ASEAN – Strassenverkehr, nette Verpackung ohne Inhalt

Was da schon alles diskutiert wurde ist phantastisch. Beispielsweise: ein einziges Visum für mehrere Länder. Die Realität zeigt das Gegenteil. Thailandbesuche wurden in den letzten Monaten härter reglementiert. Terrestrische Reisen werden gedämpft, ja bekämpft. Der Luftverkehr ist bevorzugt.
Im eigenen Fahrzeug nach Singapur zu reisen, ist kaum empfehlenswert. Das Fahrzeug spätestens in Johore Bahru stehen lassen!
Ich kannte die Strassen und Länder Europas während fünfzig Jahren. Die grüne Haftpflichtversicherung war in den meisten Ländern gültig. Nur einmal sassen wir am Ende der sechziger Jahre wartend an der Grenze zwischen Jugoslawien und Ungarn. Der Einreiseentscheid fiel in Budapest.

In Hinterindien sieht es anders aus. Grenzübertritte mit Fahrzeugen benötigen viel Zeit und Geld für Kleinigkeiten wie Versicherungen. Es gab, gibt, sogar Grenzübergänge, die kannten Nachtruhe und Mittagspause. Erst gestern verordnete die Regierung Thailands die Schliessung von sechs Grenzübergängen in Sungai Kolok nach Malaysia.
In Satun wohnen wir zwanzig Minuten von Malaysia entfernt. Wir querten die Grenze öfters für Einkäufe im Niemandsland. Darum bemühten wir uns für internationale Reisedokumente fürs Fahrzeug. Es gab sogar internationale Nummernschilder. Sie wurden uns nach Satun nachgesandt. In Malaysia werden schlechter vorbereiteten Thais bedruckte Kleber als Nummernschilder abgegeben.

Was wir nicht wussten war, es ist in Thailand nicht gestattet, mit einem internationalen Thaischild herum zu fahren. Ganz nach Schildbürgerart müssen die Nummernschilder nach jeder Rückkehr ins Land gewechselt werden. In Satun kümmerte sich niemand um Nummernschilder. Wir reisten problemlos über eintausendsiebenhundert Kilometer in den Norden. In Chiang Mai wurde Dick in der Nähe der Airport Plaza geblitzt. Sie erhielt einen eingeschriebenen Brief mit Bild. Sie wurde gebeten, die Schilder zu wechseln und für das anstössige Vergehen gegen die amtlichen Verkehrsregeln zweitausend Baht zu bezahlen. Das Schild konnte trotz aller Schwierigkeiten von instruierten Fachleuten gelesen werden und führte zur Ermittlung der Fahrzeughalterin. Aber es hätte ebenfalls zu einem schweren Verkehrsunfall führen können…..

Wir sandten die Hausschlüssel in den Süden und baten Freunde, uns die gebräuchlichen Thai-Schilder zuzustellen. Am Montag oder Dienstag werden sie montiert. Danach muss der Wagen von Beamten der Dienststelle neu begutachtet werden.

Als das Fahrzeug neu war, hatte es rote Nummernschilder des Verkäufers. Wir wollten nach Nong Khai reisen. Dafür durften wir eine offizielle Genehmigung des Amtes einholen! Grenzenlose Freiheiten für Schildbürger.

Tücken thailändischer Polizeiarbeit – Oster-Eiersuche im LOS

Während amtlich verordneten Feiertagen wie Songkran, gibt es ausserordentliche Verkehrs-Kontrollen. Sie sind an fest installierte Stützpunkte gebunden. Die Beamten benötigen ordentliche Mahlzeiten und jederzeit sanitäre Einrichtungen. Jeder Ortskundige kennt diese Fallen und verhält sich, wenn nicht total bekifft oder berauscht, entsprechend. Patrouillen mit Dienst-Fahrzeugen, wie wir sie aus Europa und den USA kennen, gibt es selten bis gar nicht.

