Satun Kite Flying Festival

Drachen überall. Nicht nur am Himmel. Auf dem Flugplatz, am Boden, in weissen Uniformen, Verwaltungsangestellte, Würdenträger-innen. Repräsentanten der Macht. Meist ohnmächtige Tanten. Die Landes-Regierung ist weit weg. Tausend Kilometer, in Bangkok. Satun kennt eigene Spielregeln.Kite festivalMarching band Symbol der Zeit: Stehende jugendliche „Marching Band“. Da bewegt sich fast nichts. Officials
flying kites
Kite wallGirls blue
Maori
Kites in the Sky
Girls yellow Sie fliegen nicht. Die hüpfen bloss.
Flying
Das farbenprächtige Festival findet in Satun jährlich im Februar statt. Es wurde termingerecht, unter Einbezug der Chaostheorie, am vierten März eröffnet. Die Chaostheorie beschäftigt sich mit Ordnungen in speziellen dynamischen Systemen, deren zeitliche Entwicklung unvorhersagbar erscheinen. Die Fahrpläne Hinterindiens.
Salam Aleikum Publikum
Dick machte einige Videos. Hier die Links.


https://de.wikipedia.org/wiki/Chaosforschung

Schenkt mir die Zukunft ein Denkmal

Ein kurzer, zu früher Kälteeinbruch Ende September lähmte mich in Chiang Mai. Im Oktober brachen wir Richtung Süden in eine ungewisse Zukunft auf. Wir wussten bloss, wir würden kaum weiter im gemieteten Haus verweilen. Die gesundheitlichen Bedenken überwogen.
Auf Anhieb fand Dick ein angenehmes Haus. Erstmals seit fast zwei Jahren wurden meine Handgelenke schmerzfrei. Ich konnte wieder, ohne Hilfe und ohne den Hintern aufzureissen, das WC benutzen und duschen.. Die Freude währte nicht lange. Eines Nachts verlor ich Empfindungen und Kontrolle der Hände, nicht komplett, aber beängstigend. Ich erhole mich langsam oder gewöhne mich daran.
Die nächtlichen Temperaturen sanken im Januar in HangDong auf 12 °C. In Satun dagegen hatten wir heisses Wetter, denn angesagter Regen blieb oft aus. Strenge Nordwinde bliesen die Wolken aus der Andamanensee nach Süden.

Die Tastaturen von PCs und Laptops spielten mit mir. Schreiben und lesen waren an mehreren Tagen unmöglich. Die unkontrollierbaren Finger wechselten mühsam geöffnete Seiten nach Belieben. Meine eigenen Hände verschaukelten und vergaukelten mich. Ich wusste:
„Erkläre den Lesern, das Ende der Geschichten aus Hinterindien ist möglicherweise nahe.“

Ich weiss, es gibt Spracheingabe.
Der PC versteht meine feuchte Aussprache nicht besonders gut. Ich müsste das Gerät dauernd trocknen oder mit Windeln schützen. Es ist lärmig. Hunde bellen. Hühner gackern. Hähne krähen. Mopeds röhren. Waschmaschinen der Nachbarn dudeln vierundzwanzig Stunden am Tag. Die Lautsprecher arbeiten noch, wenn der Wassertank bereits lange leer ist. Die Warnsignale finden keine Beachtung. Lautsprecherwagen werben fahrend. Akustische Umweltverschmutzung ist gestattet. Dicks Smartphone produziert Geräusche.
Das schlimmste, ich fluche laut. Ich verfluche die Schmerzen, meine Ungeschicklichkeit. Der PC versteht meine Sätze nicht, nur Flüche, dafür in fast sämtlichen Sprachen.

