Können Bierflaschen Reliquien sein?

Der Schritt von der Weinflasche des heiligen Antonius zu profanen Bierflaschen ist kurz. Während dem ich zahlreiche Tempel in und rund um Chiang Mai besuchte, Bekanntschaften mit Mönchen und Äbten pflegte, hatten meine Kollegen aus Engelland wichtigere Anliegen. Sie trafen sich immer am Freitagabend in der Loi Kroh Strasse und studierten eingehend Bier-Bars und weit wesentlicher, die Bier-Schlepperinnen. Dabei war die Mehrzahl dieser Deppen mit einheimischen Frauen, die sie natürlich in Bars kennenlernten, verheiratet.
Einige besonders Fleissige trainierten während der ganze Woche intensiv für den Freitag. War es die Bierröhre, die Leber, die Nieren oder die Harnblase, welche besondere Aufmerksamkeit und Pflege erforderte?
Loi Kroh Besuche gingen bei mir ans Limit. Erstens mochte ich Bier als Getränk nur als lebens-rettende Flüssigkeit kurz vor dem Verdursten. Zweitens konnte ich im Rollstuhl nicht alle zwanzig Minuten Wasser abschlagen. Toiletten für Behinderte gab es nicht.
Alle paar Jahre liess die Regierung verlauten, dass sämtliche Bars in der Loi Kroh geschlossen würden. Das waren wichtige Signale für meine Bekannten, um noch gründlicher zu feiern. Die überbordenden Exzesse führten zu Verkehrsunfällen, Bein- und Schädelbrüchen, wohl weil gelegentlich etwas Blut im Alkoholkreislauf fehlte. Die Schwerverletzten scheuten sich nicht, mich im Bedarfsfall um einen Rollstuhl zu bitten.
Ich begegnete den Kampftrinkern an Geburtstagen oder zum Truthahn an Weihnachten. Ihre auf Bier fixierten Verdauungsorgane ertrugen keine Thaispeisen. Ihre Frauen arrangierten sich und kochten für sich landesübliches Essen. Ich schmuggelte Wein zu den Gastgebern und schluckte dazu Thai Spezialitäten. Die Häuser dieser Farangs hatten zwei Küchen. Im Innern war die Farang –Küche mit Kühlschränken, Mikrowellen und Toaster. Auf luxuriösen Geräten wurde Frühstück mit Eiern, Speck und Würsten gebraten. Eine bescheidene Aussenküche diente für Thai-Food.
Während sich die Engelländer vorwiegend um aufgetakelte Wesen mit extremer Kriegsbemalung aus Chromstahlstangenhaltung kümmerten, trank ich im Dorf unter dem Sternenhimmel Wein mit biologisch gackernden Landhühnern aus Bodenhaltung. Als asoziales Wesen wurde ich unter den Säufern als Womanizer verschrien.
Wenn ich selten genug in der Nähe der Loi Kroh Strasse war und meine Leber verzweifelte Durstsignale zum Hirn sandte, drehte ich den Rollstuhl. Dann rollte ich zum Imperial Mae Ping Hotel und dort in die Lobby Bar. Das ausgebildete, freundliche Personal mixte Cocktails nach Barbuch mit Messbechern. Der weitverbreitete Betrug mit verwässerten Spirituosen fand nicht statt. Danke für die angenehme Zeit! Reliquien könnten folglich ebenfalls Schnapsflaschen sein.
In unmittelbarer Nähe der Bar gab es nicht nur für Notfälle eine Toilette.

