Können Bierflaschen Reliquien sein?

Der Schritt von der Weinflasche des heiligen Antonius zu profanen Bierflaschen ist kurz. Während dem ich zahlreiche Tempel in und rund um Chiang Mai besuchte, Bekanntschaften mit Mönchen und Äbten pflegte, hatten meine Kollegen aus Engelland wichtigere Anliegen. Sie trafen sich immer am Freitagabend in der Loi Kroh Strasse und studierten eingehend Bier-Bars und weit wesentlicher, die Bier-Schlepperinnen. Dabei war die Mehrzahl dieser Deppen mit einheimischen Frauen, die sie natürlich in Bars kennenlernten, verheiratet.
Einige besonders Fleissige trainierten während der ganze Woche intensiv für den Freitag. War es die Bierröhre, die Leber, die Nieren oder die Harnblase, welche besondere Aufmerksamkeit und Pflege erforderte?
Loi Kroh Besuche gingen bei mir ans Limit. Erstens mochte ich Bier als Getränk nur als lebens-rettende Flüssigkeit kurz vor dem Verdursten. Zweitens konnte ich im Rollstuhl nicht alle zwanzig Minuten Wasser abschlagen. Toiletten für Behinderte gab es nicht.
Alle paar Jahre liess die Regierung verlauten, dass sämtliche Bars in der Loi Kroh geschlossen würden. Das waren wichtige Signale für meine Bekannten, um noch gründlicher zu feiern. Die überbordenden Exzesse führten zu Verkehrsunfällen, Bein- und Schädelbrüchen, wohl weil gelegentlich etwas Blut im Alkoholkreislauf fehlte. Die Schwerverletzten scheuten sich nicht, mich im Bedarfsfall um einen Rollstuhl zu bitten.
Ich begegnete den Kampftrinkern an Geburtstagen oder zum Truthahn an Weihnachten. Ihre auf Bier fixierten Verdauungsorgane ertrugen keine Thaispeisen. Ihre Frauen arrangierten sich und kochten für sich landesübliches Essen. Ich schmuggelte Wein zu den Gastgebern und schluckte dazu Thai Spezialitäten. Die Häuser dieser Farangs hatten zwei Küchen. Im Innern war die Farang –Küche mit Kühlschränken, Mikrowellen und Toaster. Auf luxuriösen Geräten wurde Frühstück mit Eiern, Speck und Würsten gebraten. Eine bescheidene Aussenküche diente für Thai-Food.
Während sich die Engelländer vorwiegend um aufgetakelte Wesen mit extremer Kriegsbemalung aus Chromstahlstangenhaltung kümmerten, trank ich im Dorf unter dem Sternenhimmel Wein mit biologisch gackernden Landhühnern aus Bodenhaltung. Als asoziales Wesen wurde ich unter den Säufern als Womanizer verschrien.
Wenn ich selten genug in der Nähe der Loi Kroh Strasse war und meine Leber verzweifelte Durstsignale zum Hirn sandte, drehte ich den Rollstuhl. Dann rollte ich zum Imperial Mae Ping Hotel und dort in die Lobby Bar. Das ausgebildete, freundliche Personal mixte Cocktails nach Barbuch mit Messbechern. Der weitverbreitete Betrug mit verwässerten Spirituosen fand nicht statt. Danke für die angenehme Zeit! Reliquien könnten folglich ebenfalls Schnapsflaschen sein.
In unmittelbarer Nähe der Bar gab es nicht nur für Notfälle eine Toilette.

Frühsommer

Am Samstag, den 10. März herrschte heisses Frühsommerwetter in Satun. Mit 34 °C zeigten die Thermometer hohe Werte. Vergleichsweise war es in Chiang Mai 39 °C bei Feinstaubbelastungen bis 170 Mikrogramm. Wir freuten uns auf die abendliche kalte Dusche. Aus dem Wassertank fliesst das kalte Wasser dann mit über 30 °C ins Haus.
Es wurde noch enger. Wir bemerkten, der Motor unserer Wasserpumpe war defekt. Die kalte Dusche wurde unweigerlich zum frommen Weihnachtswunsch. In Chiang Mai werden an sieben Tagen pro Woche während 10 Stunden am Tag Pumpen angeboten. In Satun darfst du bis Montag warten. Aber man könnte sich ebenfalls mit Flaschenwasser aus dem Kühlschrank behelfen. Da stimmt bei uns der Verteilschlüssel leider nicht. Verteilschlüssel wurden in Thailand nämlich noch nicht erfunden. Zusätzlich ist mir diese Flüssigkeit sogar zum Trinken zu kalt und führt zu unangenehmen Krämpfen.
Lacht bitte nicht. Vor langer Zeit musste meine Schwägerin in Singapur zwecks schlecken eines Eis-Cremes einen Mantel anziehen. Entweder war das Eis zu gross und zu kalt, oder das junge Mädchen zu dünn.

