Ein Ende aller Tage

Kommentator Tom schrieb zu „Ein Tag im Leben des Genossen Low“:
„Für mich kreisen deine Beschreibungen um eine Hölle auf Erden.“
Das ist eigentlich richtig, aber es ist erst die Vorstufe. Das Schicksal hat noch viele Möglichkeiten in der Trickkiste. Vor 60 Jahren besuchte ich im Krankenhaus in Bern junge Menschen mit ähnlichen Lähmungen. Sie waren zusätzlich am Respirator, an die Beatmungsmaschinen angeschlossen. Mein Freund Heini ließ sich seinen rechten Arm aufhängen. Die Maschine wurde gestoppt. Er rauchte danach selbständig, mühsam unter gewaltigen Anstrengungen, eine Peter Stuyvesant Zigarette, zu ehren seiner holländischen Verwandtschaft.
Seine Nachbarin Heidi bemalte Keramik mit einem Pinsel im Mund.
Damals bemerkte ich mein Glück, nur im Rollstuhl zu sitzen, noch nicht. Heute sehe ich das ganze Bühnenbild. Weniger erfreulich ist meine Beobachtung, dass meine Behinderungen zunehmen.

Kranke sind ein Ideales Experimentierfeld für Kräuterhexen, Giftmischer, Geistheiler, Okkultisten und dergleichen. Ich bin ein ideales Versuchskaninchen. Von ekelerregend stinkenden Salben bis zu bewusstseinsverändernden Drogen überlebte ich alles. Sogar im Krankenhaus erhielt ich 3 Tropfen von dritter Seite unter die Zunge. Nach kurzer Zeit tauchte ich weg. Die Pflegerinnen hatten plötzlich Fratzen anstelle von Gesichtern. Im Bett raste ich im Zimmer herum. Kein Mediziner kontrollierte die Pupillen. Nach der tagelangen Tortur war ich praktisch blind.

Das Problem bei Hilflosigkeit ist die Abhängigkeit von den Pflegenden. Die Dümmsten oder schlecht Gelauntesten bestimmen dein Leben. Du musst ja dankbar sein, für jede Hilfe, welche dir geleistet wird.
Unvorstellbar für Europäer ist, dass hierzulande keine Prioritäten existieren. Das bedeutet im Klartext, die Fische werden eher gefüttert als der Patient. Das Gras wird schneller gemäht, als der Patient umgelagert wird. Als ich im Krankenhaus um Hilfe bat, zwecks ärztlicher Verordnung zum Wenden des Körpers nach 2 Stunden, teilten die naiven Pflegerinnen mit, ich müsse etwa zwei Stunden warten, sie wären mit Neuzugängen beschäftigt.
Absoluten Vorrang haben eigene Interessen. Alle Eingeborenen leiden an Blasenschwäche und Schließmuskeldefekten. Sie rasen mit vollem Mund zum Ort des metabolischen Übergangs.
Sofern Telefon, Smartphone oder Waschmaschine Geräusche erzeugen, steht mir eine halbstündige Warteschlaufe bevor.
Dazu kommt, dass die Pflegenden nicht zuhören. Sind sie am Smartphone, existieren sie in einer anderen, der Cyber-Welt und hören nichts mehr. Als ich vor wenigen Tagen bat, die Beine sollten etwas gestreckt werden, ich hätte Probleme beim Sitzen, gab mir die Lady Butterbrot mit Himbeermarmelade.
Im Dorf wird getratscht. Es gibt keine Diskretion. Meine Körperpflegerin sagte vor kurzem:
„Du siehst müde aus.“
Ich erwiderte:
“ Ich schlief kaum. Als ich um 1:30 Uhr rief, kam die unglückliche Hilfskraft, gestört durch mich, vom hochinteressanten Fernsehprogramm. Schockierende zwei Minuten später schaute sie sich die Sendung zu Ende.“
Die Wäscherin wusste nichts besseres zu tun, als das Ereignis rasch-möglichst zu verbreiten. Als die betreffende Person am Sonntagmorgen den Markt besuchte, vernahm sie die Geschichte. Darauf erhielt ich eine kräftige Kopfwäsche mit buddhistischer Kapuziner-Predigt. Ich vernahm Kose-Wörter wie undankbare Gift-Schlange. Dabei erzählte ich keine Lügen. Ich lernte, ich kann niemandem trauen.
Die Abfolge der Reihe im Falle von Hilfeleistungen ist bereits in der Bibel beschrieben: Deine Mutter, dein Vater, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh und der Fremdling, der in deinen Toren lebt. Diese Regel gilt strikt im buddhistischen Thailand.
Dick hat als Mutter eine Dramakönigin. Dick ist Schwester und hat Brüder. Alle sind arbeitslos und geldgierig. Sie hat zwei Söhne und eine drogenabhängige Tochter mit ausgeprägtem Dachschaden. Sie ist dreifache Großmutter. Sie ist Urgroßtante. Ich fühle: In diesem Verein bin ich zur Zeit am falschen Platz, denn sie möchte die arbeitslosen Geschwister für meinem Pflege anstellen. Für einen Demokraten helvetischer Prägung wäre dies zu viel Familien-Diktatur.

