Beschwerden aus der Backstube

Aus unseren Teigmischungen mit 500 Gramm Mehl entstanden jeweilen annähernd 800 Gramm Brot, warm und feucht gemessen. Wir experimentierten und mischten Bananenbrot ohne Zucker, Rosinenbrot und Speckbrot. Alles gelang vorzüglich. Jetzt sind wir am Ende. Der Grund ist, es gibt gegenwärtig kein Mehl in Satun!

Trotzdem sitzen wir nicht gelangweilt in der Hitze. Wir reparieren weiter am Haus. Der Eingang zur Küche liess sich nicht sichern. Von zwei Riegeln funktionierte nur einer, weil die Schweisser zu faul waren, ihr Werk zu kontrollieren.
Eine Stahl-Bride war viel zu knapp bemessen, glücklicherweise mit bloss zwei Tropfen Lot befestigt. Meine guten Werkzeuge sind in Chiang Mai. In Satun wird nichts Vernünftiges angeboten. Wir hatten eine Bohrmaschine oder eine grosse Metallbügelsäge.
Mit der Bohrmaschine gelang es uns zu zweit, einen Lottropfen zu entfernen. Die Bride öffnete sich um zwei Millimeter. Der Riegel funktioniert nun. Unser Chromstahlschweisser wird mir eine Massbride herstellen, die ich später mit der Stahltüre verschrauben werde.
Stahltüre
Ich liess ein mängelloses Haus in ähnlicher Grösse errichten. Es kostete mich weniger als 500‘000 Baht. Zahlreiche Steckdosen mit Unterputz-Leitungen und FI-Sicherheitsschaltern inbegriffen.
Für die, auf den ersten Blick nette Behausung in Satun, verlangten die Erbauer vor drei Jahren 2,8 Millionen. Die Dame bezahlte, ohne die schräge hängenden, teilweise zu kurzen Türen zu bemerken. Dass sich die Küchentüre nicht verriegeln liess, bekümmerte sie nicht. Die Gauner verkauften preisgünstige thailändische Vinyl Türen und Fenster als teure australische Aluminium-Produkte. Rahmen dichten
Der grosszügige Eingang zur Veranda mit defekter Silikon Versiegelung liess Insekten freien Zugang in die Wohnräume. Dick entfernte das schleimige Zeug, das nicht dichten konnte, weil die hirnamputierten Monteure seinerzeit vergassen, die Schutzfolien am Vinyl-Rahmen zu entfernen.
Als Rechenkünstler und bauleitender Ingenieur ermittelte ich, dass auf 60 Zentimeter Länge ungefähr 125 Kubikzentimeter Dichtungsmasse erforderlich wären. Das ergibt für 240 Zentimeter einen halben Liter. Mittlerweile verbaute Dick fünf Kilogramm, weil der Tür- und Fensterrahmen offenbar gänzlich in der Luft hing. Dichtungsmasse aus dem Wohnzimmer floss unter dem Rahmen auf die Veranda. Anhand der Menge Dichtungsmittel müssen wir annehmen, dass nicht nur der Kunststoffrahmen, sondern auch die Fliesen des Wohnzimmers teilweise luftgefedert installiert wurden.

Gegenwärtig sind wir unterwegs, um in Chiang Mai Mehl zu kaufen. Nein, der Grund ist ein anderer. Aber es wird wohl kaum Hamme und Zopf angeboten werden.
In zwei Tagen schafften wir die Hälfte des Weges. Am Samstag kamen wir von Chumphon in Phetchaburi an. Am Sonntag geht die Reise über Bangkok nach Nakhon Sawan. Wenn der Koch die Stelle nicht wechselte, werden wir dort fantastisch essen. Am Montag sollten wir in Chiang Mai ankommen. Vorher muss ich unbedingt meine Nervenfasern durch rostfreie Stahlseile ersetzen lassen.

Um Details zu sehen, können sie die Bilder zwecks Vergrösserung anklicken.

