Vergiftete Düfte und Träume

Warum verbrennt Low Zigaretten anstatt Räucherstäbchen? Beide Duftspender erzeugen Feinstaub. Zigaretten enthalten vorwiegend Tabak. Preisgünstige Räucherstäbchen in Thailand haben einen gefärbten, brennbaren Träger. Das duftspendende Material enthält Holzpulver, synthetische oder natürliche Glimmstoffe, Öle und Kleber. Räuchern von losem Räucherwerk auf Holzkohle oder Sieben ist aufwendig. Stäbchen sind einfacher anzuwenden. rattanakosin
Indische Räucherstäbchen werden durch Auftragen einer Paste aus Holzpulver, Harzen, Kräutern, Ölen, Wasser und Räucherwerk auf dünne Holzstäbe hergestellt. Preiswerte Räucherstäbchen enthalten synthetische Geruchsstoffe wie Moschus-Ambrette-Verbindungen. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit ist nicht gesichert.

Die chinesischen Stäbchen werden oft „joss-sticks“ genannt. Es sind Glücks- und Schickssalsstäbchen. Sie dienen dazu, die Götter berechnenderweise gnädig zu stimmen.

Japanische Räucherstäbchen enthalten keine Trägerhölzchen. Die aus Wasser, Holzpulver und Duftstoffen hergestellte Paste, wird durch Düsen gepresst, geschnitten und getrocknet. Hochwertige Räucherstäbchen enthalten bis 20 Komponenten. Sie reifen mehrere Jahre lang.

Seit dem 7. Jahrhundert werden in Tibet Räucherstäbchen angefertigt. Sie enthalten Kräuter und werden von Hand gerollt. Die handgerollten Produkte ohne Trägerstäbchen sind sie wesentlich dicker und grobkörniger als die japanische Ware.

Der klassische Weihrauch ist das luftgetrocknete, teure Gummiharz, das in Muskat, Dhofar, Oman, aus dem Weihrauchbaum, Boswellia, gewonnen wird.

Das Abbrennen von Räucherstäbchen erhöht den Gehalt an Feinstaub. Krebserregende Stoffe wie Benzol und Formaldehyd werden freigesetzt. Der Rauch von Räucherstäbchen und anderem Räucherwerk kann mehr zellschädigende Substanzen enthalten als Tabakqualm. (2)
Ein im britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist (Nr. 2302, S. 5) veröffentlichter Bericht erwähnte: in einem Tempel in Taiwan, in dem Räucherstäbchen abgebrannt werden, wurde eine 40fach höhere Konzentration krebserregender polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe als in Häusern von Rauchern gemessen. Eine dem Passivrauchen vergleichbare Gefährdung ist durch die Zusammensetzung des Rauches gegeben. Die gemessene Feinstaubbelastung in einer katholischen Kirche in Bayern entsprach der Belastung einer vielbefahrenen Straße oder einer verrauchten Kneipe. Ich will doch unsere Lan Na Hausgeister nicht vergiften!

Nach den Düften zu vergifteten Träumen.
Die Zahl der Crystal-Meth Abhängigen ist in der Stadt Neuenburg, Schweiz, am höchsten. Wie Untersuchungen der Universität Lausanne zeigten, wurden im Abwasser von Neuenburg 33.4 Milligramm gemessen. Zürich rangierte mit 21.8 Milligramm auf Platz zwei. Zürich weist dafür die höchsten Kokain Werte auf.
Ein Grund, warum die Droge im Welschland stark verbreitet ist, dürfte in den zahlreichen Thai Massagesalons zu suchen sein. Sie gelten als Umschlagplätze für die Thai-Pillen aus Metamphetamin. Einen ausführlichen Bericht brachte der Tagesanzeiger. (2)
Im Raum Chiang Mai oder Satun könnte der allgemeine Drogenmissbrauch schlecht nachgewiesen werden, weil es keine Abwassersammler gibt. Die ausgeschiedenen Stoffe gehen direkt in die Natur, sei es Boden oder Gewässer.

(1) http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Raeucherduft_ist_Krebs_erregend1771015585251.html
(2) http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Neuenburg-ist-die-Hauptstadt-der-CrystalMethSuechtigen/story/22425146

Nackte Zahlen zu Songkran

Nackte Zahlen provozieren. Urteilen sie selbst. Ein Farang zog während der Wasserschlacht in Chiang Mai sein nasses T-Shirt aus. Er wurde gebüsst. Hundert Baht zugunsten der Braunen!
Welch ein armseliges Theater.
Neunzigtausend Beamte kontrollieren landesweit den Strassenverkehr. In vier Tagen wurden fünfundsechzigtausend Motorfahrzeuglenker aus dem Verkehr entfernt. Delikt: FIAZ! Fiaz bedeutet auf Neuhelvetisch: Fahren in angetrunkenem Zustand.
Täglich sterben nach Statistik gegenwärtig 67.8 Personen durch Verkehrsunfälle. Nach derselben Statistik verunfallten rund zweitausendsiebenhundertachtzig Personen. Die Spitäler meldeten dagegen 18‘800 behandelte Verletzte. Wer lügt?

