Drogen, Glücksspiele, Lügen, Sex

Als der Mann besoffen in einem Gebüsch Hinterindiens eine schmuddelige Bäuerin schwängerte, verschwendete er wohl kaum einen Gedanken darüber, was er gerade zeugte. Das Hirn leidet bei Erektionen meist an Blutmangel. Doch nach der Statistik zu schliessen, war es eher unwahrscheinlich, dass er eine wissenschaftliche Koryphae, eventuell Nobelpreisträger, gezeugt hatte.
Mehr als zwanzig Jahre später bereicherte das Zeugungsprodukt durch sein Verhalten im Dorf meine Geschichten.
Dick vermittelte der Frau, sie lebte mit einem ihrer Söhne zusammen, Arbeit bei der Personenkontrolle im Flughafen.
Das mausarme Mädchen aus einem abgelegenen Bauerndorf verdiente mit seriöser Tätigkeit plötzlich viel Geld! In einem einzigen Monat mehr, als die Eltern in einem ganzen Jahr zur Verfügung hatten.
Aber die Frau wurde vergiftet vom Geruch des Geldes, süchtig nach weit mehr. Angestellte des Flughafens fahren jede Woche ins goldene Dreieck. Selten wegen Opium und synthetischen Drogen. Auf burmesischem Boden steht ein Casino, eine berühmt-berüchtigte Spielhölle. Dorthin bringen sie ihr leicht verdientes Geld, habgierig nach unendlichem Gewinn.

Eines Abends nahm Dicks Sohn einen Anruf entgegen:
„Liebster, ich komme heute leider nicht nach Hause. Ich übernehme eine weitere Schicht. Danach haben wir wichtige Besprechungen.“

Der junge Mann erhielt zuvor einen Hinweis auf eine bevorstehende Exkursion geldhungriger Angestellter. Er nahm ein altgedientes Fahrzeug und verfolgte den Minibus der Spielsüchtigen vom Flughafen bis ins Casino in Burma.

Thais rechnen nicht. Sie lernten es nie. Deshalb gab es im Casino kein halten, als die mitgebrachten Summen verspielt waren. Wozu gibt es Pfandleiher? Nach ihrer Rückkehr versetzte die Spielerin ihren Brautschmuck und ohne Rückfrage an den Besitzer – meine ehemalige Kamera samt Gummi und weiterer Linse. Er bemerkte es schmerzhaft, schwieg und verreiste darauf.
Nach einigen Wochen kehrte er gutgelaunt, frühmorgens zurück. Es war sehr kühl im winterlichen Chiang Mai. Er drängte rasch ins Haus. Ihm wurde extrem kalt, als er seine Lebensgefährtin mit einem Kerl im warmen Bett fand. Er schwieg, ging und verabschiedete sich ohne weitere Erklärungen von seiner Mutter. Wir vermissten ihn.

Die junge Frau äusserte sich bald, sie möchte ihren Wurzelmann zurück haben. Es sei ja eigentlich nichts geschehen. Kamera und Schmuck seien wieder im Hause. Der Beischläfer sei bloss ein harmloser Ladyboy gewesen. Das war im Juni 2013.

Die beiden rauften sich wieder zusammen. Die Frau fand einen neuen Arbeitgeber, weg vom Flughafen mit zahlreichen Exkursionen ins Spielcasino. Der Mann schnitzte oft im schattigen Garten des Gästehauses. Dick fand, die Leute sollten dort einziehen, weil immer wieder versucht wurde, ins möblierte, jedoch unbewohnte Gebäude einzubrechen.

Im letzten Sommer erkrankte der junge Mann. Mehrmals verreiste er ins Universitätsspital. Er besuchte uns öfters zwecks Rasenmähens oder zum Schneiden der Bäume. Er versuchte, seine Krankheit zu verheimlichen. Er hielt Gästehaus und Garten zu Dicks Zufriedenheit tadellos in Ordnung.
Die Lage änderte sich, als er vor einigen Wochen schwer krank ins Spital eintrat. Die niederschmetternde Diagnose; Krebs. Welche Art wissen wir nicht.

Seine Partnerin wechselte ihr Verhalten schlagartig. Sofort wurden der harmlose Ladyboy und einige seiner Kumpane Dauergäste in Dicks Haus. Es wurde zum Bordell und Drogentempel, Methamphetamine und Hanf, umfunktioniert. Der angebliche harmlose Ladyboy ist strammer Soldat. Er war es bereits vor drei Jahren, bei seiner ausserdienstlichen Tätigkeit als Bettflasche.