Dank eines Fernsehers mit Zugang zum Internet, wird es mir nicht langweilig, wenn die PCs unbenutzt herumstehen. Wir sehen uns Filme an und hören Musik über YouTube. image

Das Haus fordert uns täglich. Ich entwickelte Moskitogitter für die ausstellbaren Fenster. Eine kleine Firma in der Nähe baut die gesuchten Einheiten mit Magnetschliessern. Die jungen Leute haben einen zusätzlichen Lebenserwerb. BrückeWZ

Am Eingang von der Veranda her bauten wir eine Brücke als Schutz vor Rollstuhl-Rädern für die Profile der gleitenden Kunststoff-Türen. Die sogenannten Aluminium-Fenster – schlecht imitiertes, nicht deutsches, nicht patentiertes Qualitätsprodukt – entpuppten sich als Kunststoff-Attrappen.
Zum Blockieren der Schiebefenster musste ich bohren. Im Geschäft verkaufte man uns nicht die ausgesuchten billig Bohrer aus China. Der Chef erklärte der Verkäuferin:
„Siehst du den Farang im Auto? Der will bessere Qualität, wenn er Stahl bohrt.“
Ich grinste, denn die Bohrer waren für die Aluminium-Fenster bestimmt. Man verkaufte uns Ware aus USA. Zu Hause bohrte ich dann in reinen Kunststoff. Die Arbeit war leichter als das Schneiden von Import-Butter. In die Löcher setzte ich Stahlpfropfen als Fensterstopper. Sie sollen bei Abwesenheiten einige Fenster gesichert offen halten.

Dick stach die zahlreichen Farbbeulen am Haus auf und entfernte die Farbschichten sorgfältig. Danach grundierte sie die Flächen mehrmals mit einem Pinsel.
Der grösste Brocken steht uns noch bevor. Das zweite einbetonierte WC müsste ersetzt werden. Ausgerechnet im Esszimmer stinkt es zeitweise appetitkillend nach Pisse. Ich könnte mir damit ein Denkmal setzen und den Stinker einfach stehen lassen. Thais bemerken solche Düfte nicht. Sie speisen landesweit unbeeindruckt an Abwasserkanälen und neben Abfallhaufen. Gerümpel und Abfälle gehören oft zum unentbehrlichen Hausrat.

Unser Glastisch ist klein und zudem eine unwillkommene Lärmquelle. Demnächst soll er durch ein Holztischblatt mit Chromstahlsäulen ersetzt werden. Noch kontrollieren die Uniformierten den Holzhandel in Satun nur beschränkt.
Mit meinen Händen kann ich nur wenig zum Gelingen beitragen. Die Frage ist, ob mir die Zeit geschenkt wird, die Vollendung zu erleben.
Keiner kennt die Dauer seiner Zukunft. Sind es drei Minuten oder drei Monate? Nur die Wahrsager in den Tempeln wissen alles.

Indonesische Standardgrösse

Beim Einkaufsbummel in Kuah stolperten wir fast über Bettwäsche mit Batikmustern, garantiert aus Indonesien. Die Farben passten uns. Die Kissenbezüge waren wie geschaffen für unser Schlafzimmer, übereinstimmend zu Wänden und Vorhängen.
Mir behagten die fehlenden Grössen auf der Verpackung nicht. Es gab keine Angaben, weder in Zoll, noch in Zentimetern. Es hiess bloss: Standardgrösse, Made in Indonesia.
Die Chefin des Ladens war der Ansicht, das sei “Queen-Size“. Ich vertrat die Meinung, man müsse das Tuchwerk ausmessen. Mangels Gerätschaft war das unmöglich. Zollstöcke, wie in der alten Leinenweberei in Bern, fehlten. Dicks Augenmass sagte:
„Es geht – vor allem zu diesem Preis, umgerechnet zehn Franken für reine Baumwolle!“
Wir schleppten die Wäsche, vier Kissenbezüge und zwei Betttücher, mit Taxi und Schiff nach Satun. Dick wusch, trocknete und bügelte alles fleissig.indostand
Danach entdeckte auch sie, was indonesische Standardgrösse ist: Queen-Size minus zehn Zentimeter. Mit den wahren Angaben läge der Umsatz, trotz günstigem Preis, bei null. Dass einzig die Druckqualität indonesischem Standard entsprach, entdeckten wir spätestens beim Fotografieren.

