Das Dorf im Norden ist ein Irrenhaus

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Irren ist menschlich. Das Dorf im Norden ist ein Irrenhaus. Niemand ist normal. Keinem kannst du trauen. Das war meine Aussage in Satun. Während fast drei Monaten wurde dies beinahe täglich bestätigt.
Die zubetonierten Nachbarn haben ein Problem mit unserem Garten. Wie kann man nur umgeben von vielen Bäumen und Gras leben? Das muss ja ungesund sein, all die Abluft von den duftenden, farbigen Blüten und unterschiedlich geformten, getönten grünen Blättern. Die Vitamine der Früchte und das Gezwitscher der Vögel erzeugen sicherlich Kopfschmerzen.
Moderne Menschen benötigen nicht Sauerstoff. Deren Lungen bevorzugen den Qualm von halbverbranntem Diesel, oder das abenteuerliche Aroma von feuchtem Hundefell. Die sexanbietende Pflegerin – oder die pflegende Sexanbieterin für die Herren von Welt, hält gegenwärtig auf ihrem betonierten, knappen Platz gleich neun herrlich heulende Köter. Zum bereits bestbekannten Herrn Kleptomanewitsch gesellen sich nun vier weitere Schwerenöter.
Da ist der Polizist, der die Grundstücksmauer zur Begrenzung seines Wohnzimmers umfunktionierte. Wir dürfen dort kein Löchlein bohren. Die Gefahr ist gross, dass wir den gefälschten van Gogh am Ohr verletzen würden! (1)

Als ich bauen liess, lautete die Vorschrift: Zwei Meter Abstand zur Mauer. Ich hielt mich als Einziger daran. Thais bauen so gedrängt, dass der Regen von ihren Dächern auf die Trenn-Mauern strömt. Mir machte das nichts aus. Unsere Rosenstöcke dagegen krepierten. Garten2573
Nachbarn reklamierten:
Ihre Bäume machen Schatten bei uns, bitte schneiden! Wir schnitten. Ihr eigener, halb abgerissener, dadurch äusserst dekorativer Tuchfetzen stört sie seit Jahren nicht.
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Den Höhepunkt der Forderungen erlebten wir vor wenigen Tagen. Da erschien ein wichtiger, ein höherer Funktionär und sagte zu Dick:
„Ich habe kein Licht im Haus. Fällen sie ihre Bäume!“
Der Mann liess ein Vordach bis zur Mauer errichten. Zwischen Mauer und Vordach schützt ein Maschendrahtzaun vor allfälligen Eindringlingen. (2) Dick besichtigte mit der Haushälterin des Beschwerdeführers das betreffende dunkle Zimmer und staunte. Vor den Fenstern stand ein hohes, fast fünf Meter langes, schrankähnliches Regal. Da kam kein Lichtstrahl durch. Gute Nacht.

(1) http://www.spiegel.de/einestages/van-goghs-ohr-verlor-der-maler-es-im-wahn-oder-im-streit-mit-gauguin-a-951336.html
(1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ausstellung-im-vincent-van-gogh-museum-in-amsterdam-14352769.html
(2) https://www.youtube.com/watch?v=yxwXozLR2IA

Metallbügelsägen

Zu Songkran keine fünf Baht Geschichte,    März 2012 

Mit einem Automobil könnte man üblicherweise leicht von A nach B fahren. Wenn ein Nachbar Schulden nicht zurückzahlen will, oder missliebig auffällt, könnte man ihn mit einem Fahrzeug schuldlos umbringen, –  besonders dann, wenn man ihm vorher einige Flaschen Lao Khao kredenzte. Wer beherrscht letztendlich die Technik? Sind es Geister oder unsere kranken Gedanken?                                                                      Die allgemeine Auseinandersetzung mit Technik fängt nicht bei komplexen Gebilden wie Fahrzeugen, Computern oder Mobiltelefonen an.  Sie beginnt bereits bei trivialen, unbeherrschbaren Gegenständen wie Messern, Schraubenziehern, Zahnstochern und

Metallbügelsägen.

