Überraschendes Upgrade vom Shake zum Cocktail

Milchshakes sind Getränke, für welche Milch mit Speiseeis, Früchten – wie Erdbeeren oder Bananen, Schokolade oder Aromen – wie Vanille, mit Mixern kombiniert werden.
Der Erfinder der Milchshakes war Ivar „Pop“ Coulson aus Chicago. Er kam bereits 1922 auf die Idee, Milch, Eis, Malz und Schokolade zu einem neuartigen Getränk zu mischen. In der Schweiz waren solche Flüssigkeiten als Frappé bekannt. Smoothies sind moderne, enge Verwandte der Shakes.

Ein jüngerer Tourist war in der guten alten Zeit, als man Alkoholika noch ohne Fahrplan konsumieren durfte, erstmalig im berüchtigten Bangkok. War es Soi Cowboy, war es Patpong? Er betrat in der Mitte eines feucht-heissen Nachmittags eine schummrige Bar. Eine Lady begrüsste ihn freundlich und fragte nach seinem Begehr.
„Ja, ich hätte grosse Lust auf einen Bananen-Shake!“
Nun ist eine Bier- oder Cocktail-Bar nicht unbedingt der richtige Ort für Milch-Mix-Getränke. Die Lady erklärte leicht verwirrt, ihre Wimpern klimperten aufgeregt:
„Es ist sehr früh am Tag. Es ist nicht viel Personal im Haus. Aber unser Schmuckstück, Fräulein Garnele, Khun Gung, wird gerne mit ihnen nach oben gehen, um ihren Wunsch zu erfüllen!“
Die Chefin rief einige unverständliche Laute in die Dunkelheit der Bar. Nach geraumer Zeit erschien eine sehr junge Frau mit mandelförmigen Augen und langen, glänzend schwarzen Haaren. Es gab noch keine umgefärbten thailändischen Blondinen. Offenbar litt die Schönheit an einer Textil-Allergie. Sie war, ausser mit extrem wuchtigen Schuhen und passendem Gürtel, kaum bekleidet.

„Khun Gung, Miss Garnele – Bananenspezialist“, meldete die Bar-Dame.
Der junge Mann stieg mit der knackigen Garnele die enge Treppe hoch. Oben angekommen, werkelten die Beiden erfolgreich – die Matratze quietschte, das Bettgestell stöhnte – am Bananen-Shake mit Garnelen-Cocktail!

https://de.wikipedia.org/wiki/Milchshake

Kleber für Milchfett

Der hohe goldgelbe Butterberg am idyllisch weissen Rahmsee in der Schweiz war einst ein teures, schwerwiegendes Politikum. In Thailand gibt es vergleichsweise nur Hügel. Butterhügel gibt es gar nicht. Trotzdem wird mit Butter gemauschelt.

Bei Einkäufen in Thailand entdeckte ich: Importwaren weisen Kleber mit Produktebeschrieb in Thai auf, manchmal sogar, wenn die Verpackung korrekte Hinweise in der Landessprache gibt.
Die spezialisierten Kleberbefestigerinnen haben den Auftrag, diese Hinweise dort anzubringen, wo sie für interessierte Konsumenten grösstmögliche Schäden anrichten, zum Beispiel an Kochzeiten oder wichtigen Informationen für Allergiker.
Beim Schreiben des Beitrages bemerkte ich: die Vorschriften betreffend Kleber wurden gelockert. Importe mit korrekter Produktebeschreibung in Thai werden gegenwärtig nicht zusätzlich beklebt. In Thailand produzierte oder abgefüllte Waren benötigten keine Kleber.McCorm Importierte reine Butter in Originalverpackung aus Frankreich, Dänemark, Australien oder Neuseeland haben Kleber. Sofern die importierte Butter in Bangkok abgepackt und veredelt wird, ist es ein thailändisches Erzeugnis und braucht keine Kleber.

Ich kaufte Orchideenbutter, Blüten als Blickfang, verpackt in Bangkok. Auf der Alufolie stand: Butter: 80 %, Milchpulver 2 %. Die restlichen 18 % wurden nicht erwähnt. Luft konnte es nicht sein. Das Gewicht stimmte.
Der Testesser bestrich liebevoll ein Stücklein Brot. Das Brot wurde hier gebacken und benötigt deshalb keinen Kleber.
Auch wenn das Brot nur aussieht wie Brot, aber effektiv kein Brot ist, braucht es keinen Kleber. Der Testesser erkrankte mehrmals nach dem Verzehr von Gebäck. Vielleicht wurden den Mehlwürmern und anderen Schmarotzern mit Chemiekeulen der Garaus gemacht.

