Die Wintersonne bringt kaum Licht ins Dunkel

Da ist wieder einmal eine Geschichte, welche Lachmuskeln erregen könnte. Über die eigene Dummheit zu stolpern und darüber zu schreiben, muss schwer geübt werden.

Mein erster Beitrag im Oktober betraf Dicks Tochter. (1) Es sah aus, als ob sie endlich einen vertrauenswürdigen Partner getroffen hätte. Gegenwärtig ist sie ehrbare Lebensgefährtin mit Kopftuch und tiefschwarzem Ganzkörperkondom, denn ihr neuester Partner verehrt Allah. Es gibt keine Hunde, Schweinereien und Unreinheiten in seinem Haus! Meine Begeisterung über das neue Mitglied der Koran Kaste hielt sich in Grenzen. Die Hochzeitsfeier fand ohne unsere Anwesenheit statt.

Dick hatte zuvor ein ernsthaftes Gespräch mit dem ausserordentlich netten Herrn. Er schien durchaus ehrbare Absichten zu haben. Er investierte beachtliche Summen in seine Zukunft. Er besorgte ein Geschäftslokal für seine neue Frau. Er kaufte für sie ein neues Motorrad und einen neuen Wagen, nachdem sie ihr Fahrzeug während Jahren ohne jegliche Wartung zu Schrott gefahren hatte.

Mitte Januar erreichten Dick bittere Tatsachen. Der angeblich nette Kerl, neuester Beischläfer und Gatte der Tochter, entpuppte sich als professioneller Hochstapler. Der blühende Familienbetrieb im Tourismusgeschäft in Nordthailand existiert nicht. Der Eindruck erweckende Blechscherz, der am Salon in PhonPhat präsentierte Wagen, war gemietet. Das Moped wird monatlich mit tausend Baht abgestottert.

Das ganze Lügengebilde geriet schnell ins Rutschen. Die Frau besetzte das Haus eines Bruders im Dorf, zusammen mit Ehemann, Sohn Goon und ihrem Vater (2) in PhonPhat. Sie verscheuchte gnadenlos ihren krebskranken Bruder. Sie verkaufte Goons Lego Sammlung, wie der kleine Enkel traurig mitteilte. Danach wurde die Bande kriminell. Als pikantes Detail erwähne ich, dass der Vater der Tochter mit einer anderen Frau, ebenfalls Mowgli zeugte, der bereits 2012 in unser Haus einbrach. (3)

Eine Fenster-Scheibe unseres Hauses wurde mühsam ausgebaut. Darauf folgte die Entfernung des Schutzgitters aus rostfreiem Stahl. Die Gauner brachten sogar Zement und Farbe für die Wiederherstellung. Töchterchen wollte die Grundstücks-Dokumente. Ohne sämtliche Wertsachen zu klauen, verabschiedete sich die Bande vom Tatort.

Danach erhielt Dick Anrufe, ihre Tochter verkaufe Goldringe und Diamanten. Nach unserem Wissen waren es kaum Schätze aus Dicks Sammlung. Die Verbrecher mussten zusätzlich weitere Bürger beraubt haben. Nachher begann das feine Töchterchen, in Phitsanulok, mit selbstgebastelten Vollmachten, Dicks Grundbesitz zu verkaufen. Als ehemalige Bankangestellte kannte sie diesen Geschäftsbereich.
Die um Hilfe gerufene Polizei sagte: „Familiengeschichten gehen uns grundsätzlich nichts an.“
Die Beamten der Grundstücksämter in Phitsanulok und HangDong fanden: „Sobald wir etwas umgeschrieben haben, sind Änderungen unmöglich.“ Ein teures Haus in der Stadt Phitsanulok wechselte den Besitzer für lumpige 800‘000.00 Baht!

Dick sah ihren gesamten Besitz in PhonPhat in Gefahr. Sie wollte für Rettungsmassnahmen schnellstens zurück in den Norden. Es gab nur ein Problem, Air Asia akzeptierte ihre Kreditkarten im Internet nicht. Am nächsten Morgen telefonierte sie mit Angestellten der Firma. Die Gesellschaft gestattete die Benutzung einer fremden, meiner Karte. Das Passwort wurde nicht abgefragt. Jeder könnte diese Karte stehlen und auf meine Rechnung Flüge buchen.

