Wie der Farang eine einst angenehme Wohn-Gegend fand

Ab 2001 lebte ich im Winter wochenweise im Mae Ping Hotel. Es verfügte über Rampen am Eingang. Die Verpflegung in den verschiedenen Restaurants war überdurchschnittlich. Ein teurer Internetzugang war in der Hotellobby. Eine Cocktailbar mit charmanten Damen und Happy Hour zwischen 17 00 und 20 00 Uhr war zu verführerisch. Gleich über der Strasse war Mr. K’s. Schuppen. Mr K 2001

Dort waren Bier und Mekong eindeutig billiger, aber es gab keine Cocktails.  Mr. K’s Bäuchlein konnte nicht mit den Formen und dem Lächeln von Jintana Pokhada konkurrenzieren. Der grösste thailändische Bierfabrikant rettete mein Seelenheil, indem er die hübsche junge Frau zwecks Weiterbildung nach England einlud,
Mr. K’s Schuppen war wichtig für mich. Er erledigte die Wäsche für einen Viertel des Hotelpreises. Mr. K. verkaufte Filme, Getränke, Zigaretten, Kaugummi, Telefonkarten, Postkarten und konnte alles organisieren. Er verhökerte günstige Mahlzeitencoupons des Hotels. Viele SAGA Gäste des Mae Ping tranken ihr Bier bei Mr. K. Top Unterhaltung mit meist britischen Weltenbummlern war gewährleistet. Dort sass täglich ein blonder Engländer. Er lebte nicht im Hotel. Er war mit einer Thailänderin verheiratet und lebte als einziger Europäer in irgend einem namenlosen Dorf. Während seine Frau bei Thai Airways arbeitete, suchte er Gesellschaft bei Mr. K. und schlürfte fast täglich die berühmteste Nudelsuppe von Chiang Mai. Eines Nachmittags fragte mich Mike, ob ich zur Airport Plaza mitfahren möchte. Ich kannte die Plaza nicht und benutzte die Gelegenheit gerne. Mike schmiss den Rollstuhl in das Pickup. Dies war der Beginn einer unvergleichlichen Freundschaft.

Im Januar 2002 war ich mehrmals zum Essen im Dorf eingeladen. Dabei lernte ich Nachbarn und einige Kinder kennen. Sie spielten und lärmten auf der Strasse. Um acht Uhr wurde es schlagartig still. Die Kleinen mussten nach Hause.
Mir gefiel es in der ländlichen Umgebung mit den Reisfeldern – in der Nähe der Stadt. Ich fand eine kleine Wohnung mit Köchin und Reinigungsspezialistin mit Palmwedel. Spätestens alle zwei Wochen fand sich im Dorf irgend ein Grund zum Feiern. Die verbreitete Mia Noi Kultur mit all den vernachlässigten Frauen störte mich nicht, wirkte eher einladend.
Gegen Ostern sah ich ein leerstehendes Häuschen an einer wenig bewohnten Strasse. Meine gemietete Wohnung war nur fünf Minuten entfernt. Die abendliche Bierzeremonie mit Mike konnte auch nach einem allfälligen Umzug stattfinden.

Später erwarb ich ein weiteres Haus mit einem grossen Garten, das Gästehaus – oder wie es die Einheimischen nennen – Ban Isabella. Dort feierten wir mit zwei Sängerinnen aus der Schweiz einen unvergesslichen Abend, den Höhepunkt der Dorfparties.
Danach wurden die Anlässe nur noch lauter. Nach einigen Todesfällen und Wegzügen änderte sich die Bevölkerungsstruktur. Kinder bettelten die ganze Nacht nach Futter. Sie schliefen in ihren Schuluniformen auf Strassen und Plätzen. Sie sassen gähnend, mit roten Augen, vor riesigen Fernsehkisten und schauten Kriegs-, Gangster- und Porno-Filme von VCD, während sich die Eltern wenig sittlich vergnügten.
Seit sechs Jahren verpesten Sex- und Drogenmafia das einst fast harmonische Dorfleben, wo man Schulmädchen nur mit zugezogenen Vorhängen bei schummrigem Licht schwängerte. Von nun an wurde Methamphetamin aus Pseudo-Ephedrin und Alkohol, die Düfte verrieten es, praktisch täglich hergestellt. Konsumenten und Händler, wie Schulkinder, wurden gefasst und bestraft. Die Hersteller dagegen arbeiteten ungestört weiter. Seit der Überflutung herrschen Betriebsferien. Die Ethanol-Schwaden fehlen mir.
Gezwungenermassen lebte ich wochenlang in schäbigeren Dörfern in der Umgebung von Nakhon Thai. PhonPhat ist nicht die einzige asoziale Siedlung im schönen Thailand. Der Mut ehrlicher Berichterstattung fehlt vielen Zugewanderten. Das ergibt dann Schapsleichen. Am Ende brennen sie besser.