Im Distrikt Prawet, einem von fünfzig Stadtteilen in Bangkok, haben einige Ordnungshüter ein kleines Problem. Ende März entdeckten und konfiszierten Beamte unter der Leitung von Polizei Maj. Gen. Surachet Hakpan 76 Kilogramm Marihuana. Der Fund wurde zwecks Analyse in die Gerichtsmedizin transportiert.
Nur 37 Kilogramm der Droge fanden später den Weg zurück in das Hauptquartier in Prawet. Darauf wurde Pol. Col. Thongchai Wilaiprom für dreissig Tage auf einen inaktiven Posten versetzt. Während dieser Zeit soll nach dem verlorenen Marihuana gesucht werden.
Nach meiner Vorstellung überlebte das fehlende aromatische Kraut die Verbindung mit dem Luftsauerstoff nicht. Ob dafür einige Scheine die Besitzer wechselten, können wir schlecht ausschliessen. (1)

Im Esszimmer hörte ich Variationen von Puccinis Komposition: Carnaval de Venecia, ausgeführt von Studenten des Konservatoriums Tchaikovsky und dem Philharmonischen Orchester von Moskau – mit dem Dirigenten Yuri Simonov. (2)
Trotz der virtuosen Geigenklänge bemerkte ich, dass die Schiebetüre an der Veranda bewegt wurde. Ohne mir mit Spirituosen Mut einzuflössen, raste ich im fünften Gang ins Wohnzimmer. Ein Junge, gegen zehn Jahre alt, schlich sich schnell auf die Veranda. Er trug keine sichtbare Beute bei sich. Ein weiterer, einige Jahre älterer Jugendlicher, spielte draussen mit seinem Smartphone. Vor dem Haus stand eine neuwertige, blaue Yamaha. Es war keine Nähmaschine. Ich sprach zu den Burschen:
„Das ist nicht euer Haus. Macht es wie die Spinnen: Zieht Fäden!“ Das heisst auf abendländisch: „Entfernt euch.“
Die Knaben zogen sich zum Moped zurück. Vermutlich wollten sie einen Besuch machen und irrten sich bloss in der Hausnummer. Möglicherweise waren es Spione für eine spätere Diebestour.

Als Dick zurück kam, erzählte ich vom unerwünschten Besuch. Ich schlug vor, die Türen in Zukunft zu verriegeln. Sie hört bedeutend schlechter als ich und würde Eindringlinge nicht bemerken, sofern die Diebe ihr nicht die Getränke wegsaufen.
Wir hielten eine kurze Siesta im Schlafzimmer. Danach prüfte ich die Eingangstüre. Sie war wie üblich, nicht gesichert.
Wir wollten mit dem Kochen beginnen, als uns der Anruf einer Nachbarin störte. Der Ortsvorsteher sei mit zwei Kollegen hier. Die Herren hätten eine dringende Mitteilung. Dick verschwand erneut, ohne die Türe zu sichern.
Die Vorsitzenden erzählten:
„Liebe Nachbarn,
wir fordern euch auf, Häuser und Fahrzeuge abzuschliessen und damit zu schützen. Letzte Nacht wurden aus unserer nächsten Umgebung acht Fahrzeuge gestohlen. Es ist vermutlich eine Gruppe von elf Personen aus Pattani am Werk.“
In Satun lassen die Einfältigen die Zündschlüssel stecken, um nicht danach suchen zu müssen.
Einen Tag später erhielten wir die Mitteilung:
„Vier Fahrzeuge wurden bereits gefunden. Vier Diebe wurden festgenommen, zusätzlich einer im Feuergefecht erschossen!“
Frohe Ostern, die besten Wünsche zum Neuen Jahr – Songkran und allen Menschen ein Wohlgefallen.

(1) http://www.bangkokpost.com/news/crime/1232200/prawet-police-chief-lost-drugs
(2) https://www.youtube.com/watch?v=n-ykqFce8Ds

Cornelis de Houtman und seine Flotte

Das ist keine heisse Liebesromanze, denn die Flotte ist leider nicht eine barocke Schönheit, wie sie Gemälde von Rubens darstellen.Rubens
In „Gewürznelken, Muskatnuss, Pfeffer…“ schrieb ich teilweise gedankenlos ab. Hier fehlen mir die Bibliotheken mit Informationen. Ich zitierte aus Wiki:
1595 brach eine erste niederländische Flotte unter Führung von Cornelis de Houtman nach Asien auf. Deren wirtschaftlicher Erfolg bewirkte, dass 1598 fünf Expeditionen verschiedener Ostindischer Kompanien…
Ich milderte die Aussage auf: Dennoch bewirkte deren erfolgreiche Rückkehr, dass 1598 fünf Expeditionen….

