Mehr Leistung mit Steckerleisten?

Vieles was kribbelt, ist angenehm. Kribbeln kann tödlich sein. Die meisten Häuser hier verfügen über Steckdosen. Das sind die komischen, meist weisslichen Dinger an den Wänden. Die haben einige Löcher: Mindestens zwei. Es könnten aber auch drei, sechs oder gar neun sein. In diesen Löchern verbergen sich Käfer. Sie bringen bei leichtsinnigem Umgang den Tod.
steckerleisteFachleute, vor allem Farang, nennen diese Käfer Elektronen. Man kann sie nicht essen. Aber man kann damit Speisen erwärmen oder kühlen. Die Elektronen, man nennt sie in grossen Mengen elektrischen Strom, beleuchten das Haus. Er lässt auf dem Flachbildschirm den Herrn Staatspräsidenten im vollen Glanz erstrahlen und seine enorm wichtigen Äusserungen über Lautsprecher erschallen. Das alles sind Wirkungen geheimnisvoller Elektronen. Die Einheimischen begriffen diese Technik noch nie. Die benutzen immer noch die Rauchzeichen des Höhlenzeitalters. Sie feuern emsig täglich, obwohl die Flut der Smartphones längst die Anzahl der Einwohner übertreffen.
Auch Smartphones werden zeitweise über geheimnisvolle Kästchen mit den kleinen Löchern in der Wand, den Steckdosen verbunden. Das ist notwendig. Die Batterien der Telefone benötigen Quasseltronen. Das sind Spezialelektronen. Sie erst ermöglichen die fernmündliche, drahtlose Kommunikation.

Mehrere elektrische Geräte schaffen Probleme. Es hilft wenig, zusätzliche Löcher in die Wand zu bohren. Sofern man nicht zufällig ein Elektronen-Nest trifft, fliesst kein Strom. Bei Erdoelbohrungen ist es ähnlich. Ich bohrte mit Hilfe von Black und Decker im Garten vergeblich nach Öl.
Warenhäuser bieten für Normalverbraucher von elektrischer Energie Hilfe in Form von Steckerleisten an.

Wir hatten zwei freie Steckplätze in der Wand. Daran wurden Router und Fernseher angeschlossen. Es fehlte ein Anschluss für den DVB Antennen-Verstärker. Er liefert die Signale für die digitalisierten thailändischen Kanäle.
Wir erwarben eine Steckdose beim Grossverteiler. Ein Test mit dem Phasenprüfer zeigte, die Phase war richtig verdrahtet. Später hatte ich die Idee, zusätzliche Lautsprecher, eine sogenannte Sound-Bar, anzuschliessen. Der Klang war überzeugend und ausserordentlich. Wir benötigten jedoch zwei weitere Steckplätze. Der Produzent der Verteilerleise, CSC Power, war nicht in der Lage, die Phase korrekt zu verbinden. Sie lag auf der falschen Seite. Vorsicht: Etwa die Hälfte der angebotenen Steckerleisten sind falsch verdrahtet! wall-socket
Wie bei zahlreichen gefährlichen Technologien vermindern international gültige Normen das Gefahrenpotential. Der Ort des gefährlichen Phasenanschlusses, wie auch die Draht-Farbe sind definiert. Mit einem sogenannten Phasenprüfer in Form eines kleinen Schraubendrehers, kann der Phasenanschluss kontrolliert werden.
Besonders bei elektrischen Wasserdurchlauferhitzern sollte die einwandfreie Erdung des Gerätes überprüft werden. In der Nähe meines Dorfes im Norden starben vor allem Menschen aus Japan wegen Pfuscharbeit lokaler Bastler, denn die fehlerhafte Kombination von Wasser und Strom ist lebensgefährlich! Auf den dritten Leiter, die Erdung, wird in Hinterindien zu gerne verzichtet. Für Himmelfahrtkommandos sind sie absolut überflüssig.
Es weihnachtet sehr. Darum sind Geschenkvorschläge sicher nützlich. Für ewig quengelnde Freundinnen empfehle ich Badewannen mit elektrischem Haartrockner. Frohes Fest!

https://www.test.de/Steckdosenleisten-Viele-sind-nicht-sicher-4248836-0/

Abbildung links: Werbung von CRC für ein mangelhaftes Produkt mit drei Jahren Garantie.