https://travel.saga.co.uk/

Rückblick mit trüben Aussichten

Ein ereignisreiches Jahr endet demnächst. Im Januar bezahlte ich ein Haus, eine der lausigsten Bruchbuden Südthailands. Wir sind immer noch am Reparieren. Die Häuser hier sind alle defekt. Das ist der zeitgemässe, profitgenerierende Baustil. Die meisten Bewohner bemerken es nicht. Die Klos stinken wegen Montagefehlern schlimmer als öffentliche Toiletten. Die gefliesten Böden sind voller Farbkleckse. Die Wände haben Löcher wie reifer Emmentaler Käse, damit Insekten vor schweren Regenfällen Schutz finden. Insekten müssen in Thailand geschützt werden, denn im Isan landen sie öfters gebraten in Töpfen und Tellern. Ab Mai gelangen solche niedlichen Tiere neben Mehlwürmern aus Biomehl, ebenfalls in der Schweiz in den Handel.
Einige Nachbarn haben Handwerker als Dauergäste. Für sie gilt, bei Regen darf nicht gearbeitet werden. So bekleckste denn ein Spezialhandwerker eine weisse Decke von sechzehn Quadratmetern, unter Dach notabene, in rekordverdächtigen drei Tagen mit tiefschwarzer Farbe. Damit die Farbe des Nachts besser ins Auge fällt, wurden vier elektrische Leuchtkörper installiert.

Im Mai reisten wir mit bloss drei Übernachtungen zur sterbenden Mutter nach Chiang Mai zurück. Die Frau lebt immer noch. Während drei Monaten plagten mich nach der Ankunft Darmgrippen und damit ein wunder Hintern, (kein Wunder-Hintern), während die Todkranke zwanzig Kilogramm zulegte.
Für die Rückreise nahmen wir uns im vollgepackten Wagen mehr Zeit. Wir verbrachten sechs Nächte in Hotelzimmern. Dennoch war nicht eitel Freude angesagt. In den sechs luxuriösen Unterkünften erlaubten nur zwei die Wonnen einer Darmentleerung für Rollstuhlfahrer.

Eine der traurigsten Herbergen war das fünf-Sterne Haus mit dem klangvollen Namen Mida Dhavarati. Die Empfangshalle mit der Rezeption wirkten beeindruckend. Das Zimmer allerdings, wies allerhöchstens drei Sterne Komfort auf. Die Rezeption verbannte uns in ein sogenanntes Behinderten-Zimmer. Das WC war trotz falsch montierten Chromstahlstangen für mich unerreichbar. Der Spiegel des Badezimmers war zu hoch montiert. Der Behinderte war offenbar der Architekt.
Direkten Zugang zum lebenserhaltenden Kipp-Schalter, der Bar, gab es für mich nicht. Die übersüssten Cocktails, auf gefälschten Alkohol verzichtete der Barkeeper freiwillig, waren schlicht ungeniessbar.