Ein zweiter, genauerer Blick auf die Reisen von Cornelis de Houtman lohnte sich.
Houtman kommandierte ab 2. April 1595 eine Flotte von vier Schiffen, Amsterdam, Hollandia, Mauritius und Duyfken nach Ostasien. Stellen sie sich die Kommunikation von Schiff zu Schiff vor. Rufe, Feuerzeichen und Flaggensignale. Mehr gab es nicht. Nach wenigen Wochen brach Skorbut aus. Skorbut ist eine Vitaminmangelkrankheit. Beim Fehlen von Vitamin C in der Nahrung tritt Skorbut nach zwei bis vier Monaten auf. Bei Streitereien zwischen den Kapitänen und den Händlern kam es zu Gewaltausbrüchen. Mehrere Personen wurden getötet. Während eines planmäßigen Aufenthaltes in Madagaskar kam es zu weiteren Ausschreitungen. Die madagassische Bucht, in der die Schiffe ankerten, wurde „Dutch Cemetery“, Friedhof der Holländer, genannt. Erst Monate später segelte die Flotte weiter. Am 27. Juni 1596 erreichten sie Bantam, heute Banten, auf Java. Annähernd 100 der ursprünglich 249 Männer überlebten die Fahrt.
Die dortigen portugiesischen Händler stellten Cornelis de Houtman dem Sultan vor. Der Herrscher war den Niederländern anfänglich freundlich gesinnt. Houtman, offenbar ein bösartiger Polterer, fehlten diplomatische Umgangsformen und jegliche Feinfühligkeit. Er beleidigte den Sultan und musste Bantam wegen seines rüden Verhaltens verlassen. Die Schiffe segelten ostwärts in Richtung Madura. Unterwegs wurde die Flotte von Piraten angegriffen. Der Empfang auf Madura war gefällig. Houtman ließ dennoch als Rache für den Piratenangriff ein Massaker unter der Bevölkerung anrichten.
Ohne abgeschlossene wesentliche Geschäfte reisten die Händler und Seeleute weiter nach Bali. Der König verkaufte den Holländern im Februar 1597 einige Fässer Pfefferkörner. Über St. Helena im Südatlantik, erreichten sie 1598 schließlich mit 87 Überlebenden Amsterdam.

Die Expedition war ein menschliches und finanzielles Desaster. Gleichzeitig bedeutete sie einen symbolischen Sieg der Niederländer. Sie war der Start der niederländischen Kolonialherrschaft in Indonesien. Sie brach das Monopol der Portugiesen.
Cornelis de Houtman entdeckte eine neue Seeroute von Europa nach Indonesien. Der Navigator Pieter Dirkszoon Keyser führte Himmelsbeobachtungen durch. Er schuf einen Sternkatalog des Südhimmels.
1598 startete Cornelis mit dem jüngeren Bruder Frederick de Houtman eine weitere Expedition. Cornelis wurde auf Befehl des Sultans von Aceh auf Sumatra ermordet.
Zu dieser Zeit waren Holland und Portugal Grossmächte der bekannten Welt!

https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelis_de_Houtman
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Niederl%C3%A4ndischen_Marine
https://hinterindien.com/2014/03/10/hamburg-singapore-1857/

Gewürznelken, Muskatnuss, Pfeffer, Zimt und andere Kostbarkeiten

Heute jammern gesunde, kräftige, junge Menschen im Internet über die Strapazen, denen sie auf dem langen Weg nach Südostasien ausgesetzt waren. Sie scheinen ahnungslos zu sein, wie unsere Vorfahren diese Länder bereisten. Sie dagegen sitzen in komfortablen Flugmaschinen und werden mit Speisen und Getränken verwöhnt. Sogar elektronische Unterhaltungsmöglichkeiten sind in jedem Sitz eingebaut. Aber sie fühlen sich als privilegierte Entdecker.