Reliquien in Europa und Hinterindien

Einst konnte ich nicht genug Tempel erkunden. Vor einigen Jahren noch wurde detailliert angegeben, welche Reichtümer und Reliquien in den heiligen Stätten versteckt sind. Weil Tempel-Diebstähle unglaublich zunahmen, herrscht nun das grosse Schweigen.
Wat Phrathat Hariphunchai Woramahaviharn in Lamphun ist der Tempel der heiligen Reliquie von Hariphunchai. Der König Aditya Ratcha fand in seinem Garten ein Haar des Buddha. Um die verstorbene Königin Chamadevi zu ehren, liess er einen Tempel bauen. Als ich dort war, wischten uniformierte Schülerinnen während einer Pause Dreck weg.
Auf einem eindrucksvollen Hügel gab es einen Fussabdruck Buddhas. Volltrottel versuchten mit Löffeln, den Abdruck auszukratzen und zu stehlen. Der Abt selbst bewachte danach den heiligen Ort. Währenddessen verkauften geldgierige Weiber unten am Berg, im Tempel-Areal, Bier und Lao Khao. Fussabdrücke Buddhas gibt es in ganz Asien. Niemand stört sich daran, dass die Grössen sehr variabel sind. Ebenso verlor der Erleuchtete Knochen und vor allem Zähne. Heilige Zahntempel gibt es mehr, als ein nicht erleuchteter Mensch Zähne hat.

E.T.A. Hoffman, 1776–1822, beschrieb im Buch: „Die Elixiere des Teufels“ eine Szene in einem Kloster:
„Sollten denn, lieber Bruder Cyrillus“, sagte ich, „alle diese Dinge gewiß und wahrhaftig das sein, wofür man sie ausgibt? – Sollte auch hier nicht die betrügerische Habsucht manches untergeschoben haben, was nun als wahre Reliquie dieses oder jenes Heiligen gilt? So z. B. besitzt irgendein Kloster das ganze Kreuz unsers Erlösers, und doch zeigt man überall wieder so viel Späne davon, daß, wie jemand von uns selbst, freilich in freveligem Spott, behauptete, unser Kloster ein ganzes Jahr hindurch damit geheizt werden könnte.“ – „Es geziemt uns wohl eigentlich nicht“, erwiderte der Bruder Cyrillus, „diese Dinge einer solchen Untersuchung zu unterziehen, allein, offenherzig gestanden, bin ich der Meinung, daß, der darüber sprechenden Dokumente unerachtet, wohl wenige dieser Dinge das sein dürften, wofür man sie ausgibt. Allein es scheint mir auch gar nicht darauf anzukommen. Merke wohl auf, lieber Bruder Medardus! wie ich und unser Prior darüber denken, und du wirst unsere Religion in neuer Glorie erblicken. Ist es nicht herrlich, lieber Bruder Medardus, daß unsere Kirche darnach trachtet, jene geheimnisvollen Fäden zu erfassen, die das Sinnliche mit dem Übersinnlichen verknüpfen, ja unseren zum irdischen Leben und Sein gediehenen Organism so anzuregen, daß sein Ursprung aus dem höhern geistigen Prinzip, ja seine innige Verwandtschaft mit dem wunderbaren Wesen, dessen Kraft wie ein glühender Hauch die ganze Natur durchdringt, klar hervortritt und uns die Ahndung eines höheren Lebens, dessen Keim wir in uns tragen, wie mit Seraphsfittichen umweht. – Was ist jenes Stückchen Holz jenes Knöchlein, jenes Läppchen – man sagt, aus dem Kreuz Christi sei es gehauen, dem Körper – dem Gewände eines Heiligen entnommen; aber den Gläubigen, der, ohne zu grübeln, sein ganzes Gemüt darauf richtet, erfüllt bald jene überirdische Begeisterung, die ihm das Reich der Seligkeit erschließt, das er hienieden nur geahnet; und so wird der geistige Einfluß des Heiligen, dessen auch nur angebliche Reliquie den Impuls gab, erweckt, und der Mensch vermag Stärke und Kraft im Glauben von dem höheren Geiste zu empfangen, den er im Innersten des Gemüts um Trost und Beistand anrief. Ja, diese in ihm erweckte höhere geistige Kraft wird selbst Leiden des Körpers zu überwinden vermögen, und daher kommt es, daß diese Reliquien jene Mirakel bewirken, die, da sie so oft vor den Augen des versammelten Volks geschehen, wohl nicht geleugnet werden können.“ – Ich erinnerte mich augenblicklich gewisser Andeutungen des Priors, die ganz mit den Worten des Bruders Cyrillus übereinstimmten, und betrachtete nun die Reliquien, die mir sonst nur als religiöse Spielerei erschienen, mit wahrer innerer Ehrfurcht und Andacht.

