Reis – die Verarbeitung

Nach dem Schnitt des Reises wird er gedroschen. Die Deckspelzen bleiben am Reiskorn. Die Körner werden auf einen Wassergehalt von 14 bis 16 Prozent getrocknet. Dieses Zwischenprodukt wird Roh-Reis oder Paddy genannt.

In Reismühlen werden die Spelzen entfernt. Sie machen einen Fünftel des ursprünglichen Gewichts aus. Die eigentliche Reisfrucht besteht aus Mehlkörper, Keimling und umgebendem Silberhäutchen. Dieser Reis wird geschälter Reis, brauner Reis oder auch Cargo-Reis genannt, weil der Reis meist in dieser Form exportiert wird. Als Natur- oder Vollkorn-Reis kommt er teilweise zum Verbrauch in den Handel.

Durch Schleifen werden die Silberhäutchen vom Korn entfernt. Das Produkt wird danach geschliffener oder weisser Reis bezeichnet. Er ist haltbarer als der fetthaltigere geschälte Reis, verlor aber leider den größten Teil der Mineralstoffe und Vitamine.
Der nach dem Schleifen rauhe, viel Stärke abgebende, klebrig kochende Reis wird durch Polieren geglättet. Dies geschieht trocken – oder mit Wasser – durch Reibung der Reiskörner aneinander. Das Ergebnis ist polierter Reis.

Um Vitamin- und Mineralstoffverluste zu verhindern, wird Roh-Reis zunächst kurz in Wasser eingeweicht und anschliessend mit Heissdampf behandelt, wodurch die sich lösenden Inhaltsstoffe nach innen in den Mehlkörper diffundieren.
Nach dem Trocknen wird der Reis bis zum Polieren weiterverarbeitet. Im so hergestellten Parboiled-Reis, von partially boiled, teilgegartem Reis, bleiben etwa 80 Prozent der Vitamine und Mineralstoffe des gewöhnlichen geschälten Reises erhalten. Schnellkochender Reis ist vorgekochter und wieder getrockneter Reis.

Bei der Lagerung kann der Reis von Reiskäfern, Sitophilus oryzae, befallen werden. Sie gehören zur Familie der Rüsselkäfer. Die Larven der Käfer wachsen in den Reiskörnern heran und fressen sie von innen auf. Die Käfer vermehren sich ebenfalls im verpackten Reis weiter.
Bei Rüsselkäferbefall befinden sich nicht nur die ausgewachsenen Käfer im Reis. Es gibt Reiskörner mit punktförmigen Frassspuren und von innen ausgehöhlte Körner. Dadurch wird der Befall mit anderen Schädlingen und Mikroben möglich. In Japan wird empfohlen, befallenen Reis aus hygienischen Gründen zu vernichten. fastfood
Anbaugebiete

China, Indien und weitere Länder Südostasiens – sind die Hauptanbaugebiete für Reis. Bedeutende Reisproduzenten arbeiten in den USA und in Norditalien (Poebene).
Im Nordosten des Piemont in den Provinzen Biella und Vercelli, mit geschützten Ursprungsbezeichnungen, gedeiht der „Riso di Barraggia Biellese e Vercellese“.

Reis wird ebenfalls im Maggia-Delta und in der Magadinoebene, Locarno und Umgebung, in der Schweiz angebaut. Dieser Trockenreis ist der am nördlichsten wachsende Reis der Welt. Wann wird die Schweiz neben Uhren Reis nach Thailand exportieren?
Weitere europäische Reiserzeuger sind Portugal, Spanien und Frankreich.

Einige wenige Reissorten – weltweit gibt es über 100.000 !

Arborio ist eine Sorte, die vor allem in der Po-Ebene Italiens angebaut wird. Sie zeichnet sich durch ein kurzes, gedrungenes, ovales Korn aus. Sie wird vorzugsweise in Risotto verwendet.

Basmati bedeutet auf Hindi „Duft“. Es handelt sich um einen besonders aromatischen, langkörnigen Reis. Er stammt ursprünglich aus Afghanistan. Er wird am Fuss des Himalaya angebaut und ist die typische Begleitung zu einer Vielzahl von orientalischen Gerichten.
Von den vermarkteten Basmati-Sorten sind lediglich 15 von den indischen und pakistanischen Behörden nach dem Code of Practice on Basmati zugelassen. Sie dürften maximal 7 Prozent Fremdreis enthalten. Die Basmati-Körner müssen mindestens 6,5 Millimeter lang sein.

