Gericht aus Hinterindien. – Das andere Curry Rezept

Mit meinen Gelenkschmerzen kann ich nicht stundenlang frische, zähe Wurzeln zerstampfen. Deshalb ist es ein einfaches Gericht. Noch einfacher geht es nur, wenn man sich zur nächsten Garküche oder in eine Kneipe schleppt, Geld auf einen schmierigen Tisch legt, hungrig und durstig hervorwürgt: „Gäng, Khao, Beer – khrap!“ Welche Art Gäng aufgetischt wird, wissen sie nicht.
In meinem Falle kämen noch die Transfers ins Fahrzeug dazu. Der Einstieg erfordert, sofern ich es in einer Sekunde schaffen würde, nahezu die Leistung von einer Pferdestärke. Sehe ich aus wie ein Pferd? Deshalb ziehe ich unsere Küche mit bescheidenen Vorräten vor. Das Rezept für drei Personen lautet:
Man nehme einen viertel Liter ungezuckerten Orangensaft. Dann wird eine bio-logische Banane in dünnen Scheiben hineingesäbelt. Pazifisten dürfen Küchenmesser verwenden. Eine feingeschnittene Tomate hinzugeben. Zwei Esslöffel mit Waugh’s Curry Pulver einrühren. Wer indische Currymischungen hat, benutzt diese. Indische Mischungen gibt es seit diesem Jahr in unserer Gegend nicht mehr. Wer sind die Hintermänner? Sind es eher unauffällige Typen der Mafia – oder die uniformierten, namenlosen Helden der Volksbefreiungsarmee?
Zusätzlich gab ich frisch gemahlenen Pfeffer, weiss und dunkel, bei. Küchenkräuter von frisch bis zu getrocknete Mischungen können die Tunke ergänzen. Ganz wichtig ist, eine viertel Zehe frisch gepressten Knoblauch einrühren. Militanten Knoblauchisten empfehle ich, bloss eine halbe Zehe zu verwenden. Sonst wird das empfindliche Bananen-Orangen, Schlauchapfel-Apfelsinen, Aroma, gestört.
Die delikate Mixtur auf kleinem Feuer brodeln lassen, bis die Bananenstücklein zerkocht sind. Währenddessen, drei bis vier Tranchen Schweinelende, ungefähr 15 mm stark, in eine beschichtete Bratpfanne geben. Einige Tropfen Olivenöl beifügen. Das Fleisch beidseitig mit wenig Paprikapulver bestäuben, salzen, würzen mit Oregano und Rosmarin und warten. Paprika benutze ich zur Farbgebung.
In Lan Na Land könnte anstelle von Schweinefleisch Elefantenfilet verwendet werden – grösseres Kochgeschirr erforderlich. Sofern Elefant verwendet wird, ist das Gericht Halal und könnte in europäischen Asylunterkünften angeboten werden.

Sobald sich die Banane langsam in der Curry Tunke auflöst, Pasta-Wasser kochen. Pro 100 Gramm Pasta einen Liter Wasser verwenden. 50 Gramm Nudeln pro Person genügen, sofern es nicht Radfahrer sind. Radfahrer verspeisen ein Kilogramm – gemäss der nach oben offenen Pastafarier-Skala!
Zwecks reichlicher Saucen-Aufnahme empfehle ich „Le Eliche“ Nummer 56. Während die Pasta kocht, Lenden Stücke gut anbraten. In der Sauce kurz ziehen lassen.
Zum eher süsslichen Curry passt ein trockener Schaumwein. Wir leerten eine Flasche Trilogy. Bessere Brause, Gosset beispielsweise, gibt es, aber nicht in Chiang Mai.

https://www.tagesanzeiger.ch/leben/essen-und-trinken/Die-CurryInternationale/story/18814744

Ausgang am frühen Abend

Eine Banküberweisung wartete. Nach sechs unlesbaren Formularen erstellte ich zu Hause nach einem Glas Maracuja mit viel Wachholder ein lesbares Blatt. Waren es die Vitamine oder der Alkohol? Es war eine Sternstunde angewandter Chemie, weil sich zu dem Zeitpunkt sämtliche Planeten am richtigen Ort befanden. In Satun beispielsweise wäre das gemischte Getränk nutzlos gewesen. Das ist mein Leben. Deines auch. Wahrsager, Kaffeesatzleserinnen und geldgierige Zigeunerinnen würden Dich gerne persönlich überzeugen – von der Allmacht des Glaubens an Scheissdreck. Die dürfte nach meinen neuesten Erkenntnissen weltweit proportional ähnlich verbreitet sein.

