ASEAN – Strassenverkehr, nette Verpackung ohne Inhalt

Was da schon alles diskutiert wurde ist phantastisch. Beispielsweise: ein einziges Visum für mehrere Länder. Die Realität zeigt das Gegenteil. Thailandbesuche wurden in den letzten Monaten härter reglementiert. Terrestrische Reisen werden gedämpft, ja bekämpft. Der Luftverkehr ist bevorzugt.
Im eigenen Fahrzeug nach Singapur zu reisen, ist kaum empfehlenswert. Das Fahrzeug spätestens in Johore Bahru stehen lassen!
Ich kannte die Strassen und Länder Europas während fünfzig Jahren. Die grüne Haftpflichtversicherung war in den meisten Ländern gültig. Nur einmal sassen wir am Ende der sechziger Jahre wartend an der Grenze zwischen Jugoslawien und Ungarn. Der Einreiseentscheid fiel in Budapest.

In Hinterindien sieht es anders aus. Grenzübertritte mit Fahrzeugen benötigen viel Zeit und Geld für Kleinigkeiten wie Versicherungen. Es gab, gibt, sogar Grenzübergänge, die kannten Nachtruhe und Mittagspause. Erst gestern verordnete die Regierung Thailands die Schliessung von sechs Grenzübergängen in Sungai Kolok nach Malaysia.
In Satun wohnen wir zwanzig Minuten von Malaysia entfernt. Wir querten die Grenze öfters für Einkäufe im Niemandsland. Darum bemühten wir uns für internationale Reisedokumente fürs Fahrzeug. Es gab sogar internationale Nummernschilder. Sie wurden uns nach Satun nachgesandt. In Malaysia werden schlechter vorbereiteten Thais bedruckte Kleber als Nummernschilder abgegeben.

Was wir nicht wussten war, es ist in Thailand nicht gestattet, mit einem internationalen Thaischild herum zu fahren. Ganz nach Schildbürgerart müssen die Nummernschilder nach jeder Rückkehr ins Land gewechselt werden. In Satun kümmerte sich niemand um Nummernschilder. Wir reisten problemlos über eintausendsiebenhundert Kilometer in den Norden. In Chiang Mai wurde Dick in der Nähe der Airport Plaza geblitzt. Sie erhielt einen eingeschriebenen Brief mit Bild. Sie wurde gebeten, die Schilder zu wechseln und für das anstössige Vergehen gegen die amtlichen Verkehrsregeln zweitausend Baht zu bezahlen. Das Schild konnte trotz aller Schwierigkeiten von instruierten Fachleuten gelesen werden und führte zur Ermittlung der Fahrzeughalterin. Aber es hätte ebenfalls zu einem schweren Verkehrsunfall führen können…..

Wir sandten die Hausschlüssel in den Süden und baten Freunde, uns die gebräuchlichen Thai-Schilder zuzustellen. Am Montag oder Dienstag werden sie montiert. Danach muss der Wagen von Beamten der Dienststelle neu begutachtet werden.

Als das Fahrzeug neu war, hatte es rote Nummernschilder des Verkäufers. Wir wollten nach Nong Khai reisen. Dafür durften wir eine offizielle Genehmigung des Amtes einholen! Grenzenlose Freiheiten für Schildbürger.

Rechenkünstler am Werk

Die Chinesen sind die Erlöser und Retter Thailands. Sie bauen nicht nur überlebenswichtige Unterseeboote für die thailändische Marine und Kampf-Panzer für die Streitkräfte. Sie senden ihre erlebnishungrigen Landsleute, um das darniederliegende Gastgewerbe anzukurbeln. Sie helfen ihren Thaifreunden mit überdimensionierten Rechnern, um schwierigste Aufgaben, wie zehn plus fünf zu lösen. Die weitere Logik hinter Berechnungen bleibt hinterindischen Zahlenakrobaten meist unerschlossen. Deshalb jagen sie dauernd erfolglos nach grossen Nummern. Ein grossartiges Beispiel lieferte unser Nicht-Internet-Provider.
Spezialisten entfernten während unserer Abwesenheit Kabelanschlüsse. Ich brachte den Router mit Zubehör von Satun mit, schloss in an und sah, der hängt signallos in der Luft. Vor einem Jahr empfing das Gerät Bits und Bytes, bevor wir uns in Chiang Mai überhaupt zurück meldeten. Diesmal verlangten die Angestellten neben der monatlichen Grundgebühr zusätzlich 1‘600 Baht.
Das Umschalten geschieht in wenigen Sekunden am Computer in Bangkok. Das Kneifen mit Seitenschneidern dagegen verübten Halunken am Ort.