Der Jasmin-Reis, Duftreis oder Siam-Reis, ist eine ausgezeichnete Qualität. Jasmin-Reis wird hauptsächlich im Norden Thailands, in Laos, Vietnam und Italien angepflanzt. Man nennt ihn Duftreis, weil er beim Kochen angenehm nach Jasmin riecht, und im Gegensatz zu vielen anderen Sorten, durch spezielle Anbaumethoden ein wenig Eigengeschmack hat. Beim Reis aus Thailand ist die Golden – beziehungsweise die AAA-Qualität – die beste und teuerste. Der Bruchreis mit beschädigten Körnern, d.h. gebrochener Reis, ist eine preisgünstigere, schlechtere Qualität.

Durch Kenntnisse über Reis, Anbaugebiete und Sorten, wird die Auswahl nicht einfacher. Wir hatten schlecht lagerbaren, verkäferten Reis aus eigenem Anbau.
Bereits beim Kochen kann man dem Reis persönliche Noten geben. Anstelle von Salz verwenden wir manchmal Bouillon. Eine gehackte Tomate, gelbes Kurkuma-Pulver, Gewürznelken, oder zerkleinertes Grünzeug bringen neue Geschmacksrichtungen und frische Farben ins Gericht.
Am Schluss des Kochvorgangs verzaubern ein Stücklein Butter, vielleicht ein Spritzer Weisswein oder Reiswein wie Shao Xing die Speise. Sie machen damit aus einem einfachen Reis ein Gourmet-Essen.

Die wenigsten Thais können Reis in einem üblichen Kochtopf zubereiten. Sie alle besitzen Reiskocher oder kaufen gekochten Reis in Beuteln an den belebten Strassen. Die Aromen sind Diesel, Moped oder Tuk-tuk.

Gegrillte Hühnerkrallen

Am 5. Mai erhielt Dick in Satun verschiedene Anrufe aus Hang Dong, Mutter sei bereit zum Sterben. Die Ärzte prognostizierten die Überlebensdauer auf wenige Tage. Es gäbe keine Therapien mehr. Am Montag müsse sie das Krankenhaus verlassen. Einen Tag später reisten wir Richtung Norden. Die Reise von annähernd 2000 Kilometern, sollte vier Tage dauern. Am Montag erreichten wir unser Dorf. Ich war froh, dass wir es zeitlich schafften und Dick ihre Mutter begrüssen und gleichzeitig Abschied nehmen konnte.
Dick erzählte anschliessend, der Magen oder/und der Darm seien durchlöchert. Mutter verliere immer wieder Blut. Seit zwölf Tagen habe sie keine feste Nahrung mehr zu sich genommen.

In der ausgetrockneten Provinz Nakhon Sawan, holte ich mir am Montag auf der Durchreise eine bösartige Darmgrippe. Haferschleimsuppen halfen in der Vergangenheit in solchen Fällen dem kleinen Goon und mir. Deshalb kochte ich Hafer.
Dann dachte ich, vielleicht könnte ich der Kranken eine Schale mit Suppe abgeben. Sie schlürfte das unbekannte Farang Zeug. Sie verdaute es. Sie erholte sich dank den Süppchen sichtbar. Sie konnte sogar unter Benutzung einer von mir konstruierten Gehhilfe aus PVC aufstehen.
Die Angehörigen fanden, Farang Suppen seien zur Förderung des Wohlbefindens Thai Delikatessen weit unterlegen. Die Patientin genoss ihr heimisches Essen. Als krönenden Abschluss gab es Melone. Nach der Melone folgte das blitzartige Erwachen, als die Kranke im zehn Minuten Takt erbrach. Nach einigen Stunden beförderten die hilflosen Schlaumeier ihre Mutter ins Krankenhaus.

In meiner Jugendzeit, las ich Bücher über Indien. Da gab es Radschas, Maharadschas und Moguln. Einige davon krepierten jämmerlich, weil ihnen dank Hof-Intrigen Tiger-Schnurrhaare ins Essen geschnippelt wurden. Die Haare durchdrangen Magen und Darm und liess die reichen Herren verbluten. Es braucht nicht unbedingt Tigerhaare, Grannen genügen. Was stellten die Gauner mit der alten Frau an? War es Rattengift – oder ein einfacher Haushaltunfall?ger-med
Nach der Rückkehr vom Spital begann ich erneut mit Suppendiät für die Patientin. Ich wechselte später erfolgreich auf Griesspudding und Polenta. Das ging solange gut, bis schwachsinnige Trottel die Alte mit eingeschleppter Nahrung fütterten. Einmal entdeckte Dick im Erbrochenen schwarzen Reis. Jede Kotzerei erforderte eine Reise ins Krankenhaus, denn die Patientin konnte keine Pillen schlucken.
Füttern verboten, hiess es im Tierpark Dählhölzli in Bern. Genau das setzte ich zum Schutz unserer Kranken in PhonPhat durch.