Zur Mittelbeschaffung für Drogen und das Zocken diente teilweise unser alter Wagen. Die Originalfelgen und Bereifung wurden durch Billigstangebote ersetzt. Reserverad, Werkzeuge, CD-Spieler und Radio fanden neue Besitzer.
Am 19. März wurde die Lady mit 36 Yaba Pillen beim Dealen im Dorf verhaftet. Sie wurde uns sogleich für 100‘000 Baht Kaution angeboten. Von unserer Seite bestand kein Interesse.
Die erzürnte Dame teilte darauf der Polizei mit, die ganze Familie sei Drogenabhängig. Dicks Reichtum und ihre Liegenschaften basierten auf Drogenhandel. Ihr Yaba hätte sie von Dicks Sohn.

Weitere Hintergrundinformationen in den Beiträgen:

https://hinterindien.com/2012/12/22/wurzeln/

https://hinterindien.com/2013/05/28/entwurzelt/

https://hinterindien.com/2013/05/31/wurzelterror/

Fortsetzung folgt

Bären, Bäume und Kleptomanewitsch

Quelle: Wikipedia, Brunswyk, GNU Free Documentation License

Quelle: Wikipedia, Brunswyk, GNU Free Documentation License

Zoologen nennen ihn ‘Ailurus fulgens‘. Er ist auch als roter Bambus-Bär, Kleiner Panda, Katzenbär, Bärenkatze, Feuerfuchs oder Goldhund bekannt. Er ist eines der hübschesten Säugetiere. Bambus-Bären werden bis hundertzwanzig Zentimeter lang. Die Hälfte davon ist ein orangeroter, quergeringelter Schwanz. Die Tiere leben etwa zehn Jahre und werden bis sechs Kilogramm schwer.
Die Gesichter weisen ähnliche Zeichnungen wie Waschbären auf. Der Nasenspiegel ist schwarz. Die Augen sind dunkel.

Seit 2008 ist der Kleine Panda auf einer Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion. Nach Schätzungen leben weniger als 10‘000 Tiere in Nepal, Sikkim (Indien), im Norden von Bhutan, Myanmar bis nach China und Tibet. Sie bewohnen üblicherweise die Hänge des Himalaya, auf einer Höhe zwischen 1‘500 bis 4‘000 Metern. (1)

Dick und Dei sahen wiederholt zwei wenig scheue Tiere in der Nähe des Bambus. Dessen Sprösslinge waren angefressen. Zusätzlich wachsen im Garten reichlich Nüsse und Früchte als Futter. Entweder schwänzten unsere Bärchen den Geographie-Unterricht oder sie entfernten sich unerlaubterweise aus einem Tierpark, zum Beispiel aus Chiang Mai Night Safari. Die verloren sogar ein Nashornbaby und vermissten es während einer Woche nicht. Danach fanden ‘Pfleger‘ den Kadaver. Er roch nicht nach Veilchen.

Kleptomanewitsch nenne ich einen diebischen Nachbarn. Er lieferte längere Zeit skurrile Geschichten. Weil ich dem widerlichen Kerl keine Plattform für seine grundüble Gesinnung bieten wollte, ignorierte ich ihn.
Seine Bekanntschaft machte ich anfangs des Jahrtausends. Er kassierte vierhundert Baht, um acht Quadratmeter Gras zu schneiden. Der Preis war mehr als angemessen. Um die Rendite zu verbessern, kleptomanisierte der Gauner zusätzlich zwei Rosenstöcke.

Unsere Grundstücke grenzen fast aneinander. Dazwischen liegt eine vorgesehene Strasse. Sie existiert nur auf Plänen und wurde nie gebaut. Kleptomanewitsch erhebt Anspruch auf das Gebiet. In der Frühzeit baute er dort Bambushütten und siedelte papierlose Flüchtlinge aus Birma an, welche er finanziell und sexuell beliebig bedrängte. Die Leute arbeiteten und er kassierte.
Ein grausamer Höhepunkt war, als er auf dem nichtexistierenden Weg neben dem Beauty Salon eine Wurmfabrik für seine Geflügelzucht errichten wollte.

