Gericht aus Hinterindien. – Das andere Curry Rezept

Mit meinen Gelenkschmerzen kann ich nicht stundenlang frische, zähe Wurzeln zerstampfen. Deshalb ist es ein einfaches Gericht. Noch einfacher geht es nur, wenn man sich zur nächsten Garküche oder in eine Kneipe schleppt, Geld auf einen schmierigen Tisch legt, hungrig und durstig hervorwürgt: „Gäng, Khao, Beer – khrap!“ Welche Art Gäng aufgetischt wird, wissen sie nicht.
In meinem Falle kämen noch die Transfers ins Fahrzeug dazu. Der Einstieg erfordert, sofern ich es in einer Sekunde schaffen würde, nahezu die Leistung von einer Pferdestärke. Sehe ich aus wie ein Pferd? Deshalb ziehe ich unsere Küche mit bescheidenen Vorräten vor. Das Rezept für drei Personen lautet:
Man nehme einen viertel Liter ungezuckerten Orangensaft. Dann wird eine bio-logische Banane in dünnen Scheiben hineingesäbelt. Pazifisten dürfen Küchenmesser verwenden. Eine feingeschnittene Tomate hinzugeben. Zwei Esslöffel mit Waugh’s Curry Pulver einrühren. Wer indische Currymischungen hat, benutzt diese. Indische Mischungen gibt es seit diesem Jahr in unserer Gegend nicht mehr. Wer sind die Hintermänner? Sind es eher unauffällige Typen der Mafia – oder die uniformierten, namenlosen Helden der Volksbefreiungsarmee?
Zusätzlich gab ich frisch gemahlenen Pfeffer, weiss und dunkel, bei. Küchenkräuter von frisch bis zu getrocknete Mischungen können die Tunke ergänzen. Ganz wichtig ist, eine viertel Zehe frisch gepressten Knoblauch einrühren. Militanten Knoblauchisten empfehle ich, bloss eine halbe Zehe zu verwenden. Sonst wird das empfindliche Bananen-Orangen, Schlauchapfel-Apfelsinen, Aroma, gestört.
Die delikate Mixtur auf kleinem Feuer brodeln lassen, bis die Bananenstücklein zerkocht sind. Währenddessen, drei bis vier Tranchen Schweinelende, ungefähr 15 mm stark, in eine beschichtete Bratpfanne geben. Einige Tropfen Olivenöl beifügen. Das Fleisch beidseitig mit wenig Paprikapulver bestäuben, salzen, würzen mit Oregano und Rosmarin und warten. Paprika benutze ich zur Farbgebung.
In Lan Na Land könnte anstelle von Schweinefleisch Elefantenfilet verwendet werden – grösseres Kochgeschirr erforderlich. Sofern Elefant verwendet wird, ist das Gericht Halal und könnte in europäischen Asylunterkünften angeboten werden.

Sobald sich die Banane langsam in der Curry Tunke auflöst, Pasta-Wasser kochen. Pro 100 Gramm Pasta einen Liter Wasser verwenden. 50 Gramm Nudeln pro Person genügen, sofern es nicht Radfahrer sind. Radfahrer verspeisen ein Kilogramm – gemäss der nach oben offenen Pastafarier-Skala!
Zwecks reichlicher Saucen-Aufnahme empfehle ich „Le Eliche“ Nummer 56. Während die Pasta kocht, Lenden Stücke gut anbraten. In der Sauce kurz ziehen lassen.
Zum eher süsslichen Curry passt ein trockener Schaumwein. Wir leerten eine Flasche Trilogy. Bessere Brause, Gosset beispielsweise, gibt es, aber nicht in Chiang Mai.

https://www.tagesanzeiger.ch/leben/essen-und-trinken/Die-CurryInternationale/story/18814744

Dummheit – nicht Schicksal

Unsere Bananen-Blüten werden möglicherweise nicht befruchtet. Das bedeutet nicht, dass es keine Früchte gibt. Aber sie werden keine Kerne enthalten. Das rasselt dann bedeutend weniger während der Sitzungen im Badezimmer und erhöht die Absturzgefahr beim Einschlafen!
Was geschah denn?
Wir konnten den Wildbienen nicht genügend Blüten anbieten. Folglich zogen sie weiter und liessen sich in der Nähe eines anderen Hauses nieder. Die Bewohner dort studierten keine Bücher wie die “Encyclopedia Britannica“ oder die „Biene Maja“. Die bilden sich nur mit dem täglichen Einverleiben von Seifenopern des thailändischen Fernsehens mit dem Motto “mehr Schminke als Verstand“ weiter. Deshalb vernichteten sie die Honigerzeuger kaltherzig. Eigentlich wollte ich schreiben: Kalten Arsches. Das konnte leider ich nicht, denn ich las bereits in Jugendjahren Waldemar Bonsels, 1880–1952, Biene Maja.

