Herz- und thailändische Geistes-Krankheiten

Bevor wir an und über den Mekong reisten, erlebten wir weitere wundersame Ereignisse im Dorf. Dicks Tochter gab ihre Bank-Karriere auf Drängen ihrer Mutter auf. Sie sah die überarbeitete, offenbar schwer kranke Frau mit einem Pillenvorrat von über einem Pfund. Dick kämpfte vor allem für den kleinen Sohn. Er litt an Mangel von Zuneigung und Liebe.

Wenige Tage nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses kollabierte die junge Frau, glücklicherweise am Telefon. Man hörte den Aufschlag, als das Smartphone auf den Boden krachte. Deshalb war schnelle Hilfe gewährleistet. Ohne sofortige Hilfeleistung des Nachbarn, wäre ich unfreiwillig Sponsor von Besäufnis und Kremation geworden.

Kurz nach der Aufgabe der Banktätigkeit, besuchte die reiselustige junge Frau, welche mich vergeblich um ein Darlehen von 150‘000 Baht ersuchte, Dicks Tochter. (1) Sie wollte bei ihr eine Kreditkarte beantragen.
Sie konnte nicht verstehen, dass die Frau ihre anscheinend lukrative Bankentätigkeit aufgegeben hatte und sie deshalb als Kundin für das Ausstellen eines Kartenantrages zu spät kam. Zornig und sichtbar verdrossen verliess die verhinderte Abenteuerin das Haus. Sie fühlte, diese bösartige Familie wollte ihr offensichtlich das ersehnte Australienreislein mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vermiesen.

Die Herzpatientin kehrte an einem späten Nachmittag nach Hause zurück. Niemand wusste vom Krankenhausaufenthalt der Frau, denn wir wollten nicht, dass sich Goon Sorgen um seine Mutter machte. Der Kleine hasste aus eigener Erfahrung Spitäler und besonders Spritzen.
Kurze Zeit darauf stand die Polizei von HangDong vor der Tür und verlangte einen Drogentest von der knapp zuvor entlassenen Patientin. Jemand aus dem Dorfe habe die Beamten angerufen, von unerklärlichen Abwesenheiten und von Drogenkonsum gefaselt. Wer telefoniert hatte, durften die Ordnungshüter nicht verraten. Wäre die erste Fahndung erfolgreich gewesen, hätte frau bestimmt wieder die Spezialeinheit aus Chiang Mai aufgeboten.

Wie Thais ticken, zeigt eine weitere Episode.
Der britische Akademiker Wyn Ellis, der in einer Landwirtschaftsabteilung für die Vereinten Nationen arbeitet, wurde vor mehreren Tagen auf dem Flughafen Suvarnabhumi festgenommen. Der Grund ist: Er sei eine Bedrohung für die nationale Sicherheit.
Es geht um einen Fall aus dem Jahre 2008. Ellis entdeckte in einer thailändischen Doktorarbeit über organische Landwirtschaftsprodukte Aussagen, die ihm bekannt vorkamen. Er merkte rasch, die Dissertation war eine Kopie einer Studie, die Ellis selbst zwei Jahre zuvor angefertigt hatte. Er beschäftigte sich mit dem Sachverhalt und bemerkte, fast die gesamte Arbeit wurde abgekupfert. Nur 14 der 161 Seiten waren plagiatfrei.
Ellis beschwerte sich offiziell über den Urheber, weil dieser geistiges Eigentum stahl. Er forderte die Chulalongkorn Universität auf, diese Dissertation nicht anzuerkennen.

Der NIA-Direktor als Verfasser der Dissertation, überzog Ellis mit Klagen und Strafanzeigen. Ellis erhielt Morddrohungen. Steine wurden durch seine Autofenster geworfen. Sein Haus stand unter Beobachtung.
Die amerikanische Journalistin Erika Fry, berichtete über den Fall in der „Bangkok Post“. Sie musste deshalb im Juli 2010 aus Thailand fliehen.(4)
Der Fall ist ein Parade-Beispiel dafür, welche Probleme Thailand damit hat, geistiges Eigentum zu schützen. Es ist lebensgefährlich, in Thailand gegen gut vernetzte Beamte vorzugehen.
Diese Doktorarbeit wurde ausgerechnet vom Direktor des thailändischen Instituts für Innovation (NIA) eingereicht. Diese Organisation setzte sich zum Ziel, geistiges Eigentum zu fördern und zu schützen.

