessen Kraft wie ein glühender Hauch die ganze Natur durchdringt, klar hervortritt und uns die Ahndung eines höheren Lebens, dessen Keim wir in uns tragen, wie mit Seraphsfittichen umweht. – Was ist jenes Stückchen Holz jenes Knöchlein, jenes Läppchen – man sagt, aus dem Kreuz Christi sei es gehauen, dem Körper – dem Gewände eines Heiligen entnommen; aber den Gläubigen, der, ohne zu grübeln, sein ganzes Gemüt darauf richtet, erfüllt bald jene überirdische Begeisterung, die ihm das Reich der Seligkeit erschließt, das er hienieden nur geahnet; und so wird der geistige Einfluß des Heiligen, dessen auch nur angebliche Reliquie den Impuls gab, erweckt, und der Mensch vermag Stärke und Kraft im Glauben von dem höheren Geiste zu empfangen, den er im Innersten des Gemüts um Trost und Beistand anrief. Ja, diese in ihm erweckte höhere geistige Kraft wird selbst Leiden des Körpers zu überwinden vermögen, und daher kommt es, daß diese Reliquien jene Mirakel bewirken, die, da sie so oft vor den Augen des versammelten Volks geschehen, wohl nicht geleugnet werden können.“ – Ich erinnerte mich augenblicklich gewisser Andeutungen des Priors, die ganz mit den Worten des Bruders Cyrillus übereinstimmten, und betrachtete nun die Reliquien, die mir sonst nur als religiöse Spielerei erschienen, mit wahrer innerer Ehrfurcht und Andacht.

Dir ist das Leben des heiligen Antonius zur G’nüge bekannt, du weißt, daß er, um sich von allem Irdischen zu entfernen, um seine Seele ganz dem Göttlichen zuzuwenden, in die Wüste zog und da sein Leben den strengsten Buß- und Andachtsübungen weihte. Der Widersacher verfolgte ihn und trat ihm oft sichtlich in den Weg, um ihn in seinen frommen Betrachtungen zu stören. So kam es denn, daß der heilige Antonius einmal in der Abenddämmerung eine finstere Gestalt wahrnahm, die auf ihn zuschritt. In der Nähe erblickte er zu seinem Erstaunen, daß aus den Löchern des zerrissenen Mantels, den die Gestalt trug, Flaschenhälse hervorguckten. Es war der Widersacher, der in diesem seltsamen Aufzuge ihn höhnisch anlächelte und frug, ob er nicht von den Elixieren, die er in den Flaschen bei sich trüge, zu kosten begehre. Der heilige Antonius, den diese Zumutung nicht einmal verdrießen konnte, weil der Widersacher, ohnmächtig und kraftlos geworden, nicht mehr imstande war, sich auf irgendeinen Kampf einzulassen und sich daher auf höhnende Reden beschränken mußte, frug ihn, warum er denn so viele Flaschen und auf solche besondere Weise bei sich trüge. Da antwortete der Widersacher: >Siehe, wenn mir ein Mensch begegnet, so schaut er mich verwundert an und kann es nicht lassen, nach meinen Getränken zu fragen und zu kosten aus Lüsternheit. Unter so vielen Elixieren findet er ja wohl eins, was ihm recht mundet, und er säuft die ganze Flasche aus und wird trunken und ergibt sich mir und meinem Reiche.
Danke Herr Hoffmann.
In Thailand ist es Tradition, zu Songkran in den Tempeln Stupas, Chedis, aus Sand zu bauen. Der Sand soll den Staub wieder an den Ursprungsort zurückbringen, den die Gläubigen im Laufe des Jahres an ihren Schuhen haftend von dort weggetragen haben.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-elixiere-des-teufels-3112/6