https://de.wikipedia.org/wiki/Biene_Maja

Warme Regengüsse und amtliche Ergüsse begrüssen das neue Jahr

Zwischen dem 29. Dezember und dem 4. Januar starben mindestens 478 Menschen auf den Strassen Thailands. Das ist seit zehn Jahren der absolute Rekord. Wie üblich sind die meisten Opfer Mopedfahrer. Manche trugen weder Helm noch Gurten. Dafür desinfizierten sie sich vorher für die gefährlichen Fahrten prophylaktisch mit Alkohol. Wie viele Liter J.W. und Lao Khao insgesamt vernichtet wurden, weiss ich nicht.
Dagegen ist mir das Trink-Ritual bestens bekannt. Mann nimmt ein möglichst langes Long Drink Glas und füllt es mit Eis auf. Die Lücken im Mauerwerk werden dann mit Schnaps geschlossen. Durch die Wirkung der Kälte kann dadurch jeder sogar vierzig prozentigen, teuren französischen Cognac problemlos hinunter gurgeln.
Ende des Monats wird dieselbe wichtige Zeremonie von den Chinesen zum Frühlingsfest feierlich begangen.

Südlich von Chumphon funktionieren gegenwärtig weder der Strassen- noch der Bahnverkehr. In Nakhon Si Thammarat ist der Flughafen wegen Überschwemmungen geschlossen. Es schüttet munter weiter.
Es wäre möglich, dass im Süden das Bier des Nordens knapp wird. Wir haben uns vorsichtigerweise mit reichlich Trinkwasser eingedeckt.
Im Häuschen ist es 26 °C warm bei 85 Prozent relativer Feuchtigkeit. Aus reinem Selbsterhaltungstrieb empfiehlt es sich, nur trockene Weine zu trinken!
Aus der Bananen-Ernte fritierte Dick mit einer Freundin Chips. Sie fanden reissenden Absatz. Wir selbst machten achthundert Gramm Bananen-Konfitüre. Für mehr fehlten die Vorratsgläser. Dagegen wären leere Flaschen vorhanden. Was fehlt, ist einzig die Destillation.
Mit Beziehungen und etwas Glück könnten wir so ein Gerät aus Armee- oder Polizei-Beständen erwerben. Die Ordnungskräfte holen die teuren Maschinen im Isan ohne jegliche Voranmeldungen ab. Als demokratischen Ausgleich könnte man das Entwicklungsgebiet Südthailand mit Destillations-Anlagen technisch aufrüsten. Während des Brennens hätten die Einwohner keine Zeit, Bomben zu bauen. Globale Werbesprüche für unser Produkt hätte ich bereits vorbereitet:
Low, the biological banana liar. The lower the liar, the higher the flyer. Lows banana still standing strong.

Über die Festtage erfreuten uns aufmerksame Grossmärkte mit Überraschungen, wie Toblerone mit ranzigen Mandeln, dafür mit dreissig Prozent Nachlass. Zusätzlich gab es Spezialaktionen, lies Spekulationen, mit Zucker. Makro bot fünf mal ein Kilogramm zum Spezialpreis als Gesamtpacket an. Bei Big C war es umgekehrt. Da durfte man zum Sonderpreis bloss sechs Kilogramm einpacken.

Über Bananalogie und Chinesische Säulen

Wir ernten in Satun gegenwärtig Bananen. Unsere Beeren sind nicht gekrümmt, sondern kurz, dafür extrem dick.
Es muss sich um eine alte Sorte handeln, denn die Früchte haben Samen. Die Samen sind dunkel, etwas grösser als Pfefferkörner. Dagegen sind die samenlosen Bananen in Chiang Mai dünner, länger, leicht gekrümmt, vielleicht beim Genuss süsser.