Gefahren in Schlafzimmern

Eigentlich müssten die Zugänge zu Schlafzimmern mit Warnhinweisen versehen sein.
Etwa neuntausend Menschen beissen im Land des Lächelns pro Jahr bei Motorradunfällen in Naturstrassen, Asphalt, Blech oder Beton. Ein besonders schwerer Schlag traf die letzten Tage die Insel Phuket. Dort verloren Motorradhersteller und Ölindustrie in fünf Tagen sechs Kunden.
Aber weit mehr Menschen sterben in Hinterindiens Schlafkammern – mit und ohne Matratzen. Für Rentner gilt sogar ein erhöhtes Risiko. Die einzige Abhilfe wäre der Besuch von Kneipen und Konzerten.
In Schlafräumen muss nicht unbedingt der Geist aufgegeben werden. Man kann sich allerhand Infektionskrankheiten holen: Vom einfachen Schnupfen, bis zu komplizierten Geschlechtskrankheiten. Zusätzlich warten Milben, Läuse und Flöhe neben verführerischen, vielleicht üppigen Fett- und Fleischgebilden, wie sie bereits der bekannte Flame Pieter Pauwel Rubens ab 1592 auf Leinwände pinselte. (1)
Moderne Frauen, vor allem in Malaysia und Südthailand, streben mit Hilfe von Süssgetränken, Naschwerk wie Pralinen und Torten, oder importiertem Fastfood – barocke Formen an. Rubens
Meine schlimmsten Bedenken verschwinden, sobald mich etwas sanft Duftendes, warmes Verlockendes, auf die Matratze ruft. Absolut gedankenfrei rolle ich ins Bett und streichle feine Haut und reizende Formen, bis ich einschlafe. Das ist bedeutend angenehmer, als das Knuddeln miefender, mit Holzwolle gestopfter Teddybären während meiner Kindheit.

Im Haus am letzten Reisfeld erwachen wir öfters wie aus einer Narkose in einem extremen Schnapsladen. Das ganze Haus riecht eindringlich nach Ethanol. Der Pegel ist derart hoch, dass ich wegen Explosionsgefahr kein Licht einschalte.
Wir benutzen Ethanol im Badezimmer zum Reinigen technischer Geräte und deren Behältern aus rostfreiem Stahl. Ich prüfte, ob etwa unsere Flasche umgefallen sei. Sie stand jedoch verschlossen aufrecht an ihrem Ort.
Die Ethanol-Kontamination stammt aus der Nachbarschaft. Reinigen die Anrainer ihre Häuser nach Mitternacht mit Alkohol? Mitten in der Nacht dämmerte es in meinen Gehirnwindungen.
Die machen wahrscheinlich chemische Experimente. Beim Googeln lernte ich, wie Methamphetamine, „CRYSTAL“,“METH“,“CRANK“,“SPEED“, “ICE“, hergestellt werden. In einer amerikanischen Anleitung wird Vicks verwendet. (2, 3) In Hinterindien benutzen Erzeuger Pseudoephedrin aus Hustensaft. (4) Den gibt es mit der dreissig Baht Versicherung in jedem Spital gratis.
Der Verfasser der Anleitung empfiehlt eindringlich:
“PLEASE! DON’T SMOKE IN THE SAME ROOM WHEN YOU DO THIS. OPEN A WINDOW IN THE ROOM. It is very easy to become delirious off the ether fumes, so be sure you are well ventilated.”
Die Nachbarn werden im Schlafe betäubt. Möglicherweise ist es bloss ein intelligentes Vorspiel für einen Raubüberfall.
Kriminell sind die Aktionen wohl kaum, denn das Kriminalgericht wies sogar ein Verfahren zurück, in dem Demonstranten des Volksdemokratischen Reformkomitees (PDRC) vorgeworfen wurde, die Wahlen am 2. Februar 2014 behindert zu haben. (5)

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Paul_Rubens
(2) http://phrack.org/issues/4/8.html
(3) http://www.drugabuse.gov/publications/research-reports/methamphetamine/how-methamphetamine-manufactured
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Pseudoephedrin
Neuartiger Drogencocktail
http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/65339

 