Kleptomanewitsch wurde scheinbar wieder eingebuchtet. Sein Haus ist leer. Weib und Kinder sind weg. Frisch angepflanztes Gemüse vertrocknet.
Die Ordnungshüter fingen die Drogendelinquentin erneut. Diesmal wurde die Kaution auf 400‘000 Baht erhöht. Ihre Familie bedrängt uns, wir sollen bezahlen. Weshalb? Wozu? Verführten wir die Hirnamputierte zu Drogen, Glücksspiel, Kriminalität und ungeschütztem Sex?
Weil kein Geld fliesst, die Ordnungshüter dagegen dringend Songkran Teegeld benötigen, bissen sie sich erneut in den Verleumdungen der Angeklagten fest, dass die Liegenschaften von Dick mit Drogengeldern finanziert wurden. Glücklicherweise habe ich gescannte Kopien der Grundstücksurkunden in meinem PC. Anstelle von Teegeld wurden sie sogleich nach Hang Dong übermittelt.

Ein Bekannter machte Schluss. Er setzte seine Leber mit genügend Lao Khao ausser Betrieb und verstarb elendiglich weit entfernt in einem Krankenhaus, Seine Mutter, eine ehemalige reichlich bezahlte Gastgeberin, angeblich ohne Familie, keine Kinder, war am Sterbebett. Der Sohn beschuldigte sie in seinen letzten Atemzügen:
„Du hast dich nie um deine Kinder gekümmert!“
Tatsächlich zeugte sie mit einem Kerl drei oder vier Kinder. Darauf verliessen beide den Ort und überliessen ihre Nachkommen ihrem Schicksal. Nach dreissig Jahren fanden die Kinder das entartete Weib. Sie änderte sich nie. Sie lebt im Dorf im Norden. Vor wenigen Tagen betrog sie Dick erneut.

Die industriellen Betriebe des Nachbarn Kleptomanewitsch

Die Leute im Dorf in Nordthailand feierten. Ich hörte es im Telefon. Kleptomanewitsch wurde wieder einmal festgenommen. Er durfte sich eine VIP-Zelle im Gefängnis in HangDong aussuchen. Herr Kleptomanewitsch ist Direktor der zwei einzigen industriellen Betriebe im Dorf.
Erwähnenswert ist das Stahlwerk mit Hochofen. Der Ofen ist immerhin höher als breit. Aus benutzten Autopneus produziert der Unternehmer Stahl. Wenn die Produktion läuft, riecht es in der Gegend bemerkenswert nach Gummi.
Auch der zweite Erwerbszweig lässt sich erschnüffeln: Ethanol. Der Alkohol wird zur Herstellung von Methamphetamin verwendet. Je nach Bedarf wird rund um die Uhr produziert. Da ist dann wechselndes Personal im Schichtbetrieb im Einsatz.

Berüchtigt ist der Gauner durch seine Diebstähle. Er klaut prinzipiell alles. Aus meinem Garten entfernte er zwei Rosenstöcke. Er benötigte zusätzlich zwei Kisten Fliesen. Für seine eigene Elektroinstallation schraubte er alte Steckdosen und Schalter von den Wänden des zukünftigen Schönheitssalons.
Aus Chiang Mai schleppte er unentdeckt ein Tuk Tuk heran. Er frass die seltenen roten Pandas aus unserem Bambus. In der ganzen Region sammelte er die neu eingeführten Kehrichteimer ein. Für geklaute Mopeds sass er mehrmals einige Tage in Gefangenschaft. Die benachbarte Gärtnerei ist seine Selbstbedienungsfiliale.

Am Samstag um zwei Uhr früh trottete Kleptomanewitsch durchs Dorf. Er war nicht allein. An einem Strick zog er eine Kuh in sein Reich. Er schlachtete das Tier sogleich. Die Kuh war trächtig. Das bemerkte der alkoholisierte Dieb erst beim Zerhacken. Als es verlockend nach Rindsbraten duftete, kam die Polizei. Auch der Besitzer, ein alter Mann, meldete sich.
Die Leute im Dorf freuten sich, als der Gauner endlich abgeführt wurde.
Ich kenne dieses Spiel seit fast zwanzig Jahren. Die Polizei lässt den Kerl jedes Mal nach wenigen Tagen gegen hohe Kaution laufen. Kleptomanewitsch geniesst Protektion von höchster Stelle. Die Drogenproduktion hat absolute Priorität. So auch dieses Mal. Keine vierundzwanzig Stunden später war unser geschätzter und gefürchteter Nachbar wieder zu Hause.
Das Verbrechersyndikat fand eine zusätzliche Schutzklausel. Kleptomanewitsch erhielt von der Psychiatrie ein offizielles Dokument, das ihn als Unzurechnungsfähig erklärt. Das ist ein Freibrief, sogar für Mord. kuh geklaut und geköpft
Beachten sie die ausgebrochenen Hörner am Kopf. Der Drogen-Spezialist wird die geraspelte Substanz als Stengelstärker, Marke Phiagra, verkaufen.

Willkür

Der Bericht, veröffentlicht am 1. April, ist kein Aprilscherz, sondern erlebte Wirklichkeit. Mehr über Unfälle und Verbrechen und die Unfähigkeit der Beamten, findet ihr täglich in den Gazetten.