Die Polizei um Hilfe zu ersuchen, war sinnlos. In Familientragödien mischen sich die Beamten nicht ein. Dagegen hätten sie sich gerne an unserem Besitz an Möbeln aus verbotenem, teuren Holz, Hua Li und Teak, und kulturell bedeutenden Werken, Gemälden und alten Bronzen, bereichert.
Das Grundstücksamt in Hang Dong erwies sich ebenfalls als reines Finanzinstitut. Dieselben Damen und Herren, welche vor wenigen Tagen 200‘000.00 Baht vom kriminellen Töchterchen kassierten, offerierten Dick zum selben Preis neue Papiere für vier Häuser.
Der kleine Unterschied ist, die Dokumente für die Gauner konnten in wenigen Stunden hergestellt werden. Dick darf einen Monat lang warten. Vielleicht wird währen dieser Zeit das eine oder andere Haus verkauft! So funktioniert der thailändische Unrechtsstaat. Gibt es mehr Sicherheiten unter den netten Generälen Prayut und dem Uhrenfan Prawit?

Die beweihräucherten und bewunderten Buddhas im Hause entwickelten unbekannte Energien. Mimi, unser Schosshündchen, zerfetzte die Schuhe der Einbrecherin und biss sie in den Arsch. Der Hund überlebte den Biss!
Nach ihrer Siegesfeier in Phitsanulok konnte sie die nächtlichen Freuden-Tänze nicht mehr abbrechen und beenden. Sie musste im psychiatrischen Krankenhaus in Chiang Mai ruhig gestellt werden. In Phitsanulok gibt es solche Einrichtungen nicht.

(1) https://hinterindien.com/2017/10/03/gerede-vermutungen-wo-liegt-die-wahrheit/
(2) https://hinterindien.com/2012/04/16/ipenis/
(3) https://hinterindien.com/2012/07/14/via-mala/

Die geheime Sehnsucht, betrogen zu werden

Am 11. Dezenber sandte mir ein Freund aus der Schweiz folgende Nachricht:
Eine Vorliebe für Schweizer Uhren kommt nicht immer gut an. (1)
Der stellvertretende Regierungschef Thailands hat Probleme. Er trat mit einer Schweizer Luxusuhr auf, die er nicht als Teil seines Vermögens deklariert hatte.

Der feine Herr wurde darauf von einigen bösartigen Menschen genau beobachtet. Bis letzte Woche wurden zwanzig Armbanduhren im Wert von 34 Millionen Baht gesichtet und fotografiert. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass noch weitere Sammlerstücke entdeckt werden.
Dazu las ich, das bescheidene Einkommen des Uhrenfreundes ist lediglich 850‘000.00 Baht.* Der muss hart gespart haben. Ein durchschnittlicher Thai erarbeitet sich 300 Baht pro Tag. Das ergibt im Jahr 109‘000 Baht.
Aber es gibt noch Wunder. Das Vermögen, des die Uhrenbranche unterstützenden Thais, nahm in den letzten drei Jahren um 30 Millionen Baht zu, die Zeitmesser nicht inbegriffen. Heute, am 16. Januar, las ich:
Der Präsident der Nationalen Anti Corruption Commission (NACC), Pol. General Watcharapol Prasarnrajkit, sagte, dass es nicht die Aufgabe der Behörde sei, den Regierungsvertreter aus dem Dienst zu suspendieren, weil er teure Uhren besitzt, ohne sie zu melden.

Solche Verhaltensstrickmuster könnten vom einfachen, schlecht geschulten Volk nachgeahmt werden! Bei Ordnungshütern sind sie längst dienstüblich.

Ergänzung für Uhrenliebhaber: Am 17. Januar 2018 wurde die vierundzwanzigste (24) Uhr gezählt. Der Tag ist knapp 7 Stunden alt. 13 00. Die grenzenlose Frechheit: Nummer 25!

* Die Angabe ist falsch. Der Herr hat zwei Einkommen. Eines als General, ein zusätzliches als Regierungsmitglied.

(1)
https://www.nzz.ch/amp/international/verhaengnisvolle-luxusuhr-ld.1337888?__twitter_impression=true
.