Nong Khai, Sala Kaeo Ku

Die Stadt Nong Khai erlebte in der Mitte der neunziger Jahre einen Wachstumsschub. Der Grund war der Brückenbau über den Mekong. Ohne die Besucher aus Laos, sie kaufen vorwiegend Textilien, würde die Stadt vollkommen in der Bedeutungslosigkeit versinken.
Für Eingeweihte gibt es, etwas versteckt – annähernd drei Kilometer östlich der Stadt, Sala Kaeo Ku, ศาลาแก้วกู่.
Der Künstler und Mystiker Luang Pu Bunleua Sulilat errichtete im benachbarten Laos ab 1958 einen Buddha Park. Diese Anlage liegt ungefähr fünfundzwanzig Kilometer östlich von Vieng Chan. Als 1975 die Kommunisten in Laos die Macht übernahmen, flüchtete Bunleua über den Mekong zurück in seine Heimat. KaeKu1516
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Er begann 1978, ungefähr drei Kilometer östlich des Zentrums von Nong Khai, mit viel Phantasie und noch mehr Zement, den Park Sala Kaeo Ku zu gestalten. Die mächtigen Skulpturen sind teilweise zwanzig Meter hoch.KaeKu3
Bunleua Sulilat wurde 1932 als siebentes von acht Kindern einer Familie in der Provinz Nong Khai geboren. Er starb 1996. Der mumifizierte Leichnam ist im dritten Geschoss des Hauptgebäudes im Park aufgebahrt.
Der Titel „Luang Pu“ ist eigentlich Mönchen vorbehalten. Sulilat war eine exzentrische und fesselnde Persönlichkeit. In Verbindung mit der gezeigten Mischung von Hinduismus, Buddhismus, beide teilweise mit einer Spur von balinesischem Einfluss, wurde er als Deuter zum Sektenführer. Böse Zeitgenossen behaupteten, der Künstler sei verrückt.KaeKu4
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Die tiefen Eindrücke auf uns können die wenigen Bilder, eine kleine Auswahl aus über hundert Aufnahmen, kaum vermitteln. Dick war fest eingebunden in eine Zementwelt gewaltiger Bildwerke. Sie opferte Blumen und Weihrauch, als sie die ergreifenden Darstellungen des Lebenszyklus erlebte und fühlte.
Meine Wenigkeit dagegen bewahrte ruhiges Blut und kühlte den Körper zusätzlich mit einem kalten, isotonischen Getränk ab. Es war ein heisser Tag. Sogar die Kamera fühlte sich warm an. Der Auslöser brannte unter dem Finger. Gibt es Fotoapparate für Linkshänder?
KaeKuTauben
KaeKu Sockel Buddha
KaeKu1939
KaeKu1961
KaeKu1968

http://de.wikipedia.org/wiki/Sala_Kaeo_Ku
http://en.wikipedia.org/wiki/Bunleua_Sulilat

Die Parks befinden sich am Mekong fast gegenüber.
In Laos : 17.912245 102.765079
Thailand: 17.8870818 102.7826244

Die Kunst des Karaoke-Nicht-Singens

Erinnerungen an meine Frühzeit im kleinen Dorf inmitten der Reisfelder Nordthailands.
Eine meiner jungen Nachbarinnen war ein bezaubernd aussehendes Sing-a-song-Girl. Ein Manko, sie konnte nicht singen.
Bereits am Nachmittag fuhren grössere Wagen der einstigen Oberklasse vor. Sie verstopften die kleinen Strassen in der Nähe des Nests der stillen Nachtigall.
Ohne eine Note zu singen erarbeitete sich die Frau genügend Bank-Noten für einen gehobenen Lebensstandard. Schönheitssalon, Massagen, letzte Mode gehörten zu ihrem Alltag. Eines Tages heiratete sie einen Herrn aus Singapur. Einige Jahre danach zog das Paar leider weg. Das Haus steht noch. Der einst kleine grüne Garten wurde restlos zu betoniert. Da gedeiht kein Unkraut mehr. Für mich ist es ein Denkmal!

Getrübte Freuden

Jugendzeit. Sommerferien. Das bedeutete, während fünf oder sechs Wochen keine Schule. Meine Familie verreiste öfter in die Berge. Als ältester Sohn durfte ich im weit entfernten Dorf Lebensmittel, vor allem Brot besorgen. Schon bei Matthaeus 6:11 steht geschrieben: Unser täglich Brot gib uns heute. Diese Worte trafen damals speziell auf radfahrende Sekundarschüler zu.
Wesentlich angenehmer fand ich Ferien am Murten-See. Baden und angeln bereiteten mehr Spass, als wandern in dünner Alpenluft, verbunden mit Kuhfladen-Slalom in reich gesegneten Auen und Wiesen. Die Verpflegung am See wurde täglich frisch geliefert. Für seltene Einkäufe im Dorf ruderte ich mit dem Boot in See und Fluss, wo ich den morschen Kahn an der Brücke fest band.
Gerne besuchte ich meine Grosseltern. Grossvater verbrachte viel Zeit mit mir.
Wir suchten Pilze, sammelten Holz für den Winter an den Jura-Hängen und unternahmen täglich Ausflüge in die nähere Umgebung. Der alte Mann wusste Bescheid, wo er einen Römer mit köstlichem Blauburgunder bekam.