Dir ist das Leben des heiligen Antonius zur G’nüge bekannt, du weißt, daß er, um sich von allem Irdischen zu entfernen, um seine Seele ganz dem Göttlichen zuzuwenden, in die Wüste zog und da sein Leben den strengsten Buß- und Andachtsübungen weihte. Der Widersacher verfolgte ihn und trat ihm oft sichtlich in den Weg, um ihn in seinen frommen Betrachtungen zu stören. So kam es denn, daß der heilige Antonius einmal in der Abenddämmerung eine finstere Gestalt wahrnahm, die auf ihn zuschritt. In der Nähe erblickte er zu seinem Erstaunen, daß aus den Löchern des zerrissenen Mantels, den die Gestalt trug, Flaschenhälse hervorguckten. Es war der Widersacher, der in diesem seltsamen Aufzuge ihn höhnisch anlächelte und frug, ob er nicht von den Elixieren, die er in den Flaschen bei sich trüge, zu kosten begehre. Der heilige Antonius, den diese Zumutung nicht einmal verdrießen konnte, weil der Widersacher, ohnmächtig und kraftlos geworden, nicht mehr imstande war, sich auf irgendeinen Kampf einzulassen und sich daher auf höhnende Reden beschränken mußte, frug ihn, warum er denn so viele Flaschen und auf solche besondere Weise bei sich trüge. Da antwortete der Widersacher: >Siehe, wenn mir ein Mensch begegnet, so schaut er mich verwundert an und kann es nicht lassen, nach meinen Getränken zu fragen und zu kosten aus Lüsternheit. Unter so vielen Elixieren findet er ja wohl eins, was ihm recht mundet, und er säuft die ganze Flasche aus und wird trunken und ergibt sich mir und meinem Reiche.
Danke Herr Hoffmann.
In Thailand ist es Tradition, zu Songkran in den Tempeln Stupas, Chedis, aus Sand zu bauen. Der Sand soll den Staub wieder an den Ursprungsort zurückbringen, den die Gläubigen im Laufe des Jahres an ihren Schuhen haftend von dort weggetragen haben.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-elixiere-des-teufels-3112/6

Wie der Farang eine einst angenehme Wohn-Gegend fand

Ab 2001 lebte ich im Winter wochenweise im Mae Ping Hotel. Es verfügte über Rampen am Eingang. Die Verpflegung in den verschiedenen Restaurants war überdurchschnittlich. Ein teurer Internetzugang war in der Hotellobby. Eine Cocktailbar mit charmanten Damen und Happy Hour zwischen 17 00 und 20 00 Uhr war zu verführerisch. Gleich über der Strasse war Mr. K’s. Schuppen. Mr K 2001

Dort waren Bier und Mekong eindeutig billiger, aber es gab keine Cocktails.  Mr. K’s Bäuchlein konnte nicht mit den Formen und dem Lächeln von Jintana Pokhada konkurrenzieren. Der grösste thailändische Bierfabrikant rettete mein Seelenheil, indem er die hübsche junge Frau zwecks Weiterbildung nach England einlud,
Mr. K’s Schuppen war wichtig für mich. Er erledigte die Wäsche für einen Viertel des Hotelpreises. Mr. K. verkaufte Filme, Getränke, Zigaretten, Kaugummi, Telefonkarten, Postkarten und konnte alles organisieren. Er verhökerte günstige Mahlzeitencoupons des Hotels. Viele SAGA Gäste des Mae Ping tranken ihr Bier bei Mr. K. Top Unterhaltung mit meist britischen Weltenbummlern war gewährleistet. Dort sass täglich ein blonder Engländer. Er lebte nicht im Hotel. Er war mit einer Thailänderin verheiratet und lebte als einziger Europäer in irgend einem namenlosen Dorf. Während seine Frau bei Thai Airways arbeitete, suchte er Gesellschaft bei Mr. K. und schlürfte fast täglich die berühmteste Nudelsuppe von Chiang Mai. Eines Nachmittags fragte mich Mike, ob ich zur Airport Plaza mitfahren möchte. Ich kannte die Plaza nicht und benutzte die Gelegenheit gerne. Mike schmiss den Rollstuhl in das Pickup. Dies war der Beginn einer unvergleichlichen Freundschaft.