Die vergebliche Suche nach Glück

Das Tao, das sich mit Worten beschreiben lässt, ist nicht das wahre Tao.“
– LAO TSE: : TAO TE KING, Dàodéjīng, 道德經.

Ein besonderer Markt lockte, der chinesische Frühlingsfest-Markt. Dort wurde neben viel Plunder echtes Glück angeboten. Ein altehrwürdiger Chinese, war er echt – oder wie in Kung-Fu Filmen auf alt geschminkt – erklärte:
„Wenn Du Glück suchst, musst Du erst wissen, was Dein Glück ausmacht. Viele Menschen sagen Glück — und meinen Reichtum, materielle Güter, dazu möglichst viel Geld. Glück transportierst Du nicht im Geldbeutel, sondern im Herzen. Die Meisten suchen ein Leben lang nach den falschen Dingen.“

Der Mann war schmerzhaft Weise. Auch ich unterlag im jugendlichen Alter trügerischen Vorstellungen und Werten — bis ich eines schönen Tages abgeschossen wurde und ausgezockt hatte. Ich durfte mich relativ schnell von meinen Sammlungen materieller Güter wie Bilder, Bücher, Briefmarken, Schallplatten, Sparkonten und Wein, verabschieden. Nicht einmal die alten Freunde blieben mir erhalten.

Das bunte Treiben auf dem exotischen Markt gefiel mir. Kalligrafien und Scherenschnitte schaukelten im Wind. Bilder, gerahmt und ungeschlagrahmt, gab es mit sämtlichen denkbaren Motiven. Künstliche Seidenteppiche, wohl geeignet für sogenannte Teppichetagen, wurden in verschiedenen Preislagen angeboten. Edelsteine, Halbedelsteine und Pflastersteine wurden gehandelt. In Garküchen brodelten und brutzelten Speisen. Um Grillstände roch es teilweise penetrant nach verbranntem Öl. Nur das gut verborgene Glück fand ich nicht.

Eine uralte, dennoch zierliche Dame sprach mich an. War sie die Frau des Kung-Fu Kämpfers?
„Suchen sie etwas? Darf es eine hübsche Begleiterin fürs Frühlingsfest sein?“
Auf Tritte in den Hintern, selbst wenn sie von Lotos-Füssen stammten oder aus einem unerschöpflichen Plappermund, verzichtete ich freiwillig. (1)(2)
„Ich suche das Glück!“
„Das wird schwierig,“ antwortete sie. Sie wies mir den Weg zu einem Marktstand in der näheren Umgebung.
„Diese Leute verkaufen einen speziellen Wachs. Er wird von seltenen Bienen in Neumondnächten aus Pusteblumen gewonnen. Der Wachs ist teuer. Er wird in Gold aufgewogen, ein sicherer Weg zum Glück. Sie bringen den Wachs dann auf das Schiff der Tao-Mönche im Fluss. (3) Die erstellen eine Urkunde. Das Papier bestätigt mit Siegel und Unterschrift, Sie erwarben eine Option auf Glück, was immer es sein mag.“

Mittlerweile wurde es heiss auf dem Markt. Es wurde so warm, dass ich auch jetzt, während des Schreibens, etwas trinken musste. Später fand ich den Bienen-Wachs-Stand und ergatterte ein schönes Stück Wachs. Oben war er bereits angeschmolzen. Unten sah er aus wie steinharter, eiskalter Granit.
In der Ferne sah ich die malerischen Dschunken auf dem Fluss. Dort mussten die Taoisten sein. Der Fluss lag rechts. Als ich endlich dort war, trennte mich eine unüberwindbare Mauer vom Wasser. Ich folgte der Mauer. Irgendwo musste es einen Durchgang geben. Durch die Hitze bedingt, tropfte der Wachs. Der Klumpen wurde spürbar leichter. Anstatt den Weg zum Fluss zu finden, gelangte ich wieder in den unteren Teil des Marktes.