Das Karussell um die nicht mehr vorhandene Erbschaft dreht sich in Chiang Mai munter weiter. Die allfälligen Erben können nicht rechnen und bemerkten nicht, dass Bargeld und Grundbesitz längst verloren sind. Aber die Kinder der Alten versuchen dauernd, Mütterchen umzubringen. Sie wollen und müssen endlich erben.
Während Dicks kurzen Abwesenheiten brachten sie Speisen, welche die Kranke gierig verschlang. Danach gab es Blutungen in Darm und Nieren. In einigen Fällen folgten Spitalaufenthalte.
Vor wenigen Wochen besuchte eine Lady aus dem Süden Mütterchen und brachte Heilmittel. Die Alte schluckte gedankenlos. Danach folgten unkontrollierten Darmentleerungen mit Blut, Krankenhaus.
Die Ärzte entfernten das Giftgemisch aus dem Magen. Die Patientin erholte sich und sollte entlassen werden. Die Rechnung von achttausend Baht, konnte Töchterchen nicht begleichen. Sie kam ja nur, um zu kassieren. Sie bezahlte zweitausend Baht und nahm den nächsten Bus Richtung Phitsanulok. Die Gendarmen hätten sie in Chiang Mai einlochen können. Familienangelegenheiten interessieren jedoch die Ordnungshüter kaum.
Wiederum investierte ich zehn preisgünstige Flaschen Wein in eine alte Frau. Mir bleibt nur eines übrig, teureren Wein zu konsumieren. Das ist schwierig in Satun. Längere Reisen in ein luxuriöses Leben, erlauben meine Arme und die Hotelausstattungen nicht mehr. festtagssuessigkeiten-von-dick

Überraschendes Upgrade vom Shake zum Cocktail

Milchshakes sind Getränke, für welche Milch mit Speiseeis, Früchten – wie Erdbeeren oder Bananen, Schokolade oder Aromen – wie Vanille, mit Mixern kombiniert werden.
Der Erfinder der Milchshakes war Ivar „Pop“ Coulson aus Chicago. Er kam bereits 1922 auf die Idee, Milch, Eis, Malz und Schokolade zu einem neuartigen Getränk zu mischen. In der Schweiz waren solche Flüssigkeiten als Frappé bekannt. Smoothies sind moderne, enge Verwandte der Shakes.

Ein jüngerer Tourist war in der guten alten Zeit, als man Alkoholika noch ohne Fahrplan konsumieren durfte, erstmalig im berüchtigten Bangkok. War es Soi Cowboy, war es Patpong? Er betrat in der Mitte eines feucht-heissen Nachmittags eine schummrige Bar. Eine Lady begrüsste ihn freundlich und fragte nach seinem Begehr.
„Ja, ich hätte grosse Lust auf einen Bananen-Shake!“
Nun ist eine Bier- oder Cocktail-Bar nicht unbedingt der richtige Ort für Milch-Mix-Getränke. Die Lady erklärte leicht verwirrt, ihre Wimpern klimperten aufgeregt:
„Es ist sehr früh am Tag. Es ist nicht viel Personal im Haus. Aber unser Schmuckstück, Fräulein Garnele, Khun Gung, wird gerne mit ihnen nach oben gehen, um ihren Wunsch zu erfüllen!“
Die Chefin rief einige unverständliche Laute in die Dunkelheit der Bar. Nach geraumer Zeit erschien eine sehr junge Frau mit mandelförmigen Augen und langen, glänzend schwarzen Haaren. Es gab noch keine umgefärbten thailändischen Blondinen. Offenbar litt die Schönheit an einer Textil-Allergie. Sie war, ausser mit extrem wuchtigen Schuhen und passendem Gürtel, kaum bekleidet.

„Khun Gung, Miss Garnele – Bananenspezialist“, meldete die Bar-Dame.
Der junge Mann stieg mit der knackigen Garnele die enge Treppe hoch. Oben angekommen, werkelten die Beiden erfolgreich – die Matratze quietschte, das Bettgestell stöhnte – am Bananen-Shake mit Garnelen-Cocktail!