Vereinzelt treffen uns glücklich machende Überraschungen, wie an jenem Morgen, als wir einen Schwarm Wildbienen in einem Strauch sahen. Das gramselte und wuselte unbeschreiblich. Die Bienen beschützten Königin, Waben und Brut mit ihren Körpern.

Wahrscheinlich bleiben die Untermieter nicht zu lange. Das gewählte Ästchen ist zu schwach, um ein schwereres Nest zu tragen. Sollten sie eines schönen Tages weiterreisen und sich in einen Garten in der Nähe verirren, könnten sie Pech haben. Diese hirnlosen pseudo Buddhisten greifen schnell zum Insektenspray, weil Bienen bekanntlich stechen könnten.

Tamarinden

Die kleineren Früchte werden in Märkten und von Grossverteilern angeboten. Ein uralt ehrwürdiger Baum vor einem Haus lieferte die grösseren Schoten.
Das Bild erinnert an Eigenschaften der gesellschaftlichen Strukturen in Thailand. Als Feigling schreibe ich nur * * *. Ich freue mich auf ihren Kommentar!
Es gibt süsse und saure Tamarinden. Sie sind zwischen 5 bis 20 cm lang, zimtfarben bis braun. Der Querschnitt ist rundlich. In den Hülsen liegen Samen. Sie werden von einer bräunlichen bis schwarzroten Pulpa, dem Fruchtmark, eingehüllt.
Die Kerne der Tamarinde werden teilweise gekocht oder geröstet und zu Mus gestampft. Es ist als Tamarindenkonzentrat und Tamarindenmark erhältlich. Es verleiht Currys eine dunkle Färbung und den pikanten herbsauren Geschmack.
In gewissen Regionen von Thailand, wie Chiang Dao und Maeung Khong, werden die Hülsen in kleine Stücke gebrochen, mit Tabak vermengt. Zum Rauchen wickelt man das exotische Gemisch in geschnittene Bananenblätter. Der Zusatz der Tamarinde-Hülsen führt oft zu starkem Hustenreiz. In Chiang Mai genügt gegenwärtig die mit Feinstaub übersättigte Luft. In Satun ist die Luft noch sauber. Geraucht werden geschmuggelte, zollfreie Glimmstengel aus Langkawi. Ich freue mich jetzt schon auf das indonesische Lungenbrot mit Gewürznelken!

Ersatzteile

Ersatzteile, für was auch immer im Haushalt, sucht man in Satun vergeblich. Es fing mit einer schief hängenden Glasablage im Badezimmer an. Es fehlte nur ein Schräubchen. Wir verschwendeten Tage mit der Suche. Von einer Verkaufsstelle wurden wir an die nächste verwiesen, mit dem Hinweis:
„Die haben die Schraube bestimmt im Lager.“ Möglicherweise war das Schräubchen vorrätig. Die Angestellten waren bloss zu faul zum Durchstöbern. Wozu sollten sie Augen, Finger und Hirn für einen einzigen Baht anstrengen?
In Chiang Mai gibt es Herren mit Drehbänken. Die können zwar keine Zeichnungen lesen, aber kopieren geht meistens. Das Problem: Chiang Mai ist nur 1700 Kilometer entfernt. Wir kauften dann eine neue Ablage aus Kunststoff in Satun. Die Belastung durch ein Schnapsglas mit zwei Zahnbürsten und einer mittleren Tube Paste lässt sie bereits durchhängen. Hätte ich zusätzlich ein künstliches Gebiss, würde das Tablar splittern und krachen.