Kunstunterricht an einer LanNa Schule

In ‘Thales von Milet war mit Venus von Milo verheiratet‘ schrieb ich: „Die einzigen Stunden, in welchen sich Kinder entfalten konnten, Malen und Zeichnen, wurden wegen exponentieller Alkoholabhängigkeit des Meisters ersatzlos gestrichen.“
Über diesen Unterricht machte ich im Mai 2010 Notizen und publizierte sie als Forenbeitrag. (*)

Während der ersten Schulwochen sammelten wir Eindrücke. Trotz einigen Minuspunkten ist die Schule wesentlich besser als alles, was wir aus der Provinz kannten. Die Musikanlage lärmte dauernd im Hintergrund. Der erste Schultag verlief etwas chaotisch. Die Hausaufgaben waren es auch. Die knapp Dreizehnjährigen wurden ohne jegliche Einführung, Literaturangaben oder Hinweise gefragt:
„Was ist Kunst?
Wie ist deine Einstellung zur Kunst?
Was weisst Du von der Farbenlehre?
Unter welchem Gesichtspunkt betrachtest du Kunst?
Kunst und Politik?
Was benötigst du, um ein Kunstwerk zu schaffen?“
Die Antworten sollten bereits am nächsten Morgen abgeliefert werden.

Einerseits faszinierte mich der Lehrer, der offenbar versuchen wollte, den Kindern eine neue Dimension des Lebens zu vermitteln. Das wäre in einer von digitalen Informationen durchfluteten Gegenwart eine echte Bereicherung. Andererseits störte mich die plumpe Anmache, der überspitzte Intellekt einer fast perfiden Fragerei ohne vorgängige einfühlsame Unterweisung, wie ich sie meinen Feriengästen zu vermitteln versuchte.

Aquarell, Mowgli, April 2010, Heimarbeit

Aquarell, Mowgli, April 2010, Heimarbeit


Kennt ihr Thais und ihre bescheidenen Unterkünfte in den Dörfern? Stehen denn unter Blaudächern Designer Möbel von Le Corbusier oder von Marcel Breuer entworfene Sessel? Verwenden die Bewohner edles Porzellan von Wedgwood, Rosenthal oder Keramiken von Siam Celadon? Die Verbreitung von unzerbrechlichen Kunststoffartikeln und gepresstem, bunt gemustertem Melamin, mit von gestressten Rauchern versehenen Brandzeichen, dürfte einen hohen Verbreitungsgrad aufweisen. (1)
Hängen hier üblicherweise Picasso, Gainsborough, Klimt, Sompop Buttarad oder van Gogh, eventuell als Kopien oder bloss als Drucke an den Wänden? Liegen Magazine ähnlich wie ‚artefact‘, ‚Du‘ oder ‚Global Art Magazine‘ auf? Das sind ja schlussendlich Wohnungen und keine biokompatiblen Zahnarztpraxen der Spitzenklasse.