https://de.wikipedia.org/wiki/Milchshake

Die Fallsucht

Nach meinem Sturz mit der erschwerten Suche nach Bergungspersonal, gab es Stimmen, die Bedenken äusserten und Ratschläge erteilten. Es gibt jedoch im Leben keine Tätigkeiten, welche völlig gefahrlos sind. Viele Menschen sterben im Bett. Während des Tippens könnten PCs tödliche Stromschläge austeilen. Beim Telefonieren explodierten schon Geräte am Ohr. Da geniessen Schwerhörige gewisse Vorteile. In Pattaya starb ein Landsmann während des Verzehrs einer Suppe.
Ein anderer Schweizer beendete sein Leben an Songkran-Tagen bei einem Verkehrsunfall. Während Songkran dürfte das Unfall-Risiko auf den Strassen wesentlich höher sein, als Bar- oder Restaurant-Besuche mit Cocktails oder Suppen schlürfen. Denken sie an all die Unfälle und Verletzungen beim Sport. Meine Paraplegie holte ich mir in einer Turnhalle beim Korbballspiel.

Wir machten uns Gedanken, um meine Befindlichkeit zu verbessern. Leider fand sich in der kurzen Zeit niemand, um Stellvertreter von Dick zu spielen. Es gibt in Satun eine amtliche Stelle für Hilfeleistungen, bloss fünf Minuten von hier. Die verfügen sogar über Ambulanzen. Das Problem ist, bei Dicks Versuchen wurde kein einziger Anruf entgegen genommen. Möglicherweise ist die Telefonnummer falsch oder dieser Geschäftszweig wird erst in Zukunft betrieben.

In der Nähe wohnt eine Krankenpflegerin. Sie ist keine Spezialistin für Ophthalmologie oder Urologie, bloss zuständig für die Messungen von Temperaturen, gefahrloses, elegantes balancieren randvoller Nachttöpfe und schleppen von Getränken und Futter, wie das bei Airlines der gehobeneren Klassen üblich ist. Von solchen und ähnlichen Tätigkeiten wäre die Dame verschont geblieben. Sie stellte ihre Forderung und verlangte 600 Baht pro Stunde Anwesenheit. Der erforderlich durchschnittliche Aufwand beträgt ungefähr eine Stunde im Tag. Leider sind die Zeiten variabel. Eine genaue Planung ist schlecht möglich. Die Lady wollte ein Einkommen von 150‘000 Baht im Monat zusammengekratzen. Dies in einem Land, wo der von der Regierung vorgeschriebene Minimallohn bei dreihundert Baht pro Tag liegt. Für den Lohn der Pflegerin hätte ich in Chiang Mai ein halbes Dutzend Freudenmädchen anstellen können. Mit Freuden wäre ich mindestens jede Stunde einmal hinfällig geworden.

Der lange Weg zum Long Island Tee

Die Insel Langkawi bietet eigentlich ideale Voraussetzungen für ‚Long Island Tea‘. Es wimmelt von Duty Free Shops. Die meisten verkaufen Haushaltartikel mit französischen Namen, Ursprung USA oder  ‘Made in China‘. Angeboten werden zusätzlich verlockende Süssigkeiten und Snacks aus aller Welt, sogar aus Korea. Die vollschlanken Einheimischen und Gäste vom Festland kaufen unheimliche Mengen davon.
Daneben findet man Geschäfte, welche lebensgefährliche Artikel wie Tabak und        Arak, Alkohol, verkaufen. Süssigkeiten dagegen sind harmlos. Die wenigen Kalorien sind gewichtserhaltend.