Die Fröhlichkeit im Lande, verbreitet von einer glorreichen Armee, ist unbeschreiblich, denn die Sicherheit ist zunehmend. Mit einem Dekret vom 30. März ist es Soldaten möglich, Häuser ohne Durchsuchungsbeschluss zu durchsuchen, Gegenstände zu beschlagnahmen und Zivilsten ohne Haftbefehl zu verhaften.

Wie in Spaghetti-Western von Sergio Leone, erschienen zwei Tage nach der Verhaftung fünf ausgesprochen vertrauenserweckende Charakterdarsteller, Verbrechervisagen, am Gefängnis in Hang Dong. Sie hinterlegten die verlangte Kaution von 100‘000 Baht. Die Delinquentin war frei. Den Autoschlüssel behielten die Gesetzes- und Schlüsselhüter.
Die Befreier benötigten dringend 100‘000 Baht, die sie umgehend einem Kredithai, zwanzig Prozent pro Tag? zurückzahlen mussten. Sie machten sich auf zum Gästehaus und knackten die ausgetauschten Sicherheitsschlösser. Dann öffneten sie die Wagentüre wie professionelle Gangster. Doch Toyotas Sicherheitstechnologie verhinderte das Starten des Motors.
Nachbarn kamen, um die unbekannten Eindringlinge zu grüssen. Sie riefen die Polizei. Als die Nachbarn fragten, was sie da machen, erklärten die Gauner, sie seien Spezialisten der Polizei. Einer der Herumstehenden sagte: „Die habe ich vor zwei Minuten angerufen.“
Sekunden später verschwanden die aufgeschreckten Banditen mit ihrem eigenen Fahrzeug. Während die Spezialisten, der Ladyboysoldat als Anführer, mit unserem Wagen beschäftigt waren, räumte der Rest der Bande die Küche aus. Der Kühlschrank wurde für den Transport bereits an den Eingang geschoben.

Bekannte erzählten den ermittelnden Beamten, die Liegenschaften seien von mir erworben worden, bevor ich Dick kannte. Zur Bestätigung der Aussagen spendierte ein besonders freundlicher Idiot, selbst Staatsdiener und aktiver Backschischempfänger, den Beamten Teegeld.

Während die Delinquentin ihre Freiheit genoss, bedrängte uns die Polizei. Die Beamten stützten sich auf deren Aussagen. Sie rochen Vermögen, Bargeld, das sie gerne teilen wollten.
Ab Dienstag wurde unsere Lage denkbar schlecht. Die Beamten erklärten Dick, sie würden ihren Besitz beschlagnahmen und Haftbefehle ausstellen lassen. Sogar mein Telefon klingelte mehrmals, ohne dass einer der mutigen Schutzmänner ein Wort sagte.
Wir organisierten Flüge. Nach Mitternacht erstellte ich eine Liste über den Erwerb der Grundstücke und deren vorherigen Eigentümer. Ich wusste, die Braunen wären durch Ermittlungen beim Grundstücksamt überfordert.

Dick beeindruckte in Hang Dong durch ihr kompromissloses Auftreten. Die Familienangehörigen als Drogenkonsumenten traten gemeinsam zur Ablieferung von Urin auf. Alle Befunde waren negativ. Protokolle über die Einvernahmen und über das Diebesgut erhielt sie nicht. Dagegen ein mündliches Angebot, man könnte die Aussagen der Delinquentin für 300‘000 Baht ändern. Unverständlich, warum? Wir könnten doch die bösartige Frau wegen Verleumdung verklagen. Leider nur, mit der Unterstützung der Braunen. Aber, da sind noch andere, mir bekannte höhere Mächte im Spiel. Wenn ich könnte, würde ich lieber verreisen.
Das Teegeld wurde unaufgefordert zurück bezahlt.

Am Tag nach dem vereinbarten, nicht wahrgenommenen Gerichtstermin, erschien die Delinquentin bei der Polizei und verlangte von Dick Geld, weil Dick ihren Wagen verkaufte. Die Delinquentin mit vernebeltem Gehirn leistete einst bloss eine Anzahlung von 18‘000 Baht. Danach benutzte sie den Wagen 10 Monate lang. In dieser Zeit legte das Fahrzeug 160‘000 Kilometer zurück. Warum wurde dieses Weib nicht wieder festgenommen? Sind hinterlegte Kautionen Freibriefe für Gauner?

Nun erwarte ich Ratschläge der Spezialisten. In Chiang Mai hatte ich im Oktober genau zwei Möglichkeiten. Sofort abhauen, ohne Rücksicht auf Verluste, oder langsam unter bestialischen Schmerzen verrecken. Ich hätte mich aufhängen können. Dann wäre weniger Spam im Netz. Aber lebend konnte ich wenige Leser für anspruchslose Selbstbefriedigung stimulieren, denn die Ereignisse sind für schadenfrohe Blog-Voyeure ein gefundenes Fressen.