Im Januar 2002 war ich mehrmals zum Essen im Dorf eingeladen. Dabei lernte ich Nachbarn und einige Kinder kennen. Sie spielten und lärmten auf der Strasse. Um acht Uhr wurde es schlagartig still. Die Kleinen mussten nach Hause.
Mir gefiel es in der ländlichen Umgebung mit den Reisfeldern – in der Nähe der Stadt. Ich fand eine kleine Wohnung mit Köchin und Reinigungsspezialistin mit Palmwedel. Spätestens alle zwei Wochen fand sich im Dorf irgend ein Grund zum Feiern. Die verbreitete Mia Noi Kultur mit all den vernachlässigten Frauen störte mich nicht, wirkte eher einladend.
Gegen Ostern sah ich ein leerstehendes Häuschen an einer wenig bewohnten Strasse. Meine gemietete Wohnung war nur fünf Minuten entfernt. Die abendliche Bierzeremonie mit Mike konnte auch nach einem allfälligen Umzug stattfinden.

Später erwarb ich ein weiteres Haus mit einem grossen Garten, das Gästehaus – oder wie es die Einheimischen nennen – Ban Isabella. Dort feierten wir mit zwei Sängerinnen aus der Schweiz einen unvergesslichen Abend, den Höhepunkt der Dorfparties.
Danach wurden die Anlässe nur noch lauter. Nach einigen Todesfällen und Wegzügen änderte sich die Bevölkerungsstruktur. Kinder bettelten die ganze Nacht nach Futter. Sie schliefen in ihren Schuluniformen auf Strassen und Plätzen. Sie sassen gähnend, mit roten Augen, vor riesigen Fernsehkisten und schauten Kriegs-, Gangster- und Porno-Filme von VCD, während sich die Eltern wenig sittlich vergnügten.
Seit sechs Jahren verpesten Sex- und Drogenmafia das einst fast harmonische Dorfleben, wo man Schulmädchen nur mit zugezogenen Vorhängen bei schummrigem Licht schwängerte. Von nun an wurde Methamphetamin aus Pseudo-Ephedrin und Alkohol, die Düfte verrieten es, praktisch täglich hergestellt. Konsumenten und Händler, wie Schulkinder, wurden gefasst und bestraft. Die Hersteller dagegen arbeiteten ungestört weiter. Seit der Überflutung herrschen Betriebsferien. Die Ethanol-Schwaden fehlen mir.
Gezwungenermassen lebte ich wochenlang in schäbigeren Dörfern in der Umgebung von Nakhon Thai. PhonPhat ist nicht die einzige asoziale Siedlung im schönen Thailand. Der Mut ehrlicher Berichterstattung fehlt vielen Zugewanderten. Das ergibt dann Schapsleichen. Am Ende brennen sie besser.

https://travel.saga.co.uk/

Thailands verheissungsvolle, bahnbrechende Zukunft

Ein heisses Land in einer heissen Zeit. Da ist es nie zu spät für Bierpreis und allgemeine Alkohol-Steuer-Erhöhungen.
Die Regierung investiert viel und benötigt Geld. Der Schutz der Monarchie, inbegriffen der Bevölkerung, wird intensiviert mit U-Booten, Helikoptern, Flugzeugen und Panzern. Schiffe mit Lenkwaffen könnten feindliche Einheiten in Entfernungen von über zweihundert Kilometern beschiessen. Die lückenlose Überwachung des Internets benötigt viel geschultes Personal und modernste Technik.
Zitronen gibt es kaum genug zum Quetschen. Da hält man sich besser an die Leute. Saurer, sogar vitaminreicher Saft hilft wenig. Billionen Baht sind besser.
Eine Idee war, die Gebühren für Abfälle um das Elffache zu erhöhen. Ich befürchte leider, dass dann der Kehricht wieder in Nachbars Garten, im Dschungel, in Flüssen und Seen landet oder mühsam von den Meeresstränden gesammelt wird. Jede Nacht beleuchten dann – wie einst – Millionen Feuerchen mit stinkendem Qualm Hütten, Palmen und Tempel.
Vor ungefähr zehn Jahren wurde der Kehricht, trotz bezahlter Gebühren, im Dorf plötzlich nicht mehr abgeholt. Die Lastkraftwagen reisten damals von Chiang Mai ins Gebiet von Lampang. Sie schmissen den stinkenden Müll in den Dschungel. Das funktionierte, bis sie von wütenden Einheimischen mit Schrotflinten begrüsst wurden.