Ich beglückte den ganzen Markt mit meinen Wachstropfen der sehr speziellen Bienen. Für die Mönche blieb nichts mehr übrig. Doch für diese Brüder ist Enthaltsamkeit Ehrensache. Anstelle von Wachs-Kerzen gibt es in Tempeln nun LED-Leuchten. Die Bezeichnung Wachs-Kerzen ist eine Lüge. Sie wachsen nicht, sie brennen – wie unsere Leben, ob weiss, gelb oder rot – kürzer.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Lotosfu%C3%9F
(2) https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=6tk0QsdsOcU
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Daoismus

Wässerige Vorsätze unverwässert

Die Wasserqualität in Satun ist wesentlich besser, als das gepumpte Wasser in PhonPhat. Nach Überschwemmungen im Norden dienen die Leitungen als Fäkalien-Kulturen. Nicht einmal der Hund trinkt diese Brühe. Er bevorzugt Wasser aus den Teichen. Der Fischkot und Sperma stören nicht. Dennoch benutzen wir Leitungswasser in Satun nicht als Trinkwasser.
Wir schleppten das Wasser in Kunststoff-Flaschen als Gebinde mit sechs Flaschen zu Ein-einzweitel Litern (1,5 L) aus dem Grossmarkt für ungefähr fünfundvierzig Baht nach Hause. Trinkwasser benötigen wir ebenfalls zum Waschen von Früchten, Gemüsen und Salaten. Pro Woche stehen dann gegen zwanzig leere Flaschen herum. Zusammen mit Wein,- Schnaps,- und Bierflaschen wird ein Wäschekorb ordentlich gefüllt. Mir gefiel der hohe Kunststoffanteil nie besonders. Aus grösseren Flaschen mit fünf oder sechs Litern Inhalt, kann ich keine Trink-Gläser füllen. Die Kraft und die Treffgenauigkeit fehlen.
In Chiang Mai betreiben wir die zweite Umkehr-Osmose Wasser-Aufbereitung. Diese Geräte kosteten um die zehntausend Baht. Ersatz-Filter werden in Thailand zu schweizerischen Apothekerpreisen verkauft. Das letzte Mal verlangte der Service-Mann im Norden dreitausend Baht.

Seit längerer Zeit schaute ich mich nach einer Wasseraufbereitung für Satun um. Ich staunte:
Lazada bietet Umkehr-Osmose Wasser-Aufbereitungen für dreieinhalbtausend (3‘550) Baht an, Lieferung inbegriffen. Colandas เครื่องกรองน้ำ RO 50GPD. Die umfangreiche Filterung besteht aus Sediment,- Harz- und Aktivkohle-Filtern. Eine Membran-Pumpe liefert den Druck für die Umkehr-Osmose Stufe. Vor dem Ausguss, nach einem fünf Liter fassenden Tank, erfolgt die zweite Kohle Filterung.

Es gab wenig Platz in den Badezimmern. Darum montierten wir das Gerät im Esszimmer. Damit die dünne Wand nicht als Resonanzkörper für die Pumpe dient, lagerte ich die Anlage zusätzlich zur Wandbefestigung, auf Styropor. Damit wird der Filterwechsel einfach. Die Kartonschachtel entfernen und der Zugriff klappt.
Ich kann das Wasser nicht auf Bakterien überprüfen. Im Norden benutzte ich zur Qualitätsmessung ein Ohmmeter (Multimeter) und ein Standardglas.
Mein Messgerät in Satun ist ein spa XY-360TRD, Bereich x 1 k (150 uA), neue Batterien.
Die Messwerte:
24. 12. 2017
17 30 36 kOhm (Wasserhahn Küche)
17 35 28 kOhm (Wasserhahn Küche)
18 50 90 kOhm Umkehr-Osmose Spülung
18 55 110 kOhm Umkehr-Osmose Spülung
19 20 150 kOhm Umkehr-Osmose Spülung
20 00 140 kOhm Umkehr-Osmose aus Vorratsflasche
25. 12. 2017
15 40 100 kOhm Umkehr-Osmose Füllung / Tank Reinigung
16. 12. 2017
09 40 200 kOhm Umkehr-Osmose
Nachtrag:
05. 01. 2018
19 00 280 kOhm
!!
08. 02. 2018
14 50 500 kOhm

Vergleich: ARO Wasser aus Flasche – neu – 180 kOhm.
Das Trinkwasser von Nestlé ist mineralisiert und zeigt Werte um 30 kOhm.
Aus Chiang Mai wusste ich, gereinigtes Wasser mit Widerständen höher als 40 kOhm verursacht keine Probleme.