Drogen, Glücksspiele, Lügen, Sex

Als der Mann besoffen in einem Gebüsch Hinterindiens eine schmuddelige Bäuerin schwängerte, verschwendete er wohl kaum einen Gedanken darüber, was er gerade zeugte. Das Hirn leidet bei Erektionen meist an Blutmangel. Doch nach der Statistik zu schliessen, war es eher unwahrscheinlich, dass er eine wissenschaftliche Koryphae, eventuell Nobelpreisträger, gezeugt hatte.
Mehr als zwanzig Jahre später bereicherte das Zeugungsprodukt durch sein Verhalten im Dorf meine Geschichten.
Dick vermittelte der Frau, sie lebte mit einem ihrer Söhne zusammen, Arbeit bei der Personenkontrolle im Flughafen.
Das mausarme Mädchen aus einem abgelegenen Bauerndorf verdiente mit seriöser Tätigkeit plötzlich viel Geld! In einem einzigen Monat mehr, als die Eltern in einem ganzen Jahr zur Verfügung hatten.
Aber die Frau wurde vergiftet vom Geruch des Geldes, süchtig nach weit mehr. Angestellte des Flughafens fahren jede Woche ins goldene Dreieck. Selten wegen Opium und synthetischen Drogen. Auf burmesischem Boden steht ein Casino, eine berühmt-berüchtigte Spielhölle. Dorthin bringen sie ihr leicht verdientes Geld, habgierig nach unendlichem Gewinn.

Eines Abends nahm Dicks Sohn einen Anruf entgegen:
„Liebster, ich komme heute leider nicht nach Hause. Ich übernehme eine weitere Schicht. Danach haben wir wichtige Besprechungen.“

Der junge Mann erhielt zuvor einen Hinweis auf eine bevorstehende Exkursion geldhungriger Angestellter. Er nahm ein altgedientes Fahrzeug und verfolgte den Minibus der Spielsüchtigen vom Flughafen bis ins Casino in Burma.

Thais rechnen nicht. Sie lernten es nie. Deshalb gab es im Casino kein halten, als die mitgebrachten Summen verspielt waren. Wozu gibt es Pfandleiher? Nach ihrer Rückkehr versetzte die Spielerin ihren Brautschmuck und ohne Rückfrage an den Besitzer – meine ehemalige Kamera samt Gummi und weiterer Linse. Er bemerkte es schmerzhaft, schwieg und verreiste darauf.
Nach einigen Wochen kehrte er gutgelaunt, frühmorgens zurück. Es war sehr kühl im winterlichen Chiang Mai. Er drängte rasch ins Haus. Ihm wurde extrem kalt, als er seine Lebensgefährtin mit einem Kerl im warmen Bett fand. Er schwieg, ging und verabschiedete sich ohne weitere Erklärungen von seiner Mutter. Wir vermissten ihn.

Die junge Frau äusserte sich bald, sie möchte ihren Wurzelmann zurück haben. Es sei ja eigentlich nichts geschehen. Kamera und Schmuck seien wieder im Hause. Der Beischläfer sei bloss ein harmloser Ladyboy gewesen. Das war im Juni 2013.

Die beiden rauften sich wieder zusammen. Die Frau fand einen neuen Arbeitgeber, weg vom Flughafen mit zahlreichen Exkursionen ins Spielcasino. Der Mann schnitzte oft im schattigen Garten des Gästehauses. Dick fand, die Leute sollten dort einziehen, weil immer wieder versucht wurde, ins möblierte, jedoch unbewohnte Gebäude einzubrechen.

Im letzten Sommer erkrankte der junge Mann. Mehrmals verreiste er ins Universitätsspital. Er besuchte uns öfters zwecks Rasenmähens oder zum Schneiden der Bäume. Er versuchte, seine Krankheit zu verheimlichen. Er hielt Gästehaus und Garten zu Dicks Zufriedenheit tadellos in Ordnung.
Die Lage änderte sich, als er vor einigen Wochen schwer krank ins Spital eintrat. Die niederschmetternde Diagnose; Krebs. Welche Art wissen wir nicht.

Seine Partnerin wechselte ihr Verhalten schlagartig. Sofort wurden der harmlose Ladyboy und einige seiner Kumpane Dauergäste in Dicks Haus. Es wurde zum Bordell und Drogentempel, Methamphetamine und Hanf, umfunktioniert. Der angebliche harmlose Ladyboy ist strammer Soldat. Er war es bereits vor drei Jahren, bei seiner ausserdienstlichen Tätigkeit als Bettflasche.

Zur Mittelbeschaffung für Drogen und das Zocken diente teilweise unser alter Wagen. Die Originalfelgen und Bereifung wurden durch Billigstangebote ersetzt. Reserverad, Werkzeuge, CD-Spieler und Radio fanden neue Besitzer.
Am 19. März wurde die Lady mit 36 Yaba Pillen beim Dealen im Dorf verhaftet. Sie wurde uns sogleich für 100‘000 Baht Kaution angeboten. Von unserer Seite bestand kein Interesse.
Die erzürnte Dame teilte darauf der Polizei mit, die ganze Familie sei Drogenabhängig. Dicks Reichtum und ihre Liegenschaften basierten auf Drogenhandel. Ihr Yaba hätte sie von Dicks Sohn.