Kann Trauer gemessen werden

Die mir bekannten Zahlen kann ich nicht nachprüfen. Wie die meisten Buchhaltungen Hinterindiens, dürften sie unvollkommen und teilweise mit Fehlern durchsetzt sein.
Am 13. Oktober 2016 verstarb der hochverehrte König Bhumibol Abulyadej im Alter von 88 Jahren. Innerhalb weniger Stunden verschwanden die farbenprächtigen Gewänder der Bewohner des Landes. Sie wurden durch das Einheits-Tenue schwarz ersetzt. Der vielversprechende Vorsitzende Thailands, der gewichtige General, verkündete eine Staatstrauer von zwölf Monaten. Dieser Tag soll von nun an ein Gedenktag sein. Angestellte von Staatsbetrieben, Banken und Versicherungen haben einen wei
teren Feiertag.

12,739,531 Trauernde besuchten seit dem 29. Oktober die Dusit-Thron-Halle um dem geschätzten Monarchen die letzte Ehre zu erweisen. Täglich kamen bis zu über 90‘000 Menschen aus dem ganzen Land. An die teils stundenlang wartenden Reisenden verteilten freiwillige Helfer Getränke und Essen. Spenden von mehr als 889 Millionen Baht häuften sich an.
Die zeremoniellen Aktivitäten am Saman Luang in Bangkok dauern vom 25. bis am 29. Oktober. Dort wurden beinahe unglaubliche Konstruktionen errichtet. (1) Die Kremation soll am 26. Oktober um 22 00 Uhr stattfinden.
Dieser Tag wurde zum nationalen Feiertag erklärt. Ausnahmsweise könnten sogar Einkaufszentren geschlossen bleiben. Tesco Lotus kündigte an, am 26. Oktober um 14.00 Uhr alle 1‘900 Filialen in Thailand zu schließen. Macro wird um 15 00 schliessen. Am 17. Oktober las ich, 7 Eleven will landesweit ab 14 30 die Geschäftstätigkeiten beenden. Rim Ping Chiang Mai schliesst um 15 00 Uhr.
Mindestens 250‘000 Untertanen – bis zu einer Million – möchten an den Zeremonien in Bangkok anwesend sein. Der eigentliche Zutritt am Sanam Luang ist auf 7‘500 handverlesene, eingeladene Gäste beschränkt. König und Königin von Bhutan, der Prinz von Japan mit Gemahlin werden zu den geladenen Gästen gehören.
Nach Informationen vom 5.10. sollen 40‘000 Menschen vom Fussweg gegenüber des Grossen Palastes die königliche Trauer-Prozession betrachten dürfen.
50‘000 Beamte des Innen-Ministeriums, des Verteidigungs–Ministeriums, der königlichen Thai-Polizei, sowie Freiwillige sollen während der Feierlichkeiten für die Sicherheit garantieren.
Ab Montag, den 16. Oktober, soll die Ratchadamnoen Nai Strasse und anschliessende Gebiete zum Sanam Luang bis Ende Monat für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Möglicherweise gilt die Sperrung seit dem 9. Oktober.
Vom 25. bis 28. Oktober sind in Bangkok folgende Strassen gesperrt: Ratchadamnoen Avenue, Lak Muang, Kalayana Maitri, Charoen Krung, Phra Pipit, Thaiwang, Maha Rat, Phra Chan, Setthakan, Chetupon, Phraya Petch, Na Phra Lan, Na Phra That, Rajini, Phra Athit und Saranrom roads.

Thai PBS TV erstelllte Feeds für die geplanten Liveübertragungen der Kremation seiner Majestät Rama 9. https://www.youtube.com/user/ThaiPBS/videos?view=2&shelf_id=32&live_view=502&sort=dd

Wesentliche Änderungen der geplanten Abläufe werde ich nach Möglichkeit an dieser Stelle bekanntgeben.
Aktualisiert: 25.10. 09 15

(1) https://kingrama9.bangkokpost.com/ Auf den Pfeil klicken, Phra Meru Mas, mit Abbildungen – in Englisch.