Nachtrag vom 8. Sep. 2015, 13 00: Nach fünf Tagen Haft wurde Ellis erlaubt, nach Thailand einzureisen.

(1) https://hinterindien.com/2015/08/24/heisse-eiszeit-in-phonphat/
(2) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/67481
(3) http://www.bbc.com/news/uk-34169104?SThisFB
(4) http://www.cjr.org/behind_the_news/fry_in_thailand.php?page=all

Eier und Frösche im tropischen Garten

Ei, ei, eiDas ist kein verstecktes Osterei, sondern das Gelege einer Fröschin im ungünstig konstruierten Teich. Anstatt das Wasser im Boden kühl zu halten, heizt die Nachmittagssonne den gefliesten Wassertrog auf. Die Verdunstungsrate ist dementsprechend. Nur bei Regenfällen entfällt die tägliche Auffüllung.
In Satun gibt es zahlreiche Froscharten. Sie vergruben sich vor der kurzen Hitzeperiode teilweise zwanzig Zentimeter tief in der Erde von Blumentöpfen. Wir störten die schutzsuchenden Tiere bei Gartenarbeiten. Nach den ersten Regengüssen sind sie überall anzutreffen.
Während drei Monaten versuchte ein Thai selten genug, unseren Teich zu reparieren. Einmal hatten wir fünf Zentimeter Wasser darin. Ein fetter Frosch kreuzte Mowglis Weg. Er fing ihn und gönnte ihm ein kühlendes Bad im rapide schwindenden Wasser.
Wenige Minuten später fing eine Katze den fetten, frisch gewaschenen Frosch im Trog. Das bisschen Wasser schreckte sie nicht ab. Sie setzte sich vor den Toyota und verspeiste das grosse Tier. Ich missgönnte der gierigen Mieze den fetten Frosch. In Lan Na Land werden die Amphibien professionell gejagt und verspeist. In Satun zeigen die Menschen kaum Lust für Froschspezialitäten wie Froschschenkelpizza.

Es gibt Frösche in der Grösse von Bratpfannen von 25 Zentimetern Durchmesser. Sie haben ausgeprägte Bassstimmen. Eine Froschart macht Geräusche, wie wenn sie zwei Kiesel zusammenschlagen würde. Diese Frösche klettern an Wänden und Decken wie Geckos. Farblich weisen die Tiere riesige Unterschiede auf. Sie sind nicht bloss grün gesprenkelt wie die europäischen Brüder.
Für eine Fotodokumentation reichte es noch nicht. Ich erkenne die Tiere erst, wenn sie sich bewegen. Wenn sie springen, ist der Fotograf zu spät dran.
In Bäumen und Sträuchern hüpfen kleinere Tiere. Daran erfreut sich bei uns im Garten eine grüne, rotschwänzige Baumschlange.
Weiter gibt es die ganz kleinen, bloss filzlausgrossen, äusserst giftigen Schleimfrösche. Sie sind so gefährlich, dass noch kein Wissenschaftler erfolgreich eine detaillierte Beschreibung verfasste. Trotz Schutzanzügen der Akademiker gelang es diesen gewitzten Tierlein immer wieder, durch Lücken von einigen Zehntel-Millimetern zu schlüpfen und die Forscher bei ihren Tätigkeiten zu erledigen. Beinahe täglich steht die thailändische Polizei vor Leichen und rätselt über Todesursachen.
Sind solch kleine Lebewesen wirklich gefährlich?
Nur wenige Menschen kennen die Gefahren, welche von Bakterien und Viren ausgehen. Dabei sind sie es, die jährlich Millionen von Toten auf dem Gewissen haben. Haben Bakterien oder Viren ein Gewissen? Schweissfüsse, Keuchhusten, Ebola und HIV – ohne Bakterien und Viren gäbe es diese Leiden nicht. Aber ohne Bakterien müssten wir auf Köstlichkeiten wie Bier, Brot, Käse und Wein verzichten.
Meine klare Folgerung aus Hinterindien ist, bei Unfällen unter Alkoholeinfluss sind letztendlich Bakterien die Verursacher!