Weitere Hintergrundinformationen in den Beiträgen:

https://hinterindien.com/2012/12/22/wurzeln/

https://hinterindien.com/2013/05/28/entwurzelt/

https://hinterindien.com/2013/05/31/wurzelterror/

Fortsetzung folgt

Wie mir der Zufall als Unfall getarnt, den Griffel aus der Hand schlug

Dick musste zur Wahrung unserer Interessen unbedingt und rasch nach Chiang Mai. Verleumdung der ganzen Sippe, Einbrüche, Diebstähle durch eine drogenabhängige Spielerin und ihre Bande, machte ihre Anwesenheit dringend erforderlich.
Die unglaublichen Ereignisse erschütterten mich, denn wir gewährten der jungen Frau, damals scheinbar wenig verdorben, freie Unterkunft und halfen ihr bei der Suche nach Arbeitsplätzen. Doch dies ist eine andere Geschichte.

Ich war angeschlagen. War es Dicks Abwesenheit oder waren es die Ereignisse im Dorf? Beim Mixen meines Gesundheits-Cocktails begann ich den ersten Fehler. Anstatt Bacardi Gold in den Orangensaft zu giessen, erwischte ich die Flasche mit Olivenöl, Qualität „Extra Vergine“. Nur die Farbe war ähnlich.
Verhungern würde ich nicht. Ein Pfund frisch gebackenes Brot und ein Pfund minderwertiger Schinken waren ein Teil meiner Vorräte.
Weil ich müde war, beschloss ich etwa um neun Uhr zu duschen und danach zu schlafen. Beim Reinigen der Verlängerung des Rückens erwischte ich vielleicht zuviel Gel. Wie ein geölter Blitz flutschte und rutschte hilflos von meinem Sitz. Es krachte fürchterlich, als ich mit dem Kopf auf die Fliesen aufschlug. Als ich die Augen öffnete, prasselte Wasser auf mich. Ich lag in einem Blutbad: Schädelbruch – Lebensende?
Das Blut stammte vom anderen, ebenfalls lebenswichtigen Körperteil. Sogleich leitete ich danach gemächlich Rettungsarbeiten ein.
Es gelang, vom Boden aus, mit einem Wischer den Wasserhahn zu schliessen. Ich musste mich drehen und wenden. In sechs Metern Entfernung warteten Brille und Internet. Das Telefon war im Wohnzimmer, annähernd fünfzehn Meter Distanz um drei Ecken, denn das verdammte Ding funktionierte nur dort!
Langsam und vorsichtig kroch ich aus dem Badezimmer. Da war eine kleine Stufe. Ich überwand sie, ohne mich zusätzlich zu verletzen. Den Rollstuhl schob ich vor mir her. Danach versuchte ich, mit Hilfe eines Koffers, ins Bett zu gelangen. Aussichtslos. Den Transfer vom Bett in den Rollstuhl hätte ich geschafft.

Das Fingerfon als Rettungsmöglichkeit? Ich sandte ein Mail an Dick. Danach wandte ich mich an meine Tochter, Wohnort im Kanton Wallis, Schweiz, sie solle Dick telefonieren und unsere Nachbarn in Satun um Hilfe ersuchen. Töchterchen telefonierte, sandte SMS. Dick reagierte nicht.
Es gab nur noch den Weg zum Telefon. Ein gebrauchtes Badetuch erleichterte das Rutschen auf dem Boden und schonte die feuchte Haut. Zielsicher schob ich den Rollstuhl um die Ecken und berechnete dauernd Distanzen. Nur noch achtzig Zentimeter zum Telefon. Meine Hand- und Schulter-Gelenke schmerzten nicht mehr, drosselten aber die Reise-Geschwindigkeit auf Schneckentempo. Betonung auf Po.
Das Telefon funktionierte bloss teilweise. Meine Anrufe gingen irgendwo im Äther verloren. Ich verrutschte den Standort näher zur Veranda. Das Signal wurde stärker. Dick hatte zwei Apparate. Aber sie antwortete nicht. Nach weiteren Anrufen erreichte ich Mowgli. Er war hilfsbereit, rannte zu Mutter. Sie verhandelte im verschandelten Haus mit der Polizei. Mowgli erzählte ihr vom Fall des Lung. Endlich – fünf Minuten später standen die Retter vor der Tür. Es wurde zwei Uhr, bis ich noch lebend, jedoch bebend, im Bett lag.

Dick ist zurück in Satun. Sie hat immer noch zwei ungelesene Nachrichten von mir auf ihrem Smartphone. Ein Vorteil moderner Kommunikation. Nur Narren benutzen sie. Die landesüblich gebräuchlichen Versionen sind Facebook und Line.

Frohe Ostern!

Oster-Gedicht von Low, passend zu einer Melodie von W.A. (Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus) Mozart: Ah,vous dirai-je, maman‘ K.265

Während Hasen liebend rammeln
üben Kinder Eier sammeln.