Wir haben einige Bäume und Sträucher, welche regelmässig Pflege erfordern. Es kam vor, dass wir den geplanten Weg für den Transport grösserer Äste benutzten. Dies passte dem Nachbarn nicht. Regelmässig rief er Ortsvorsteher und Polizei, wir hätten mit unserem Abfall sein Grundstück beschädigt.
Da liege noch ein welkes Blatt vom Mangobaum. Er verlange die gründliche Entfernung sämtlicher Blätter aus der Nähe seines wertvollen Besitzes.

Während wir in Borneo weilten, sah Kleptomanewitsch eine Methode, wie er Dick ärgern und sich zugleich bereichern konnte. Pro Lastwagenladung Bauschutt erhielt er zweitausend Baht. Dieser Abfall wurde auf den zukünftigen Weg geschüttet.
Die Dorfbewohner hassten die schweren Laster, die das schmale Zubringer-Strässchen zusätzlich beschädigten.
Sie wandten sich an Dick. Dick sah sich die Bescherung an und informierte die Gemeindeverwaltung. Darauf erschienen ein halbes Dutzend Beamte inklusive Polizei.
Kleptomanewitsch erhielt eine Busse wegen verbotener Schuttablagerung und den Befehl zur Räumung des Geländes.
Laut maulend fügte sich der Klausüchtige den Behörden. Gleichzeitig potenzierte sich der grenzenlose Hass auf die Nachbarin.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Panda
(1) http://www.natur-lexikon.com/Texte/sr/001/00003-panda/sr00003-panda.html

Fortsetzung folgt

Entwurzelt

Der unersättliche Hunger nach mehr.

Buddha lehrte Bescheidenheit. Diese Lehre findet in Thailand, wo das einfache Leben als reich inszenierte Seifenoper praktiziert wird, wenig Beachtung. Requisiten als Blickfänger sind kostspielig. Besonders dann, wenn mehrere knackige Mia Noi Aushängeschilder für unerschöpfliche Potenz sein sollten.AAB

Ein einst armes Mädchen aus einem abgelegenen Bauerndorf verdiente mit seriöser Arbeit plötzlich Geld, viel Geld! In einem einzigen Monat mehr, als die Eltern in einem ganzen Jahr zur Verfügung hatten. Doch da lockten tausend Sachen, wie Smartphones, Motorräder, Autos, Klamotten, Schmuck, Uhren, Taschen und Täschchen von Gucci.
Dinge, die wir kaum benötigen. Aber sie unterscheiden uns von den Habenichtsen.

Die Frau war vergiftet vom Geruch des Geldes, süchtig nach weit mehr. Angestellte des Flughafens fahren jede Woche ins goldene Dreieck. Selten wegen Opium und synthetischen Drogen. Auf burmesischem Boden steht ein Casino, eine berühmt-berüchtigte Spielhölle. Dorthin bringen sie ihr zu leicht verdientes Geld. Habgierig nach unendlichem Gewinn. Wenn dann rein zufällig eine Million lächelt, ist es nicht genug. Die weckt bloss den Hunger.
Ich kenne einige weibliche Burmapilger. Sie opferten periodisch, erst Bargeld, ererbte Ersparnisse und Schmuck. Später verloren sie den Rest, sogar teil-finanzierte Fahrzeuge und bescheidene eigene Häuser.

Casinos sind für zahlreiche Thais die wirklichen Tempel und Kirchen. Sie vermitteln überwältigende Glücksgefühle und gleichzeitig unerträglichen Nervenkitzel. Die verehrten Hohepriester sind modisch gekleidete Croupiers. Dagegen demonstrieren in safranfarbige Tücher gewickelte Bonzen mit ihren Sprechgesängen Unvermögen und Machtlosigkeit in Reinkultur.