Tücken der Bewegungsmelder

Beim Kauf der Heizplatte packte ich ebenfalls einen Bewegungsmelder in den Warenkorb.
Von Chiang Mai her wusste ich, klingeln am Haus-Eingang überfordert die meisten Einheimischen. Sie hupen, rufen, schreien, klopfen, klatschen, nur klingeln vermeiden sie. Vor Niederschlägen geschützte Klingelknöpfe wurden missbraucht, bepinkelt, zerstört und gestohlen. Was bringt ein Klingelknopf mit eingebautem Sender, ohne den dazugehörigen Empfänger? Hochgerechnet eine Batterie, die in kein anderes System passt.

Bewegungsmelder mit Infrarot-Detektoren erfassen jeden Besucher, dazu Hunde und Katzen, die eigentlich nur schnell einen kegelförmigen Gruss absetzen wollen und durch die unerwartete Begrüssung in ihrer Geschäftstätigkeit gestört werden. Die Folge sind global frustrierte Arschklemmer!

Zu Hause setzte ich mit klingelndem Tinnitus in den Ohren, die Lärmbelastung in den Hallen des Grossmarktes übertraf den Pegel sämtlicher Karaoke Bars, Batterien in das neue Gerät.
Es blieb still und stumm. War es ein Gehörschaden?
Dick erzählte erst nach meinem Kommentar:
„Die Kassiererin liess beim Scannen des Codes den Bewegungsmelder fallen“.
Sie meldete diese ausserordentliche Bewegung nicht sogleich. Ich hätte ein neues Gerät verlangt oder die Einheit mindestens prüfen lassen.
Thieve1
Dick wollte zur Beschaffung einiger Kleidungsstücke, am Tag darauf ohnehin in diesen Konsumtempel zurück. Zwecks Schonung meines Gehörs verzichtete ich gerne darauf, gab Dick aber den stummen Melder zum Austausch mit.
Keiner der Verkaufsspezialisten wusste, was das Ding war und wie es funktionieren sollte. Vier Mann beschäftigten sich mit dem unbekannten Spielzeug. Einer holte den Chef.
Dick zeigte dem Herrn das zweideutige Bild eines Einbrechers auf der Verpackung mit englischem Text. Er begriff nicht sofort, was es war, kriegte einen knallroten Kopf und dachte, Dick hätte schlechte Absichten.
Sie wartete eine Stunde geduldig, während die Herren Spezialisten haufenweise Geräte testeten. Keines funktionierte. Dick bot ihre mitgebrachten Batterien an.
„Als kompetentes Unternehmen haben wir eigene Batterien!“
Nach einer Weile fand ein Schlaumeier heraus, die Batterien der Prüfer waren erschöpft.
„Ohm haben sie noch, aber Volt keine mehr“, erklärte mir vor vierzig Jahren eine, mit einem Multimeter hantierende Verkäuferin. Sie kannte knapp die Hälfte des Ohm’schen Gesetzes.
Dann erschrak die ganze Bande, als mit frischen Batterien – aus einem Gerät plötzlich:
„Ding Dong, … Hallo, welcome“, erschallte.
Alle die geprüften Gerätchen arbeiteten, bis auf unseres.