Als ich am Wochenende ungeduldig vergeblich auf einen Anschluss wartete, ich wollte Mails lesen, eine dringende Geldanweisung sollte ausgeführt werden, handelten wir. Während ich mich im Hause mit einer lustigen Bronchitis im Bett vergnügte, besorgte Dick bei der Konkurrenz das Wundergerät Pocket-WiFi. Weil sie Geburtstag hatte, kriegte sie das ganze Angebot mit fünfzig Prozent Rabatt. Pocket-WiFi arbeitet mit höherer Geschwindigkeit als das alte Kabel und könnte acht drahtlose Anschlüsse bedienen. Die monatlichen Kosten sind vergleichbar.

Wenige Tage später schrieb eine Angestellte der Firma „3 (de-)Bile (Kabel-)Beisser“ eine viertel Stunde an einem Formular, in dem wir auf die Begleichung der Forderung der Firma verzichteten und den nördlichen Anschluss aufgaben. Eine sagenhafte Rendite für die Aktionäre! Die Spezialabgabe, wie auch die monatlichen Gebühren entfallen.
Sollte es Probleme in Satun geben, hätte ich das Taschen-WiFi dabei. Das funktioniert mit wenigen Ausnahmen, im ganzen Land. Einloggen in Hotel-WiFi-Systeme erübrigt sich. Die Bronchitis liebt mich übrigens immer noch.

Der Gang zum Briefkasten ist in Hinterindien verpönter als der Stuhlgang

Der Weltpostverein wurde 1874 gegründet. Er regelt die internationale Zusammenarbeit der Postbehörden und die Rahmenbedingungen des grenzüberschreitenden Postverkehrs. Der Sitz des Weltpostvereins ist seit der Gründung in Bern in der Schweiz. Ein Weltpostdenkmal steht auf der Kleinen Schanze in der Nähe jenes Teiches, in welchem mein Vater zwecks Aufbesserung des Speisezettels während des Krieges eine Ente fing, denn in der Armee, wie auch in den Privathaushalten, war das Angebot an Fleisch eher knapp bemessen.

Seit der Gründung des Weltpostvereins gehörte die Installation von Briefkästen weltweit zum gehobenen Lebensstandard. Sogar in Hinterindien fanden bunte Kästen, von allerdings fragwürdigen Formaten, eine gewisse Verbreitung. Wozu die Einrichtungen benützt werden könnten, fanden selbst im Zeitalter hochtechnologischer Smartphones nur wenige Kaderleute heraus.
Die Elektrizitätswerke installierte eigene Zettelkästen aus Kunststoff. Sie sind am Ende ihres Lebenszyklus angelangt und zerbröseln im UV Licht der Sonne.
Anfänglich besuchten Kassierer die Kunden mit den Abrechnungen die Häuser. Teilweise verschwanden die Angestellten samt den kassierten Beträgen auf Nimmerwiedersehen. Die Betriebe waren gezwungen, Änderungen einzuführen.
Die Wasserwerke benutzen blaue PVC-Wasser-Rohre für ihre Abrechnungen. wasserstrom-2
Briefkästen hängen meist sinnlos an Zäunen und Hauseingängen. Kein Einheimischer öffnet sie. Selbst Geisterhäuschen finden mehr Aufmerksamkeit als Briefkästen.
Während unserer Abwesenheit in Chiang Mai, kümmerten sich zwei Frauen um unser Haus in Satun. Sie ernteten unsere Bananen und verspeisten sie. Den Briefkasten öffneten sie in sechs Monaten nie. Im Süden hätten ja bösartige Briefbomben aufgetakelte Sexbomben oder deren dicke Make-up-Schichten beschädigen können.