Ich besuchte einige Häuser und Aufenthaltsorte. Die Kleider hingen nicht in handgefertigten Schränken aus deutscher Eiche, einheimischem Rosenholz oder Teak, sondern an quer durch den Raum gespanntem Draht oder lagen als bunte Haufen auf Sofa, Stühlen oder in einer Ecke. In einer andern Ecke stapelten sich wertvollere Gegenstände, wie bunte Kataloge von Lotus/Tesco und Big C, eine verirrte Bibel, defekte schwarz-weiss Fernseher aus dem vergangenen Jahrhundert, eine Wanduhr ohne Zeiger, zufällig durchmischte CD und DVD, meist hüllenlos, dafür mit Fingerabdrücken! Ganz edel – ein unbenutzter, verstaubter Laptop. Smartphones machten aus dem einst teuren Gerät Schrott, den keiner wegräumte. Selten stand irgendwo ein tausend Baht Schrank von Winner, dessen Echtheit durch einen stechenden Formaldehyd Geruch bestätigt wurde. (2)

Der Wandschmuck bestand mehrheitlich aus gedruckten Fotografien der Königlichen Familie und deren berühmten Vorfahren. Weiter hingen einige alte Kalender herum, einfach weil man zu faul war, das Zeug am Jahresende abzuhängen, oder weil sich dahinter pfundweise Geckokegel verbargen.
Den einzigen Kunstgegenstand, welchen ich je in einer reisbäuerlichen Wohnung entdeckte, war ein geschickt mit Draht zusammengeflickter alter Holzstuhl, dessen Erwerb ich eigentlich dem ‚Museum of Modern Art‘ in Chicago empfehlen wollte.

Kinder aus diesem Umfeld ohne Einführung mit beinahe sinnlosen Fragen aus der Welt der Kunst zu belästigen, betrachte ich als reinen Hohn.
Die grösste Kunst für die Kinder war es, einen Platz an der öffentlichen Schule zu erobern. Für 400 Plätze gab es damals über 600 Kandidaten.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Melamin
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Formaldehyd
(3) Mein Tagebuch / Kunst und Gunst in Hinterindien « Antworten #1135 am: 16. Juli 2010, 11:15:00 »

Ungeschminkte Gedanken zum Getreide

Fortsetzung: Honig-Lebkuchen-Mann – so viel Honig gibt es gar nicht…
Hölle, wo ist das Mikrofon, was soll ich denn sagen?

„Liebe Nachbarn, besser – distanzierte – entfernte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Brot! Endlich Brot … ..
in einer Siedlung, überwiegend bewohnt von Hirse, Pasta, und Reis-fressenden Immigranten, Leuten mit Migrationshintergrund, Secondos!
Brot – dank unserem Retter, Herrn Brot. Verzeihung – Herrn Zopf, Bäckermeister mit Kompetenz und Meisterbrief!
Schon in der heiligen Schrift, der Bibel, … guten Tag Herr Pfarrer, in Matthäus 6:11, finden wir die edle Bitte und weisen Worte: Unser tägliches Brot gib uns heute. (3)
Nicht einmal durch den immerwährenden Genuss von Lebkuchen, mit und ohne Honig, können wir dem Tod entfliehen, deshalb bleibe ich beim Brot.
Früher einmal gab es eine Aktion: Brot für Brüder! Wir wurden zu Solidarität aufgerufen und fragten uns, wer und wo denn eigentlich diese Brüder sind. Ich wollte mein tägliches Brot lieber mit hübschen Schwestern teilen.
Die Initianten, kirchliche Kreise, belogen uns. Die sammelten gar kein Brot. Sie waren erpicht auf harte Währung. Damals, in der guten alten Zeit, gab es den Euro noch nicht.

Dann nannte man die kirchliche Errungenschaft plötzlich: Brot für die Welt! Die auf der Zunge liegenden Fragen erstickten im Schleim der ungesunden Keime dieser überbevölkerten Welt. Das Sammelziel war unverändert: Geld!
An diesem Feiertag sagen wir ganz einfach: Brot für die Gemeinde. Wir alle kennen uns. Wir warten gemeinsam eigentlich nur auf warme Gratis-Semmeln.