Mowgli hat wesentlich längere Ferien als ich sie erlebte. Das Schulsystem und dessen Exekutive lassen jedoch die Kinder die Ferienzeit nicht ungestört geniessen. Kurz nach Ferienbeginn wurden die Resultate der Prüfungen im Schulhaus mitgeteilt. Persönliche Anwesenheit war erforderlich.
Viele Eltern schicken ihre Sprösslinge während den Ferien in die Sommerschulen!

Mowgli genoss wenige Tage auf Langawi und in Satun. Er wäre zu gerne länger im Süden geblieben. Die Herren Pädagogen riefen ihn letztes Wochenende zwecks Materialausgabe, Uniformen und Lehrmaterial, auf Freitag zurück. Er versuchte, dieses Aufgebot zu verschieben. Der Oberlehrer beharrte unerbittlich auf seiner Aufforderung, obwohl die Ferien danach während Songkran, Thai-Neujahr, bis mindestens Ende April andauern. Das ist angewandte Erziehung zum gehorsamen Staatsbürger.

Für seine ersten Reise buchten wir einen Direktflug von Chiang Mai nach Hat Yai.
Asiens angeblich „günstigste“ Fluggesellschaft bietet wenig Service, verlangt für jede Leistung Zuschläge. Sie ist selten wirklich preisgünstig. Wer blind der Werbung vertraut und keine Preise vergleicht, bezahlt für bescheidene Angebote zu viel. Oft kassierten Fluggesellschaften mit hervorragenden Leistungen weniger als der Billigflieger.
Für Mowglis Rückflug buchten wir eine andere Airline. Der Preis war trotz Verpflegung günstiger. Der Junge lernte zudem einen weiteren Flugzeugtyp kennen. Er übte das Umsteigen im provinziellen Don Mueang. Über seine Erfahrungen sandte er ein Mail.
„When I come to Don Mueang I almost lost way. I go and ask the police. I don’t come out from the airport yet. Where can I check in Don Mueang to Chiang Mai?
This Guy smell out of mouth very bad. He say go to 2nd floor.
I say thank you.
I not sure I ask others one more now is the woman. She say go to 3nd floor.
Now is correct and same thing go check in Gate again.”

Am vergangenen Freitag erhielt ich unverhofft Staatskunde-Unterricht. Zu dritt sahen wir am Fernsehen auf Kanal 190 das “Thailand Philharmonic Orchestra“.
Der Deutsche Stefan Willich dirigierte die 6. Symphonie, komponiert von Ludwig van Beethoven.
Eine bezaubernde Flötistin bereicherte durch ihre blosse Anwesenheit das Konzert. Der erste Satz war gespielt, der zweite kaum begonnen, unterbrach das Signet des NCPO, National Council for Peace and Order, die Musik. Herr General Prayut Chan-ocha sollte seine wöchentliche Rede halten.
Während der Fussball-Weltmeisterschaft konnte der Termin der Ansprache des Generals wegen eines wichtigen Spiels verschoben werden. Für die Pastorale, Beethoven arbeitete 1804 zwei Jahre lang daran, gab es leider keine Ausnahme, auch nicht für Kanal 190.