Zuvor lebte ich einige Tage in einem Hotel mit arabischer Küche. Alle Speisen enthielten reichlich Kardamom. Die servierten Mengen waren noch grösser als üblich. Ich bestellte Reis mit Hammelfleisch. Das Fleisch war hochkarätiges Schaf, triefend vor Fett, garniert mit echten Sehnen und Knochen. Das Stück wog sicher anderthalb Pfund. Der würzige Langkorn-Reis hätte in Nordthailand gut für zwei Tage gereicht. Eine Schüssel Bock-Suppe war im günstigen Aktionspreis inbegriffen. Mir fehlte ein wuchtiger Wein zum Spülen. An Stelle von verbotenem Alkohol gab es, im Angebot enthalten, ein warmes halal Süssgetränk mit mindestens fünfzehn Prozent Zucker.
Am Spätnachmittag darauf, beehrte ich meine Lieblingsbarfrau mit einem Besuch, um die Speiseröhre vom restlichen Hammelfett zu befreien. Während der Happy Hour war ich, wie üblich, der einzige Gast. Kuah Strand Genau nach einer Woche wechselte ich das Hotel in Kuah zum dritten Mal. Sicht auf Meer und Inseln, versprach der Prospekt. Nach der Ankunft erkundete ich das beachtliche Gelände. Am Strand gab es ein Restaurant und eine Bar. Die Speisekarte war in ihrer Vielfalt umgekehrt proportional zur weitläufigen Küche. Ein einsamer Mann werkelte verloren darin. Ich hoffte insgeheim, dass er bei Regenwetter mindestens ein geniessbares Sandwich anfertigen könne.
Die Getränkekarte sah nicht wesentlich besser aus. Zwei Weine, ein Weisser und ein Roter, mit dreifachem Zuschlag auf dem Einstandspreis, wirkten wenig ermutigend.
Erfreulich günstig dagegen waren die aufgeführten Cocktails. Nach der Weltstadt Melaka fand ich endlich den Long Island Tea wieder.

Es war warm. Der Hotelwechsel forderte Opfer. Ich bestellte einen Inseltee. Meine Bestellung löste bei der Belegschaft im Bereitschaftsmodus wartend, Ratlosigkeit und Bestürzung aus.
„Wenn sie den Tee nicht mischen können, schütteln sie bitte einen Singapur Sling“, sagte ich entgegenkommend.
Dann wurde telefoniert. Das Personal rannte in alle Himmelsrichtungen. Beruhigender Weise stürzte sich kein Nichtschwimmer in die laue See. Nach geraumer Zeit, davon gibt es in Malaysia viel, fast wie Wasser im Meer, hatten wir eine Aussprache. Die Situation war unerfreulich:
1. Der Barmann hatte seinen freien Tag.
2. Es gab kein Wachholderbeerendestillat, englische Kurzform Gin.
3. Gin wurde vor zwei Wochen bestellt, aber noch nicht geliefert.
4. Folglich konnten Cocktails, welche Gin enthielten, nicht gemischt werden.
5. Sofern nicht aller Tequila gesoffen wurde, würde man mir einen Tequila Drink mixen.

Der nächste Laden in Kuah, der mindestens zehn Liter Gin lagert, ist zu Fuss – mit Rollator, knapp zehn Minuten von der Strand-Bar entfernt. Das Fahrrad wurde in Malaysia offenbar noch nicht erfunden. Aber vom elften bis zum achtzehnten Oktober, findet in LANGKAWI die INTERNATIONAL MOUNTAIN BIKE CHALLENGE statt.

Frostschutz in Thailand

Das Klima im tropischen Thailand wird eisig. Touristen merken davon nichts. Die Einheimischen dürfen sich warm anziehen. Die gegenwärtige Regierung strich das Altengeld, eine Kleinstrente. Riesige Investitionen stehen bevor. Die gesamte elektronische Kommunikation soll neu gestaltet, reglementiert und lückenlos überwacht werden. (*)
Mein Bericht dagegen ist uralt. Er bezieht sich im Prinzip auf erkrankte Wasserbüffel und weitere teure familiäre Probleme in den Provinzen. Nicht nur grossherzige Farang, ใจดี jai dee, könnten diese mit einer klitze-kleinen Spende aus der Welt schaffen. Es ist die erschütternde Fortsetzung der Geschichte des alkoholisierten, verunfallten Bauarbeiters.
Trug er ein, im heiligsten Tempel geweihtes, schützendes Amulett? Der betrunkene Balkonbalustradenakrobat durfte das Krankenhaus, ausgerüstet mit einem Stützkorsett, bereits verlassen. (1) Er kommandiert seither wieder seine Truppe auf der Baustelle.