Wir fahren nicht zu Big C. Die Wartezeit in der Bank dürfte annähernd eine Stunde betragen. In Promenada müsste der Andrang weit geringer sein. Promenada ist ein überdimensioniertes Einkaufszentrum. Etwa dreissig Prozent der Ladenfläche fanden keine Mieter. Promenada lernte ich zwangsmässig kennen, denn die Chiang Mai Immigration befindet sich dort. Ich entdeckte ein kleines italienisches Restaurant. Die Köche kochen Spaghetti al dente – unglaublich! Nur meine Bolognese schmeckt mir besser. Die Cocktail Bar arbeitet nach Rezepten. Die Weine sind gut und preiswert. Die Bedienung ist vorbildlich.

Nach Fahrplan hätten wir um fünf in der Promenada ankommen sollen. Wegen des Gedränges auf der Strasse 108 wurde es halb sechs. Das Bankgeschäft wurde innerhalb fünf Minuten erledigt. Danach marschierten wir frohen Mutes nach Italien.
Die Cocktails mit der Vorspeise schmeckten. Der Hauptgang mit einer Flasche Primitivo aus Salento war bereits zuviel für uns alten Leute. Das stetige Befeuchten der Gurgel benötigte viel Zeit. Wir kauften in der Kneipe Gorgonzola und Würste. Danach suchten wir den Lift. Es war kurz nach neun Uhr. Die Lifte waren bereits ausser Betrieb! Promenada ist echte Provinz. Saufen vor fünf Uhr ist amtlich verboten. Nach neun musst du Treppen benutzen – ideal für den Rollstuhl.

Ein herbeigerufener Wachmann wies einen besonderen Weg. Wir fanden unseren Wagen und die exquisiten Würste landeten Minuten später ungestresst im Kühlschrank.

Betrachtungsweisen

Sie bemerkten es, liebe Leserinnen und Leser, Hinterindien unterscheidet sich von anderen Reiseblogs. Es ist ein kleiner Unterschied, ob man ein Land während Tagen oder Wochen bereist, oder ob man hier, nicht unbedingt am Ort – ebenfalls im Land, sesshaft ist. Die ersten Blicke hinter die zauberhaften Kulissen, pornographischen Traumwelten und die zelebrierten Seifen-Opern zeigten mir eine neue, realistischere Welt. Es dauerte allerdings mindestens drei Monate, bis ich mich durch den schützenden, kulinarisch attraktiven Reisberg gefressen hatte und ich im Schlaraffenland endlich meine verklebten Augen öffnete. Thaiküchen boten einst absolute Höchstleistungen für Gaumen und Magen.

Die Umstände änderten sich während den Jahren. Amerikanische Schnellimbisse mit entsprechenden Süssgetränken eroberten das Land. Thais goutieren diese Küche samt gezuckerten Mikrowellen-Gerichten. Die Jungen mit ihren Smartphones als Dauerbrenner am Maul, identifizieren den abgekühlten Plunder nicht als minderwertiges Zeug. Von den Preisen her, musste es hochwertige, gesunde Kost sein.
Sollten wir Schweizer etwa auf Rösti mit Geschnetzeltem, reich garnierten Bernerplatten mit Würsten, Rippli, Bohnen und Sauerkraut – oder gar ein einfaches Fondue zu Gunsten dieser Hamburgerkulturen verzichten?
Seit Jahren weiss ich bei Einkäufen in Thailand, wir erwerben nicht – was wir benötigen, sondern — was uns angeboten wird. Dies gilt besonders während unseren Aufenthalten in Satun. Da helfen oft nur noch Bestellungen in Bangkok oder Chiang Mai.

Ein krasses Beispiel ist der Regen. Wenn es in Satun regnet, riechen wir aromatisch feuchte Erde. Sofern es im Dorf im Norden regnet, riecht es im Haus wie im Chemie Labor an der Uni. Braun-schwarzes, unbekanntes, griesiges Konglomerat fällt von den Dächern.