Weiter denkt man an eine progressive Zuckersteuer in Getränken, mit dem richtigen Argument, Zucker sei ungesund. Suppen, Gemüse und andere Speisen dürfen weiter abgabefrei gezuckert werden. Warum nicht eine generelle Zuckersteuer erheben? Sie wäre bei höheren Erträgen weit weniger personalintensiv.

Die Zeitungen, Bangkok Post und Khaosod, sehen die Aktionen aus ihren Blickwinkeln:
Die Konsumenten zahlen für die Sünden der Regierung (1)
Ist diese Regierung kaputt und schöpft einen neuen „Sündensteuer“-Plan, damit angeblich sündige Konsumenten mehr bezahlen? Ich besprach diese Spekulation mit einem Freund. Am Samstag werden neue Verbrauchsteuersätze wirksam und Preiserhöhungen auf Alkohol, Zigaretten und Kaffee stehen bevor. Die Verbraucher sind gezwungen, die Last von immer teurerem Bier, Wein, Schnaps und Zigaretten zu tragen.
Laut Forbes Thailand Magazin gibt es erhebliche Erhöhungen der Lizenzgebühren. Beispielsweise wird die Alkohol-Herstellungsgebühr von 5.000 Baht auf 300.000 Baht pro Jahr angehoben.
Ein Produzent, der 30 Millionen Flaschen im Jahr abfüllt, zahlt umgerechnet auf die Flasche 0.01 Baht. Ganz anders trifft es die Detailhändler. Für den Einzelhandel wird die Lizenzgebühr von 2.000 Baht auf 50.000 Baht erhöht. Wenn der Umsatz bloss 10‘000 Flaschen beträgt, ergibt das pro Flasche fünf Baht, die vom Gewinn verlorengehen … oder der Kunde bezahlt.

Nach kurzem Schnuppern in den Preislisten bemerkte ich, dass wiederum beim echten Wein am kräftigsten abgesahnt wird. Daraus ergibt sich, dass nicht hochprozentige destillierte und gebrannte Wasser, sondern natürlich fermentierte Traubensäfte die aggressivsten Feinde von Hirn und Leber der hochsensiblen Bevölkerung Hinterindiens sind.
Billigst “Weine“, gepanscht im Grossraum Bangkok, aus importiertem Traubenkonzentrat, lokalem Ethanol und Wasser, gelten als einheimische Erzeugnisse.

Werte Geldbeschaffer: Sofern ihr wirklich unerschöpfliche Mengen Geld benötigt, verdoppelt endlich die Treibstoff-Preise. Vielleicht würden dann einige Dieselbesitzer ihre ungewarteten Stinker nicht nur währen der Nacht abstellen, sondern die Luftbelastung mit Schadstoffen könnte mindestens in Chiang Mai, eventuell sogar landesweit, verringert werden.

Die Staatsbahnen planen mit Unterstützung von Japan, 2023 die 193 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Strecke von Bangkok (Don Mueang, Suvarnabhumi, U-Tapao) nach Rayong in Betrieb zu nehmen. Der Grundpreis sollte zwanzig Baht plus 1.80 Baht pro Kilometer betragen. (2)
Die Japaner möchten ebenfalls eine schnelle Strecke von Bangkok nach Chiang Mai errichten.
Gleichzeitig wird in Zusammenarbeit mit China an der Strecke von Nong Khai nach Bangkok gearbeitet.