Wir haben eine Zimmerantenne, Made in Europe, mit eingebautem Verstärker. Der Verstärker benötigt zwölf Volt Gleichstrom. Wir benutzten in Satun Netzgeräte aus China, Garantie zwei Wochen. Nach einem Jahr gaben die billigen Geräte den Geist auf. Es waren keine Geister eingebaut, sondern ein saftender Elektrolytkondensator, wie mein Verstand bewaffnet mit Multimeter eruierte. In Chiang Mai gibt es Elektronenkonditoren, ich meinte das Schimpfwort Elektrolytkondensator, bei Amorn. In Satun werden solche Bauteile aus strategischen Gründen im Handel nicht angeboten. Was tut der unkluge Elektronikexperte? Er kauft ein neues Speise-Gerät, operiert den gesunden Elektronenkonditor hinaus und lötet ihn in die defekte Platine. Ich wählte den Thai Weg – weg, schmiss die defekte Einheit in Nachbars Garten und verkabelte das neue Gerät erfolgreich mit der alten Antenne.

Unser neuer Umkehr-Osmose Wasserfilter war nicht perfekt. Eine Verbindungsmutter war beschädigt. Die Verbindung tropfte leicht. Der Schaden liess sich mit einigen Zentimetern Teflonband beheben. Der Lieferant war kulant. Er schrieb, senden sie das Gerät portofrei zurück. Sie erhalten ein Neues. Sollten wir wegen einer Kunststoff-Mutter von drei Gramm vierzehn Kilogramm Material verpacken und nach Bangkok senden? Diese Muttern erhalte ich in Chiang Mai ohne grossen Aufwand.

Den neuesten Ersatzteil suche ich bestimmt vergeblich. Wir haben ein Digitalthermometer aus der Schweiz. Es misst Innen- und Aussentemperaturen. Bei der Aussenanzeige fehlen bei der zweiten Ziffer zwei horizontale Balken, der Mittlere und der Oberste. Kennen sie einen Lieferanten für horizontale LED Anzeigebalken? Wenn ja, wie montiere ich sie?
Die fehlenden LED Balken blockierten meine Augen nicht. Wir besuchten an trockenen Abenden das GoHo Restaurant. Ergänzende Dekorationen in der Nähe waren für Neu-Jahrs-Feste angebracht. Der benachbarte Tempel ist für das kommende Frühlingsfest vorbereitet
Im GoHo speisen wir zu unschlagbaren Preisen. Für zwei Platten, fein geschnittene Ente, weder Schnabel noch Flossen, an würziger Sauce, zusätzlich knackige Nudeln mit Fleisch und Gemüse, begleitet von einer Flasche Bier, verlangte die Chefin zweihundert zwanzig Baht. Letztes Mal verspiesen wir einen Dreigänger: Suppe mit Hackfleischbällchen, Gemüse und Tofu. Dick musste danach unbedingt Tintenfisch essen – der Drucker funktionierte nicht mehr. Gegen den penetranten Geruch bestellte ich süss-saures Schwein. Zusammen mit dem Bier lag die Rechnung unter dreihundert Baht. Ersatz war auf meinem Konto wohlfeil am Lager.

Der Landvermesser

Betrügerische Beamte bereicherten seit Jahren meine Erfahrungen im Gastland. Mehrere Bekannte verloren durch einfältige Gutgläubigkeit gepaart mit chronischer Bierseeligkeit – Besitz und Leben. Bereits 2009 musste Dick fluchtartig verreisen, um Teile ihres Besitzes zu retten. Sie erhielt eine gesalzene Rechnung für eine Neuvermessung. Sie sah gleich, dass die Grössenangabe des Grundstücks nicht stimmte. Nach zähen Nachforschungen unter Beihilfe eines befreundeten Staatsanwalts, ergab sich folgende Situation:

Ein Landvermesser, verheiratetet, Kinder, mehrere Mia Noi in verschiedenen Ortschaften, logierte zwecks Vermessung einige Nächte im Dorf und fand dort sofort eine feurige Geliebte, die offensichtlich arm wie eine Kirchenmaus war. Das ist in der betreffenden Region der übliche Standard. Der Unterschied besteht darin, dass es weit und breit keine Kirchen gibt.
Dieser Staatsdiener und Landvermesser hatte offenbar Zugang zu offiziellen Siegeln und Dokumenten. Er verschrieb Teile von Dicks Land sofort an acht verschiedene Familienmitglieder seiner neuesten Eroberung. Von den wollüstig erregenden und stimulierenden Fähigkeiten solch einer ausserordentlich begabten Virtuosin vaginaler Sonderleistungen können wir nur träumen. Oder war der Mann bloss ein einfältig unerfahrener, hinterindischer Liebeskasper, der bis dato an vorzeitiger Ejakulation litt?