Gerede, Vermutungen, wo liegt die Wahrheit

Aus meinem eingeschränkt bescheidenen Blickwinkel beschreibe ich wieder einmal schonungslos ein Mosaiksteinchen familiärer Lebensqualität in Nordthailand.

Alleinstehende Thai-Mütter finden nur selten Thai-Partner. Die Machos bevorzugen jungfräuliches Fleisch. Privilegierte der Regel schwelgen in unermesslichem Reichtum. Sie bieten schnelle italienische Flitzer, Lao Khao schottischen Ursprungs, Mia Noi und garantiertes Faulenzerleben mit Taschengeld. Da das seltene Ausnahmeerscheinungen sind, haben Farang und Moslems eine gewisse Chance, eine hübsche Gefährtin mit Anhang – ohne Gewähr vor allfälligen Verlusten – zu finden.

In Gegenden, wo Minarette und Moscheen wie Pilze gedeihen und von Lautsprechern Gebetsrufe vernehmbar sind, sehen wir nur wenige Hunde. Ist es die Geräuschkulisse, welche die Kläffer verscheucht? Nein, Hunde gelten als unrein. Sie sind nicht willkommen in dieser religiösen Gemeinschaft. Wahrscheinlich sind wir deshalb zur Hundehaltung degradiert worden.
Goons mehr oder weniger ausgesetztes Tier, war zum Tode verurteilt, wenn es Dick auf meine Empfehlung nicht aufgenommen hätte. Wir kennen die Durchtriebenheit von Dicks Tochter. Sie verkaufte skrupellos einen ihrer Söhne. Die einfachsten Regeln Buddhas kannte sie nie. Sie log, stahl und trieb sich mit uniformierten Strolchen herum. Noch vor wenigen Wochen begeisterte sie als blonde Tussi im durchscheinenden luftigen Kleidchen mein Auge. Ein Flittchen, eine Flöte, auf dem Präsentierteller. Ich kannte diese Frau nicht.
Im Mai versuchte sie, von Dicks Angestellter fünfzigtausend Baht zu erpressen. Vor wenigen Wochen veröffentlichte sie auf Facebook wenig schmeichelhafte Bemerkungen über ihre Mutter. Dicks Söhne ärgerten sich über die Frechheiten und Lügen. Eine herzlich warme Tochter-Mutter-Beziehung bemerkte ich nie. Die gratis Mietwohnung in Dicks Haus benötigte nach dem Rausschmiss Reparaturen für fast hunderttausend Baht.

Gegenwärtig ist sie ehrbare Lebensgefährtin mit Kopftuch und tiefschwarzem Ganzkörperkondom, denn ihr neuester Partner verehrt Allah. Es gibt keine Hunde, Schweinereien und Unreinheiten im Haus!
Goon sorgt für ein sauberes Badezimmer. Als Ausgleich darf er zum Freitagsgebet.
Bei uns isst er, nach dem Herumtollen mit seinem Hündchen, Pilzsauce mit Schweinsfilet und Nudeln. Von Onkel Google lernte der Kleine, bis zum Alter von fünfzehn Jahren dürfe er Schweinefleisch essen. Folglich fühle ich mich nicht als Verführer, nur als Verlierer.

Dick hatte ein ernsthaftes Gespräch mit dem ausserordentlich netten Herrn. Er scheint durchaus ehrbare Absichten zu haben. Er investierte beachtliche Summen in seine Zukunft. Er besorgte ein Geschäftslokal für seine neue Frau. Er kaufte für sie ein neues Motorrad und einen neuen Wagen, nachdem sie ihr Fahrzeug während Jahren ohne jegliche Wartung zu Schrott gefahren hatte. Service, Reifenwechsel und ähnlichen Luxus gab es nur nach Pannen. Genau dieses Spiel war das Strickmuster für ihre sämtliche Lebensbelange wie Arbeit, Beziehungen zu Partnern, zu ihrer Mutter oder zu mir.
Goon könnte nur profitieren, wenn seine Mutter mit einem zuverlässigen Gefährten endlich ihre Ruhe findet. Wir zweifeln beide, ob diese Frau nach jahrelangen, ruhelosen Eskapaden ihre Chance erkennt und wahrnimmt. Materielle Güter behagten ihr. Ratschläge lehnte sie immer kategorisch ab.