Kad Farang im November 2013

Kad Farang, Neubau im November 2013


“Des Menschen Seele gleicht dem Wasser,“ schrieb einst Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), der deutsche Dichter der Klassik. (2) Als Naturwissenschaftler musste er es wissen.
Sollte das Lebensklima allzu kalt werden, benötigen empfindliche Seelen gegen das Vereisen Wärme in Form von Bettsocken, Mitgefühl, Liebe oder banalem Frostschutz, beispielsweise Alkohol.
Es war nicht die Hitze des Tages, welche den Durst des Mannes verursachte, sondern eine schmerzhafte Kälte in seiner Seele. Trost fand er nirgends. Vertrauen suchte er vergeblich.

Ähnlich wie lüsterne Sextouristen tappte er als Einheimischer in die Liebeskasper-Falle. Der Arbeiter stammt aus Phuket und besitzt dort ein Häuschen. Zum vollständigen Glück fehlen Frau und Kinder. In einer Bar in Phuket lernte er eine holde Maid kennen. Mit jedem weiteren Getränk wurde diese Lady schöner und aufdringlicher.

Ich besuche gerne gute Bars für erfrischende Cocktails. Bars sind jedoch Gemischtwarenläden. Getränke dürfen problemlos konsumiert werden. Vor anwesenden Damen beiderlei Geschlechts muss gewarnt werden. Das Kopfweh, das solche mandeläugigen Xanthippen verbreiten, ist unvorstellbar stärker, als es übelste Cocktails bewirken können. (3)

Es gibt Farang, die nach dem Erwachen mit brummendem Schädel feststellten, dass Bargeld, Wertsachen wie Uhr, Kamera und Smartphone das Zimmer verlassen hatten. Dann dämmerte ihnen, die nette Lady oder der gutaussehende Ladyboy begleiteten ihn, den einsamen Angetrunkenen zum Hotel. Das ist fast die preisgünstigste Version des Ungemachs.

Gläubige, edle Gutmenschen senden nach dem Urlaub monatlich Unterhaltsbeiträge an ihre jungen Barbekanntschaften, damit sie ihre wohlgeformten Körper nicht weiter betuchten, alten Lustmolchen und geilen Wüstlingen feilbieten müssen. Besonders mitleiderregende Nutten angeln sich gleich mehrere Sponsoren. Endlich können sich diese Frauen schrille Klamotten, importierte Kosmetik und Schmuck leisten. Einige Scheine fördern wohlweislich Glück und Karma im Tempel. Ein Teil des Kapitals wird verzockt und für Drogen ausgegeben. Der Rest wird im Isan oder in Lan Na Land bei ihren Müttern, sie füttern die Kinder – die einzigen Erinnerungen an die Schulzeit, in Blaudachhäusern und Fahrzeugen angelegt.
Die allerdümmsten Barbesucher laden ihre exotischen Ferienbekanntschaften nach zwei, drei Wochen in ihre Heimat ein und wollen sie auf alle Fälle heiraten!

Eine haarsträubende Geschichte erlebte Dick während eines Visumtrips im Mittelklasse-Hotel in Bangkok. Die geschäftstüchtige, aufgetakelte Begleitung eines älteren Farang, verbesserte das Bier des Partners mit einem Pulver. Entweder verrechnete sich die Giftmischerin oder der senile Alte war zu sensibel. Er verstarb im Bett. Nicht nur sein gesamter Besitz, das ganze Zimmer wurde total ausgeräumt, inklusive Bettwäsche und Fernseher.
Die Geschäftsführer ausländischer Botschaften könnten Bände schreiben. Das Amtsgeheimnis hindert sie daran.KadFarang2 Die habgierige Freundin des Vorarbeiters erpresste ihn. Sie verlangte, er müsse sein Haus unverzüglich auf ihren Namen übertragen. Als er nicht gleich einwilligte, gab sie ihm telefonisch den Laufpass. Darauf suchte er Trost bei den 100 Pfeifern.