Für mich war alles Unverständlich. Ein Grundstücksamt ist doch ursprünglich eine vereidigte Amtsstelle und kein Selbstbedienungsladen. Offenbar nicht in Korruptistan. Auf alle Fälle gab es ein paar Trittbrettfahrer, die sich für genügend Tea Money jeder Partei erkenntlich zeigen wollten. Einige nach Besitz strebende Mitglieder buckliger Verwandtschaft warteten ebenfalls auf ein grosses Stück des Kuchens und hielten sogar vor Morddrohungen mit bezahlten Killern nicht zurück. Ein freundlicher, schlecht bezahlter Profi rief mich an und erklärte, dass er für 10 000 Baht keine Kugel riskieren würde. Er dachte sich, vielleicht würde ich ein Mehrfaches für die Eliminierung der Auftraggeber bezahlen. Zu Beginn des Jahres hätte es meine Gesundheit noch erlaubt, das Gastland problemlos zu verlassen.
Dick entschied sich, ihren Besitz von 150 ha, einem armen, aber fleissigen, verheirateten Onkel mit drei Kindern zu schenken. Vielleicht überleben wir es. Weitere Recherchen gab es aus gesundheitlichen Gründen, wie akute Bleivergiftung, Schädelbruch und Verkehrsunfälle, damals nicht.
In den nächsten Tagen empfahl es sich für uns, sogar im Grossraum Chiang Mai besondere Vorsicht walten zu lassen. Lieber an einer Schweinegrippe sterben, als an angewandter Missgunst oder an einem angedrohten Gewaltverbrechen. Ich bereitete mich darauf vor, wenig willkommene Besucher mit Cocktails willkommen zu heissen. Die mussten ja nicht aus dem Hause Raffles in Singapur stammen. Feurige Flaschenabfüllungen von Tankstellen hätten ebenfalls Überraschungsmomente auslösen können.

Dieser Beitrag wurde meinem Artikel
http://forum.thailandtip.info/index.php?topic=1225.msg64351#msg64351
vom 2. Juli 2009 entnommen, um F. Kafka gekürzt und neu bearbeitet.

Rechtsstaat auf Abwegen ?

Rechtsstaat ist die Bezeichnung für Staaten, in welchen Regierung und Verwaltung nur im Rahmen der bestehenden Gesetze handeln dürfen. Die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger müssen garantiert sein. Staatliche Entscheidungen müssten von unabhängigen Gerichten überprüft werden können.

Entscheiden sie, (neuere Fälle):
1.
Der ehemalige Direktor der Abteilung für besondere Ermittlungen ( DSI ), Tarit Pengdith, versteckte während seiner Amtszeit Vermögenswerte von mehreren Millionen Baht.
Die Feststellungen der Nationalen Antikorruptionskommission (NACC) ergaben, Tarit habe während seiner kurzen Zeit als Direktor der Abteilung für besondere Ermittlungen 346,65 Millionen Baht angehäuft.

Die lächerliche Strafe dafür:
5.000 Baht Strafe und 3 Monate Haft auf Bewährung (nebst Trinkgeldern?)

http://thailandtip.info/2018/01/20/ehemaliger-direktor-des-dsi-verbirgt-rund-346-millionen-baht-und-bekommt-eine-strafe-von-5-000-baht/

2.
Vor einem Jahr versuchte die Drogen-Abhängige und Händlerin mit allen Mitteln Dick und Söhne zu belasten. Sie belog und bestahl uns. Sie floh mehrfach aus dem Polizeigewahrsam.
Ein Gericht in Chiang Mai verurteilte sie zu vier Jahren Gefängnis.
Bereits nach einigen Wochen war sie wieder im Dorf anzutreffen! Wieso? Ein Polizist heiratete sie!

3.
Weil wir von Satun nur eine halbe Stunde benötigen, um nach Malaysia zu fahren, hatten wir international gültige thailändisches Nummernschilder Sie sind in Thailand selbst nicht zugelassen. In Chiang Mai wurde Dick geblitzt. Die Polizei verlangte zweitausend Baht, (2000). Die Beamten liessen mit sich handeln. Ohne Quittung konnte das Geschäft für tausend Baht erledigt werden. In Bangkok kostet das Verbrechen regulär nur fünfhundert Baht.