Jedesmal, wenn Herr Zopf, der alte Zopf, Bäckermeister mit Kompetenz und Meisterbrief, einige Kilogramm Korn zu Brot verarbeitet, kommen mir die Tränen, denn man hätte dieses Korn auch in hochprozentigen Schnaps verwandeln können“.
Tumult in der auf frische gratis Semmeln wartenden Menge, vorwiegend ein Aufstand der Temperenzler (x) und Salutisten. (y) Tusch der Blechbläser.
Ohne alle weltweit produzierten Getreideschnäpse zu erwähnen und auf deren Vorzüge einzugehen, fuhr ich mit trockenem Gaumen fort:
„Ich blicke zurück auf meine Nachkriegs-Jugendzeit. Grossmutter pflegte zu sagen:
“Hartes Brot ist nicht hart. Kein Brot ist hart!“
Erst angelte ich zusammen mit Grossvater, dann wagte ich den Alleingang. Stundenlang – kein Biss, kein Schwanz, gar nichts.
Dann kam ein eleganter Kerl des Weges. Nadelstreifenanzug, schwarze – auf Hochglanz polierte Halb-Schuhe. Hut – war es ein original Borsalino (z) oder zweitklassige Fedora? Krawatte mit Nadel und funkelndem zehn Karat Diamant, mindestens vergoldete Armbanduhr. Er blickte mir tief in die Augen und erklärte mit einer von destilliertem Getreide geölten Stimme feierlich:
“Junge, wenn du wirklich Fische fangen willst, geh zum Bäcker und frage nach Mehlwürmern“.Angler
Komisch, es folgte kein Tusch der Blechbläser. Es gab keinen Applaus, keine Trommelwirbel. Dafür flogen aus der auf warme Gratis-Semmeln wartenden Menge, faule Eier und matschige Tomaten. Sie beschädigten das Mikrofon, ohne dass ich meinen improvisierten Vortrag über Brot-Getreide und dessen vielfältige Verarbeitung abschliessen konnte.
Seitdem lebe ich in Hinterindien.
Demnächst eröffnet ein Freund in der Gegend einen Breadshop. Wird er mich als Festredner einladen?

(3) http://www.youtube.com/watch?v=CWkQe3W6KLg
(4) http://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us6,11
(x) http://de.wikipedia.org/wiki/Abstinenzbewegung
(y) http://de.wikipedia.org/wiki/Salutisten?title=Salutisten&redirect=no
(z) http://de.wikipedia.org/wiki/Borsalino
(brot) http://zentao.wordpress.com/2008/10/17/altes-brot-ist-nicht-hart/

Affenliebe

Das Gesundheitsministerium veröffentlichte folgende Statistiken: (1)
Durchschnittlich gebären thailändische Teenager täglich 370 Säuglinge. Über achtzig Prozent der Schwangerschaften seien ungeplant, nach meiner bescheidenen Meinung eher unerwünscht. Nur fünfundfünfzig Prozent würden sich beim ersten Geschlechtsverkehr schützen! Da haben die Lehrer aber genau geguckt und gezählt.

Über die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche, Abtreibungen, fand ich keine Angaben. Brachiale Engelmacherinnen auf dem Lande werden durch Kunstfehler mit Todesfolge kaum bekannter. Für Schlagzeilen in Zeitungen reichen solche Bagatellen nicht.
Daneben existieren weitere Mord-Methoden. Einfach mit Pille, – in Kliniken durch Absaugen oder Curettage, Auskratzen. (2)
Die Zahl dürfte sehr hoch sein. 2010 wurden allein in einem Tempel in Bangkok 2000 Föten gefunden. (3)Buddha Den Chai