Seit drei Jahren wird das Land nicht mehr regiert. Die Generäle befehlen. Oft wird eine Anweisung innerhalb eines Tages ausgesetzt. In den drei Jahren der Militärregierung, erhöhten sich die Ausgaben für Verteidigung um einen Viertel, denn Thailand ist von äusserst aggressiven Nachbarn umgeben. Dafür wurde beim Bildungs- und Gesundheitswesen gespart.
Die Regierung Yingluk war drei Monate im Amt, als Überschwemmungen 2011 Zentralthailand und Bangkok heimsuchten. Schuld ist die Frau, weil sie als Regierungschef den Zorn der Götter erregte.
Die Generäle üben seit drei Jahren. Die gegenwärtigen Überschwemmungen sind reine, unvorhersehbare Naturkatastrophen. Dammbrüche durch wenig kompetente Schleusenwärter inbegriffen.

Ihre Excellenz Kobkarn Wattanavrangkul, Thailand Minister of Tourism and Sports, hatte die Eingebung, Touristen reisen nicht wegen des Sexgewerbes, sondern durch vielfältige kulturelle Angebote nach Pattaya. In Zusammenarbeit mit Armee und Polizei räumte man deshalb in den letzten Wochen Sündentempel, wie Massage-Salons, Bars und Klubs rigoros.

Dagegen boomt das Sexbusiness für chinesische Touristen unbekümmert weiter. Klammheimlich haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Grossveranstaltungsorte im Pattaya Markt etabliert. Diese Live-Sex-Shows sind ausschließlich Touristen aus der Volksrepublik China vorbehalten. Bis zu über 100 Busse karren die kulturell interessierten Gruppen zu den Etablissements, die von der Größe her Konzertarenen gleichen. Im Norden der Stadt gibt es vier Lokalitäten, in denen die schlüpfrigen Shows ohne Schlüpfer angeboten werden: BigEye, Bang Up, Number One und 69 Show. In direkter Nachbarschaft entsteht ein weiterer Komplex.

Wenn sie jetzt denken, der Mann wird alt und unglaubwürdig, haben sie recht. Ich selbst traue ebenfalls niemandem mehr in meiner Umgebung.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Bauernfängerei bezeichnet ausgeklügelte Arten von Täuschung bis zum Betrug. Der Titel war eine 1964 von Eduard Zimmermann ins Leben gerufene Sendung des ZDF. Vor den Methoden der Trickbetrüger wurde gewarnt. Die Fernsehserie lief während insgesamt 37 Jahren. Die Zuseher lernten wenig oder vergassen schnell. Sie liessen sich trotz eindringlicher Warnungen von falschen Doktoren und redegewandten Politikern genauso auf den Arm nehmen, wie vorher von gewöhnlichen Taschendieben und betrügenden Halunken.

Gegenwärtig erlebe ich diese Serie im richtigen Leben. Die verflixten Lügen und Trickereien sind ansteckend. Dick mischelt kräftig mit. Es gibt praktisch keine Tage ohne Lügen. Wenn nicht gelogen wird, wird mindestens die Wahrheit vertuscht oder dekorativ verschleiert.
Unser Nachbar, Kleptomanewitsch, schnitt Bäume und Bambus und türmte die Abfälle in seinem Gelände auf. Danach telefonierte er dem Dorfobmann, Dick hätte Bäume und Bambus geschnitten. Rücksichtslos hätte sie ihren Mist in seiner Gartenanlage deponiert. Ob er, der Herr Dorfobmann, so freundlich sein würde, Dicks Plunder aus seinem gepflegten Park abzuholen. Der Obmann kam persönlich vorbei. Er fiel auf den schmutzigen Trick von Kleptomanewitsch nicht herein.

Dick kaufte Schnaps und Käse bei Makro. Es war das erste Mal, ohne meine Begleitung. Mein schmerzhafter rechter Oberarm erlaubte den Ausflug nicht. Zwei Flaschen Sang Som wurden an der Kasse als drei berechnet. Beim Weich-Käse war der Nepp so gewaltig, dass ich fortan auf das Milchprodukt bei Makro verzichte.
Es war ein Stücklein Gorgonzola, netto 115 Gramm. Der Käse wurde von Jagota im Grossraum Bangkok eingekauft, geschnitten, verpackt, angeschrieben mit „Product from Italy DOP“ und in den Norden geliefert.
In Hangdong wurde der Gorgonzola in einen grösseren Behälter umgesiedelt, neu gewogen und mit Preisangabe dekoriert. Das Bruttogewicht war mit 132 Gramm angegeben. Die siebzehn Gramm ungeniessbare Verpackung wurden zum Käsepreis von 1355 Baht berechnet. Das sind dreiundzwanzig Baht.
Dieser Blauschimmel-Käse war von minderwertiger Qualität und hätte ebenso in Dänemark oder England hergestellt werden können. Bereits mein Glasauge hätte mir vom Einkauf abgeraten. Die Schimmelflecken erinnerten eher an ausgelaufene Tinte. Möglicherweise litt der Nord-Italiener kurzzeitig unter der tropischen Hitze. Dick war bedeutend weniger kritisch. Sie erwischt hie und da sogar angefaulte Tomaten, mit der Lesebrille in der Handtasche.
Vom selbigen Lieferanten bekam ich zuvor einen zweifelhaften Greyerzer-Käse. Er stammte kaum aus der Schweiz – oder gar dem Kanton Freiburg aus einem kontrollierten Betrieb, obwohl die Verpackung das Gegenteil vorgaukelte. Das teure Stück war so versalzen, dass das Salz zwischen den Zähnen knirschte. Mindestens das Salz war echt.