Schlitzohren und Mandelaugen unterwegs

Auf Reisen in Nordthailand wunderten wir uns über leere Minibars und fehlende Badetücher in den meisten Hotels. Gesichts- und Hand-Tücher gab es nicht. Angeboten wurden jeweils zwei Flaschen Trinkwasser und ein Badetuch in der Grösse eines Tennisfeldes, das selbst gefaltet, schlecht in einen Rucksack passte.
Unterwegs in den Süden, lernten wir die Gründe dafür eindrücklich persönlich kennen. Da sass ein gestylter Kerl in seinem aufgeplusterten Wagen und spielte nervösen Fusses mit dem Gaspedal, denn der Motor wollte beschäftigt sein, während er eine halbe Stunde lang auf seine Weiber wartete.
Die beluden erst geräuschvoll schnatternd das Fahrzeug mit unzähligen Koffern, Plastiktüten und Täschchen. Wenige Minuten danach holten die Damen zerknirscht den ganzen Krempel wieder, denn diese fleissigen Bienen sammelten und verpackten zusätzlich die hoteleigenen Badezimmer-Garnituren.
Beim Überprüfen der leeren Zimmer fehlten sämtliche Gesichts-, Hand- und Bade-Tücher. Das Personal wollte diese Artikel berechnen. Die Damen heulten entsetzt laut auf, ob dieser unglaublichen Unfreundlichkeit, gackerten, wollten rein gar nichts bezahlen und begannen in sämtlichem Gepäck nach den Souvenirs, die sich wohl selbst ins Gepäck eingenistet hatten, zu suchen. Bei den Zimmerpreisen wäre ein Fernseher eher ein angepasstes Mitbringsel gewesen.
Eine andere Familie zankte sich mit den Angestellten, weil die zahllosen Mitglieder vor der Abreise die Minibar von Getränken und Schokoladen befreit hatten. Sie waren der Ansicht, der Inhalt der Minibar gehöre selbstverständlich den Gästen und sei im entrichteten Preis inbegriffen.

Hotelmanager verzichteten bereits vor Jahren auf relativ teure Flaschen mit hochprozentigem Inhalt in den Minibars. Gebildete Kunden gossen sich den Schnaps in die Kehlen und ersetzten den Inhalt durch farbähnlichen Tee. Tolldreiste Gauner füllten die Fläschchen mit Natursekt, sprich Pisse auf.

Beim Schlemmen in Chumphon sahen wir, Wirte führten als Selbstschutz Regeln ein. Für 119 Baht pro Person durften wir uns mit Gemüsen, Nudeln, Reis – gekocht oder gebraten, Fleisch von Garnelen, Huhn, Schwein, Fisch, gefüllten Teigtaschen und diversen Saucen selbst bedienen und die Delikatessen anschliessend auf einem Tatartenhut brutzeln oder in dessen Sud kochen und danach verspeisen.
Für bezogene, aber übrig gebliebene, nicht verwendete Fressalien, verlangte der Kassier am Ende einer Mahlzeit beim Bezahlen pro Stück zusätzlich zehn Baht. Ohne solch drastische Sparmassnahmen müssten die Preise verdoppelt werden.

Ähnliche Sammelwut erleben wir täglich an den Frühstücksbuffets. Lebenskünstlern oder geübten Baumeistern gelingt es einhändig, die andere Hand hält das Smartphone am Ohr, auf einem Teller von dreissig Zentimetern Durchmesser einen Kegel von fünfundvierzig Zentimetern Höhe aufzuschichten. Vorsicht: Spiegeleier benutzen die Steilhänge als Sprungschanzen. Nur wenig vom behändigten Futter gelangt bis in den Magen.
Wir erlebten es im Dorf. Die Hälfte der erworbenen Lebensmittel wird weggeschmissen! Wegwerfgesellschaften wurden in Teilen der (w)restlichen Welt Industrie-Standard. Smartphones sind nach sechs Monaten technisch veraltet. Globale Konzerne wollen nicht nur produzieren, sondern vor allem verkaufen.