Ein grosser Schritt auf dem weiten Weg nach Asien war die Entdeckung des Kaps der guten Hoffnung im Süden Afrikas im Jahre 1488 – durch den Portugiesen Bartolomeu Diaz! Dieses Wissen um den Seeweg nach Asien blieb für einige Jahrzehnte portugiesischen Seefahrern vorbehalten.
Wie klein und eng diese Segelschiffe waren und den Einfluss auf die Denkweise der Reisenden, bezeugt eindrücklich die Porta de Santiago der portugiesische Festungsanlage A Famosa von 1511 auf Melaka. Santiago
Die niederländischen Kartographen zeichneten die besten Seekarten der damaligen Welt. Ein holländischer Spion beim portugiesischen Bischof von Goa, Indien, kopierte Karten. Sie ermöglichten den Holländern, die Portugiesen zu überholen. 1641 eroberten die Holländer das portugiesische Melaka.

Basierend auf Anregungen von Jan Huygen van Linschoten, brach 1595 eine erste niederländische Flotte unter Führung von Cornelis de Houtman nach Asien auf. In vier Schiffe der Flotte wurden 290.000 Gulden investiert. Allein 100.000 Gulden waren zum Ankauf von Gewürzen in Ostindien bestimmt. Die Schiffe, die erst 1597 wieder ihren Heimathafen erreichten, hatte das ursprüngliche Zielgebiet, die Molukken, nicht erreicht. Dennoch bewirkte deren erfolgreiche Rückkehr, dass 1598 fünf Expeditionen verschiedener Ostindischer Kompanien von unterschiedlichen niederländischen Hafenstädten ins Pfefferland ausliefen. Bereits 1599 erreichte eine Expedition die weiter östlich liegenden Molukken. Teile einer Flotte segelten erfolgreich zu den Banda-Inseln und nach Sulawesi.

In knapp 200 Jahren, in denen die holländische „Vereenigde Oostindische Compagnie“ existierte, segelten nach Schätzungen knapp eine Million Menschen in ihren Diensten nach Asien! Von diesen Angestellten kehrte nach Berechnungen von Historikern bloss etwa jeder Dritte zurück. Manche starben während der achtmonatigen Seereise nach Batavia, heute Jakarta, an Skorbut. Während des Aufenthalts in Südostasien drohten tropischen Krankheiten. Die hygienischen Bedingungen auf den Schiffen waren katastrophal. Auf den ungefähr fünfzig Meter langen Schiffen waren 250 Männer zusammengepfercht. Die Soldaten durften bei gutem Wetter zwei Mal täglich für eine halbe Stunde auf das Oberdeck, um frische Luft zu schnappen. Während dessen pflegten sie ihre vom Rost befallene Ausrüstung.

Die Erträge lassen sich sehen. Der Handelswert der nach Europa eingeführten Waren betrug bis 1700 577 Millionen Gulden und im zweiten Jahrhundert, bis 1795, 1,6 Milliarden Gulden. Der Wert berechnet nach dem heutigen Goldpreis eines Gulden, 4g = 194 EURO, betrug also 423 Milliarden EURO.

Wenn sie eine Prise Pfeffer auf ihre Pizza streuen, oder wenn sie sogar vor den Resten portugiesischer oder holländischer Kolonisationsversuche in Melaka stehen, verschwenden sie einen Augenblick lang ihre Gedanken im Gedenken an die heldenhaften Abenteurer und Opfer früher christlicher Seefahrt. Wegweiser 2
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Huygen_van_Linschoten
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Niederl%C3%A4ndische_Ostindien-Kompanie

Kleine Glauwnereien

Anfänglich betrachtete ich viele Einheimische als Clowns, Lebenskünstler und Gunstgewerblerinnen. Im Land des Lächelns lachte ich ebenfalls während Jahren mit mandeläugigen, zusätzlich schlitzohrigen Scherzkeksen. Mit der Zeit sah ich in diesen Auftritten keine schelmischen Clownereien mehr, sondern ausschliesslich primitive Gaunereien. Alle diese ernsthaften, beinahe wissenschaftlich arbeitenden Münzsammler dürfen als Numismatiker bezeichnet werden. Über ihren Einfaltsreichtum darf man trotzdem schmunzeln.