(2) http://www.bangkokpost.com/news/general/1317747/rapid-rail-link-to-rayong-set-for-2023
(1) http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1323951/consumers-made-to-pay-for-government-sins

Blumen, Gurken, Einbrecher und Spezial-Ermittler

Auf der letzten Etappe der Reise von Satun nach Chiang Mai erhielt Dick den Anruf einer Nachbarin aus der Gegend des Gästehauses. Die Frau berichtete, Einbrecher hätten in der Nacht die Wand über den Küchenfenstern zerstört und seien auf diesem Weg in das Haus eingedrungen. Ich lachte kurz und erklärte Dick:
„Die müssten ja total blöd oder besoffen sein, um über den Fenstern ins Haus einzusteigen, wenn sie mit einem einzigen Hammer-Schlag das gesamte Glas entfernen können!“
Nachforschungen ergaben, im Haus fehlte nichts. Die Decke war unversehrt. Die Fassade war eindeutig beschädigt.

Es gab eine ums Haus rankende Pflanze. Nach einem Jahr erfreute sie uns mit wunderschönen Blüten. Einige Jahre später gediehen aus den Blumen gurkenartige Früchte. Kein Mensch wusste, was es war. Während unserer Abwesenheit rankte sich das Pflänzchen über die Küchenfenster empor und fixierte sich an der Verkleidung darüber. Starke Sturmwinde rissen des Nachts die Pflanze samt Gemüse und Fassade hinunter. Eine Holzkonstruktion, sie hielt die Teile einst zusammen, war teils verfault, teils von Insekten gefressen. Dick war mit der Krankenpflege einer anspruchsvollen Patientin mehr als beschäftigt. Die zusätzliche Bauüberwachung war ein angenehmer Zeitvertrieb.

Die ungestümen Arbeiter, mit mehr Kraft als Hirn, mussten überwacht werden. Die hätten gleichzeitig mit dem schadhaften Holz zusätzlich problemlos das halbe Dach entfernt. Ein Stück Wasserleitung mit Ventil, dazu eine Gartenbeleuchtung wurden geopfert. Während vier Tagen wurde sorgfältig Holz entfernt. Danach schweissten die Spezialisten Stahlprofile an, ohne dass die Hütte Feuer fing!

Zufälle gibt es kaum. Am Tage, als unsere unzufriedene Kranke freiwillig verreiste, feierten die Arbeiter abends an den Steintischen im Garten des Gästehauses mit Lao Khao. Der Grund war nicht der Abgang der Alten, aber am folgenden Tag würde die Reparatur abgeschlossen. Nach unserem obligaten Kokoswasser-Cocktail sagte Dick:
„Ich gehe zum Gästehaus, schmeisse die Säufer hinaus und schliesse ab.“ Danach begann für mich eine endlose Wartezeit.

Dick war kaum bei den fröhlich Feiernden, als vier uniformierte Militärpolizisten eintraten. Sie grüssten und meldeten: „Drogenkontrolle!“
Dick wurde einmal mehr des Handels bezichtigt. Die Einsatztruppe kontrollierte Ausweise. Jeder pinkelte. Die Analysen waren negativ. Gründlich Spurensuchen im ganzen Haus verliefen ergebnislos. Die Beamten waren freundlich und schenkten den Feiernden zusätzliches Bier.
Dick fragte: „Wer machte die Anzeige?“
Der Leiter der Spezialisten aus Bangkok sagte grimmig ein Wort: „Familie.“

Aussergewöhnliche Rettung vor dem Verdursten

Wir erlebten den ersten, doppelt trockenen Songkran. In Satun wird nur selten gewässert. Meine Kleidung blieb trocken. Zusätzlich litten unsere Kehlen unter Feuchtigkeitsmangel. Bier trinke ich kaum. Es gab keinen Wein, der den Namen verdient. Nur gepanschten Fusel aus Bangkok, fabriziert aus importiertem Traubenkonzentrat, gemischt mit Alkohol und Wasser. Bereits die Etiketten liessen zweifeln. Die Grafiker konnten nicht fehlerlos “Château“ schreiben. Es geht mir nicht um den schwierigen Accent circonflexe. Dieses Dach wurde zum Quälen quengelnder fremdsprachiger französischlernender Knaben erfunden. Die geniale, thailändische Neuschöpfung heisst Chaton.
Eine jüngere Angestellte erzählte: Amtsstellen in Bangkok beeinflussten den Grossverteiler – – – in Satun im Angebot auf echte Importweine zu verzichten!