Fortsetzung folgt

Die Polizei, sein Freund und Helfer

Kleptomanewitsch sorgte in der Familie in Chiang Mai erneut für Aufsehen und Ärger. Die Mutter mit Söhnen und Frauen, den Enkeln, Enkelin und Urenkeln schwärmten zusammen aus, zum Essen beim Chinesen.
Der Beauty Salon schien einsam und verlassen. Unser Nachbar Kleptomanewitsch nutzte die Gunst der Stunde für eine längst fällige Inspektion. Er überkletterte die Mauer. Der Gauner war ahnungslos, dass er von Mowgli beobachtet wurde. Mowgli fürchtete den hinterlistigen Dreckskerl und telefonierte gleich der Polizei. Der Beamte wimmelte den jungen Burschen ab.
Mowgli machte notfallmässig ein Rundschreiben mit Line an die Familie. Irgend einer hängt ja immer, auch in den Kneipen beim Essen, am Handy.
Wenige Minuten später knatterte Onkel auf einem geliehenen Moped vor das Haus. Kleptomanewitsch zog sich eiligst flüchtend über die Mauer auf sein Grundstück zurück. Dann erschienen komischerweise auch die Ordnungshüter. Ihre Spione im Dorf mussten Meldungen zur bevorstehenden Prügelei erstattet haben. Ein feiner Beamter meinte schnippisch zum Jüngling im Haus:
„Keiner da.“
Mowgli zeigte ihm die Bilder auf seinem Smartphone. Der Braune nahm das Handy, fingerte darauf herum, löschte die Aufnahmen und sagte frech zu Mowgli:
„Ich sehe nichts.“
Kleptomanewitsch, bösartiger Dieb und Drogenhersteller, geniesst Protektion von höchster Stelle. Als Drogenbaron kann er sich alles erlauben. Das meinte er zumindest.
Die Polizei verschwand. Herr Kleptomanewitsch spazierte in bester Laune zum Haus des Onkels und erklärte:
„Mowgli hat unrecht gehandelt. Ich würde nie fremden Boden ohne Erlaubnis betreten.“
Der Onkel riss den feigen Lügner ins Haus, verprügelte ihn ausserordentlich und beförderte den Besuch mit einem Fusstritt wieder ins Freie.

LOS – Leute ohne Skrupel

Meine bescheidenen Berechnungen über den Energieverbrauch entlarvten die dreisten Betrüger. Die grenzenlose Gier nach Geld liess die Kleinkriminellen stolpern. Solange vierzig Baht im Monat kassiert wurden, vergüteten die Anwohner die Leistungen problemlos. Mit zehn Baht Aufwand dreissig Baht verdienen, entspricht gemäss Thai Mathematik dreissig Prozent und diese Marge ist handelsüblich.

Air Asia will von U-Tapao aus neu täglich Nan Ning oder Nan Xang anfliegen. Die Maschinen, A 320, bieten Platz für 180 Passagiere. Für Rechengenie Sutham Petkate, Stadtverwaltung Pattaya, sind das nicht 67‘500 zusätzliche chinesische Gäste im Jahr, sondern eine Million.
Als im Dorf nichts repariert oder ersetzt wurde, stellte ich als Druckmittel die Zahlungen ein. Vergeblich. Weil hier niemand rechnet und darum keine Angst herrschte, der Schwindel könnte auffliegen, war das saubere Pärchen, der ehemalige Kassierer für Licht und Wasser und seine Mia Noi, auf unsere 480 Baht im Jahr nicht unbedingt angewiesen.

Dick entdeckte, dass in einer kleinen Soi, Häuschen auf Parzellen von ungefähr siebzig Quadratmetern, mit Elektrizität über nicht offizielle PEA Zähler mit Beleuchtungs- und Pumpenstrom beliefert wurden! Da wurde jeden Monat doppelt kassiert. Nach den neuen Tarifen wären im Jahr 200‘000 Baht ergaunert worden, weil über die privaten Zähler pro Kilowattstunde nicht drei Baht wie üblich, sondern vielleicht sieben Baht verrechnet werden!

Die demaskierten Schwindler demonstrierten ihre Macht und stellten kurzer Hand den Strom der Dorf-Beleuchtung ab. In der Dunkelheit wurden Dicks Bruder einige unwichtige Papiere aus dem Fahrzeug entwendet. Am nächsten Abend war er der erste, der einen Dämmerungsschalter für seine Leuchtstofflampe installierte. Der benachbarte Elektriker half ihm bei der Verdrahtung. Kleptomanewitsch nutzte die erneute Dunkelheit, kletterte über den Zaun und versuchte vergeblich, dem Elektriker eine Rolle Kabel zu entwenden, als unerwartet das Licht anging! Der Dieb rannte die siebzig Meter zu seinem Grundstück um sein Leben. Der Elektriker wird ihm demnächst dafür im Lao Khao Schuppen ein blaues Veilchen oder eine gebrochene Nase spendieren. Der Fünfhunderter für die Braunen ist bereits einkalkuliert.

Einige Nachbarn schauten sich die Installation kritisch an und bestellten bereits am ersten Tag sechs Dämmerungsschalter. Die Gerätchen kosten je nach Leistung etwa zweihundert Baht. Am Sonntag waren bereits die Hälfte der Leuchten mit automatischen Schaltern ausgerüstet. Einige Anwohner zogen normale Stecker mit Handarbeit vor. Dämmerungsschalter neu Bei einer allfälligen Installation aus Sicherheitsgründen bitte den Strom unterbrechen oder abschalten.