Die neue Einheit meldet jetzt hauptsächlich nächtliche Bewegungen schwarzer Katzen und dient als Wetterstation. Tropische Wolkenbrüche werden freundlich begrüsst mit:
“Hallo, welcome!“

Der Kokosnusswasserstecher

Die nützlichste und preisgünstigste Erfindung meines Lebens ist der Kokosnusswasserstecher. Einst entwickelte ich erste elektronische Einheiten zur Datenerfassung und Steuerung analytischer Geräte.mass-spec Sie befreiten qualifizierte Wissenschaftler von stundenlanger, präziser, leider fast stupider Handarbeit. Meine Wunderkisten verminderten Bedienungsfehler und erhöhten gleichzeitig die Messgenauigkeit.mdac Es waren neue, faszinierende Anblicke heutiger Selbstverständlichkeiten. Sie bedeuteten die Ernte teurer Früchte jahrelanger, ruheloser, manchmal schlafloser Suche zur Verbesserung eigentlich simpler Abläufe. Die Resultate erzeugten eine innere Befriedigung. Aber das echte Vergnügen, das wahre Behagen von Seele und Sinnen, vermittelt beinahe täglich der äusserst bescheidene Kokosnusswasserstecher.

Kokosnusswasser sollte nicht mit der aromatischen Kokosnussmilch verwechselt werden. Kokosnusswasser ist die Flüssigkeit noch unreifer, grüner Kokosnüsse. Kokosnussmilch dagegen wird aus dem weißen Fleisch der reifen, braunen Kokosnuss gewonnen und sieht aus wie Milch. Diese Milch schützt in extrem scharfem Curry die Magenwände vor Auflösung. Kokosnussmilch wird im Handel flüssig oder als Pulver angeboten.

Kokosnusswasser ist mit 10 kcal auf 100 Milliliter kalorienarm. Kokosnusswasser enthält Mineralstoffe. Es hat einen sehr hohen Gehalt an Kalium. Im Zusammenspiel mit Natrium reguliert es den Wasserhaushalt des menschlichen Körpers. Kokosnusswasser ist isotonisch. Die Zusammensetzung des Wassers ähnelt der des menschlichen Blutes.
Der fast fade Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Beigaben von Limonen-Saft, weiteren Fruchtsäften oder Rum ergeben faszinierende Cocktails. Nuss1
Wie kommt man bequem an die Flüssigkeit, sofern man sie nicht in Tetrapacks, Dosen oder Flaschen im Laden erwirbt? Wir haben Palmen in den Gärten. Die Nüsse enthalten je nach Grösse und Reife einen halben bis einen Liter Flüssigkeit. Sie werden im Verkauf zwischen zehn und fünfzig Baht angeboten. Durstig entwickelte ich den Kokosnusswasserstecher, denn das Bohren oder Stechen waren keine sauberen Lösungen.
Zur einfachen, hygienischen Gewinnung des Saftes schnitt ich ein Chromstahlrohr von ungefähr einem Zentimeter Durchmesser und 15 Zentimetern Länge schräge wie eine Injektionsnadel an und schärfte die Schnittstelle. Zwei, drei Hammerschläge auf das flache Ende genügen, um den Stahl in die Nuss zu treiben. Danach wird mit einem Essstäbchen die Nussschale, sie ist über zwei Zentimeter dick, aus dem Rohr gestossen und der köstliche Trank fliesst durch das Rohr via Glas in die Kehle.
Dick mischt Kokoswasser mit braunem und weissem Rum. Als preisgünstige einheimische Alternativen genügen Sang Som oder Mekhong. Der Schnaps hält ungebetene Ameisen vom Mittrinken ab.

Anstelle eines Hammers könnten kleine Kniehebelpressen verwendet werden. (2) Der Höhepunkt wäre ein integrierter Schalen-Ausstosser. Ich fand in Chiang Mai noch keine geeigneten Pressen.
Irgendein schlauer, gewinnorientierter Geschäftsmann wird praktische Lösungen finden, patentiert das Ganze und verdient damit Millionen.