Zwischendurch genoss ich einen Montagnard des Vosges. Das ist französischer Weichkäse aus pasteurisierter Kuhmilch. Er zeichnet sich durch cremigen Teig und würzigen Geschmack aus. Nichts zu nörgeln: Originalverpackt in der Käserei in den Vogesen, leider relativ selten anzutreffen in Chiang Mai.

Gift in Lebensmitteln

Es gibt romantischere Gefühle im Leben, als sich mit Bauchkrämpfen und Durchfall zu verlustieren.
Vor fünfzig Jahren waren Kühlschränke noch nicht so verbreitet wie heute. Dennoch durfte man ohne Befürchtungen an den meisten Orten herzhaft futtern, sich den Magen vollschlagen.

Meine Grosseltern lebten ein ganzes Leben ohne Kühlschrank. Grossmutters Küche war so berühmt, wie Grossvaters Blauburgunder, auch wenn ihre Kinderlein nach genossenen Festessen darüber im Versteckten schnödeten.
Filet Wellington, ein Fleischgericht, das angeblich vom Schweizer Küchenchef Charles Senn anlässlich der Zürcher Internationalen Kochkunstausstellung 1930 kreiert wurde, kannte Grossmutter nicht. Hamburger, Hot Dogs und Hummer stellte sie nie auf den Tisch.

Vor einem halben Jahrhundert durfte man sich in Indonesien das warme Bintang Bier mit den wenigsten Schleiern und Fäden in der Flasche persönlich aussuchen. (1) Probleme mit dem fremdartigen exotischen Getränk kannte ich nicht. Heute ertrage ich die meisten Biere in Thailand nicht mehr. Chemische Hilfsmittel mag mein Magen nicht.

Im Norden verdaue ich die meisten Gemüse schlecht, weil zu viele Chemikalien zum Anbau verwendet werden. Dick geht es ähnlich. Im Süden ist es besser, sofern wir Grünzeug nicht in Grossmärkten erwerben.
Aus Profit-Gründen werden vielen Lebensmittel Schönmacher-Chemie beigefügt. Fisch, Fleisch und Gemüse werden mit hochgiftigem Formol bespritzt. Auf zahlreichen Fischkuttern gibt es nicht nur Eis und Kühltruhen. Trotz Kälte-Technik wird zu oft zur Formol Flasche gegriffen. Selbst in Australien erkrankten Menschen nach dem Genuss von Dosen-Thunfisch aus Thailand. (2)

Ich litt öfters nach Fisch-, oder Garnelen-genuss. Die Gemüse des Nordens lösen Blaskonzerte aus, letztmals teure japanische Gurke. Wir sahen zu, wie Chemie in verkäferte Reissäcke gespritzt wurde.
Nach dem Verzehr von Brot von RimPing, damals aus der Nim City, war mir mehrmals übel. Wahrscheinlich spritzten hirnlose Hilfskräfte Chemie in von Motten und Würmern verunreinigtes Mehl. RimPing schloss die betriebseigenen Bäckereien.