In der Nähe von Chiang Khong steht die vierte Freundschaftsbrücke über den Mekong nach Laos. Da muss eine äusserst innige, beinahe intime Freundschaft mit dem Nachbarland herrschen. In der Schweiz gibt es keine Freundschaftsbrücken ins benachbarte Ausland. Offenbar hassen sich die Europäer abgrundtief, was dennoch äusserst einfache Grenzübertritte ermöglicht. Kontrollen, Ausweise, Papiere, Visa und Stempel kennen wir gegenwärtig kaum noch.

Seit es die Brücke bei Chiang Khong gibt, ist der Bootsverkehr ins Nachbarland für Fremde nicht mehr erlaubt. Man muss statt dessen den meilenweiten Umweg über die Freundschaftsbrücke ins eigentlich knapp fünf Minuten entfernte HuayXai benutzen.
Tuk Tuk oder Taxis mit Passagieren dürfen den Freundschaftsweg, vor allem die Brücke, nicht befahren. Die Menschen verlassen in Thailand die Zubringer-Fahrzeuge, stehen an den polizeilichen Kontrollstellen und lächeln in die Computer-Kameras. Nach der Überprüfung durch uniformierte, qualifizierte Grenzbeamte marschieren die Ausreisenden mit ihrem Gepäck zur Busstation. Dort erstehen sie einen Fahrschein für fünfundzwanzig Baht zwecks Reise über die Freundschaftsbrücke Nummer vier.Graphic1
Auf dem Schein ist der Preis mit zwanzig Baht vermerkt. Kassiert werden aber fünfundzwanzig Baht.
Der Grund ist ein Stempel auf dem Ticket mit der für mich unklaren Mitteilung:
”Working Overtime for Passengers (Immigration Thailand) 5 Baht.”
Wer erhält denn die fünf Baht, die Immigration oder die Busbetreiber?
Nach der Ankunft auf der laotischen Seite, werden für ausländische Passagiere saftige Visagebühren in US $ fällig. Für einige Länder gibt es Ausnahmen. Nach dem umständlichen Ausfüllen der Formulare und der erteilten Einreiseerlaubnis, dürfen lebensgefährliche laotische Fahrzeuge gemietet werden.
Anstelle einer Flussfahrt von einigen Minuten für zwanzig Baht, benötigten die Reisenden je nach Wartezeit für den Bus einige Stunden. Die Reise-Kosten zum nächsten angebotenen Bier dürften mindestens das Zwanzigfache, etwa 400 Baht, für gelebte und erlebte ASEAN Freundschaft, betragen.

In der guten alten Zeit reiste meine Tochter ohne Visum und Stempel im Boot über den Mekong und besorgte einige Büchsen billiges, besseres Bier.

Selbstverwirklichung im Freudenhaus

Nach der Rückkehr aus dem klimatisch und menschlich gemässigteren Klima von Satun nach Nordthailand, prasselten negative Ereignisse und Nachrichten wie tropische Gewitterstürme auf Dick ein. Absolut gedankenlos attackierte die faule, liebe Verwandtschaft, eingeschlossen verschiedene Dorfbewohner mit üblicher mentaler Retardierung* Dicks geistiges Wohlbefinden.