Treibholz

Bedaure, ich liess regelmässige Leser sitzen. Der Grund war ein erneuter Angriff meines Erzfeindes auf die Kontrolle meiner Hände und Finger. Ich konnte kaum Mails lesen. Ein kleines Teufelchen in der Finger-Steuerung liess mich Mails und Nachrichten löschen, bevor ich sie gelesen hatte. Mühsam gelang es mir, die meisten Texte zu retten. Vor einigen Jahren war ich ahnungslos, dass es solche Viren ebenfalls gibt.
Aus einer relativ aktiven Person, wurde ein mühsamer, fast passiver Lebenspartner. Das einzige, zu was der alte, stinkende Fleischhaufen noch taugt, ist reine Umweltverschmutzung. Dies beelendet mich wenig, denn parasitäre Lebensformen sind unter der Bevölkerung weit verbreitet.
Getränke führe ich zweihändig zum Mund. Letzthin in der Kneipe mampfte ich Finger-Food. Ich scheute mich, wegen unnütz lautem Geklapper Gabel und Messer zu benutzen.
Erinnerungen wurden wach. Ich dachte an das Buch: Lady Chatterley’s Lover, Lady Chatterleys Liebhaber. (1)
Dick ist glücklicherweise wirklich beschäftigt. Sie bedient alte Kundinnen im Salon. Sie repariert und lackiert unter meiner Regie, alles – von Elektronik bis zu aufwändigen Restaurationen. (3) Todesfälle und gesellschaftliche Einladungen gibt es zu Hauf. So ist sie oft von acht Uhr morgens bis um Mitternacht unterwegs. Mittagessen gibt es im Dorf, von frisch gezuckerten Nudeln bis zu Klebreis.
Selbst kleinste Besorgungen benötigen viel Zeit. Sie benötigte einen ganzen Tag, um ihre Versicherung zu bewegen, endlich eine Gutschrift für eine bevorstehende Operation auszustellen. Die amtliche Organisation, die ihr im Falle einer Krebsbehandlung problemlos 350‘000 Baht vorgaukelte, wurde pingelig und bezahlt für einen kleinen Eingriff nicht einmal eine Jahresprämie. Das erlebte sie doch schon mit AIA, vier Krankenhausaufenthalte – keine Leistungen! Aber für den Prämienbezug waren die Angestellten stets pünktlich zur Stelle.

Vor zwanzig Jahren war ich stolzer Kapitän meines Lebensschiffes und bestimmte den Kurs. Mittlerweile wurde ich zum vergammelnden, langsam absaufenden Stück Treibholz. Dessen Weg wird von andern Mächten bestimmt. Ich wurde zum passiven Zuschauer. Schaffe ich den Weg noch einmal nach Satun? Zur Zeit eher nicht.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Lady_Chatterley
(2) vergleiche Mai 2013, https://hinterindien.files.wordpress.com/2013/05/root2.jpg
(3) Arbeit von Dicks Sohn Dei, 2013, lackiert August 2017