Als wir von Satun nach Chiang Mai kamen, durfte ich bei der Immigration in Promenada schnellstens meine Adressänderung melden. Da wir keine grösseren Vorräte im Haus hatten, benutzten wir die Gelegenheit zusätzlich für einige Einkäufe bei RimPing.
Ich erinnere mich an meinen ersten Thailand Aufenthalt. Jeder Tag brachte neue, teilweise duftende Erlebnisse. Ganz neu für mich war damals der Duftreis, Hom Mali, ein überwältigendes Erlebnis. In den letzten zehn Jahren fanden wir keinen guten Duftreis in Thailand, oder es war importierter Basmati Reis aus Indien.
Wir benötigten Reis. Die Auswahl war nicht besonders vielfältig. Eine Marke war, „Königlicher Schirm“ – Hom Mali. Die füllten nur Reis in den Sack und vergassen den Duft. Das Kochen erregte die Geschmacksknospen nicht. Einige Stunden nach dem Genuss wurde mir übel. War es das Fleisch, war es das Gemüse, der Salat oder gar der Wein?
Am Tag darauf verarbeiteten wir die Reste zu Bratreis. Wir gaben feingeschnittene Omelette-Julienne, angebratene Fleischstücklein, Gemüse und Kräuter in die Bratpfanne mit dem Reis. Wieder wurde mir schlecht danach. Dick zeigte ähnliche Symptome. Das Badezimmer hatte starken, vor allem schnellen Zulauf. Fortan ernährten wir uns von Kartoffeln, Mais und Pasta. Wir vergassen den Reis im Schrank. Wir konnten es kaum glauben, verseuchter Reis, eine grosse Marke, aus einem angesehenen Geschäft – vergiftet?

Anfangs Woche brachte Dick unsere Vorratsdose mit dem zweifelhaften Reis der Hilfskraft im Schönheitssalon. Gleichzeitig warnte sie die Empfängerin, der Reis könnte Bauchgrimmen auslösen, etwa im Tonfall, in welchem ich in der Schweiz jeweils Fliegen- oder Knollenblätterpilze verschenkte. (3,4) Innerhalb weniger Stunden erkrankte die Köchin. Sie erbrach und hatte Durchfall. Einerseits war mein Forschergeist befriedigt. Andererseits bedauerte ich die Erkrankte und spendete grosszügig Medizin. In der Schweiz dagegen hätte eine Probe beim Kantonschemiker einen Skandal ausgelöst.
Der Nicht-Duftreisfabrikant hätte mir einen Lamborghini oder Maserati vors Haus stellen müssen. Im LOS pfeife ich – nein – scheisse ich, auf oder in Lamborghini oder Maserati und fahre demonstrativ Mitsubishi.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Multi_Bintang_Indonesia
(2) https://www.news.at/a/thunfisch-dosen-soziales-elend
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegenpilz
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Knollenbl%C3%A4tterpilz
(hinterindien) https://hinterindien.com/2016/04/14/qualitaet-der-lebensmittel/

Low unterwegs als fad-feuchter Pflaumenforscher

Geschätztes Publikum: Ich bedaure, dass ich mich wegen widrigen Umständen nicht melden konnte.
Wir waren eine Woche lang in den Norden unterwegs. Nach täglich mehreren Stunden schütteln auf überlasteten Landstrassen, versagten meine Finger abends den Dienst an der Tastatur. Wir durften regen Anteil nehmen an der schwierigen Situation des Gastgewerbes. In einem vier Sterne Haus war die Matratze im Mittelfeld ausgebumst und wies einen Krater aus, der mich die ganze Nacht lang magisch anzog und hineinrollen liess.
Am nächsten Tag waren die einst süffigen Cocktails einer Bar am Rande der Geniessbarkeit. Dafür wurden die Preise angepasst – mit reichlich dreissig Prozent Zuschlag. Anders berechnet sind es schlichte fünfzig Prozent. Ab Nakhon Pathom wurde die Atemluft stickig. Während des Fahrens hatte ich das Gefühl, ich hätte Wasser in den Lungen. Während wir vor einem Jahr zur selben Zeit durch eine staubige, durch Dürre gezeichnete Steppenlandschaft reisten, glänzte dieses Mal die Umgebung in sattem Grün. Sogar Reisfelder wurden bestellt.

Einen harten Dämpfer bescherte unser Internetanbieter in Chiang Mai. Der Herr am Schalter im Grossmarkt Hangdong wollte, unser Vertrag läuft noch bis Ende Jahr, bereits im Wonnemonat Mai ein neues, teureres Angebot abschliessen. Wir könnten gar nichts tun als von seinem Vorschlag profitieren. Die Zuleitungen zum Haus seien bereits entfernt. Unser zwei jähriger Router deshalb unbrauchbar.
Die „drei bösen Buben“ machten ihre Berechnungen, stiessen aber auf extremen Widerstand des Kunden. Die herbeigerufenen Servicetechniker stellten im Dorf fest, Kabel wurden wirklich gekappt. Ausser den monatlichen Rechnungen erhielten wir nie Berichte über die Tätigkeiten der Firma in unmittelbarer Umgebung unserer Grundstücke. Die Agentur im Chiang Mai Airport Plaza war der gegenteiligen Ansicht, wir hätten Router und einen Vertrag, die Dienstleistungen könnten problemlos weiter geführt werden. Den selbstherrlichen Bereicherer werde ich am Hauptsitz in Bangkok als faule, im Grenzfall als unreife, Pflaume entlarven.