Die Fruchtstände von Bananen werden als Büschel bezeichnet. Ein Büschel kann aus fünf bis zwanzig Händen bestehen. Sie umfassen die einzelnen Reihen eines Büschels. Die Früchte, sie gehören botanisch zu den Beeren, sind üblicherweise zwischen zwanzig bis fünfunddreissig Zentimeter lang. Sie werden oft als Finger bezeichnet. Sie sind meist länglich geformt und im Querschnitt leicht kantig. Die Hände eines Büschels enthalten acht bis zwanzig Finger. Unter den Fingern gibt es auch solche im Doppelpack. Sind das Zwillinge? bananenhand
Unsere Abbildung zeigt ganz links einen Doppelfinger in der Hand. Diese Hand hatte siebzehn Finger mit Längen von ungefähr dreizehn Zentimeter. Deren Durchmesser betrug über vier Zentimeter. Das Gewicht eines Fingers lag bei hundertfünzig Gramm.
Heute existieren durch Kreuzungen weltweit über tausendfünfhundert Bananensorten. Darum ist es mir schlecht möglich, unsere Sorte genau zu bestimmen. Die thailändische Bezeichnung Klui Namwa, Musa ABB, Zuchtbanane, hilft nicht weiter.

Mit der Aussicht auf angenehme Verpflegung, gelang es mir vor Weihnachten, die Video-Assistentin samt Kamera in das Ko Ho Restaurant zu locken. Mich interessierte vor allem ihre Videoaufnahme der Chinesischen Säule mit dem Farbenspiel der wechselnden Beleuchtung. (1) Die Aufnahme wurde schwierig, weil das Stativ nicht verwendet werden konnte, obwohl an diesem Montagabend kaum Verkehr herrschte. (2)
Wir genossen ein Süppchen, dazu Enten–Fleisch in einem würzigen Sud, sowie breite China Nudeln. Alles war mit reichlich Gemüse garniert. Dazu gab es Bier. Ein armer Leo Schlucker legte dafür dreihundert Baht inklusive Trinkgeld auf den Tisch.

(1) https://hinterindien.com/2016/12/02/farbensymphonien/
(2)

Unsere Ankunft in Satun

Kurz vor fünfzehn Uhr standen wir am Samstag vor unserem Haus. Üppige Grüntöne leuchteten in ungeahnten Mengen aus dem Garten. Ein warmer Wind säuselte in den Blättern. Der Briefkasten war prall gefüllt. Unsere Hilfskräfte, hinterindische Briefkasten-Muffel, kümmerten sich nie um Bagatellen wie Postsendungen. In Chiang Mai ist es genau gleich. Ohne Aufforderung leert niemand den Kasten.

Nach über sechs Monaten Abwesenheit entsprach der gesamte Schmutz im Haus ungefähr der Menge einer Woche schwer verschmutzter Luft in Chiang Mai. Wir fanden nur wenige Exkremente von Geckos. Ein halbes Dutzend leidende Tiere verhungerte.

Unsere Mitbringsel, ein schwerer, liegender Buddha aus Bronze (1) und eine feine Arbeit aus Nephrit, sowie ein gerahmtes Bild (2) wurden unterwegs nicht beschädigt.
Der Stromverbrauch für zwei Kühlschränke sank jeden Monat leicht von anfänglich 41 Einheiten im Juni auf 38 im September. Im heissesten Monat April verheizten wir gesamthaft 268 Einheiten. Die einzige Klimaanlage arbeitet mit stromsparender Inverter-Technologie. Weniger Energie verwendeten wir für die Beleuchtung. Am Sparsamsten war der selten eingeschaltete Fernseher. stauden
Die grösste Überraschung bot unsere Bio-Bananen-Pflanzung. Die reifen Früchte der ersten Staude verzehrten unsere Nachbarn vor Monaten. Aus der kümmerlichen Pflanze im Januar entstand in sechs Monaten ein kleines Wäldchen von sechs Stauden. (3) Eine davon trägt bereits kleine, reifende, grösser werdende Schlauchäpfel. bananen
Um Ordnung zu schaffen, musste ich meine Arbeitsfläche verdoppeln. Weil wenig Ware angeboten wird, entwerfe ich viele Gegenstände, wie eine Wand-Halterung aus Chromstahl für den liegenden Buddha. aerbeitsplatz
(1) https://hinterindien.com/2016/10/31/feine-verwandtschaft/
(2) https://hinterindien.com/2016/10/24/gekuehlte-bueroluft-oder-steife-brise/
(3) https://hinterindien.com/2016/02/06/sturmwarnungen-fuer-den-sueden/

Hinterhältige Anschläge

Während Deutschland seit Tagen vor unvorhersehbaren Aktivitäten geistig verwirrter Muslime zittert, leidet unsere thailändische, dem Volk frohe Botschaften bringende Militärregierung, an folgenschweren Problemen mit Terror. Am 7. August soll über eine neue, eher das Militär als eine allfällige Demokratie begünstigende, Verfassung abgestimmt werden. Allgemeine Diskussionen über das Macht-Werk sind nicht gestattet. Was geschah, ist beinahe unvorstellbar.