Unsere Nachbarin ist ein extremer Briefkastenmuffel, eine militante Antikasten-Emanze. Während Wochen röhrte der Postmann mit dem Moped fast täglich zum Haus und versuchte vergeblich, einen dicken Umschlag abzuliefern. Er schrieb Abholungseinladungen und deponierte die Meldungen im Kasten. Kein Mensch interessierte sich für die Ware. Der Umschlag wurde an den Absender zurück gesandt.
Der Sender, wohl versehen mit Nerven vom Format von Gurgeln von Wasserbüffeln und mehr als einer Fein-Unze Geduld, gab sein Brieflein erneut auf. Der Postbote schrieb erneut erfolglos vier Abholungseinladungen.
Dann schmiss er den schweren Umschlag gekonnt vor den Parkplatz besagter Postzustellungsverweigerungs-Terroristin.
Hätte ihr Dick nicht mitgeteilt, dass da ein Liebesbrief vor ihrem Wagen liegen würde, hätte sie die Sendung nie aufgehoben.

Mehr Leistung mit Steckerleisten?

Vieles was kribbelt, ist angenehm. Kribbeln kann tödlich sein. Die meisten Häuser hier verfügen über Steckdosen. Das sind die komischen, meist weisslichen Dinger an den Wänden. Die haben einige Löcher: Mindestens zwei. Es könnten aber auch drei, sechs oder gar neun sein. In diesen Löchern verbergen sich Käfer. Sie bringen bei leichtsinnigem Umgang den Tod.
steckerleisteFachleute, vor allem Farang, nennen diese Käfer Elektronen. Man kann sie nicht essen. Aber man kann damit Speisen erwärmen oder kühlen. Die Elektronen, man nennt sie in grossen Mengen elektrischen Strom, beleuchten das Haus. Er lässt auf dem Flachbildschirm den Herrn Staatspräsidenten im vollen Glanz erstrahlen und seine enorm wichtigen Äusserungen über Lautsprecher erschallen. Das alles sind Wirkungen geheimnisvoller Elektronen. Die Einheimischen begriffen diese Technik noch nie. Die benutzen immer noch die Rauchzeichen des Höhlenzeitalters. Sie feuern emsig täglich, obwohl die Flut der Smartphones längst die Anzahl der Einwohner übertreffen.
Auch Smartphones werden zeitweise über geheimnisvolle Kästchen mit den kleinen Löchern in der Wand, den Steckdosen verbunden. Das ist notwendig. Die Batterien der Telefone benötigen Quasseltronen. Das sind Spezialelektronen. Sie erst ermöglichen die fernmündliche, drahtlose Kommunikation.

Mehrere elektrische Geräte schaffen Probleme. Es hilft wenig, zusätzliche Löcher in die Wand zu bohren. Sofern man nicht zufällig ein Elektronen-Nest trifft, fliesst kein Strom. Bei Erdoelbohrungen ist es ähnlich. Ich bohrte mit Hilfe von Black und Decker im Garten vergeblich nach Öl.
Warenhäuser bieten für Normalverbraucher von elektrischer Energie Hilfe in Form von Steckerleisten an.

Wir hatten zwei freie Steckplätze in der Wand. Daran wurden Router und Fernseher angeschlossen. Es fehlte ein Anschluss für den DVB Antennen-Verstärker. Er liefert die Signale für die digitalisierten thailändischen Kanäle.
Wir erwarben eine Steckdose beim Grossverteiler. Ein Test mit dem Phasenprüfer zeigte, die Phase war richtig verdrahtet. Später hatte ich die Idee, zusätzliche Lautsprecher, eine sogenannte Sound-Bar, anzuschliessen. Der Klang war überzeugend und ausserordentlich. Wir benötigten jedoch zwei weitere Steckplätze. Der Produzent der Verteilerleise, CSC Power, war nicht in der Lage, die Phase korrekt zu verbinden. Sie lag auf der falschen Seite. Vorsicht: Etwa die Hälfte der angebotenen Steckerleisten sind falsch verdrahtet! wall-socket
Wie bei zahlreichen gefährlichen Technologien vermindern international gültige Normen das Gefahrenpotential. Der Ort des gefährlichen Phasenanschlusses, wie auch die Draht-Farbe sind definiert. Mit einem sogenannten Phasenprüfer in Form eines kleinen Schraubendrehers, kann der Phasenanschluss kontrolliert werden.
Besonders bei elektrischen Wasserdurchlauferhitzern sollte die einwandfreie Erdung des Gerätes überprüft werden. In der Nähe meines Dorfes im Norden starben vor allem Menschen aus Japan wegen Pfuscharbeit lokaler Bastler, denn die fehlerhafte Kombination von Wasser und Strom ist lebensgefährlich! Auf den dritten Leiter, die Erdung, wird in Hinterindien zu gerne verzichtet. Für Himmelfahrtkommandos sind sie absolut überflüssig.
Es weihnachtet sehr. Darum sind Geschenkvorschläge sicher nützlich. Für ewig quengelnde Freundinnen empfehle ich Badewannen mit elektrischem Haartrockner. Frohes Fest!