Die Anregung zur Geschichte verdanke ich einem Kommentar von Ulrike vom Bambooblog. (1)
(1) http://bamboobloghh.wordpress.com/
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Kniehebelpresse

Verwerfliche Verwerfungen

Thailands Wetterfrösche vermitteln ebenfalls Erdbebeninformationen. Die Wetterprognosen waren und sind wenig informativ und detailliert. So gelten für die nächsten sieben Tage in Chiang Mai folgende Voraussagen:
Temperaturen von 24°C bis 37 °C mit täglicher Neigung zu Gewittern.
In der kalten Jahreszeit gibt es keine Gewitter. Da dekoriert stattdessen ein Nikolaus mit Mantel und Kapuze die täglichen Fensterchen, bei Angaben: kalt, 26 °C.
Diese ausserordentlichen Informationsfluten überzeugten mich, am Anfang des Jahrtausends eine luxuriöse Wetterstation mit mehreren Aussensensoren zu erwerben und zu importieren. Weitere antike Geräte ergänzen die Elektronik: Ein mechanisches Dosen- oder Aneroidbarometer, sowie ein Haarhygrometer. Wann knabbert ein bösartiges Insekt das Haar an? Im Prinzip müsste ich das gefährdete Instrument unter eine Käseglocke stellen.
Meine Warnungen: „Waschmaschine nicht benutzen, in zwei Stunden regnet es“, verhallten trotzdem oft ungehört in Windstürmen. Schamanen und Wahrsagern wird eher Vertrauen geschenkt, als technischen Geräten wie Barometer, Hygrometer und Thermometer.
Sofern ich bei dreissig Prozent Luftfeuchtigkeit giessen des Gartens und der Kehle empfahl, wurde bloss das persönliche Wohl berücksichtigt.
Die besten Wetterprognosen liefern mir die Norweger. (1)

Torricelli erfand das Quecksilber-Barometer

Torricelli erfand das Quecksilber-Barometer

Die Informationen des Amtes über Erdbeben dürfen angezweifelt werden. Muss ich demnächst einen eigenen Seismometer beschaffen?
Die thailändischen Angaben weichen von den Werten des USGS ab. (2)
Am 5. Mai 6,3 Thailand, USGS 6,0,
am 12. Mai 5,0 Thailand, USGS 4,2.
Der Direktor des Nationalen Disaster Warnungs Centers, NWDC, Suebsak Khaosuwan, erklärte am Samstag, den 10. Mai:
„Die Häufigkeit und die Stärke der Nachbeben haben seit dem 5. Mai wesentlich abgenommen. Die Menschen können nun in ihre Häuser zurückkehren.“ (3) Ich zählte täglich 16 Erdstösse.
Als es zwei Tage später im Distrikt Phan, in der Nähe des kopflosen Buddhas, in der Phayao Verwerfung (4), wieder kräftig schüttelte, dozierte Herr Direktor Suebsak Khaosuwan gegen Gesichtsverlust:
„Das ist kein Nachbeben, das ist ein neues Erdbeben!“ (5)

Eine Zusammenfassung der Erdstösse bis am 12. Mai, Angaben ohne Gewähr – NWDC, seit dem 5. Mai zeigt:
Es gab 6 grössere Nachbeben, 5,0 bis 5,9.
28 Erdstösse hatten Intensitäten zwischen 4,0 und 4,9.
Im Bereich 3,0 bis 3,9 wurden 116 Beben registriert.
Mit kleineren Amplituden als 3,0 wurden über 560 Erschütterungen registriert.

Das sind ideale Wohngebiete für Cocktailliebhaber. Sie mischen die Getränke, geschüttelt wird gratis und automatisch.

(1) http://www.yr.no/place/Thailand/Chiang_Mai/Hang_Dong/hour_by_hour.html
(2) http://www.tmd.go.th/en/earthquake_report.php
(3) http://www.bangkokpost.com/news/local/409084/earthquake-risk-declared-over
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Verwerfung_(Geologie)
(5) http://www.bangkokpost.com/news/local/409635/chiang-rai-suffers-fresh-earthquake
(Blog) http://wp.me/p2ljyL-1p5

Bangkok – Heilkunst 1906

Einen Bericht aus Bangkok um 1900 betreffend Krankheiten und Ausbildung medizinischer Betreuung fand ich im:

Archiv für Schiffs- und Tropen-Hygiene,
unter besonderer Berücksichtigung der
Pathologie und Therapie unter Mitwirkung
DES INSTITUTS FÜR SCHIFFS- UND TROPENKRANKHEITEN IN HAMBURG

Leipzig, 1907
Verlag von Johann Ambrosius Barth
Roßplatz 17

Jeanseime, £. Organisation medicale et pathologie du Siam. Presse med. 14. 7. 06.