Tänze, Tempel, Tiere, Krempel

Wat Bua Kwan in Nonthaburi liegt nicht besonders malerisch an einem markanten Hügel oder an einem lächelnden See. Die Anlage ist mitten im Grossstadt Gewimmel. Dichter Verkehr braust pausenlos auf einer Hochautobahn mit Blick auf die Tempel Dächer. Unter der Hochautobahn drängeln und stauen sich ebenfalls Fahrzeuge. Diese stehen überall vor den zahlreichen Gebäuden der Anlage. Beim Abschreiten und Verehren der unzähligen Gottheiten werden Gläubige immer wieder durch rücksichtslos knatternde Motorräder in die hektische Gegenwart zurückgerufen.
Die versammelten Buddhas aller Stilrichtungen, von spindeldürren Giacometti Figuren (1) bis zu gewagt chinesischen Fettleibigkeiten, gibt es viel zu bestaunen. Die hübsche Kwan Yin fehlt nicht im Reigen. Hindugötter wie Brahma, Krishna, Shiwa, Ganesha (2) und weitere der zehntausenden Familienmitglieder säumen Hallen und Wege. Heilige Rinder, schöner als echte Wasserbüffel, grüssen stumm und ohne duftende Exkremente. Allfällige Tretminen stammen von Hunden, Hühnern und Katzen.
Neben all den heiligen, buntbemalten, teils vergoldeten Figuren, stehen wenig diskret Opferstöcke. Sie fordern zum Spenden auf. Hier wird man nicht nur die Sünden los, sondern ebenfalls Münzen und Papiergeld. Das ist doch der tiefere Sinn der Religionen. Nur der stetige Griff zum Geldbeutel bringt Segen.

Die Tempel-Anlage ist eine Grossabfertigungsstelle, die Endstation, das Tor zum Nibbana (Nirwana), Man fühlt sich dem Tod sehr nahe. Es gibt mehrere, nummerierte Abdankungshallen. Sie sind so ausgelegt, dass gleich mehrere Trauergemeinden Platz finden. Während die einen auf ihre Smartphones glotzend mit halbem Ohr einem Redner oder einem Grüppchen Mönchen zuhörten, strömten links oder rechts leise neue Besucher in ihre Sitzreihen.

Unsere Abdankungsfeiern im Wat Bua Kwan in Nonthaburi waren weniger hastig, von gehobener, gepflegter Art mit Zwischenverpflegung. Traditionelle Thaitänze, ausgeführt von Studenten der Rajamanga University of Technology, Thonburi, Bangkok – wo die Verstorbene lehrte, begleiteten während fünf Tagen das Chanten und die Gebete der Mönche. Dick, in feines Schwarz gehüllt, war mit Kamera und Stativ beschäftigt. Die eher bescheidenen Lichtverhältnisse im Tempel beschränkten leider die technische Qualität ihrer Dokumentation.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Alberto_Giacometti
(1) http://www.fondationbeyeler.ch/sammlung/alberto-giacometti?gclid=CITk4IDXnsQCFQ4njgod_3oAiA
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Ganesha

Manohras Tanz
(m) https://www.youtube.com/watch?v=jiS0SYHyRQ0
Der Tanz “Manohra Buchayan“ besteht aus sechs Akten. Sie zeigen die mythische Liebesgeschichte zwischen Manohra, einem Fabelwesen – Kinnaree – halb Mensch halb Vogel, und dem Prinzen Suthon.
Ein eifersüchtiger Höfling verriet das Fabelwesen Manohra den Obrigkeiten. Diese Kinnaree, Manohra, sollte darauf verbrannt werden. Im letzten Tanz schwingt sich Manohra in ihrem Federkleid jedoch in die Lüfte und rettet sich in die Berge des Himaphan.

“Thai Dance in Wat Bua Kwan“.
(t) https://www.youtube.com/watch?v=9fohp9P4IiA

Aus Rücksicht auf die ausführenden Studenten, sie interessierten sich für die Aufnahmen, wählte ich für den Titel die englische Sprache.

Weitere LINKS
Die Geschichte zum Video:
(1) http://www.youtube.com/watch?v=jiS0SYHyRQ0
finden Sie in:
(2 https://hinterindien.com/2015/03/07/lieferungsverzug-trotz-adleraugen/
Zusätzliche Informationen:
(3) http://www.thailandtourismus.de/service/neuigkeiten/details/article/typisch-thailand-traditioneller-volkstanz.html
Mehr über Manohra
(4) http://www.thaipage.ch/autor/ertelt/thai.php
(5) http://www.manoravillage.com/german/56-manora-eine-thai-legende

Lieferungsverzug trotz Adleraugen

Leider geriet ich mit den Berichten in Rückstand. Bisher versuchte ich, jeden dritten Tag einen Beitrag zu publizieren. Dieser Vorsatz wurde durch unsere Reisen arg durcheinander geschüttelt. Die teils holprigen Strassen und meine Tätigkeit als Navigator liessen das Tippen im Auto nicht zu. Leider bleibt es so, denn nächste Woche besuchen wir erneut Langkawi.
Einen der Höhepunkte als Nüvi-Interpretierender erlebte ich in Chumphon. Ich sagte:
„Links abbiegen, links bitte, links,.. links, …“.
Dick erwiderte:
„Nicht hier!“ und bog auf ihre falsche Schnellstrasse ab. Sieben Minuten später rollten wir dennoch Richtung Surat Thani.