Vom Krankenbett aus rief er sie geläutert an. Falls sie ihn besuche, würde er selbstverständlich den Flug nach Chiang Mai bezahlen. Er würde ihr auch das Haus überschreiben lassen. Sie, die auserwählte Zukünftige antwortete äusserst feinfühlig:
„Mit einem Krüppel will ich nichts zu tun haben!“

(1) Blog http://wp.me/p2ljyL-1qT
(2) http://ingeb.org/Lieder/desmensc.html
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Xanthippe
(*) http://www.prachatai.com/english/node/4076

Verwerfliche Verwerfungen

Thailands Wetterfrösche vermitteln ebenfalls Erdbebeninformationen. Die Wetterprognosen waren und sind wenig informativ und detailliert. So gelten für die nächsten sieben Tage in Chiang Mai folgende Voraussagen:
Temperaturen von 24°C bis 37 °C mit täglicher Neigung zu Gewittern.
In der kalten Jahreszeit gibt es keine Gewitter. Da dekoriert stattdessen ein Nikolaus mit Mantel und Kapuze die täglichen Fensterchen, bei Angaben: kalt, 26 °C.
Diese ausserordentlichen Informationsfluten überzeugten mich, am Anfang des Jahrtausends eine luxuriöse Wetterstation mit mehreren Aussensensoren zu erwerben und zu importieren. Weitere antike Geräte ergänzen die Elektronik: Ein mechanisches Dosen- oder Aneroidbarometer, sowie ein Haarhygrometer. Wann knabbert ein bösartiges Insekt das Haar an? Im Prinzip müsste ich das gefährdete Instrument unter eine Käseglocke stellen.
Meine Warnungen: „Waschmaschine nicht benutzen, in zwei Stunden regnet es“, verhallten trotzdem oft ungehört in Windstürmen. Schamanen und Wahrsagern wird eher Vertrauen geschenkt, als technischen Geräten wie Barometer, Hygrometer und Thermometer.
Sofern ich bei dreissig Prozent Luftfeuchtigkeit giessen des Gartens und der Kehle empfahl, wurde bloss das persönliche Wohl berücksichtigt.
Die besten Wetterprognosen liefern mir die Norweger. (1)

Torricelli erfand das Quecksilber-Barometer

Torricelli erfand das Quecksilber-Barometer

Die Informationen des Amtes über Erdbeben dürfen angezweifelt werden. Muss ich demnächst einen eigenen Seismometer beschaffen?
Die thailändischen Angaben weichen von den Werten des USGS ab. (2)
Am 5. Mai 6,3 Thailand, USGS 6,0,
am 12. Mai 5,0 Thailand, USGS 4,2.
Der Direktor des Nationalen Disaster Warnungs Centers, NWDC, Suebsak Khaosuwan, erklärte am Samstag, den 10. Mai:
„Die Häufigkeit und die Stärke der Nachbeben haben seit dem 5. Mai wesentlich abgenommen. Die Menschen können nun in ihre Häuser zurückkehren.“ (3) Ich zählte täglich 16 Erdstösse.
Als es zwei Tage später im Distrikt Phan, in der Nähe des kopflosen Buddhas, in der Phayao Verwerfung (4), wieder kräftig schüttelte, dozierte Herr Direktor Suebsak Khaosuwan gegen Gesichtsverlust:
„Das ist kein Nachbeben, das ist ein neues Erdbeben!“ (5)

Eine Zusammenfassung der Erdstösse bis am 12. Mai, Angaben ohne Gewähr – NWDC, seit dem 5. Mai zeigt:
Es gab 6 grössere Nachbeben, 5,0 bis 5,9.
28 Erdstösse hatten Intensitäten zwischen 4,0 und 4,9.
Im Bereich 3,0 bis 3,9 wurden 116 Beben registriert.
Mit kleineren Amplituden als 3,0 wurden über 560 Erschütterungen registriert.

Das sind ideale Wohngebiete für Cocktailliebhaber. Sie mischen die Getränke, geschüttelt wird gratis und automatisch.

(1) http://www.yr.no/place/Thailand/Chiang_Mai/Hang_Dong/hour_by_hour.html
(2) http://www.tmd.go.th/en/earthquake_report.php
(3) http://www.bangkokpost.com/news/local/409084/earthquake-risk-declared-over
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Verwerfung_(Geologie)
(5) http://www.bangkokpost.com/news/local/409635/chiang-rai-suffers-fresh-earthquake
(Blog) http://wp.me/p2ljyL-1p5