In den vergangenen Wochen nahm die Polizei im Dorf zwölf Jugendliche wegen Drogenkonsums fest.
Der Verkäufer im Alter der Delinquenten, jeder kennt ihn, wurde nicht behelligt.
Anhand der Ethanolwolken stellte ich fest, gegenwärtig läuft die Drogen-Produktion bis viermal täglich. Der Alkohol wird von Apotheken frei Haus geliefert. Niemand fragt sich, wozu der Sprit verwendet wird. Der Drogenbaron müsste steinreich sein und wäre wohl kaum aufs Stehlen angewiesen. Es gab mehrere ergebnislose Hausdurchsuchungen! Wieviel kostet wohl so ein hoher Besuch?

Low, von den Räubern nach F. Schiller, in Phonphat

Sieger sind fast immer über alle Zweifel erhaben

Ein Videoclip gab zu reden:
Eine Reihe junger Marineoffiziere in strahlend weißen Uniformen und mit glänzend schwarzen Schuhen, wurde von ihrem Vorgesetzten überprüft. Auf dem Boden vor jedem Seemann lagen ein Smartphone und ein Block aus Beton.
Der Vorgesetzte, sein Gesicht war nicht zu sehen, fragte jeden Offizier, welcher Hersteller ihre geschätzten Handys fabrizierte.
„Soeben gekauft, hä? Sau teuer, gäu he?“ meinte er – seine Macht und die damit verbundene kleine Gehirnwäsche geniessend. Dann liessen sich die angehenden Marineoffiziere auf den Boden fallen und zerschlugen mit den Betonblöcken ihre Handys in kleine Stücke.

Ohne jegliche Begeisterung, ja kraftlos, den Anforderungen keinesfalls gewachsen, tätschelten die jungen Männer ihre Kommunikationsgeräte und befürchteten offenbar, bei der Aktion die zerbrechlichen Zementklötze zu beschädigen.
(Schafft so die Navy Platz für die zukünftige U-Boot Flotte?)

Das berichtete am 16. September Sanitsuda Ekachai in der Bangkok Post (1) und schrieb weiter: …
Dies demonstriert, wie das System Militär funktioniert. Wenn wir unglücklich darüber sind, zeigt dies nur, wir akzeptierten die Tatsache noch nicht, dass das Land nun zu einem Militärlager reduziert wurde.

Ein alter Witz aus der wissenschaftlichen Vergangenheit kam mir in den Sinn. Dessen Inhalt behandelt das Tär als Einheit der Intelligenz, des IQ. Um nicht immer wieder Albert E’s e=mc2 zu erwähnen, nenne ich Werner Heisenberg. Er war ein deutscher Wissenschaftler und Nobelpreisträger und zählte zu den bedeutendsten Physikern des 20. Jahrhunderts. Heisenberg hatte einen IQ von einigen Tera-Tär. (2) Der Schweizer Paul Scherrer wies bescheidener wahrscheinlich über einige Giga-Tär auf. (3) Meine unvergessliche Chefin aus Österreich, wirkte an der Universität Bern hatte mit einigen Mega-Tär Weltruf.
Diesen Monat sollen in Thailand fünfhundert Generäle den Dienst quittieren. Das ergibt genau 0.5 Tär.

Unsere Nachbarn fühlten sich als zweite Sieger irritiert und akzeptierten absolut keine Niederlagen. Als deren Tochter für ein Darlehen von 150‘000 Baht bei mir abblitzte, liess die Rache nicht lange auf sich warten. Es erfolgte eine telefonische Verleumdung wegen Drogenkonsums bei der Polizei in Chiang Mai.
Als die Furie danach von Dicks Tochter keine Kreditkarte erhielt, sprach die Polizei von HangDong trotz Spitalaufenthalts zwecks Drogentests vor. (4) Vergeblich – Befund negativ.
Gestern wartete ich länger als eine Stunde auf eine Flasche Wein. Dieser Einkauf beansprucht inklusive Reise am Mittwoch üblicherweise zwanzig Minuten. Mittwoch ist Markttag am Kad Farang und da herrscht ein riesiges Gedränge, weil Märkte in Thailand Seltenheitswert haben und Nahrungsmittel in Lan Na Land offensichtlich rationiert sind und deshalb leider beinahe täglich teurer werden.

Die kreditschnorrende Nachbarin stoppte die heimkehrende Dick auf dem Moped. Sie erzählte von einer Luxusreise zu dritt nach Bangkok und Pattaya. Die ausgesuchten Hotels hätten mehr Sterne als die gesamte Milchstrasse gehabt. Wir waren ahnungslos vom seltenen Ereignis, weil wir einige Tage in Laos weilten und keine Zeitungen lasen. (Von Laos erwähnte Dick nichts). Aber jetzt, nach all dem quälenden Luxus in Bangkok und Pattaya, hätte die Familie neuerdings im Dorf ein weiteres Haus gekauft!!! Wahrscheinlich vergass oder verlor ein Kunde im Tante Emma Laden einen Goldbarren.