Eines Abends erhielt unser angehender Künstler einen Anruf:
„Liebster, ich komme heute leider nicht nach Hause. Ich übernehme eine weitere Schicht. Danach haben wir wichtige Besprechungen, blah, blah, blah.“
Dummerweise erhielt der Mann zuvor einen Hinweis auf eine bevorstehende Exkursion geldhungriger Angestellter. Er nahm ein altgedientes Fahrzeug seiner Mutter und verfolgte den Minibus der Spielsüchtigen vom Flughafen bis an die burmesische Grenze.
Er sah SIE.
Thais rechnen nicht. Sie lernten es nie. Deshalb gab es im Casino kein halten, als die mitgebrachten Summen verspielt waren. Wozu gibt es Pfandleiher? Nach ihrer Rückkehr versetzte die unverheiratete Spielerin ihren Brautschmuck und ohne Rückfrage an den neuen Besitzer – meine ehemalige Kamera samt Gummi und weiterer Linse. Er bemerkte es schmerzhaft, schwieg und verreiste darauf zu seinen Wurzeln.
Nach einigen Wochen kehrte er gutgelaunt, frühmorgens zurück. Es war sehr kühl im winterlichen Chiang Mai. Er drängte rasch ins Haus. Ihm wurde extrem kalt, als er seine Lebensgefährtin mit einem Kerl im warmen Bett fand. Er schwieg, ging und verabschiedete sich ohne weitere Erklärungen von seiner Mutter.
Ich vermisse ihn. Er wird kaum zurückkommen.

Ein Künstler wurde vor seiner Entdeckung brutal abgemurkst, eine Bagatelle für eine gewissenslose Sicherheitsbeamtin. Sie ist nun eine typische, voll-integrierte Dorf-Frau. Wenn ihr Spielschuldenberg einige hunderttausend Baht beträgt, wird sie sich nach einem Farang umsehen.

Fortsetzung folgt….

http://de.wikipedia.org/wiki/Croupier

http://www.blick.ch/news/schweiz/casino-zocker-will-sein-geld-zurueck-id2320161.html

Mond – S c h e i n – Romanze

26. März 2013

Fahl und bleich stand die Sonne um die Mittagszeit im Zenit am grau braunen Himmel. Am frühen Morgen vermochten die Strahlen nur schlecht die Dreckluft in und um Chiang Mai zu durchringen.
Gestern abend leuchtete ein fast runder Mond in Rot- und Brauntönen. Sterne waren keine zu erkennen. Einen Abend später vermissten wir händchenhaltend erneut die Sterne. Der Mond erinnerte an eine braune Vergangenheit  Ein Korrektor interpretierte meine Aussage, die Gedanken sind frei: „Die braune Vergangenheit empfinde ich etwas zu bemüht.“
Woran behakenkreuzigte er sich?
Unbekümmert sah ich im dritten Auge, von Windeln entblätterte, vollmondförmige – – – verschmutzte Babyhintern. Rein theoretisch könnte man die Schichten eintrocknen lassen, um sie dann mit einem Haartrockner, für dickeres Geröll empfehle ich eher einen Laubbläser, (1) als Staub wegzublasen. In diesem Sinne haben wir alle, die Heiligen inbegriffen, eine schmutzige Vergangenheit. Hirnlose, teils uniformierte Herrenmenschen, sind immer noch ein globales Problem – auch in Asien.

Der Feinstaubanteil in der Luft ist beängstigend und bedrückt die Atmung.
Werte von 200 ug/Kubikmeter sind üblich. In Mae Hong Son wurde das Doppelte an Dreck gemessen! Aber die sortenreinen Einheimischen lassen sich nicht beirren. Sie feuern Tag und Nacht munter weiter. Sie sind überzeugt davon; die schlechte Luft kommt nur von ungebildeten Nachbarn aus Burma und Laos. Die feuern natürlich auch, wie man anhand der eindrücklichen NASA Karten beweisen kann. (2)  Jeder Brand ist einer zuviel.

Wir waren am frühen Morgen eine Stunde weg. Als wir zurückkehrten roch es im Haus wie in einer Müllhalde mit mottendem, glimmendem Schwelbrand. Als fast Nichtraucher blieb mir nur eines übrig: Zur Luftverbesserung eine Zigarette anzuzünden!
Schwelbrand: Durch Pyrolyse  entstehen brennbare Gase und Dämpfe sowie un- oder teilverbrannte Folgeprodukte. Viele von ihnen sind giftig oder krebserregend. Als bekanntes,  berüchtigtes Brandfolgeprodukt des Kohlenstoffes entsteht giftiges, brennbares Kohlenstoffmonoxyd, CO. Bei vollständiger Verbrennung mit ausreichendem Sauerstoff würde Kohlendioxyd, CO2 entstehen, welches zwar erstickend wirkt, jedoch nicht so toxisch wie CO und zudem unbrennbar ist. Einem Toten könnte es eigentlich egal sein, ob er erstickte oder vergiftet wurde!MauMoh1

Dreckschleuder: Lignit Kraftwerk in Mae Moh, Lampang

Die Zukunft sieht noch trostloser aus. Der Feinstaub könnte zusätzlich durch radioaktives Caesium, Strontium und weitere wissenschaftlich interessante strahlende Zerfallsprodukte ergänzt werden. Der nationale Elektrizitätserzeuger plant, in den nächsten Jahren Atomenergie in Mai Pen Rai Technologie zur Stromerzeugung zu nutzen.