https://www.test.de/Steckdosenleisten-Viele-sind-nicht-sicher-4248836-0/

Abbildung links: Werbung von CRC für ein mangelhaftes Produkt mit drei Jahren Garantie.

Ein Geopark in Satun

Die UNESCO führte 1998 ein Netzwerk nationaler Geoparks ein. Einhundertelf Geoparks existieren in zweiunddreissig Ländern. Nur drei davon liegen in Südostasien, wie der Batur Geopark im Nordosten von Bali, Indonesien, der Langkawi Geopark im Staat Kedah in Malaysia und der Dong Van Geopark in der Ha Giang Provinz im Norden Vietnams.

Die treibende Kraft hinter dem ehrgeizigen Projekt in der Provinz Satun ist Narongrit Thongprue. Er ist der Chef der Administration in Thung Wa, eines eher unbedeutenden Unterdistrikts.
Der Einfall keimte seit dem Jahre 2008, als ein fossiler Fund in der Höhle von Tham le Stegodon gemacht wurde. Ein Einheimischer entdeckte einen komisch geformten Stein. Experten fanden heraus, dass es sich um den Kiefer und zwei Zähne eines Stegodons, Alter ca. 1.8 Millionen Jahre, handeln musste.
Stegodone sind eine ausgestorbene Gattung der Rüsseltiere, Proboscidea, die zur Familie der Stegodonten gehört. Der Name bezieht sich auf die ausgeprägten Grate auf den Backenzähnen, den Molaren der Tiere. (1)
Der begeisterte Mann errichtete eine Sammlung mit der erwähnten Versteinerung und den zusätzlichen dreihundert Funden aus der Höhle.

Die endgültige Idee für einen Geopark erhielt Narongrit vom Department of Mineral Resources. In der ganzen Provinz entdeckte man weitere Fossilien, die zum Teil auf 500 Millionen Jahre geschätzt wurden.

Der gesamte Park soll später 72 Orte in vier Distrikten umfassen, nämlich Thung Wa, Langu, Manang and Muang. Die erste Gruppe ist Karst Gebiet. (2)
Die zweite Abteilung umfasst die Fossilien von Thung Wa und Langu. Sie stammen aus dem Paläozoikum und sind zwischen 542 bis 251 Millionen Jahre alt. (3)
Die dritte Gruppe umfasst die Inseln von Tarutao, Lipe, Khai und Hin Ngam. Das sind die touristischen Zentren der Provinz Satun.
Narongrit fördert die Zusammenarbeit der Gemeinden, und schuf einen drei Jahres Plan mit einem Budget von einer Milliarde Baht.
In der ersten Phase soll ein Museum für 40 Millionen Baht in Thung Wa auf einem Gelände von 25 Rai erstellt werden. Als Direktor des Global Geopark Büros, arbeitete Narongrit ein Projekt mit der Rajamangala University für Technology, Srivijaya, aus: Wir produzieren Gebäck und Schokolade in den Formen von Fossilien wie Nautiliden oder Ammoniten. (4,5) Wir eröffnen ein Restaurant mit Speisen, die nach Fossilien benannt sind. Das ist wahrhaft neuzeitliche hinterindische Wissensvermittlung. Die Bildung geht durch den Magen direkt ins Hirn.

Disneyland und Legoland werden sich vor der Konkurrenz aus Satun in acht nehmen müssen!