Üble Tricks zwecks Bereicherung

Frühmorgens plärrten die Lautsprecher des Dorfes und luden die Bürger zu einer dringlichen Sitzung ab neunzehn Uhr ein.
Vier Stunden lang diskutierten die Anwesenden ergebnislos ein Traktandum, welches in der Regel in der Schweiz in zwanzig Minuten erledigt wird. Nicht so in Thailand, denn grundsätzlich gilt die Verschleierungspolitik. Während einer Stunde erklärte der Vorsitzende das Problem:
„Die Dorfbeleuchtung kostet die Gemeinde gegenwärtig im Monat 8000 Baht. Es sind zweiundsiebzig Häuser betroffen. Folglich müssen pro Haus mindestens 100 Baht einkassiert werden. Seid ihr alle einverstanden?“
Die meisten Anwesenden dachten, sie würden ein gutes Geschäft machen und waren mit dem Vorschlag ohne weitere Überlegung sofort einverstanden. Auf den ersten Blick sah es aus, als würde die Gemeinde Kosten von 800 Baht stillschweigend übernehmen. Eine auserkorene Gebührenabtreiberin sollte sich mit bescheidenen 30 Baht oder möglichst mehr, pro Haus selbstverständlich, am Handel beteiligen.
Dick war dagegen. Sie erklärte:
„Wir haben in Haus und Garten ungefähr dreissig Beleuchtungskörper mit unterschiedlicher Leistung. Sie sind nie alle gleichzeitig eingeschaltet. Die Umgebung des Hauses wird im Garten mit fünf Lampen des Nachts dauernd beleuchtet. Zusätzlich steht in der Küche ein Kühlschrank. Ein Zimmer hat eine neuere Kühlanlage mit enegriesparender Inverter-Technologie. Ich benutze Geräte wie Computer, Fernseher, drei Musikanlagen, Haartrockner und Staubsauger. Alle diese Stromfresser kosten je nach Jahreszeit maximal 1100 Baht im Monat.“
Beim Wörtchen Baht zuckten einige der Dösenden zusammen, danach schnarchten sie munter weiter. Andere sahen das Verbrauchsproblem. Zapfte jemand die Leitung an, brauchte die Energie klammheimlich selbst und die dummen Nachbarn bezahlten? Diesen Trick führte Nachbar Kleptomanewitsch vor Jahren erfolgreich ein. Das war Gesprächsstoff.

Dick sagte, Mowgli beschäftige sich in der Schule mit Elektrizität. Ein Farang kenne zudem die Leistungsaufnahme elektrischer Geräte. Sobald sie wüsste, wie viele Leuchten montiert seien, könnten diese Experten den Leistungs-Bedarf und die entstehende Kosten annähernd berechnen.
Einige unzufriedene Schlaumeier murrten: „Typisch Geizhals, คนขี้เหนียว!“

Am Tag darauf zählte Dick zwanzig Lampen. Die Rechnung war schnell gemacht.
1 übliche Leuchtstofflampe                               36 Watt
1 Nacht zu 12 Stunden, Verbrauch 12 x 36 = 432 W
1 Monat, 30 Nächte, 432 x 30 ungefähr            13 kWh
kWh Preis ungefähr, je nach Schlüssel,              3 Baht
kWh x Preis (Monat)                                           39 B
20 Lampen                                                        780 B
Preis / 72 Häuser / Monat / je Haus                 11 B

Es blieb die unangenehme Frage nach der Differenz von 8000 – 780 = 7220 Baht?
Klaut jemand Strom? Nein, das ist die Wasserpumpe. Ich bezweifle die Antwort, weil der Pumpenmotor sechstausend Watt verbraten müsste. Zusätzlich wird den Wasserbezügern der Strombedarf durch den Tarif bereits verrechnet. Sofern die Leitungen dicht wären, würde der Stromverbrauch um dreissig Prozent reduziert. Aber Prozente sind nicht interessant. Es geht nur um Baht!