Buddhistische Feiertage

Ohne viel zu denken, ergriff ich das Dhammapadam und zitierte in meinem letzten Beitrag eine Seite daraus. Der Zeitpunkt war gut gewählt, denn am Tag nach der Publikation wurde Asanha Bucha gefeiert. Die meisten Einheimischen opfern an solchen Tagen weniger Zeit und Geld im Wat, als in klimatisierten Einkaufstempeln.
Anfänglich verbrachten wir hohe Feiertage in reich geschmückten Tempeln neben Scharen von herausgeputzten, goldverzierten Ladies. Busladungen mit Touristen, Geldspendern des Tempels aus Bangkok, dekorierten das Gelände. Während der Gebete und der Ansprache des Abtes schliefen viele der Weitgereisten in den VIP-Bussen. Auf einen Schlag öffneten sich danach die Türen und die teilweise schlaftrunkenen, vielleicht angetrunkenen Gestalten übergaben dem Chef des Tempels Geschenke. Die meisten Gaben wurden von verschiedenen Spendern mehrmals dargereicht. Der Krempel wurde in den Tempel gebracht, von zahlreichen Mönchen herausgeschafft und von fröhlich lächelnden Gästen wieder zum Abt befördert. Ein köstliches Beispiel über den Kreislauf – Irrsinn – des Lebens. Das war wie eine ansteckende Krankheit. Selbst Dick ergriff einen herumstehenden Blumenstrauss und wanderte damit zum Abt.
Später einmal erzählte uns der schwer gezeichnete Abt, er schätze seine Gäste aus Bangkok wenig. Die meisten reichen Gaben seien aus anderen Tempeln unerlaubt entfernt worden. Einige Buddhas aus diesem Areal hätten, ohne sich abzumelden, den beschwerlichen Weg bis nach Amerika geschafft. Die scheinheiligen Pilger-Touristen würden während und nach der Fahrt reichlich Lao Khao schlucken und das Tempelgelände durch schamlosen Geschlechtsverkehr entweihen.
Die zeitgemässen Fahrzeuge verfügen über Toiletten. Selbst bescheidene Tempel haben solche Einrichtungen. Trotzdem wird das Gelände von feiernden Vandalen zusätzlich durch Tretminen, Fäkalien, verseucht.

Auf den Tag nach Asanha Bucha folgt Khao Pansa, Buddhist Lent. Das ist eigentlich der Beginn der Regenzeit. Früher blieben die Mönche während drei Monaten im Tempel – in Regenzeitklausur. Diese Zeit wird im Englischen buddhistische Fastenzeit genannt. Das ist unkorrekt, weil nicht gefastet wird.
Wie wir auf unseren ausgedehnten Reisen feststellten, erlauben sich nun die selbsternannten Halbgötter in Gelb, selbst während den drei Monaten jeden Luxus, inklusive Fernreisen mit Flugzeugen.

Wie leichtsinnig in Thailand mit Daten und Terminen umgegangen wird, zeigt (2). Das Datum für Khao Pansa ist schlicht falsch. 2017 – Tuesday, July 11. Übertroffen durch: “This holiday has been celebrated and observed over thousands of years”. Die Aussage ist knapp übertrieben. Wie alt ist der Buddhismus – in Thailand? Die Tempel sind bereits angekommen, während die Mehrzahl der Einheimischen immer noch gefürchteten zahllosen Geistern opfern.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Asalha_Puja
(2) https://www.calendardate.com/th_buddhist_lent_day.htm
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Khao_Phansa

Dhammapadam Malavagga


Dhammapadam ist ein viersprachiges Buch mit 913 Seiten. Es wurde verfasst vom hochverehrten Abt Tasso Bhahavato Arahato Sammasamabuddhassa.
Ich benutzte seine weisen Worte in der Vergangenheit. (1,2,3)
Heute wählte ich aus dem Kapitel Verunreinigungen – oder Unreinheiten – die Verse 241, der Seiten 502, 503.

Nicht-Lesen ist der Fluch der heiligen Schriften
Nicht-Reparatur ist der Fluch der Häuser
Faulheit ist der Fluch der Schönheit
Unaufmerksamkeit ist der Fluch eines Beobachters

(1) https://hinterindien.com/2015/08/15/dhammapadam/
(2) https://hinterindien.com/2016/06/10/panditavagga-der-weise/
(3) https://hinterindien.com/2012/09/03/dhamma-weisheit/