Eher selten sind wir in japanischen Restaurants anzutreffen. Ich mag das zarte Wagyu Rindfleisch, begleitet von einem Fläschchen Sake. (1) Beim letzten Besuch in Chiang Mai war das Wagyu importierter zäher Wasserbüffel aus den flimmernd heissen Steppen des Isan. Der Sake war alle. Die Kellnerin empfahl ein ähnliches japanisches Erzeugnis. Das Getränk passte weder zu Wasserbüffel, noch zu Wagyu.   Es war abscheulich süsslicher Pflaumenschnaps, wie mir Gaumen und Herr Google verrieten.
Etwa auf halber Strecke nach Nordthailand, kannten wir eine Gaststätte. Die Verantwortlichen gestalteten in der bebilderten Speisekarte eine oder zwei Seiten mit ihrem Weinangebot. In sechs Monaten verminderte sich die Auswahl auf zwei Sorten Hauswein. Einen Chardonnay und einen Cabernet Sauvignon. (2)
Eine Hühnersuppe stand brodelnd in einem Topf auf dem Tisch. Süss-saures Schweinefleisch war bestellt. Der Cabernet-Sauvignon war unsere Wahl.
Die Kellnerin goss reichlich roten Saft in die Gläser und liess die Flasche schnell verschwinden. Ich nippte vorsichtig am Glas. Die Haare stellten sich auf. Der Magen grunzte erregt.
Das war kein Rebensaft. Das war wieder ein fermentierter Pflaumenfruchtsaft, wie sich beim Interpretieren der Angaben auf der Flasche bestätigte. Kein Tropfen Cabernet-Sauvignon verirrte sich in die Brühe. Solche „Food and Beverage Manager“, Betrüger der gehobenen Art, gehören hinter Gitter, bestimmt nicht in gepflegte Sessel von Grand Hotels. (3)

Das Internet funktioniert seit einem Tag sensationell mit Pocket WiFi von True. Es bietet Zugriff für sämtliche Laptops und Smartphones im Haus. (4)

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Wagy%C5%AB
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Cabernet_Sauvignon
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/F%26B-Manager
(4) http://www3.truecorp.co.th/truemoveh/product/detail/3208/4G_pocket_WiFi?ln=en#promotion

Mittwochs frische Marktküche in Klong Khut

Weil Hustensaft kaum erhältlich ist, sorgen wir für gesunde Ernährung. Jeweils Mittwoch ist Markttag im Dorf. Dick pickt aus einem breiten Angebot die Rosinen heraus. Nein, liebe Leser, es gibt vieles, nur Rosinen gibt es nicht.
Gestern holte sie knackige Salate, Kräuter, Gurken, Peperoni, Tomaten und Garnelen aus der Andamanensee.
Sie bereitete einen Teller mit Salaten, Gurken und weiteren Zutaten vor. Dann mischte sie eine Sauce mit drei verschiedenen Essigsorten, Olivenöl und einigen Tropfen Balsamico. Sie verfeinerte die Tunke mit einer Spur Mayonnaise, Senf und viel frisch geschnittenem Dill.
Ich fand eine Bratpfanne mit tiefem Rand. Sie gab die Garnelen in die leicht geölte Pfanne. Aus einer in der Nähe stehende Flasche Sang Som quetschte ich Flüssigkeit über die Garnelen. Dann starteten wir den Gasbrenner.
Es duftete herrlich, als die Viecher in der köchelnden Brühe dümpelten. Dann kam der Wendepunkt der Garnelen.
Als der letzte Tropfen Schnaps die Pfanne verliess, griff ich erneut zur Flasche und rettete das Fleisch mit einigen gezielten Spritzern. Danach liess ich die Gasflamme den schädlichen Alkohol verbrennen.
In der hohen Gastronomie nennt man diese gefährliche Tätigkeit flambieren. Ungeübte Nachahmer im Raum Chiang Mai renovierten nach dilettantischem Abfackeln Küchen und ganze Wohnungseinrichtungen.
Dazu servierte Dick gekochten Reis. Die ganze Herrlichkeit kostete keine hundert Baht. Einzig der Wein, leider die letzte Flasche, war ausserhalb eines üblichen Budgets.