Während der weltweiten oberirdischen Kernwaffenversuche von 1954 bis 1966 wurde auf dem Boden der alten Bundesländer 2500 Bequerel pro Quadratmeter für 90Strontium gemessen. Für 137Cäsium waren es 4000 Becquerel pro Quadratmeter. Ein Großteil der Ablagerungen tickt heute noch. Als neue Lieferanten von zusätzlichem Fallout erlebten wir Tschernobyl:
In Neuherberg bei München maß die Gesellschaft für Strahlenforschung am 26. April 1986 19’000 Becquerel pro Quadratmeter für 137Cäsium, fast fünfmal so viel wie durch die Kernwaffentests. Pro Quadratmeter lagerten sich 210 Becquerel 90 Strontium ab. 90Sr ist ein Betastrahler und zerfällt mit einer Halbwertzeit von 28,78 Jahren.
Fukushima: Trotz Riesenmengen von Publikationen waren genaue und vergleichbare Zahlen nicht zu finden.
Eigene, gut gewartete Reaktoren abzuschalten – und gleichzeitig preisgünstigen Strom aus Risikoanlagen zu importieren bringt wenig, weil radioaktive Verschmutzung grenzenlos ist!

(1) http://www.echo-motorgeraete.de/produkte/laubblaeser/
(2) http://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/firemap/

Koordinaten für Nordthailand:
http://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/firemap/?x=99.75937499999998&y=18.590625000000003&z=7&g=g&v=2&r=0&i=er&l=ad,ct&s=2013-03-26&e=2013-03-27
Am 30. 3. 2013 wurden insgesamt 15900 Punkte registriert. Das könnten natürlich auch Teenies und Bar-Girls in heissen Höschen auf Bergwanderungen gewesen sein.
Am 1. April waren es (ohne die Wanderer) nur noch knapp 800.

Fussballförderung aus Hinterindien

Heutige Moguln Asiens kriegen offenbar öfters Fusstritte in ihre butterweichen Birnen. Ich schrieb diesen Satz. Dann überlegte ich, dass ich erst das Wort Mogul erklären müsste. Fusstritte und Birnen dürften zum allgemein verständlichen Wortschatz gehören. (1)

Das Mogulreich existierte von 1526 bis 1858 auf dem indische Subkontinent. Das Kernland lag in der nordindischen Indus-Ganges Ebene um die Städte Delhi, Agra und Lahore. Auf dem Höhepunkt der Macht umfasste das Gebiet im 17. Jahrhundert fast den ganzen Subkontinent und dazu Teile des heutigen Afghanistans.

Die Herrscher wurden als Mogul und Großmogul betitelt. In der persischen Hofsprache, lautete der Titel Pādšāh. Er war dem königlichen Titel Schah übergeordnet und mit dem eines Kaisers vergleichbar.
Der erste Großmogul Babur, 1526–1530, ein aus Zentralasien stammender Fürst der Timuriden, eroberte aus den heutigen Staaten Usbekistan und Afghanistan das Sultanat von Delhi. Als bedeutendster Mogulherrscher gilt Akbar, 1556–1605. Er festigte sein Reich militärisch, politisch und wirtschaftlich.

Shah Jahan war der glanzvollste Mogulherrscher. Die Hofhaltung erreichte den Höhepunkt ihrer Prachtentfaltung. Die Architektur im indisch-islamischen Mischstil gelangte zu erhabener Vollendung. Das Taj Mahal in Agra ist das Grabmal für Shah Jahans Frau, Arjumand Bano Begum, Mumtaz Mahal. Als Hauptfrau starb sie bei der Geburt ihres 14. Kindes, Der Mogul betrachtete das Mausoleum später vom Gefängnis aus. Sein Sohn Aurangzeb vermittelte ihm diesen wenig komfortablen Wohnsitz.