Hektische Hühner- und Hunde-Halter im Advent

Als junger Mensch dachte ich, wenn Hennen Eier legen und ausbrüten, sei das gelebte Brutalität. Das Internet dagegen sagt: Brutalität ist eine Einstellung oder ein Verhalten, das von Rücksichtslosigkeit, Grausamkeit und Gewalttätigkeit geprägt ist. Abscheuliche Brutalität lernte ich bei den ach so sanften und scheuen Buddhisten wie nie zuvor kennen. Diebstahl, Ehebruch, Korruption, Lüge, Mord und übelste Verleumdung gehörten bereits im Dorf des Nordens zur praktizierten täglichen Vollkommenheit.
Diese lieben Lebewesen lagen offenbar immer gerade dann mit Grippe, Malaria oder Dengue-Fieber darnieder, wenn in friedlich wirkenden Tempeln von scheinheiligen Gelbröcken über die Lehre Buddhas, menschliche Sanftmut und verborgene Tugenden gesprochen wurde.

Während sich Menschen im Abendland in der Adventszeit bei Kerzenlicht und sanfter Musik auf Weihnachten einstimmen, verspüren wir in der südlichen Wärme bei oft regnerischem Wetter – mit dem eintönigen Chanten der Mönche und den Gebetsrufen der Muezzin – keinen Hauch von Feststimmung. Tief in meinem Magen regt sich ein religiöses Bedürfnis nach duftendem Gebäck, Dresdener Stollen und Nürnberger Lebkuchen. Stimmung gibt es trotzdem, wenn auch mit anderen Vorzeichen. Im Umkreis von wenigen hundert Metern übertrafen sich die Ereignisse:

Ein Hund drang in ein bewohntes Grundstück ein und biss elf Hennen tot, ohne eine einzige zu verspeisen.
Der geschockte Hühnerhalter erkundigte sich nach dem Hundebesitzer. Da der Hund offenbar niemandem gehörte, ergriff er seine Flinte und erschoss das Tier. Der empörte, wütende Hundebesitzer nahm darauf seinen Schiessprügel. Er sandte den Hühnerhalter diskussionslos ins Nibbana.
Die Polizei nahm den Mörder nicht fest, mit der Begründung, Hunde hätten ein Anrecht auf Leben! Da könnten wohl einige Scheinchen den Besitzer gewechselt haben. Über den Munitionsverschleiss weiss ich, wie über sämtliche Nummern und Zahlen in Thailand, nichts Genaueres.
Frohe Weihnachten! Sie geniessen wohl eher Gans oder Truthahn, als Hörnli mit Apfelmus und Hackfleisch.

Rauchen mit Buddha

Lesen sie all die Weisheiten, die Buddha vor 2500 Jahren verbreitet haben soll? Siddhartha hatte demnach gar keine Zeit für Meditation. Er war ein Mediator, eine Quasselstrippe ohne Informationstechnologie und Smartphone. Wurden all seine mündlichen Informationen auf vertrauenswürdigen Medien wie Pergament, Lochkarten, Lochstreifen, Magnetband, Floppy, Festplatten, optischen Speichen wie CD und DVD, ROM und RAM, gespeichert?

In Hinterindien mit dem tief verwurzelten Spendenwesen, heute Korruption genannt, funktioniert ohne Schmiermittel, genannt Scheine, nichts. Die Eingeborenen gewöhnten sich daran. Sie denken, sogar Geister, Götter und Buddha sind käuflich. Opfern im Tempel ist üblich. Nicht nur Weihrauch, sondern vor allem Scheine. Im Notfall genügt Gold. Die Bauern können nicht auf reiche Enten verzichten!
Anfänglich war ich bei Dorf-Festen ein willkommener Spender. Als ich bemerkte, dass manche Äbte die üppigen Spenden in rollendes, meist deutsches Edelmetall umwandelten, davon rein gar nichts bei der Bevölkerung oder im Nibbana ankam, lähmte dies meine Griffe zum Geldbeutel.
Anlässlich eines Tempel-Festes erwarteten die Initianten vom Farang mindestens 1000 Baht. Ich trennte mich von 100 Baht.
„Geizhals“, sagte die Urheberin der Geldsammlung. Ich erwiderte:
„Gestern bezahlte ich Essen und Getränke für das Dorf-Fest. Heute bin ich deshalb knapp bei Kasse. Hilft mir jemand mit einem Vorschuss?“
„Helfen schon, aber was ist ein Vorschuss?“ Diskussionsende.