Wie geht es denn weiter, mit diesen jungen, oft vaterlosen Kindern und Müttern?
In vielen Fällen gebärt die junge Frau ein weiteres Baby. Die Grossmutter betreut sämtliche Kleinen. Wenn Schwestern mit ähnlichen Problemen vorhanden sind, wird es sehr eng in den kleinen Häusern.
Die schlecht geschulten, oft arbeitsscheuen Kind-Frauen drängen dann zur Selbstverwirklichung. Sie lassen ihren Ballast bei den Müttern und ziehen erst einmal zu Bekannten und Freundinnen in die Bannmeilen der nächtlichen Unterhaltungsindustrien. Dorthin, wo exotische Tierarten wie Elefanten (Chang), Tiger und Leoparden als eiskalte Getränke angeboten werden, während heisse Frauen ihre geschmeidigen Leiber an verchromten Stangen kühlen und die Stängelchen alkoholisierter Zuseher zu eruptieren drohen.

Sobald erste Baht von Freiern fliessen, beginnt das richtige Leben, wie es Filme zeigen. Die Dämchen haben endlich Geld für Kosmetik, schrille Klamotten, Schuhwerk mit extrem hohen Absätzen, Zigaretten, Alkohol, Drogen, falschen Schmuck, Unterhaltungselektronik und das prickelnd lebenswichtige Zocken.
Die attraktiven jungen Girls werden oft ‚uneigennützig‘ beschützt und beaugapfelt von geldgierigen Hütern der Ordnung. Sollten sich Farangs mit solchen Frauen verlustieren, drohen ihnen hohe Bussen wegen Verführung Minderjähriger!
Pflichtbewusste missionierende Angehörige christlicher Kirchen versuchen, zur Verherrlichung Gottes, warum eigentlich, er ist ja bereits der Herr Gott, die Moral zu heben, ekelerregende Sünden zu bekämpfen und die gebeutelten Sexsklavinnen den spermatriefenden Händen Satans zu entreissen.
Aber diese Frauen wollen keine farbigen Heilgenbilder, keine Predigten und Bibeln. Sie sammeln emsig Porträts ihres Königs, auf viele Scheine gedruckt. All diese Scheine bedeuten: Lebenslust, unter anderem endlich ein grosses Haus für Mutter!

Zusätzlich gibt es barmherzige Gutmenschen. Sie versuchen nach kurzen Ferienbekanntschaften, jungen Frauen durch regelmässige, finanzielle Leistungen zu helfen, dem schmutzigen Gewerbe im Rotlichtmilieu zu entfliehen. Diese Weiber denken nicht daran, den besten Teil ihres Lebens aufzugeben. Geschlechtskrankheiten gibt es nur in Märchen. Ratten und Elefanten tun es auch – ohne Kondom.
Die Spender kennen die Hintergründe nicht und sind ahnungslos, dass sie nicht die einzigen Sponsoren sind. Ihre grenzenlose Dummheit wird gekrönt durch Heiratspläne!

Derweil wächst in den Dörfern des Nordens und des Nordostens der Wohlstand.
In Nuttingen gibt es neue Häuser mit Blaudächern. Vor den Gebäuden stehen Kleinlaster und Traktoren. Im Reisfeld daneben suhlen sich Wasserbüffel. Wenn sie erkranken, bezahlt ein liebeshungriger Farang! Für ein (reibungsloses) Weiterfunktionieren dieser Zustände wird gesorgt, im Durchschnitt 370 mal täglich!

(1) http://www.mcot.net/site/content?id=50f67549150ba03711000062#.Ubn6_fnwlJI
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaftsabbruch
(3) http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2032414,00.html
Links:
(l) http://digitalphat.wordpress.com/2013/06/11/eine-wahre-liebesgeschichte/
(l) https://hinterindien.com/2012/05/12/kreislaufe-und-kollaps/
(l) http://liebeskasperthailand.wordpress.com/

Götter, Geister und Gelehrte

Grausam. Im griechischen Olymp lebten über achtzig Götter. Im Winter war das Klima  unangenehm  kalt, ähnlich wie in Chiang Mai. Im Sommer dagegen, heiss und trocken, möglicherweise ohne süsse Weine aus Samos. Die Götter mussten Masochisten sein.  Warum? Um Generationen später die Lern- und Aufnahmefähigkeit junger Schüler in Mitteleuropa zu prüfen.  Griechische Namen waren zumindest während meiner Schulzeit  zwecks Noten entscheidend. Lehrreiche Bilder von Priapos wurden uns vorenthalten. (1) Betreffend griechischer Geister erfuhren wir gar nichts. Die Bibel gab in Sachen Namen zu wenig her. Glaubenseiferer auf dem direkten Weg zur Seeligkeit kannten sie ohnehin auswendig.