Die Willkür der Beamten ist grenzenlos. Sie legen Recht und Gesetz selbst aus und entscheiden. Vergehen gegen geltendes Recht innerhalb von Familien werden selten verfolgt. Ungeahndeter Einbruch-Diebstahl reizt doch zur Wiederholung.

Ich erlaubte mir einige Gedanken zu den geldgierigen Beamten der Grundstückämter und ihrem Verhalten. In Dicks Situation war der Fall klar. Mutter und Tochter haben wegen einer Scheidung verschiedene Familien-Namen. Dass keine Rückfrage erfolgte, kann ich kaum begreifen.
Im Kanton Bern werden die Zertifikate vom Amt nur über lizensierte Anwälte ausgestellt. Solche Betrügereien sind beinahe unmöglich.

Im Dorf sind Grundstückspreise äusserst flexibel. Nach Überschwemmungen sinken die Preise für mindestens drei Monate um dreissig bis fünfzig Prozent. Deshalb gelangen mir einige Schnäppchen-Käufe. Die Investitionen, zurück bis sechzehn Jahre, betrugen keinen sieben Millionen. Sie lagen unter drei Millionen. Die letzte Flut in PhonPhat war Ende Oktober 2017.

Sicherheit: Wir erhielten bei keiner guten Bank in Chiang Mai eine Sicherheitsbox. Die im Handel angebotenen Tresore waren eher Kinderspielzeuge. Sogar schwere Kisten von einigen hundert Kilogramm, könnten aus einem rollstuhlgeeigneten Bungalow in Thailand leicht geklaut werden.
Meine einfache Anweisung vor der Reise: „Pack den Krempel ein!“ wurde nicht befolgt.
Die neun Zentimeter schwachen Mäuerlein der Häuser bieten wenig Schutz gegen Gewalt. Anlässlich einer Reparatur gelang es, mit einer schweren Maschine von Bosch, ganze Backsteine herauszustossen. Gegen dekorative Schutzgitter verkauft Global-House richtige Stahlfresser als Kneifzangen. Nachdem ich diese Hochleistungs-Instrumente sah, gab ich kein Geld mehr aus für Gitter. Tretminen und Granaten sind eindeutig wirkungsvoller.

Ich weiss – der Titel ist falsch. Wie lange noch?

Die Wintersonne bringt kaum Licht ins Dunkel

Da ist wieder einmal eine Geschichte, welche Lachmuskeln erregen könnte. Über die eigene Dummheit zu stolpern und darüber zu schreiben, muss schwer geübt werden.

Mein erster Beitrag im Oktober betraf Dicks Tochter. (1) Es sah aus, als ob sie endlich einen vertrauenswürdigen Partner getroffen hätte. Gegenwärtig ist sie ehrbare Lebensgefährtin mit Kopftuch und tiefschwarzem Ganzkörperkondom, denn ihr neuester Partner verehrt Allah. Es gibt keine Hunde, Schweinereien und Unreinheiten in seinem Haus! Meine Begeisterung über das neue Mitglied der Koran Kaste hielt sich in Grenzen. Die Hochzeitsfeier fand ohne unsere Anwesenheit statt.

Dick hatte zuvor ein ernsthaftes Gespräch mit dem ausserordentlich netten Herrn. Er schien durchaus ehrbare Absichten zu haben. Er investierte beachtliche Summen in seine Zukunft. Er besorgte ein Geschäftslokal für seine neue Frau. Er kaufte für sie ein neues Motorrad und einen neuen Wagen, nachdem sie ihr Fahrzeug während Jahren ohne jegliche Wartung zu Schrott gefahren hatte.

Mitte Januar erreichten Dick bittere Tatsachen. Der angeblich nette Kerl, neuester Beischläfer und Gatte der Tochter, entpuppte sich als professioneller Hochstapler. Der blühende Familienbetrieb im Tourismusgeschäft in Nordthailand existiert nicht. Der Eindruck erweckende Blechscherz, der am Salon in PhonPhat präsentierte Wagen, war gemietet. Das Moped wird monatlich mit tausend Baht abgestottert.