Von mir fliesst kein Geld mehr in Tempel. Trotzdem bringe ich Buddha öfters landesübliche Opfer wie Weihrauch. Bereits in der Schweiz entzündete ich nach einem Fondue oder Besuchern mit Schweissfüssen gerne indischen Weihrauch. Wenn ich hier selten genug eine Gudang Garam, eine indonesische Nelken-Zigarette anzünde, spiesse ich nach einigen kräftigen Zügen den Glimmstängel auf einen abgebrannten Weihrauchträger. Das Opfergefäss stelle ich dann vor eine Buddha-Skulptur. Das nenne ich: „Rauchpause mit Buddha.“
Offenbar gefällt Buddha mein beinahe lautloses Angebot. Er segnet uns reichlich mit Blumen, Früchten und Pflanzen. Hie und da verlässt ein schwerer Fisch unseren Teich freiwillig. Dick muss nur noch zupacken.
Gegenwärtig sind unsere Pomelos ein paradiesischer Genuss. pomelo-im-garten Die ungeschälten Früchte wiegen pro Stück über ein Kilogramm. Der süsse Inhalt ist goldig bis rosarot gefärbt. pomelo-schnitze Über dem Pomelo-Baum wuchern Schlingpflanzen, Passionsblumen mit roten Beeren und Maracuja mit gelb-grünen Früchten. Die werden uns per Luftpost franko zugestellt. maracuja-blau Deshalb kann ich aus hoch-religiösen Gründen das Rauchen nicht aufgeben. Würden wir Kartoffeln ernten, wären es tief-religiöse Gefuehle.

Von Waren-Tempeln, Schummeln und Krachern – zum Nationalfeiertag der Confoederatio Helvetica

Vor ungefähr drei Wochen gewann Dick am Thai TV ein Smartphone im Wert von 23‘900 Baht. Der Haken: Das Gerät musste auf Termin in Bangkok abgeholt werden. Sie konnte nicht weg. Sie spielte Arzt, Pflegepersonal, Köchin und Waschfrau. Ein Sohn trat die Reise an, ausgerüstet mit Vollmachten und Dokumenten. Die Organisatoren verschoben den Abholtermin plötzlich um eine Woche. In diesen sieben Tagen verlor das Gerät an Wert. Er erhielt nicht das angekündigte Telefon, sondern ein preisgünstigeres Modell für 17‘000 Baht, wie er ermittelte. Die grosszügigen Spender kassierten zudem fünf Prozent Abgaben!
Für den ersten Preis, zwei Baht Thai-Gold, Baht als Gewichtseinheit zu ungefähr 15 Gramm, verlangten sie vom Preisempfänger zehn Prozent Gebühren.

Telefone dienen hervorragend zur Übermittlung von Nachrichten. Das Problem ist, es werden vor allem Lügen breit gestreut. Auf echte, vertrauenswürdige Informationen wird verzichtet. Es gilt die Regel, je grösser die Lüge, desto hektischer die Verbreitungsrate.
Ein Attentäter in Hinterindien meldete, die Schokoladen der Firma XY enthielten Schweine-Öl! Die Firma erlitt grausame Umsatzeinbrüche, weil die Produkte dadurch nicht mehr Halal waren. Den beinahe finalen Kick erhielt das Unternehmen, als sogar eine von Allah gesegnete Landesregierung die Lügen prüfungslos übernahm.