Unter Aurangzeb, 1658–1707, erfuhr das Mogulreich seine größte Ausdehnung. Gleichzeitig kündigte sich durch den theokratischen Führungsstil bedingt, der Zerfall an. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde das Reich eine zweitrangige Macht in Indien.
1858 setzen die Briten den letzten Großmogul ab. Das Territorium hiess fortan Britisch-Indien. Erhalten geblieben sind beeindruckende Zeugnisse der von persischen und indischen Künstlern geprägten Architektur, Malerei und Dichtung.

Zurück zu den neuen Moguln Hinterindiens und ihrem Steckenpferd: Fussball.
Anthony Francis ‘Tony‘ Fernandes, ist millionenschwerer Chef der Fluggesellschaft Air Asia, mit dem Hauptsitz Kuala Lumpur, Malaysia. Seit August 2011 ist Fernandes Hauptanteilseigner des englischen Fußballvereins Queens Park Rangers. Ab 2007 hatte Air Asia eine Kooperation mit Manchester United. Als Passagier war ich damals empört, mit meinem teuren ‘billigst‘ Flugschein einen Fussballklub in England zu subventionieren.

Als Thaksin Shinawatra Regierungschef Thailands war, äusserte er die Absicht, sein Land müsse Manchester United übernehmen. Die Regierung kaufte trotz des enormen Druckes seiner Anhänger den populären Fussballklub nicht.
Nach seiner überraschenden Verabschiedung aus dem Amt, investierte Thaksin 2007 81,6 Millionen Pfund in den Traditionsfußballclub Manchester City. Nach kurzer Zeit fand er einen fussballfreudigen Investor aus Arabien, ich hätte zu gerne ein anderes Attribut verwendet, der Thaksins Spekulation wohlwollend vergoldete.

Doch da ist sie, die Schlagzeile:
Myanmar whisky maker signs deal with Chelsea FC.
(Sunday Times Singapore, Oct. 14. 2012, Seite 24)

Burma ist ein rückständiges Entwicklungsland. Dennoch unterzeichnete der Eigentümer von Grand Royal Whisky aus Myanmar, Burma, einen zwei Jahresvertrag mit dem europäischen Fussballklub, weil im Heimatland keine spektakulären Probleme auf Lösungen und Finanzen warten.
Sofern sie das notleitende Chelsea Team ebenfalls unterstützen möchten, trinken sie thailändisches Singha. Zur Zeit existieren entsprechende Vereinbarungen mit dem Bier Baron.

Echte Projekte für humanitäre Hilfe und technische Zusammenarbeit dagegen, dürfen von griechischem und amerikanischem Schnaps geblendete Europäer, wie beispielsweise die neutrale Schweiz und deren entsprechenden Ämter und Organisationen, jederzeit gönnerhaft übernehmen.
Nun verstehe ich die Forderungen nach weiteren Prozenten für staatliche Entwicklungshilfe. Das ist doch indirekte Finanzierung fifaöser, heisst es richtiger fifaesker, Mannschaftssportarten und ihren darbenden Stars.

(1) http://www.stern.de/panorama/schlaeger-nach-toedlicher-attacke-am-alex-untergetaucht-1910665.html
Taj Mahal, Agra
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Taj_Mahal,_Agra,_India.jpg&filetimestamp=20100821201112

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Tadsch-mahal-af.jpg&filetimestamp=20111013031142

Per Auto durch Hinterindien

1935/36 durchquerten Max Reisch und Helmuth Hahmann erstmals mit einem Auto – Steyr, Type 100, Baujahr 1934, 1380 ccm, 32 PS – Hinterindien. Ein höchst interessanter, leider etwas kurzer Bericht mit sehenswerten Fotos.

Text: August Kargl / Fotos: Reisch Archiv, Kaleta
http://www.oeamtc.at/?id=2500,1375806
Zusammenfassung:
Am 22. April 1935 verliessen die Herren Wien. Auf dem Seeweg gelangten sie von Triest nach Haifa. Nach 13372 Kilometern erreichten sie Kalkutta. Von dort ging es per Schiff nach Rangoon, dann über Land nach Mandalay und in das Shan Gebiet nach Keng-Tung.
Ochsengespanne und Elefanten zogen das Vehikel mehrmals aus dem Morast. Die Regenzeit verordnete zwei Monate Pause. Am 10. Januar 1936 zogen Ochsen den Steyr durch den Grenzfluss nach Siam. (Mae Sai?) Wegen eines Getriebeschadens zerlegten sie das Fahrzeug später. Eine Flussfahrt brachte sie nach Luang Prabang. Die Air France flog Ersatzteile ein. Über Vinh, am Golf von Tongking, erreichten sie am 17. März Hanoi.