Im Kad Farang in Chiang Mai genossen wir vor Monaten guten Primitivo, in Amerika heisst die Traube Zinfandel – und Negroamaro. Wir fragten den Kassierer, wir reisen demnächst nach Satun, ob die Firma zwölf Flaschen dorthin liefern würde.
Einen Tag darauf telefonierte der Kerl, unser bestellter Wein sei eingetroffen. Wir hatten keinen Platz im Auto. Zusätzlich wollte ich keinen Wein während einer Woche im heissen Fahrzeug transportieren. Zudem bestellte ich nichts. Es war bloss eine Frage, ob eine Lieferung in den Süden möglich sei.

Mühsam schleppte ich mich nach Songkran, gequält vom Durst, an die Tastatur. Ich googelte: Wine Connection. Die Firma betreibt einen Online Shop. Das Angebot ist nicht so reichhaltig wie in den luxuriösen Einkaufsgelegenheiten. Die Angestellten polieren die Flaschen täglich. In meinem Weinkeller in der Nähe von Bern waren Staubwedel verboten.
Die Dienstleistungen im Internet sind kundenfreundlich. Ab zweitausend Baht entfallen Transportgebühren. Ich fand zwei Weine, Shiraz und Chardonnay und bestellte am Montag, kurz vor Mittag, je sechs Flaschen.
Am Dienstagmorgen hatte ich einen „neunzig Tage“ Termin beim Amt. Wir waren wieder im Auto, als mein Telefon Töne dudelte. Ich dachte, es sei ein Anruf aus Bangkok, betreffend Weinbestellung. Nein, es war unser bekannter Fahrer von Kerry Express. Er sagte, er hätte eine Sendung für mich aus Bangkok, frisch vom Flughafen Hat Yai.
Unglaublich – keine vierundzwanzig Stunden später erfolgte die Lieferung. Ich kalkulierte zuvor, wenn wir Glück haben, erhalten wir die fermentierte Trauben-Medizin aufs Wochenende. Nach drei geleerten Flaschen lalle ich: Herzlichen Dank!

Satun Kite Festival 2017

Ich suchte auf der TAT-Webseite nach Ereignissen im Monat März in Satun. Vergebliche Bemühungen. Die Bürokraten der vereinigten Thai Tourismusbehördeverwaltungsangestellten in Bangkok vergassen Satun schlicht und erwähnten statt dessen Cha-Am. Das südliche Teegeld erreichte den Hauptsitz wahrscheinlich noch nicht!
Dennoch findet das Festival statt. Wir machten eine erste Erkundung. Der Unterschied zum letzten Jahr ist überwältigend. Es gibt knapp tausend Prozent mehr Bierzelte. In Zukunft werden keine Drachen mehr gestartet. Das internationale Satun Bierfest mit Bierköniginnen wird weltbekannt, im Umkreis von fünfundzwanzig Kilometern.
Die Lärmbelästigung durch zahlreiche Leisesprecher kann mit Triebwerkslärm an internationalen Flughäfen verglichen werden. Die Geräuschkulisse stimmt bereits. Es fehlen nur noch die Flugmaschinen, denn die Drachen selbst erzeugen kaum Lärm.
Es wurde eine Zeltstadt als Hangars für die Teams mit grossen Apparaten erstellt. Als Beweismittel knipste ich einige Bilder, nicht vom Bier.
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(1) https://hinterindien.com/2017/02/05/2017-satun-international-kite-festival/
(2) https://hinterindien.com/2016/03/05/satun-kite-flying-festival/