Vor zwei Wochen zelebrierten Bank- und Staatsangestellte ein langes Wochenende, während dessen echte Arbeiter für bescheidenen Lohn ausgebeutet wurden. Da waren Samstag, Sonntag, den Montag überbrückte man grosszügig, denn am Dienstag war Asalaha Bucha und am Tag darauf war man durch den Buddhist Lent am Arbeiten verhindert.
An Wochenenden besuche ich keine Einkaufszentren. Das sind die neuen Tempel des Landes, in welchen gläubige Eingeborene, sie glauben an die All-Macht des Baht, ihre Opfer bringen.
Am Montag benötigte ich Bargeld. Es gab keine Ausrede. Ich musste den Einkaufstempel besuchen. Eine Grossbank Thailands stattet ihre Bankkarten aus Sicherheitsgründen nicht nur mit Magnetstreifen, sondern neu mit Chips aus. Weil sämtliche Geldautomaten der Konkurrenz Karten mit Chips nicht lesen können, kann ich Geld nur mit Maschinen der betreffenden Bank abheben.
Sämtliche Parkplätze waren besetzt. Die Thai besuchten bloss Imbissbuden und Fresslokale. Bankgeschäfte und Einkäufe liessen sich problemlos erledigen.
Als ich die Moneten in der Tasche hatte, benötigten wir Lebensmittel. Was sah mein Glasauge, respektive das Auge durch mein Brillen-Glas im Regal? Mexikanische Nacho Barbeque Chips „EL SABOR“. Als ich bemerkte, das Zeug stammt aus Griechenland, der Mais aus Frankreich und Italien, verfeinert mit viel gesundem Glutamat und sogar Silizium-Dioxyd, wollte ich verzichten. Dick ermunterte mich, trotzdem eine Tüte Cracker zu behändigen. Sie sagte überzeugend, Silizium ist auch in Smartphones enthalten.
Sämtliche importierte Güter haben einen Kleber. Er erklärt auf Thai die Eigenschaften der Produkte. Prozentrechnen ist schwer. Vergleichen sie die Angaben für Kohlenhydrat. BBQ

Dienstag und Mittwoch wurde wieder in den Waren-Tempeln gehuldigt. Freie Parkplätze dagegen gab es bei den Gelbröcken genügend. Noch am Freitag und Samstag zeigten viele Autos in Chiang Mai Nummernschilder aus Bangkok. Das ist gelebte Spiritualität mit Alkoholverbot!

Gestern erhielt Dick auf ihrem Smartphone Filme. Sie zeigten, dass Cracker einer Firma aus Malaysia Plastik enthält und deshalb brennbar sind. Der Hersteller sollte offenbar aus dem umkämpften Markt ausgeschaltet werden, denn sämtliche Cracker aus Weizenmehl mit einer Spur Öl oder Margarine, brennen in trockenem Zustand. Feuchtnasse Zigaretten mit oder ohne Warnung, lassen sich dagegen nur schlecht anzünden.

Wie wir feststellten, brennt sogar gekochter Reis. Dick erhielt von einem namhaften Kosmetik-Hersteller als teures Werbegeschenk Chromstalpfannen aus Korea.
Die Ware wurde an eine Freundin gesandt. Dieser Frau gefielen die hervorragend verarbeiteten, polierten Töpfe. Ohne weitere Nachfrage benutzte sie das fremde Eigentum.
Als wir von Satun zurückkamen, rückte die „Freundin“ einen Teil der Pfannen heraus.
Darunter war ein Dampfkochtopf, der es erlaubte, Speisen wie Dumplings, Dim Sum, zu garen. Der Einsatz des Topfes fehlte. Dick besuchte die feine Dame erneut.
Diese kam ins Stottern und erklärte ohne zu erröten, beim Dämpfen sei ihr Reis leider angebrannt!!! Sie übergab Dick den Einsatz mit verkohltem Reis. Es dauerte drei Tage, um den Kohlenstoff restlos zu entfernen. Dick hat einen Topf mehr und eine Freundin weniger.

http://www.freemalaysiatoday.com/category/nation/2016/07/30/hup-seng-defends-ping-pong-crackers-against-video-claim/