Eine bewundernswürdige, ausserordentliche Leistung an Mut, Tapferkeit und Durchstehvermögen. Max Reisch litt an Malaria. Das Bier aus Mandalay wirkte lindernd.

Pioniere des österreichischen Automobilbaus
http://de.wikipedia.org/wiki/Steyr_Daimler_Puch

Die Fahrt der Österreicher in Hinterindien war neu für mich.
Peking-Paris, 1907, war mir dagegen bekannt. Ein Rennen, das auf der beinahe 16.000 km langen Distanz von Peking, China, nach Paris, Frankreich, ausgetragen wurde.
In meiner Bibliothek stand das Buch von Luigi Barzini: Peking – Paris in sechzig Tagen.

Reprint der Originalausgabe von 1908, Monsenstein und Vannerdat, 2007, ISBN 978-3-938568-55-2 (Taschenbuchausgabe, Herbst 2007 ISBN 978-3-938568-56-9)
http://de.wikipedia.org/wiki/Peking_nach_Paris

Luftkurort Chiang Mai

Die Provinz leidet regelmässig in der Trockenzeit unter extremer, hausgemachter Luftverschmutzung. (1) Feinstaubwerte um hundert Mikrogramm sind die Regel. Deshalb wurde der Grenzwert für die Schädlichkeit auf Hundertzwanzig gesetzt. (2) Bei über 200 Mikrogramm verteilten Regierungsangestellte hilflos zehntausende von Papiermasken. Nach zwanzig Minuten sind diese nur noch nutzlose Dekoration.  Polizisten erkennen die feuernden Brandstifter und Wilddiebe den Strassen entlang nicht. Dafür wird lauthals erklärt, die dicke Luft stamme aus den anrüchig schmutzigen Nachbarländern Burma und Laos.

In der EU gilt seit dem 1. Januar 2005 der einzuhaltende Tagesmittelwert für PM10 50 µg/m³ bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr.
http://www.umweltbundesamt.at/aktuell/presse/lastnews/newsarchiv_2009/news090710_1/
http://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub
Die Richtwerte der WHO liegen deutlich unter den rechtswirksamen Grenzwerten der EU.

Einige Stunden Wartezeit an der Immigration in Chiang Mai inspirierten zum Nachdenken. Die wenigen Parkplätze dort sind dauernd besetzt. Wir stellten wohlweislich unseren Truppentransporter an der Chiang Mai Airport Plaza ab und erreichten das Ziel in kurzer Zeit, ohne unterwegs in einer Kneipe hängen zu bleiben.

Dreissig Kopien unterschreiben lösten Krämpfe aus. Dann begann die Reifezeit der gewünschten Stempel und ich wartete auf diese Früchte. Währenddessen beobachtete ich intensiv den Verkehr im Hof des Immigrationstempels, wo Gläubige suchend ihre Runden drehten. Die Fahrzeuge boten wenig Reize, ausser zwei, drei, ungefähr tausend Wochen jungen Importmodellen mit gaumenkitzelnden, erregenden Antriebshaxen und einladend ausladenden Frontspoilern.

Das Thema Luftverschmutzung und Verkehr wurde unvermeidlich. Ich überlegte krampfhaft, warum es nicht stärker stank. Zur Lösung dieses Problems hatte ich einen so einfachen, wie genialen Einfall.
Moderne Triebwerke, Motor sagte man in der Steinzeit der Automobile, moderne Triebwerke sind mit potenten Luftfiltern ausgerüstet. Diese Dinger saugen Dreckluft an und aus dem Auspuff strömt abgereicherte Stadtluft.

Ein Beispiel illustrierte dies eindrücklich. Ein nikotinabhängiger Zeitgenosse sass rauchend auf einem Mäuerchen vor einem seit Stunden luftreinigendem Fahrzeug. Er schlotzte gierig an seinen Glimmstengeln und blies den unvermeidlichen Rauch Richtung Motorhaube. Den staunenden Lesern versichere ich, am Auspuff stellte ich keinen Tabakgeruch fest.

Meine letzte Frage war: “Himmel, wie entsorgt man die verschmutzten Luftfilter?“
Und wieder sandte Buddha eine Eingebung:
„Man kremiert sie.“

http://www.nationmultimedia.com/2009/02/19/national/national_30096069.php