Ein spendabler Nachbar sagte:
„Ich schaffe Klarheit. Wir installieren einen eigenen Energiezähler für die Beleuchtung. Die Kosten übernehme ich.“ Solche Geräte werden im Handel für einige hundert Baht angeboten.
Er bat Dick um Abklärung der Kosten bei der Provincial Electricity Authority, PEA.
Der Beamte litt offenbar unter einem mentalen Kurzschluss oder einem geistigem Spannungsabfall. Er verlangte 40‘000 Baht für einen PEA autorisierten Energiezähler kleiner Leistung.Beschädigte Leuchtstofflampe
Dick schlug vor, jeder organisiert mit einem Dämmerungsschalter die eigene Beleuchtung. Zwei oder drei Nachbarn könnten gemeinsam eine Leuchte betreiben. In unserer Soi gibt es gegenwärtig für sieben Häuser zwei Leuchten, eine davon ist seit fast zwei Jahren defekt. Preisgünstigere Lösungen gibt es kaum. Mit LED Energiesparlampen von etwa fünf Watt sinkt der Leistungsbedarf bei gleicher Lichtausbeute auf ein Sechstel. Das ergibt weit weniger als 10 Baht pro Lampe im Monat.

Sollte PEA wegen all den LED-Lampen weniger elektrische Energie verkaufen, müssten gemäss Thai Logik wahrscheinlich die Strompreise erhöht werden.

Veraltet: https://de.wikipedia.org/wiki/Leuchtstofflampe

Hammer-Wettbewerb

Wenig Hammer-Wettbewerb begeisterten Leserinnen und Lesern, sowie geborenen Widerstands-Muffeln,* oder Ohm-Allergikern, verspreche ich: der nächste Beitrag wird einfachster kulinarischer, fernöstlicher Koch-Kunst gewidmet. Titel: Shao Xing

Einige eifrige Leser befassten sich mit der Lösung des Widerstand-Problems. Eigentlich wollte ich mit dem Bild bloss zeigen, wie ich den Denkapparat eines Thai Jungen zu elektrisieren versuche, ohne ihn hundertmal schreiben zu lassen: U=R*I. (E=R*I)Würfel Kopftraining: Jeder Widerstand hat 100 Ohm. Gesamtwiderstand?

Nachdem bisher keine richtige Antwort eintraf, möchte ich das durch Kommentare ausgelöste Gedankenspiel durch Preise aufwerten.
Ein Teilnehmer aus dem Raum D A CH erhält für die erste richtige Lösung eine Flasche Wein aus dem Hause

Vin d’oeuvre
Isabella & Stéphane Kellenberger
Gintig 4
3953 Leuk Stadt
Schweiz
http://www.vindoeuvre.ch

Der Wein, nach Wahl weiss oder rot, würde durch die Post zugestellt. Auf Wunsch könnte die Flasche bei Vin d’oeuvre nach Anmeldung abgeholt werden.

Im Raum Hinterindien kann ich wegen hoher Portokosten und eventueller Einfuhrbeschränkungen leider keinen Wein anbieten.
Dafür gibt es für die erste richtige Lösung aus den Ländern
Malaysia, Singapur und Thailand
je ein Taschenbuch
: “Geschichten aus Hinterindien“,
oder einen Beutel „Hunglay Curry Paste“ von Lobo.

Zuschriften sind aus allen Ländern und Kontinenten willkommen!

Anleitungen zur Lösung:
Wenn zwei gleiche Widerstände R in Serie liegen, das heisst hinter einander geschaltet sind, verdoppelt sich der Wert. (Aufsatz: Der Hammer, http://wp.me/p2ljyL-1aV)
Wenn zwei gleiche Widerstände R parallel geschaltet sind, halbiert sich der Wert.
http://www.elektrotechnik-fachwissen.de/grundlagen/parallelschaltung-widerstand.php

Lösungen, welche nach dem 15. November 2013 eintreffen, werden für die Preise nicht mehr berücksichtigt.
(*) http://de.wikipedia.org/wiki/Muffel_(Person)