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Stegodon
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Karst
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4ozoikum
(4) http://www.spektrum.de/lexikon/geographie/nautiliden/5401
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Ammoniten
Die Höhle von Tham ist wirklich sehenswert. Bild:
(t) http://www.bangkokpost.com/print/739308/
(V) https://www.youtube.com/watch?v=1u4RiitWFvI
Der Beitrag wurde auf Anregung eines Lesers aus Hua Hin verfasst. Bei groben Fehlern bitte ich die Geologen aus Bern um Nachsicht. Korrekturhinweise nehme ich gerne dankend entgegen.
Meine persönliche Sammlung von Versteinerungen stammte vom Belpberg. (*) Sie wurde bei meinem Spitaleintritt 1957 stillschweigend geräumt! Das war der Beginn des langen Weges vom steinreichen Knaben zum beinahe besitzlosen Farang in Hinterindien.
(*) https://epub.ub.uni-muenchen.de/12743/1/zitteliana_2011_51_07.pdf

Unsere Ankunft in Satun

Kurz vor fünfzehn Uhr standen wir am Samstag vor unserem Haus. Üppige Grüntöne leuchteten in ungeahnten Mengen aus dem Garten. Ein warmer Wind säuselte in den Blättern. Der Briefkasten war prall gefüllt. Unsere Hilfskräfte, hinterindische Briefkasten-Muffel, kümmerten sich nie um Bagatellen wie Postsendungen. In Chiang Mai ist es genau gleich. Ohne Aufforderung leert niemand den Kasten.

Nach über sechs Monaten Abwesenheit entsprach der gesamte Schmutz im Haus ungefähr der Menge einer Woche schwer verschmutzter Luft in Chiang Mai. Wir fanden nur wenige Exkremente von Geckos. Ein halbes Dutzend leidende Tiere verhungerte.

Unsere Mitbringsel, ein schwerer, liegender Buddha aus Bronze (1) und eine feine Arbeit aus Nephrit, sowie ein gerahmtes Bild (2) wurden unterwegs nicht beschädigt.
Der Stromverbrauch für zwei Kühlschränke sank jeden Monat leicht von anfänglich 41 Einheiten im Juni auf 38 im September. Im heissesten Monat April verheizten wir gesamthaft 268 Einheiten. Die einzige Klimaanlage arbeitet mit stromsparender Inverter-Technologie. Weniger Energie verwendeten wir für die Beleuchtung. Am Sparsamsten war der selten eingeschaltete Fernseher. stauden
Die grösste Überraschung bot unsere Bio-Bananen-Pflanzung. Die reifen Früchte der ersten Staude verzehrten unsere Nachbarn vor Monaten. Aus der kümmerlichen Pflanze im Januar entstand in sechs Monaten ein kleines Wäldchen von sechs Stauden. (3) Eine davon trägt bereits kleine, reifende, grösser werdende Schlauchäpfel. bananen
Um Ordnung zu schaffen, musste ich meine Arbeitsfläche verdoppeln. Weil wenig Ware angeboten wird, entwerfe ich viele Gegenstände, wie eine Wand-Halterung aus Chromstahl für den liegenden Buddha. aerbeitsplatz
(1) https://hinterindien.com/2016/10/31/feine-verwandtschaft/
(2) https://hinterindien.com/2016/10/24/gekuehlte-bueroluft-oder-steife-brise/
(3) https://hinterindien.com/2016/02/06/sturmwarnungen-fuer-den-sueden/

Hinterindische Intrigen mit totalem Intelligenzschwund

Wieder einmal erhielt ich, obwohl bereits vielfach vom Schicksal gebeutelt, kürzlich den dreifach vergoldeten Schwarz-Peter Preis.

Bedingt durch den immensen Pflegeaufwand an Dicks Mutter, sass ich täglich zwischen zehn bis fünfzehn Stunden allein im Haus. Dick erfüllte nach Möglichkeit jeden, sogar schwachsinnigen Wunsch ihrer Mutter. Dass die Kranke nach sämtlichen Sonderwünschen meist kackte und gleichzeitig kotzte, lernte Dick nicht.