Eigentlich wollte ich nur eine kurze Mitteilung aus Dicks Smartphone wiedergeben. Aber die Leser im Abendland und der neuen Welt benötigen die exotisch erotischen Hintergrundinformationen zum Verstehen des Beitrages.
Als ich vor elf Jahren das neue Haus bezog, störten mich die bellenden Flohträger des Nachts, wenn sie den Mond oder ihr trauriges Schicksal besangen. Den Kegeln auf den Strassen konnte man ausweichen. Dem Anblick krepierender Hunde vor dem Nachbarhaus nicht.
Dort lebten viele Personen: Eltern, Kinder, Tanten und die anderen Verwandten. Tagsüber war meist niemand anwesend. Nachts erhellten selten Lampen Flure und Zimmer. Keiner kümmerte sich um die Tiere: Hunde, Katzen, Vögel und einen buntschillernden Kampfhahn.
Der krähte verzweifelt so intensiv, dass die Kokosnüsse von den Palmen krachten.
Sobald die Tiere ihre letzten Zuckungen zelebrierten und die Vögel in den Käfigen von den Stangen fielen, erstand man Nachfolgeobjekte.
Als die Kinder grösser wurden und zum Praktizieren der Pubertät eigene Zimmer benötigten, zog die ältere Verwandtschaft aus. Während eines Dorffestes stellte sich die Nachbarin, mit Flasche – von Chang, rülpsend vor:
„Ich bin diplomierte Krankenpflegerin. Sofern Du ein Anliegen, ein Bedürfnis hast, ruf mich bitte. Ich kann mich jederzeit frei machen.“
Das Bedürfnis war nicht riesig, denn da war eine liebeshungrige, alkoholfreie Masseuse. Ich war ihr einziger Kunde. Sie fühlte sich dauernd heiss und trainierte deshalb meine Augen vor den eigentlichen Leibesübungen mit Entkleidungsritualen. Wenn diese Frau gelegentlich verhindert war, gab es andere Honiglieferantinnen.

Eines Abends zu später Stunde hatte die Pflegefach-Frau ein Anliegen an mich – als Farang und Christ. Ihre Tochter wurde von einer Elite-Schule verwiesen. Sie vernaschte die Burschen reihenweise und betrieb schamlos regen Geschlechtsverkehr in den Schulgebäuden.
Davon erzählte die Dame nichts. Sie erwähnte nur, dass sie ihre hübsche Tochter in einer christlichen Schule anmelden möchte. Leider sei ihre Kasse leer, ob ich als Christ und Nachbar mit schönem, teurem Haus mit einigen Baht helfen könne – und so…
Ich wusste, das Schulmädchen machte in den Hotelzimmern der Stadt Chiang Mai Hausbesuche, um als eifrige Phallusverehrerin die Tiefenwirkung penetrierender Christen zu erforschen. Die rastlose Ejakulations-Assistentin konnte die Summe in einigen Tagen locker selbst beschaffen. Ich verzichtete auf das eindeutig zweideutige Angebot der Mutter und empfahl naiv und unbefangen andere Finanzierungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Es war nicht überraschend für mich, als Dick mir vor einigen Wochen ganz diskret und leise sagte:
„Unsere Nachbarin, die Krankenschwester hat zwei Berufe. In der Freizeit verkauft sie Sex.“

Später erhielt Dick von der Pflegerin eine Nachricht auf ihrem Zenfone:
„Liebe Dick,
du bist eine sehr attraktive Frau. Dein Mann ist alt, gebrechlich und schwer krank. Du erlebst sicher mühsame, vor allem langweilige Abende zu Hause.
Ich verbringe meine Freizeit in einem eleganten Klubhaus für distinguierte Herren. Romantische Kerzenbeleuchtung, ansprechende Musik, teure Getränke, gepflegte Frauen und wohlhabende Männer versüssen nicht nur mein Leben, sondern bieten zudem finanziell äusserst interessante Anreize.
Gerne lade ich Dich zu einem Besuch im Super-Klub der Klasse und der fröhlich klingelnden Kasse ein. Mit Deinen Kenntnissen vieler Länder in Asien und in Europa gewinnst Du leicht neue Freunde. Dein strahlendes Lächeln und Dein schöner Körper, wären eine echte Bereicherung unseres Hauses…..“

Anhang:
Erklärungen und Links

*Medizinisch orientierte Definitionen sprechen von einer Minderung oder Herabsetzung der maximal erreichbaren Intelligenz.
Sind die Ursachen des Schwachsinns Alkohol, Drogen, Inzucht oder Syphilis?

(1) https://hinterindien.com/2015/06/16/grenzenlose-selbstverwirklichung/
(2) https://hinterindien.com/2015/05/20/langes-warten-auf-millionen/
(3) http://www.duden.de/rechtschreibung/distinguiert

Verlorene Übersicht?