Dann biss ich in mein Orchideenbutterbrot – ohne Beigabe von Marmeladen oder westfälischen Schinkens. Geschmack pur. Das Brot roch etwa so, wie wenn es im Abfall-Behälter eines Staubsaugers aufbewahrt wurde, verstaubt. Den Fremd-Geschmack der Butter erkannte ich gleich.
Meistens trinken wir am Vorabend als Longdrink Kokoswasser verdünnt mit etwas Rum. Die fehlenden 18 Prozent mussten Kokosbutter, Kokosfett sein.

Es gibt verschiedene Buttersorten. Teilweise bestehen sie nur zu 60 % aus Milchfett. Der Rest kann Palmöl, Kokosfett oder Margarine sein. Feinschmecker finden auf Wunsch reines Milchfett in Form von Butter.shan In der tropischen Hitze schmeckt Eis. Ich flambierte biologische Bananen aus unseren Gärten mit Sang Som oder Mekong. Dazu gab es Vanille Eis – erste Wahl. Es musste ein bekannter Markenartikel sein.
Mir verging die Lust auf das Produkt, als ich herausfand, der Nahrungsmittelgigant mit Sitz in Vevey, Schweiz, verwendet in Thailand zur Erzeugung von Vanille-Eis kein Milchfett, sondern Palmöl. Dass der Aromastoff synthetisch ist, versteht sich von selbst.

Hinweise auf Ernährung:
(b) http://wp.me/p2ljyL-1k8
(b) http://wp.me/p2ljyL-FS
(b) https://wahnsinnausdemwok.wordpress.com/2014/03/05/vom-kleinstadtleben-angeodet-besuchen-sie-thailand/
Luck und Manfred:
(b) http://thailand-pimpaka.blogspot.com/2014/05/thailand-sonne.html

Shao Xing

醉雞 Drunken Chicken, betrunkenes Hühnchen, ist eine weltweit verbreitete Spezialität. Es gibt verschiedene Wege zum Glück. Die einfachste Route führt ins China-Restaurant.

In der Provinz Zhejiang mariniert und kocht man das Geflügel ausschliesslich in Shao Xing. Das ergibt eine ausgeprägt kräftige Duftnote.

shaoxing1In Thailand kostet Reiswein dreimal mehr als Huhn, ungefähr dreihundert Baht. Folglich kochen wir das Tier in einem mit Kräutern, Zitronengras, Ingwer und geheimen Zutaten angereicherten Sud. Der Trick ist, das Fleisch mit möglichst wenig Wasser bedeckt, lange auf kleinem Feuer köcheln zu lassen.
Die Fleischbrühe allein schmeckt hervorragend. Sie geliert beim Abkühlen.
Das Fleisch abkühlen lassen, danach in für Essstäbchen geeignete Stücke schneiden, mit Reiswein beträufeln, (vielleicht zusätzlich mit etwas Sud), über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
Wer mit meinen bescheidenen Angaben überfordert ist, findet mit den Links weitere Information und Rezepte. (1)

Weil die Kochzeit im Sud beliebig ausgedehnt werden kann, ist es problemlos möglich, die sonst eher zähen, kleinen schwarzen, sehr schmackhaften thailändischen Dorf- und Dschungelhühner zu verwenden. Tiere mit Hirnerschütterungen, hervorgerufen durch schlagartigen, intensiven Kontakt mit Motor-Fahrzeugen, sind für den Verzehr geeignet. Dagegen sollte flachgepresstes Geflügel wegen der Gefahr von Reifengummi-Allergien nicht mit Alkohol gedopt werden.

Aus gekochten, marinierten Fleischresten lassen sich feine Dip oder Brotaufstriche herstellen. (2) Das Fleisch zusammen mit Tomaten, Kräutern und Knoblauch in einer “Moulinette“ zerkleinern. Die Masse in einer Reisschale anrichten, etwas Shao Xing dazugeben, (Banausen benutzen Ketchup, Mayonnaise und Senf), im Uhrzeigersinn rühren und geniessen.

Wem all dieses Kochen und Warten zu umständlich ist, wer Probleme mit den Zähnen hat, wenn Gasflaschen leer sind, oder der elektrische Strom fehlt, kann fermentierten Reis als lebensrettende Sofortmassnahme aus Flaschen, in Reis-Schalen gegossen – die Stäbchen entfallen – futtern.
Die gute Nachricht für Vegetarier und Veganer: Hühnchen Zhejiang-Art gibt es nun fleischlos!