Diese Sägen sind preisgünstig und universell einsetzbar. Damit säge ich alles: Aluminium, Buntmetalle, Stahl, Backstein, Bambus, Bäume, Kerzen, Knochen und Sträucher. Im Notfall das Bein einer Elfe: Elfenbein. Ein stumpfes Sägeblatt kann leicht ausgetauscht werden. Beim Kauf von einzelnen Teilen kostet ein Ersatzblatt von fünf Baht an aufwärts. Im Dutzend sind sie billiger! 

A.    Zum Austausch wird die Verschlußschraube gelöst.
B.    Das alte Blatt kann über zwei Haltedorne weggezogen werden.
C.    Das neue Blatt über die Dorne legen.
D.    Der Wirkungsgrad der Säge ist wesentlich höher, sofern die Zähne des Blattes nach außen gerichtet sind.
E.    Danach die Spannschraube mir den Fingern leicht angeziehen.
Lokalmatadore benutzen dazu eine fünfzehn Zoll Klempnerzange. Als Zugkraft dienen zusätzlich zwei Wasserbüffel. Theoretisch könnte danach weiter gearbeitet werden.

Meine Werkzeuge werden nicht mehr verliehen, nur noch verschenkt oder verkauft. Die Eingeborenen haben die Fähigkeit, jedes Werkzeug zu zerstören, zu stehlen oder zu verlieren. Meine kleinkarierte, ki niaoh Haltung wurde durch eine ausgeliehene Metallbügelsäge erneut bestätigt.                                                                                        Ein freundlicher Geist sprach für Dritte unhörbar zu mir: “Gib das Ding. Fünf Baht für ein neues Sägeblatt fallen in deinem Budget bei den Weiber- und Weinpreisen nicht auf.“ Ich befolgte den weisen Ratschlag aus dem Jenseits und sah die Säge erst nach längerer Zeit wieder. Genau so war es. Ich erhielt sich nicht zurück. Sie gelangte, von Engeln oder Fledermäusen der Sorte Vampir getragen, auf die Veranda. Schlimmste Befürchtungen bestätigten sich. Die Säge diente eventuell zum Anlegen eines kleinen Kartoffelackers im Karstgebirge und wies entsprechende Benutzungsspuren auf. Mit dem verdorbenen Sägeblatt, es wies mehr Lücken als Zähne auf, ließ sich nicht einmal ein Fischlein schuppen. 

Darauf kaufte ich zwei Blätter. Eines zu fünf Baht, ein besseres für dreißig Baht. Eine junge Frau tippte rund zehn Minuten am Keyboard. Ein Drucker beschmutzte geräuschvoll grünes Papier. Dann verlangte sie fünfunddreißig Baht. Ich hielt eine fünfziger Note bereit. Sie nahm einen Taschenrechner im A5 Format und versuchte sich mit Eingaben, fünfunddreißig minus fünfzig. Sie wollte mir zusätzlich zur Ware 15 Baht überreichen. Bereits beim zweiten Anlauf klappte die knifflige Berechnung. Wählte ich die hübscheste Kassiererin mit dem tiefsten Intelligenzquotienten aus? Ihre Anmut hielt sich in Grenzen. Etwa zehn junge uniformierte Frauen saßen gelangweilt untätig vor ihren Bildschirmen und warteten auf Kundschaft: “Herr, erlöse mich aus diesem Business!“

Zu Hause nahm ich die malträtierte Metallbügelsäge, ölte die verrostete Verschlußschraube und löste die Flügelmutter, nicht die Schwiegernutte, um das Sägeblatt auszutauschen. Kein Austausch! Der einfallsreiche Benutzer schlug die Haltedorne fürs Sägeblatt mit einem großen Hammer flach, weil er den Sinn der Spannschraube nicht begriff. 

Schlußfolgerungen:                                                                                                            Bevor lokale Benutzer gefahrlos mit einer Metallbügelsäge arbeiten können, brauchen sie ein Diplom einer technischen Hochschule. Ausweise als Mopedfahrer oder Automobilbenutzer genügen den hohen Anforderungen dieser Sägen nicht. Beachte besonders den Hinweis D, wie Dubel oder Depp.                                                         Amen.

Warum ist das keine 5 Baht Geschichte?  Der Metallbügel wurde ebenfalls ersetzt.