Seit Mitte der 90 er Jahre besteht in Bangkok eine medizinische Schule, welche der mangelhaften Bildung und Unwissenheit der eingeborenen Ärzte ein Ende machen soll. Der einzige Professor an der Anstalt, welche von jungen Männern im Alter von 15 — 18 Jahren besucht wird, ist ein amerikanischer Arzt und Zahnarzt. Dieser unterrichtet in Anatomie und Physiologie. Der Lehrstuhl für Therapie ist von einem eingeborenen Heilkünstler besetzt-

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Die Unterrichtssprache ist siamesisch, nach und nach soll englisch eingeführt werden. Nach dreijährigem kostenlosem Studium werden die Schüler einem Gouverneur oder einem Eingeborenen-Krankenhause zugewiesen und erhalten erst frühestens mit 21 Jahren das Diplom, welches zur Ausübung der Praxis berechtigt.

Mit der Schule ist ein Krankenhaus von etwa 200 Betten verbunden. Die Kranken müssen sich verpflichten, eine bestimmte Zeit in dem Hause zu bleiben und dürfen zwischen der Behandlung nach siamesischer oder europäischer Art wählen. Nur die Chirurgie wird ausschließlich nach europäischen Methoden betrieben. Die Krankenzimmer liegen in einstöckigen, nicht immer sauberen, auf Pfählen ruhenden hölzernen Pavillons.

Es gibt ferner Krankenhäuser, in welchen nicht unterrichtet wird, andere, in denen mit Lymphe aus dem Institut Pasteur in Saigon geimpft wird.

Die einzige Irrenanstalt des Landes ist wie ein Kerker eingerichtet. Die Insassen erkranken viel an Beriberi. Alkoholismus ist selten, Syphilis scheint nicht zu Erkrankungen des Zentralnervensystems zu führen, Opiummißbrauch führt häufig zur Verblödung.

Die Kindersterblichkeit ist infolge von Durchfällen, Malaria und Blattern sehr hoch. In den tieferen und bebauten Landesteilen erkranken die Erwachsenen selten und nicht schwer an Malaria, Abholzungen führen zu schweren Fieberepidemien.

Die durch schlechtes Wasser hervorgerufenen Infektionskrankheiten fordern beständig viele Opfer, erstaunlich ist es nur, daß bei den kläglichen hygienischen Verhältnissen Bangkoks die Sterblichkeit nicht noch größer ist. Alljährlich im Dezember und Januar flackert die Cholera wieder auf.

Der Aussatz ist besonders in den fruchtbaren Niederungen an der Menam- Mündung verbreitet. Bei einer Musterung der Insassen der Gefängnisse und der Christen der katholischen Mission fand man eine Morbidität an Lepra von 3 : 1000.

Lungentuberkulose kommt massenhaft vor, aber in einer trocknen Form, ohne viel Husten und Auswurf, da der Bronchialkatarrh dabei fehlt.
Die Bazillen sind massenhaft vorhanden, führen allmählich zur Kavernenbildung
ohne Mischinfektion mit andern Bakterien. Tuberkulöse Darmkatarrhe sind dagegen häufig. Die Infektion wird durch das dichtgedrängte Zusammenleben der Eingeborenen begünstigt. Lupus ist selten, Skrofulose aber nicht.
Ferner sind allgemein verbreitet Beriberi, Augenentzündungen, parasitäre Hautkrankheiten, Filariasis und ihre Komplikationen, Blasensteine, Kropf, sowie die von Steiner und Jeanseime beschriebenen harten multiplen Geschwülste der Gelenkgegenden. M.

https://archive.org/stream/archivfurschiffs1119unse/archivfurschiffs1119unse_djvu.txt

Anmerkung:
Beriberi ist eine komplexe Vitaminmangelerkrankung. Sie ist auf einen Mangel an Thiamin (Vitamin B1) zurückzuführen. Noch 1905 wurde die Ursache von Beriberi nicht einer Mangelernährung, sondern als Infektionskrankheit, beziehungsweise als Lebensmittelvergiftung durch Schimmelpilze zugeschrieben.