In drei Jahren verfasste ich auf WordPress bis heute freiwillig mehr als 375 Beiträge. Ich räumte auf und archivierte. Einerseits erstaunte mich die Vielfalt der Themen.
Zahlreiche Erlebnisse sind Momentaufnahmen. Sie unterlagen im Laufe der Zeit eigentlich ständigen Wechseln, ähnlich dem Wetter. Die meisten Menschen fotografieren nur bei Sonnenschein. Ich beschrieb Schattseiten und Unwetter, meist zurückhaltend, stark beeinflusst durch westliche Erziehung, Literatur und Moral.
Andererseits gestehe ich, in Nordthailand, im Dorf am Reisfeld rotiere ich gedanklich an Ort und Stelle. Es gibt kaum Positives zu berichten. Die Rubrik müsste lauten: Sex, sex, sex, Gedankenlosigkeit, Unglücksfälle und Verbrechen!
Bedauernswert finde ich die Situation der Jugendlichen hier. Ausser an technischen Spielzeugen und gewaltverherrlichenden Computerspielen, zeigen die jungen Leute keinerlei Interessen. Neugier und Wissensdrang der Kinder wurden durch Lehrer, Fernsehen oder Elternhaus nie geweckt. Mowgli erreichte den Zenith seiner Bildung vor vier Jahren. Seitdem lernte er nur wenig dazu. Er übte sich trotz regulärem Schulbesuch fleissig im Vergessen. Weil seine Kollegen noch vergesslicher und vor allem eingebildeter sind, ist er trotzdem einer der Besten.
Wir kennen es von Handwerkern: Saubere, vertrauenswürdige Ausführung von Arbeiten, besonders Reparaturen, gehören in die Kategorie Seltenheit. Fachkenntnisse und geforderte Vorsicht, werden meistens durch mass- und sinnlose Kraft ersetzt.

Die Szenen ähneln sich. Sie passen fugenlos, besser als ein Puzzle, zusammen.
Vor einigen Tagen verfasste ich einen unglaublichen Artikel, eigentlich nichts Neues unter gleissender Tropensonne – oder unter dem unendlichen Sternenhimmel. Glücklicherweise löschte ich meine krassen Informationen unfreiwillig durch einen Muskelkrampf in der Hand – ausgelöst durch einen Blitzschlag.
Die Menschen des Dorfes, von wenigen Ausnahmen abgesehen, benehmen sich wie im Irrenhaus. Ich hatte diesen Eindruck beim Verlassen Ende August. Jetzt, Ende Mai, nach einer unfreiwilligen Rückkehr aus der Idylle Satun, bleibt meine Meinung unverändert.

Die trügerischen Wahrnehmungen dürften an mir liegen. Bereits vor drei Jahren schrieb mir ein speziell netter, verantwortungsbewusster Mensch:
Deine Weisheiten sind auch nur durch ein „sehr kleingestricktes“ Fernglas verifizierbar…. und ganz sicher nicht allgemeingültig.
Ja. In meinen Geschichten, nicht nur dort, fehlen meistens Verstand und globale Großzügigkeit.

Eigentlich bin ich von Hinterindien gesättigt und habe genug, speziell von Nordthailand. Meine komfortabelste Unterkunft in Asien liegt bedauerlicherweise auf diesem Fleck Erde. In LanNa Land erlebten wir zu viele spezifische Un- und Eigenarten.
Leider kann ich kaum zurück nach Europa. Ich ertrage das Klima, ebenfalls die pseudo-helvetische Gutmensch-Politik, eingebunden in den driftenden, fremdbestimmten Ballon Europa, nicht mehr. Eine zukünftige Betreuung in eidgenössischen Alters- und Pflege-heimen ist nicht erstrebenswert. Eine Erdbestattung in jener Gegend erwäge ich nicht, weil bei eisiger Bise (Nordwind) im ungeheizten Behältnis zusätzlicher Rheumatismus droht. Deshalb suchen wir weiter nach einer angenehmen Unterkunft, kleines Haus in grossem Garten, im milden Süden.