(1) http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/694684/smashing-up-beliefs-no-way-to-instil-order
(2) https://www.google.ch/?gws_rd=ssl#q=heisenberg
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Scherrer
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Erinnyen
(video) https://www.youtube.com/watch?v=OH_-WRX-hHc

 

Herz- und thailändische Geistes-Krankheiten

Bevor wir an und über den Mekong reisten, erlebten wir weitere wundersame Ereignisse im Dorf. Dicks Tochter gab ihre Bank-Karriere auf Drängen ihrer Mutter auf. Sie sah die überarbeitete, offenbar schwer kranke Frau mit einem Pillenvorrat von über einem Pfund. Dick kämpfte vor allem für den kleinen Sohn. Er litt an Mangel von Zuneigung und Liebe.

Wenige Tage nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses kollabierte die junge Frau, glücklicherweise am Telefon. Man hörte den Aufschlag, als das Smartphone auf den Boden krachte. Deshalb war schnelle Hilfe gewährleistet. Ohne sofortige Hilfeleistung des Nachbarn, wäre ich unfreiwillig Sponsor von Besäufnis und Kremation geworden.

Kurz nach der Aufgabe der Banktätigkeit, besuchte die reiselustige junge Frau, welche mich vergeblich um ein Darlehen von 150‘000 Baht ersuchte, Dicks Tochter. (1) Sie wollte bei ihr eine Kreditkarte beantragen.
Sie konnte nicht verstehen, dass die Frau ihre anscheinend lukrative Bankentätigkeit aufgegeben hatte und sie deshalb als Kundin für das Ausstellen eines Kartenantrages zu spät kam. Zornig und sichtbar verdrossen verliess die verhinderte Abenteuerin das Haus. Sie fühlte, diese bösartige Familie wollte ihr offensichtlich das ersehnte Australienreislein mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vermiesen.

Die Herzpatientin kehrte an einem späten Nachmittag nach Hause zurück. Niemand wusste vom Krankenhausaufenthalt der Frau, denn wir wollten nicht, dass sich Goon Sorgen um seine Mutter machte. Der Kleine hasste aus eigener Erfahrung Spitäler und besonders Spritzen.
Kurze Zeit darauf stand die Polizei von HangDong vor der Tür und verlangte einen Drogentest von der knapp zuvor entlassenen Patientin. Jemand aus dem Dorfe habe die Beamten angerufen, von unerklärlichen Abwesenheiten und von Drogenkonsum gefaselt. Wer telefoniert hatte, durften die Ordnungshüter nicht verraten. Wäre die erste Fahndung erfolgreich gewesen, hätte frau bestimmt wieder die Spezialeinheit aus Chiang Mai aufgeboten.

Wie Thais ticken, zeigt eine weitere Episode.
Der britische Akademiker Wyn Ellis, der in einer Landwirtschaftsabteilung für die Vereinten Nationen arbeitet, wurde vor mehreren Tagen auf dem Flughafen Suvarnabhumi festgenommen. Der Grund ist: Er sei eine Bedrohung für die nationale Sicherheit.
Es geht um einen Fall aus dem Jahre 2008. Ellis entdeckte in einer thailändischen Doktorarbeit über organische Landwirtschaftsprodukte Aussagen, die ihm bekannt vorkamen. Er merkte rasch, die Dissertation war eine Kopie einer Studie, die Ellis selbst zwei Jahre zuvor angefertigt hatte. Er beschäftigte sich mit dem Sachverhalt und bemerkte, fast die gesamte Arbeit wurde abgekupfert. Nur 14 der 161 Seiten waren plagiatfrei.
Ellis beschwerte sich offiziell über den Urheber, weil dieser geistiges Eigentum stahl. Er forderte die Chulalongkorn Universität auf, diese Dissertation nicht anzuerkennen.

Der NIA-Direktor als Verfasser der Dissertation, überzog Ellis mit Klagen und Strafanzeigen. Ellis erhielt Morddrohungen. Steine wurden durch seine Autofenster geworfen. Sein Haus stand unter Beobachtung.
Die amerikanische Journalistin Erika Fry, berichtete über den Fall in der „Bangkok Post“. Sie musste deshalb im Juli 2010 aus Thailand fliehen.(4)
Der Fall ist ein Parade-Beispiel dafür, welche Probleme Thailand damit hat, geistiges Eigentum zu schützen. Es ist lebensgefährlich, in Thailand gegen gut vernetzte Beamte vorzugehen.
Diese Doktorarbeit wurde ausgerechnet vom Direktor des thailändischen Instituts für Innovation (NIA) eingereicht. Diese Organisation setzte sich zum Ziel, geistiges Eigentum zu fördern und zu schützen.

Nachtrag vom 8. Sep. 2015, 13 00: Nach fünf Tagen Haft wurde Ellis erlaubt, nach Thailand einzureisen.

(1) https://hinterindien.com/2015/08/24/heisse-eiszeit-in-phonphat/
(2) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/67481
(3) http://www.bbc.com/news/uk-34169104?SThisFB
(4) http://www.cjr.org/behind_the_news/fry_in_thailand.php?page=all