Schonungslose Signale aus Singapur II

Singapur:
Im September 1904 bat Tan Jiak Kim, ein prominenter chinesischer Kaufmann, den ‘Governor of the Straits Settlements’, Sir John Anderson, eine Schule für medizinische Ausbildung in Singapur zu gründen. Er spendete als Vorsitzender der ‘Straits Chinese British Association‘ 87‘077 $, davon 12‘000.00 $ aus eigenen Vermögen.
Am 3. July 1905 wurde der Wunsch als Straits Settlements and Federated Malay States Government Medical School umgesetzt.
Am 18. November 1913, wurde der Name in ‚King Edward VII Medical School‘ geändert. 1921 erhielt die Institution den Namen ‚King Edward VII College of Medicine‘ um den akademischen Status zu betonen.
Im Jahre 1928 wurde das Raffles College gegründet, um Kunst- und Sozialwissenschaften für malaiische Studenten zu fördern.
Zwei Jahrzehnte später wurde die ‚Raffles Hochschule‘ mit dem ‚King Edward VII College of Medicine‘ vereint. Das Resultat war ab 8. Oktober 1949 die ‚Universität von Malaya‘ in Singapur.

Ab 1950 lehrte Cyril Northcote Parkinson an der ‚University of Malaya‘ Geschichte. Er verfasste eine wertvolle Reihe historischer Monographien zur Geschichte Malayas. Nebenbei beschäftigte sich Parkinson mit Bürokratie. Er veröffentlichte 1955 in “The Economist“ “Parkinson‘s Gesetz“. Bereits 1957 erreichte das Werk die 17. Auflage (Riverside Press).
Dank seinen Erfahrungen in der Marine, entdeckte er Gesetzmässigkeiten in der Verwaltung. Er wunderte sich, dass trotz reduzierter Anzahl der Schiffe deren Verwaltung weiter wuchs. Shipstat Aus solchen und zusätzlichen Zahlen des Kolonialministeriums schloss Parkinson:
Der Angestelltenstab in Verwaltungen entwickelt sich nach der Formel:
Parkinson k ist die Zahl der Angestellten, die Beförderung anstreben, indem sie neue Untergebene einstellen; m die Anzahl der Arbeitsstunden pro Person, die der Anfertigung von Memoranden im internen Büroverkehr dienen; L ist die Differenz zwischen dem Alter der Einstellung und dem Alter der Pensionierung und n die Zahl der Verwaltungseinheiten, die vom Personal des Büros tatsächlich erledigt werden. x ist die Zahl der neuen Angestellten, die von Jahr zu Jahr angeheuert werden müssen.

Verfolgen sie die leicht verständlichen, zum Teil witzigen Ausführungen und die Logik
Parkinsons im Original. (2)

Die ‚University of Malaya‘ expandierte während der Anwesenheit von Parkinson atemberaubend. Deshalb wurde vorgeschlagen, zwei Universitäten, eine in Singapur und eine in Kuala Lumpur zu betreiben. Parkinson sah den verwaltungstechnischen Mehraufwand und empfahl einen gemeinsamen Standort in Johor Bahru.
Doch 1959 entstanden zwei Universitäten. Aus der ehemaligen ‚University of Malaya‘ wurde am 1. Januar 1962 die ‚University of Singapore‘. (5) Aus dem Zusammenschlus der ‚University of Singapore‘ und der ‚Nanyang University‘ 1980 entstand die heutige NUS, ‚National University of Singapore‘.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Cyril_Northcote_Parkinson
(1) http://en.wikipedia.org/wiki/C._Northcote_Parkinson
(2) http://www.economist.com/node/14116121
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Parkinsonsche_Gesetze
(4) http://star.arm.ac.uk/~meb/parkinsons_law.pdf
(5) http://en.wikipedia.org/wiki/University_of_Singapore