Die vergangenen Tage waren wir von Chiang Mai nach Nakhon Sawan, Nakhon Pathom und Chumphon unterwegs. Von Nakhon Pathom aus machten wir einige Abstecher in den Tempel Wat Bua Kwan in Nonthaburi. Die zurückgelegten Distanzen in der Stadt betrugen alle fünf Minuten hundertfünfzig Meter. Bitte Umrechnen auf einen Kilometer!Wat Bua Kwan Hindugott
Eine Verwandte von Dick wurde im Tempel kremiert. Die Abschiedsfeier dauerte fünf Tage, mit Chanten und Gebeten der Mönche und der Vorführung klassischer Tänze, denn die Verstorbene lehrte Tanz an einer Universität in Bangkok. Thai-Tempel-Tänzerinnen
Das Orchester alleine umfasste zwölf Musiker. Es spielten selten alle zusammen, denn zwischendurch wurden Stärkungen eingeworfen. Dick filme fleissig. Nun müsste ich die Aufnahmen bearbeiten, um sie später auszugsweise auf Youtube zu zeigen. Flotter Flöter0rchester
Nach zweitausend Kilometern trafen wir wieder in Satun ein. Die Luft hier ist rein und klar. Adler kreisen am Himmel. Es ist unglaublich, wie diese Vögel in grosser Höhe fliegend Fische erspähen, einen Sturzflug einleiten und mit der Beute ihre Jungvögel versorgen. In Nordthailand müssten diese Greifvögel verhungern. Wegen der eingeschränkten Sicht im Smog wurden sogar Flüge nach Mae Hong Son eingestellt.

Das Leitungs-Wasser in Satun entspricht mit den gemessenen elektrischen Leitwerten dem Trinkwasser aus Flaschen. Dick sieht es an der Wäsche. Weisse Wäsche ist blendend weiss. In Chiang Mai erzeugt derselbe Maschinen-Typ mit demselben Pulver höchstens ein mildes Grau. Der gemessene Widerstand des gepumpten Wassers ist in Phonphat fünfundzwanzig Mal schlechter als das gefilterte Wasser. Die Qualität des Leitungswassers ist unterschiedlich, aber meist noch schlechter als unser gepumptes Wasser.

Alte und neue Mauern in Malaka

In den vergangenen Jahren klickte ich fasziniert die spärlichen Reste des alten Malaka an ausgetrampelten Touristenpfaden. Diesmal richtete ich meine Blicke auf neuere Bausünden. (Weitere Abbildungen:
https://hinterindien.com/2014/09/28/einige-unterschiede-zwischen-phonphat-und-malaka/) hatten1 Gezielter Abbruch längst vergessener Geschichten.Rosario1 Ich stöberte noch einige letzte, nicht zweckentfremdete Bruchstücke, der Ruine der Capela Ermida de Rosario auf. Sie wurde um 1700 erbaut und ersetzte eine Saint Lorenzo, Sankt Lawrence Kapelle, welche die Portugiesen im 16. Jahrhundert ausserhalb des Forts, Fortaleza de Malacca, errichteten. text Der Zerfall der Kapelle begann, als einige hundert Meter entfernt die Kirche St. Peter 1710 eingeweiht wurde. Dieser alte Andachtsort wird von zahlreichen Gläubigen für Gottesdienste aufgesucht.St.Peter1
StPeter Während meiner Anwesenheit dienten die Überreste der Capela Ermida de Rosario respektlos zum Trocknen der Bodenbeläge einer benachbarten Kneipe Rosario Ein letzter Hauch gepflegter Nostalgie in derselben Gegend. Gegenwärtige Vergangenheit