In Thailand fand ich mit viel Mühe wenige Namen von Geistern und Göttern. Sie dürften die Anzahl griechischer Götter weit übertreffen. Es ist schwierig, von den Menschen mehr über diese Dinge zu erfahren. Sie sprechen über fast alles. Aber Geister sind gefürchtet, werden bestochen, verehrt und gehören für sie zur täglichen Intimpflege.

Mein Ziel war es, mit meinen Ausführungen das Einfühlungsvermögen in Thai-Partner zu verbessern. Um Ärger zu vermeiden rate ich: sprecht im Allgemeinen nicht über dunkle, unsichtbare Mächte. Wenn beim Strassen- und Hausbau, bei der Auswahl von Pflanzen für Haus und Garten, oder bei der Möblierung unbekannte Einwände und Argumente erfolgen, zeigt Verständnis und Entgegenkommen dafür.

Im chinesischen heißt ein Gegenzauber Feng Shui. An Thai Häusern finden wir zunehmend geisterbekämpfende Gegenstände chinesischen Ursprungs, ohne daß die Bewohner mit den Symbolen vertraut sind. Man kopiert gedankenlos.

Feng Shui ist Wohlseinsmagie mit daoistisch philosophischen und selten wissenschaftlich vertretbaren Wurzeln. (2) Energie wird auf fünf Ebenen, nämlich Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer analysiert. Feuer gilt als großes, Holz als kleines Yang. Metall ist kleines, Wasser großes Yin. Die Erde selbst ist neutral.

Das Wissen um die Auswirkungen von Farben, Formen, Maßen und Klängen auf Lebewesen ist wichtig. Der harmonische Ausgleich eines Ortes wird durch genaue Anordnung von Objekten und Farben durchgeführt. Durch die gezielte Verwendung von einfachen Mitteln wie Steinen, Mineralien, Wasser, Pflanzen und Textilien wird der Fluß der Lebensenergie Chi angeblich regulierbar. Jeder Bereich muss auf Funktionalität abgestimmt werden. Die Anordnung und Aufteilung der Räume sollte möglichst einfach, dennoch harmonisch sein.

Feng Shui wurde in China unter Mao Tse Dong verboten. Unter teils westlichen Einflüssen degradierte Feng Shui zum hauptsächlich gewinnbringenden Hokuspokus.

Bei uns stehen keine Geisterhäuser in den Gärten. Dennoch fühlte ich mich noch nirgends so gut und vollständig unbelastet von Angstträumen. Dies, obwohl die Beziehungen zu Dicks Angehörigen eher schwierig und getrübt sind. Die Akustik im Haus erlebte ich mit Musikkonserven nirgendwo so eindrücklich.  Geistreiche Kunst als Wort, Bild, Musik, Wissenschaft und Tafelfreuden inspirieren!

Feng Shui Geomantik findet sich häufig in alten chinesischen und japanischen Gärten. Ein neureicher Weltenbummler zeigte mir stolz seine botanisch brillante Bildersammlung auf einer Apfelmaschine und meinte, trotz teurem Obst, als intellektueller Bonsai von allen guten Geistern verlassen: “Alles klassischer Kung Fu Stil!“

(1)href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Priapos“>http://de.wikipedia.org/wiki/Priapos
(2) href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Feng_Shui“>http://de.wikipedia.org/wiki/Feng_Shui                 href=“http://www.fengshuiversandshop.com/“>http://www.fengshuiversandshop.com/
(4) Kung Fu Filme
href=“http://www.youtube.com/watch?v=ms_9iuGxyQA
http://www.youtube.com/watch?v=5q9kYKtvYU0&feature=related“>