Zwei achtjährige Mädchen in der Provinz Kamphaeng Phet freuten sich über die neuen, rosafarbenen Papierfetzen im Aushang in der Nähe des Verwaltungsgebäudes. Schwupps, liessen sie die Papiere mitgehen. Die jungen Ladies wussten nicht, dass die hübschen Papiere landeswichtige Wählerlisten waren.
Weil der Polizeichef über das Verschwinden der Listen keine Meldung an höhere Amtsstellen einleitete, verlor er seinen Posten. Nach den unbekannten, verfassungsfeindlichen Tätern wurde gefahndet. Gegen die ertappten, die neue Verfassung gefährdenden Mädchen, wurde Anzeige erstattet! (1)

Die Polizei hat nun ein grösseres Problem. Auch in der Provinz Phichit verschwanden Mengen rosaroter Listen. Polizei Lt. Col. Banchob Uthayo, mit Ermittlern und Fahndern der Yanyao Polizei Station, sowie Chatchawan Suksawat, der Vorsteher von Yanyao inspizierten den Tatort genau. Die feigen Attentäter waren Makaken, Affen. Sie zeigten reges Interesse am amtlichen Wahl-Material. Sollen diensteifrige Ordnungshüter diese Bösewichte nun einfangen, anzeigen und danach zur Strafe bis zum Tode mit Bananen füttern? (2)

100.000 Polizisten sorgen für Sicherheit während der Volksabstimmung über den Verfassungsentwurf. Zusätzlich gilt ein landesweites Alkoholverbot! Wer SIAM LIBRE feiern möchte, sollte sich Rum, Sang Som oder Vergleichbares, frühzeitig besorgen.

(1) https://de.nachrichten.yahoo.com/thail%C3%A4ndische-polizei-zeigt-schulm%C3%A4dchen-drakonischem-milit%C3%A4rgesetz-132104232.html
(1) http://www.blick.ch/news/ausland/weil-sie-ein-rosa-plakat-herunterrissen-thailaendische-polizei-zeigt-maedchen-8-an-id5299928.html
(2) http://www.bangkokpost.com/news/politics/1043613/macaques-sow-poll-strife

Überraschendes Upgrade vom Shake zum Cocktail

Milchshakes sind Getränke, für welche Milch mit Speiseeis, Früchten – wie Erdbeeren oder Bananen, Schokolade oder Aromen – wie Vanille, mit Mixern kombiniert werden.
Der Erfinder der Milchshakes war Ivar „Pop“ Coulson aus Chicago. Er kam bereits 1922 auf die Idee, Milch, Eis, Malz und Schokolade zu einem neuartigen Getränk zu mischen. In der Schweiz waren solche Flüssigkeiten als Frappé bekannt. Smoothies sind moderne, enge Verwandte der Shakes.

Ein jüngerer Tourist war in der guten alten Zeit, als man Alkoholika noch ohne Fahrplan konsumieren durfte, erstmalig im berüchtigten Bangkok. War es Soi Cowboy, war es Patpong? Er betrat in der Mitte eines feucht-heissen Nachmittags eine schummrige Bar. Eine Lady begrüsste ihn freundlich und fragte nach seinem Begehr.
„Ja, ich hätte grosse Lust auf einen Bananen-Shake!“
Nun ist eine Bier- oder Cocktail-Bar nicht unbedingt der richtige Ort für Milch-Mix-Getränke. Die Lady erklärte leicht verwirrt, ihre Wimpern klimperten aufgeregt:
„Es ist sehr früh am Tag. Es ist nicht viel Personal im Haus. Aber unser Schmuckstück, Fräulein Garnele, Khun Gung, wird gerne mit ihnen nach oben gehen, um ihren Wunsch zu erfüllen!“
Die Chefin rief einige unverständliche Laute in die Dunkelheit der Bar. Nach geraumer Zeit erschien eine sehr junge Frau mit mandelförmigen Augen und langen, glänzend schwarzen Haaren. Es gab noch keine umgefärbten thailändischen Blondinen. Offenbar litt die Schönheit an einer Textil-Allergie. Sie war, ausser mit extrem wuchtigen Schuhen und passendem Gürtel, kaum bekleidet.

„Khun Gung, Miss Garnele – Bananenspezialist“, meldete die Bar-Dame.
Der junge Mann stieg mit der knackigen Garnele die enge Treppe hoch. Oben angekommen, werkelten die Beiden erfolgreich – die Matratze quietschte, das Bettgestell stöhnte – am Bananen-Shake mit Garnelen-Cocktail!

https://de.wikipedia.org/wiki/Milchshake