Ergänzung:
Eine amerikanische Firma verkauft formschöne Wasserfilter aus Kunststoff zu 1154.60 Teuro in Deutschland oder zu 32’000 Baht in Thailand. Es ist ein zweistufiges Gerät, Kohlefilter mit UV-Licht. Die Webseite erklärt: Das Filtersystem entfernt 99,99 % der gesundheitsgefährdenden Bakterien und über 160 Verunreinigungen, darunter über 140 potenziell gesundheitsgefährdende Schadstoffe.

Zur zusätzlichen UV-Behandlung in Thailand stellen sie ihre Wasserflaschen eine Stunde lang an die Sonne. Wenn sie der Sonne nicht trauen, gibt es Osmose-Geräte mit, meines Erachtens überflüssigen, UV-Leuchten.

http://www.gesundheitswasser-osmose.de/src/umkehrosmose/trinkwasser,umkehrosmose.htm

Leiden und Freuden eines teiggenössischen Teigessers

Schleckten sie in der Vorweihnachtszeit ebenfalls zahlreiche Teigschüsseln ihrer Mutter aus? In Satun gibt es ausgenommen von Butter, Mehl, Rosinen und Zucker wenig Ingredienzien zum Backen und Trölen.
Zusätzlich kann ich keine Handarbeiten verrichten. Als ich Dick die Herstellung von Weihnachtsgebäck mit Backformen wie Sterne, Monde und so weiter – zu erklären versuchte, kaufte sie eine unnötige italienische Keksmaschine. Meine Lust dagegen konzentrierte sich auf Lichtjahre entfernte Anis-Chräbeli bis zu den Zimtsternen in den Milchstrassen. (1)

Die schmerzenden Arme und zitternde Finger schränken mich ein. Nofretitte, die mir für wenige Monate Linderung verschaffte, leidet in Chiang Mai unter der Kälte. Sie wagt sich nicht zu husten, weil sie dann Ihre virtuelle Reizwäsche ernsthaft fäkalisieren könnte.

Schreiben war einige Tage unmöglich. Ich beschäftigte mich mit dem Berechnen von Rezepturen. In der Schweiz heisst es in der Anleitung zu „Schinken im Teig“: Man nehme einen Schinken von 1,5 Kilogramm. (2) In Satun kann ich diesen Schinken weder nehmen, bezahlen, noch stehlen. Es gibt ihn nicht.
Bei Makro wurden zwei Schinklein „Bücher Bangkok“ von 700 Gramm angeboten. Wenn in ihrer Schule die Relativitätstheorie erklärt wurde, wissen sie: ein kleinerer Schinken erfordert weniger Teig, als ein dicker Happen. Ich versuchte, mit den Lehrsätzen von Pythagoras und des spezifischen Gewichts, Schinken-Umfänge zu ermitteln und daraus erforderliche Teigmengen zu berechnen.
Sie überlegen zu Recht, der Vollpfosten hätte den Umfang einfach mit einer Schnur bestimmen können. Mir hätte aber immer noch der Umfang eines schweizerischen Qualitäts-Alpen-Schinkens gefehlt.

Aber zu Weihnachten gab es erfolgreich:
Satun-Halal Schinken im Teig!
(1) https://ww2.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_BKXX060801_0374A-40-de
(2) https://ww2.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_JBXX060101_0014A-40-de

Der Hamme stammte nicht von einem mit Alpenrosen und Edelweiss gefütterten Bergschwein. Besseres finden Suchende in Thailand unter glücklichen Umständen in Bangkok.

Jahreswechsel

Geschätzte Leserinnen und Leser,
bloggen ohne Leser wäre so sinnvoll, wie Wasser ins Meer giessen. Ich danke für die langjährige Aufmerksamkeit und die Kommentare.
In Zukunft werde ich wohl weniger tippen, denn meine Finger streiken häufiger, als mir angenehm ist. Die Finger treiben ihr Unwesen nicht nur an den Tastaturen. Sie dekorieren die ganze Küche mit Suppen. Dazu benötigen sie www nicht.