Nach den Fingernagel Attacken wollte ich von der Masseuse nichts mehr wissen. (1) Sie war jedoch die Einzige, die meine Schmerzen in den Armen lindern konnte. Allgemeine Gefälligkeitsmassagen brachten ausser Ebbe im Geldbeutel keine Linderung. Nach mehreren Wochen einigten wird uns mit der Frau, dass sie Ihre Tätigkeit fortsetzen durfte. Schenkel und Füsse sollten aber nie mehr mit Fingernägeln perforiert werden.
Sie arbeitete wieder und massierte sorgfältig und teilweise schmerzhaft. Ich fühlte mich besser. Bereits dachte Ich, in absehbarer Zeit würde ich genug Kraft gewinnen, um dem Dorfleben mit all den verrückten Bewohnern entrinnen zu können. Dick vergass zusehends alles, auch Mahlzeiten und Einkäufe. Sie begann, wie ortsüblich zu lügen. Das heisst, sie erzählte meist nur die vorteilhaftere Version des Geschehens.
Zudem wollte Dick ebenfalls von der Masseuse behandelt werden. Die Fingerakrobatin lehnte jede Behandlung ab. Sie fand meistens Gründe, um schnell genug zu verduften.
Dick beschwerte sich bei einem ihrer Hausmänner. Einer fand, sie, die Heilerin, könne doch zusätzlich gutes Geld kassieren, wenn sie die schlanke Dick ebenfalls behandle. Letzte Woche geschah es. Während mich die Spezialistin knetete, vereinbarte Dick einen Termin mit ihr, unmittelbar anschliessend an meine Behandlung.

Ein kühlendes Getränk in der Küche förderte nach dem stundenlangen Stress meine Lebenslust. Die zwei tratschenden Weiber störten mich beim Trinken kaum. Eine Stunde später bezahlte ich die Dienstleistungen. Ich war erstaunt, als mich die Masseuse danach beinahe aggressiv küsste und darauf schnellstens verschwand. Dick war aufgeregt über den Kuss und sagte:
„Das kann eine richtige Thai nicht tun.“
„Manche Weiber im Dorf und aus der Verwandtschaft, inbegriffen deine Freundinnen (meist meine Ex-Freundinnen), tun es doch auch“, erwiderte ich ahnungsloser Tölpel.
Spät in der Nacht fand ich im Badezimmer heraus, die hinterlistige Masseuse zerfleischte offenbar aus Empörung über die erzwungene Arbeitsleistung, mit ihren Fingernägeln meine Kniekehlen. Ich desinfizierte und schmierte die Wunden.

Um fünf Uhr in der Frühe explodierte Dick in voller Lautstärke:
„Du hast mich mit dieser Hure betrogen. Du rasiertest ihre Schamhaare!“
„Was habe ich getan?“
„Nach zehn Jahren so ein schmutziger Betrug. Unglaublich!“ Lauthals schleuderte sie empörende Dinge in den Raum und war nicht zu bremsen. Die Gefahr eines depressiven Anfalls bestand. Ich übte Zurückhaltung.

Nach einer Weile schrie sie:
„ Die Frau trägt keinen Büstenhalter für die Arbeit, weil sie zu sehr in Schweiss gerate.
Sie zeigte mir die Brüste und auch ihre Pussy und erwähnte:
„Schau wie weich diese Haut ist. Ich benutzte Rasierer aus Deinem Badezimmer!“
Dick gackerte empört zurück:
“Ich hasse es, wenn Fremde unerlaubt meine Dinge benutzen!“
Sie wandte sich an mich:
„Du hast diese schmutzige Tätigkeit ausgeführt.“
Wie sollte ich? Mein eigenes Gesicht kann ich nur nach dem Schlucken von Chemie oder Schnaps bearbeiten.

Besänftigend erklärte ich:
„Die Frau betrat unsere Badezimmer nie. Sie benutzte keine Gegenstände! Beruhige Dich endlich. Da geschah rein gar nichts!“
Dick wollte sich nicht beruhigen und geiferte mich für unendlich lange Zeit aufs Übelste an. Dann erhielt sie eine Nachricht über ihr Smartphone mit Line:
„Meine Aussage über den Gebrauch deiner Apparate im Badezimmer war bloss ein lustiger Scherz!“
Dicks Erregung flaute merkbar ab. Entschuldigt hat sie sich nie. Thais begehen keine Fehler.

Auf diese Weise verlor ich die fähige Kneterin und leider das beinahe grenzenlose Vertrauen in Dick. Beide Frauen kann ich gleichzeitig schwerlich zur Hölle schicken. Diesen Weg muss ich alleine suchen.

(1) https://hinterindien.com/2016/06/19/thai-massage/