Das ganze Lügengebilde geriet schnell ins Rutschen. Die Frau besetzte das Haus eines Bruders im Dorf, zusammen mit Ehemann, Sohn Goon und ihrem Vater (2) in PhonPhat. Sie verscheuchte gnadenlos ihren krebskranken Bruder. Sie verkaufte Goons Lego Sammlung, wie der kleine Enkel traurig mitteilte. Danach wurde die Bande kriminell. Als pikantes Detail erwähne ich, dass der Vater der Tochter mit einer anderen Frau, ebenfalls Mowgli zeugte, der bereits 2012 in unser Haus einbrach. (3)

Eine Fenster-Scheibe unseres Hauses wurde mühsam ausgebaut. Darauf folgte die Entfernung des Schutzgitters aus rostfreiem Stahl. Die Gauner brachten sogar Zement und Farbe für die Wiederherstellung. Töchterchen wollte die Grundstücks-Dokumente. Ohne sämtliche Wertsachen zu klauen, verabschiedete sich die Bande vom Tatort.

Danach erhielt Dick Anrufe, ihre Tochter verkaufe Goldringe und Diamanten. Nach unserem Wissen waren es kaum Schätze aus Dicks Sammlung. Die Verbrecher mussten zusätzlich weitere Bürger beraubt haben. Nachher begann das feine Töchterchen, in Phitsanulok, mit selbstgebastelten Vollmachten, Dicks Grundbesitz zu verkaufen. Als ehemalige Bankangestellte kannte sie diesen Geschäftsbereich.
Die um Hilfe gerufene Polizei sagte: „Familiengeschichten gehen uns grundsätzlich nichts an.“
Die Beamten der Grundstücksämter in Phitsanulok und HangDong fanden: „Sobald wir etwas umgeschrieben haben, sind Änderungen unmöglich.“ Ein teures Haus in der Stadt Phitsanulok wechselte den Besitzer für lumpige 800‘000.00 Baht!

Dick sah ihren gesamten Besitz in PhonPhat in Gefahr. Sie wollte für Rettungsmassnahmen schnellstens zurück in den Norden. Es gab nur ein Problem, Air Asia akzeptierte ihre Kreditkarten im Internet nicht. Am nächsten Morgen telefonierte sie mit Angestellten der Firma. Die Gesellschaft gestattete die Benutzung einer fremden, meiner Karte. Das Passwort wurde nicht abgefragt. Jeder könnte diese Karte stehlen und auf meine Rechnung Flüge buchen.

Die Polizei um Hilfe zu ersuchen, war sinnlos. In Familientragödien mischen sich die Beamten nicht ein. Dagegen hätten sie sich gerne an unserem Besitz an Möbeln aus verbotenem, teuren Holz, Hua Li und Teak, und kulturell bedeutenden Werken, Gemälden und alten Bronzen, bereichert.
Das Grundstücksamt in Hang Dong erwies sich ebenfalls als reines Finanzinstitut. Dieselben Damen und Herren, welche vor wenigen Tagen 200‘000.00 Baht vom kriminellen Töchterchen kassierten, offerierten Dick zum selben Preis neue Papiere für vier Häuser.
Der kleine Unterschied ist, die Dokumente für die Gauner konnten in wenigen Stunden hergestellt werden. Dick darf einen Monat lang warten. Vielleicht wird währen dieser Zeit das eine oder andere Haus verkauft! So funktioniert der thailändische Unrechtsstaat. Gibt es mehr Sicherheiten unter den netten Generälen Prayut und dem Uhrenfan Prawit?

Die beweihräucherten und bewunderten Buddhas im Hause entwickelten unbekannte Energien. Mimi, unser Schosshündchen, zerfetzte die Schuhe der Einbrecherin und biss sie in den Arsch. Der Hund überlebte den Biss!
Nach ihrer Siegesfeier in Phitsanulok konnte sie die nächtlichen Freuden-Tänze nicht mehr abbrechen und beenden. Sie musste im psychiatrischen Krankenhaus in Chiang Mai ruhig gestellt werden. In Phitsanulok gibt es solche Einrichtungen nicht.

(1) https://hinterindien.com/2017/10/03/gerede-vermutungen-wo-liegt-die-wahrheit/
(2) https://hinterindien.com/2012/04/16/ipenis/
(3) https://hinterindien.com/2012/07/14/via-mala/