Ihnen übermittle ich die besten Wünsche zum Jahreswechsel!
Low, Satun, Thailand

PALMEN, GÖTTER UND BLAUFICHTEN

Die Hände und Finger sind fremdgesteuert. Sie erlauben es nicht, meine Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Deshalb greife ich auf eine alte Episode aus meinem unveröffentlichten „Bestseller Plattfuss“ zurück.

Blutrot leuchtete der tropische Abendhimmel über einer bewaldeten Kuppe. Höher wurde er blau, dann dunkel. Dazu rauschten die sich überschlagenden und brechenden Wellen in einem ewigen Rhythmus. Eine angenehme Brise säuselte oben in den Palmwedeln.
Eine der Palmen wuchs nicht wie die Andern einer Säule gleich in den Himmel. Mühsam trug sie die Krone im Wind. Der Stamm war einer Exponentialkurve ähnlich. Es war ein aussergewöhnlicher Baum. Vor dem Stamm lagen drei ovale Steine im Gras.
Ein langhaariges, schlankes Mädchen im Sarong Kebaya näherte sich. Es trug eine Schale mit Blumen und Weihrauch. Es stellte die Blumen an den Stamm der Palme, entzündete den Weihrauch und erzählte mir, im Baum wohne ein Gott.

Ein paar Jahre später besuchte ich den Ort wieder. Nicht nur den Menschen gefiel der Platz. Wie ich hörte, hatte sich mittlerweile auch im Nachbarbaum ein Gott niedergelassen. Allerdings konnte ich bloss die Spuren menschlicher Opfergaben erkennen:
Frische Blumen, abgebrannter Weihrauch, eine kleine Laterne mit einem Kerzenstummel. Einer der Steine war mit Silberbronze bemalt. Über der Wurzel der Palme des ersten Gottes war ein Vorhang angebracht. Sogar himmlische Wesen haben ein bescheidenes, unverbrieftes Recht auf Privatsphäre.
Gegen Spitzhacke und Bulldozer kämpfen möglicherweise selbst Götter vergebens, erfuhr ich bei meinem letzten Besuch. Die Palmen sollten einem riesigen Hotelkomplex mit Helikopter-Landeplatz auf dem Dach weichen. So frisst das Kapital die Poesie.

Für die Menschen des Nordens sind Palmen Symbole für Sonne und südliche Wärme. In den Tropen sind es andere Bäume, von denen geträumt wird, weil es sie nur in der unerreichbaren Ferne gibt.
Apfelbäume, mit ihren zarten Blüten und den farbigen, runden Früchten, die entweder aus Amerika, Australien, China oder Europa importiert werden. Tannenbäume, wie sie in geheimnisvollen Märchen und alten, meist englischen Weihnachtserzählungen vorkommen.

Wir durften unser eigenes Häuschen Ende Oktober beziehen. Sogleich pflanzte ich Krokuszwiebeln, um die ersten Frühlingsboten im sonst schmucklosen Garten erblühen zu sehen.
Im Dezember dachte meine Frau jeden Tag mehr an ihren Traumbaum, eine Blautanne. Als es die Finanzen erlaubten, beschlossen wir, den Traum zu verwirklichen. Wir suchten eine Gärtnerei auf und gedachten die Blautanne zugleich als Weihnachtsbaum zu benutzen. Der Boden war noch nicht gefroren. Nebel hing düster herum. Laub lag am Boden. Ein kalter, unfreundlicher Wind und ein wortkarger Gärtner begleiteten uns.
„Die Blautanne sei eigentlich eine Blaufichte,“ erklärte er. Wir besichtigten die anwesenden Fichten. Die einen waren zu gross, zu klein, nicht schön im Wuchs oder zu teuer. Wir konnten uns nicht entscheiden.
An einem unscheinbaren, blattlosen Astgerippe erspähte meine Begleiterin einen Zettel.
„Pfirsiche – grosse rote, gelbfleischige, saftige und voll¬aromatische Früchte,“ versprach er.
„Kann man Tannzapfen essen?“ fragten wir uns. Anstelle des Tannenbaumes trugen wir, total verfressen, einen Pfirsichbaum nach Hause.

Frohe Weihnacht aus Satun, damals aus Penang, Malaysia und Herrenschwanden,
Low