Weitere Rezepte für betrunkene Hühnchen:
in Bayern mit Bier,
in Frankreich heissen die Dinger: Coq au vin,
in Griechenland, mit Ouzo, Μεθυσμένο κοτόπουλο, methisméno kotópoulo
in Latein Amerika, Argentinien, Chile und Mexico, sind es pollo borracho

(1) http://www.chefkoch.de/rezepte/2093991338118901/Betrunkenes-Huehnchen-in-Reiswein.html
Vorsicht: Der Chefkoch verwendet Sherry!!!
(1) http://dermutanderer.de/betrunkenes-huhnchen/
(2) http://www.chefkoch.de/rs/s0/dip/Rezepte.html

Problematische Geister in Flaschen

Asiaten reagieren oft mit Allergien auf den Genuss von Weisswein. Die häufigste Ursache liegt in einem Enzymmangel, Aldehyd-Dehydrogenase. Das kann einen roten Kopf, Nesselfieber, Hitzewallungen, Herzrasen, Kopfschmerzen, Unwohlsein und einen veränderten Blutdruck bewirken. Alkohol kann die Freisetzung von Histaminen auslösen, was zu ähnlichen Beschwerden führt. Zusätzlich können Sulfite Reaktionen erzeugen. Deren Konzentration ist im Rotwein am geringsten, im Weißwein höher und in süßen Weinen am höchsten. Sulfite dienen als Konservierungsmittel.*
Kopfschmerzen nach dem Genuss von Rotwein könnten durch phenole Flavonoide oder durch Aminosäuren begründet sein. Flavonoide sind mit Tanninen verwandte Komponenten in der Haut von Weintrauben. Sie wirken als Antioxidantien.

Allergien können durch Erdbeeren, Garnelen, Milch, Getreide, Parfüm, Insektenstiche und Medikamente ausgelöst werden. Sofern sie in Hinterindien angebotene gegrillte Ratten, geröstete Kakerlaken oder Bambuswürmer nicht mögen, müssen sie nicht lügen: „Meine Religion (als Pastafarianer) erlaubt mir nicht, diese erlesene Delikatesse zu verspeisen.“ Sie erklären kurz und schnurz: „Ich habe eine Allergie.“

Ohne all dieses spezifische Wissen spazierte Dick nach dem gemeinsamen Abendessen in der Dunkelheit der Silvesternacht mit der Flasche in der Tasche zu Frau Nepenthes. NepenthesFrau Nepenthes ist  Gärtnerin. Sie versorgte uns immer wieder freigiebig mit Kräutlein, Gemüsen, Pflanzen und schenkte uns eine ihrer Kannenpflanzen, eben die Nepenthes. Sie lud uns ein, die letzten Stunden des Jahres in ihrem Haus zu feiern.
Dick übergab den kalten Sekt dem Hausherrn. Er freute sich über das Gastgeschenk und bedankte sich bei Dick – mit besten Wünschen an mich.
Schaumweine kannte er nicht. Er goss vorsichtig etwas Flüssigkeit in ein Glas, nippte daran, lächelte nicht, – er grinste und sagte: „Saugut!“
Dann soff er, ohne weitere Überlegungen und ohne Rücksicht auf allfällige Interessenten, in einer halben Minute die Hälfte der Flasche. Es dauerte nicht lange und sein Kopf rötete sich gefährlich. Dick erschrak. Betrunken lallte er unverständliche Laute. Danach begann er, seine Frau wüst zu beschimpfen und zu beleidigen. Dick versuchte vergeblich, die Feier zu retten. Bereits um halb Zwölf war sie, um eine bittere Erfahrung reicher, zurück.

Mein Fehler, weil ich keinen billigen Lao Khao eingelagert hatte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Histamin
http://de.wikipedia.org/wiki/Flavonoide

*Ergänzung:
Eine Kennzeichnung „enthält Sulfite“ bzw. „enthält Schwefeldioxid“  ist nach der Wein-Marktorganisations-Durchführungsverordnung – VO (EG) 753/2002 – bei Konzentrationen von mehr als 10 mg/l vorgeschrieben. Die Regel gilt in der EU seit 2005.
Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegen Sulfite zeigen bereits beim Konsum geringster Mengen Unverträglichkeitsreaktionen wie Bronchospasmen, Asthma, anaphylaktoide Reaktionen, Nesselfieber und niedrigen Blutdruck.
Sulfite entstehen in Mengen von 10–40 mg/l auf natürliche Weise während der alkoholischen Gärung. Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind antimikrobakterielle und anti-oxidative Wirkungen des Schwefels bekannt.
Schwefeldioxid, SO2, wird dem Wein gasförmig, in wässriger Lösung, als „Schwefelpulver“, Kaliumdisulfit, oder wie früher, durch Ausbrennen der Fässer mit Schwefelspänen zugesetzt.
Sulfite ermöglichen, Weine über längere Zeit zu lagern, ohne dass sie durch Oxidation umkippen. In restsüßen Weinen  verhindert Sulfit unerwünschte Nachgärungen in abgefüllten Flaschen
Der EU Höchstwert für Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen, Eiswein und vergleichbare ausländische Weine beträgt 400 mg/l.
Manche Winzer versuchen, Weine ohne Zusatz von Schwefeldioxid herzustellen. Dank fortschrittlicher Kellertechnologie gelingt dies seit Jahren in konventionellen und in Bioweingütern.
Empfehlung: Trinkt trockene Weine mit tiefem Restzuckergehalt!