Vor wenigen Tagen beschwerte sich Dicks Bruder mit Tränen in den Augen, Mowgli hätte sich schlecht benommen, ihn tief beleidigt und sogar aus dem Haus geschmissen. Dick wollte mehr erfahren.
„Ich wollte doch Mutter eine Freude bereiten und brachte ihr gegrillte Hühnerkrallen!“

Wir sind länger als einen Monat in Chiang Mai. Die Frau lebt immer noch. Thais hätten sie mit Klebreis und Krallen längst umgebracht.

Dr. Christian Friedrich Ludwig Wildberg, 1812
Handbuch der gerichtlichen Arzneywissenschaft…
https://books.google.ch/books?id=O6F2YQiCsr4C

http://www.tierpark-bern.ch/index-de.php?frameset=1

Die alten Säcke sind nicht auszurotten

In Indien starben vor einigen Jahren massenhaft heilige Kühe. Untersuchungen zeigten, die Tiere frassen nicht nur unbezahlte Blumen und klauten unbehelligt Gemüse von den Marktständen. Sie bedienten sich ebenfalls mit gefüllten Plastiksäcken. Diese führten zu Verstopfungen in den Mägen. Die Tiere verhungerten darauf elendiglich.

In den Kantonen des Appenzeller-Landes gab es ein Männersterben. Ein fröhliches Lied, sogar Japaner singen mit, schilderte den traurigen Vorgang:
„Mein Vater ist ein Appenzeller
Er frisst den Käse samt dem Teller!“ (1)
Die Regierungen beider Appenzell verboten darauf die Teller. Der Sollbestand der Schweizer Armee war gerettet.

Die Regierung Indiens lernte aus dem Vorfall. In Indien verbot man nicht die Teller, sondern die Plastiksäcke. Der Fortbestand der heiligen Kühe war gesichert. Fladenlose Strassen gab es fortan nicht mehr. Gleichzeitig war der gute alte Papiersack saniert!Spielplatz
Trotz Kehrichtabfuhr: Ehemaliger Kinderspielplatz im Dorf am Reisfeld

Im verschmutzten Thailand – inbegriffen Strassen, Plätze und Küsten – benutzen Bewohner, es sind meist ungebildete Ausländer, durchschnittlich acht Plastiksäcke pro Tag. Was bereits in einem Beutel steckt, kriegt spätestens an der Kasse einen zusätzlichen Schutzbehälter.
Am Schlimmsten sind für mich die Käseverpackungen. Käse ist teuer. Folglich wird zum Verpacken besonders dicke Folie benutzt. Sie wird anschliessend verschweisst. Zusätzlich halten auf hundert Gramm Käse drei Meter Klebeband die Verpackung luftdicht zusammen. Während ich die viereinhalb Meter Kleber von hundertfünfzig Gramm Gruyère mit 720 Kalorien zu entfernen versuche, tropft mir durch die Delikatesse ausgelöst, der Speichel aus dem Mund, mein Beinkleid verschmutzend. Ich kenne die Leiden heiliger Kühe. Käse ist auch Kuh.

Das Umweltschutzamt, Pollution Control Departement, berechnete: Täglich fallen 7’000 Tonnen oder 7 Millionen Kilogramm Kunststoffabfälle an. Davon seien achtzig Prozent, gleich 5‘300 Tonnen Qualitätsschrott, der zum Verrotten bloss 450 Jahre benötigt. Die systemüblichen, wahrscheinlich korruptionsbedingten Rechenfehler stammen nicht von mir.

Die Militärregierung beschloss für 15 Einzelhändler eine Kampagne zur Abfallverminderung. Am 15. eines jeden Monats sollten keine Kunststoffbeutel abgegeben werden. Dagegen dürfen die guten alten Tante Emma Läden wie bisher weiter Säcklein verteilen.

(1) https://www.youtube.com/watch?v=ZjR012TK0yk
(CH) https://www.youtube.com/watch?v=6V9KSoOnIo8

Langkawi

Am 5. Oktober, kurz nach vier Uhr, landete die Maschine auf dem Langkawi International Airport. Aus der Höhe zeigte sich recht eindrücklich die majestätisch gelegene Hauptinsel, umgeben von einem Kranz Inselchen im blaugrünen Wasser der Andamanensee. Fingerdocks, Airbridges, gibt es noch nicht. Die Passagiere durften gesundheitsfördernde, altmodische Treppen benutzen. Per Taxi gelangte ich ins bestgeführte Hotel der Stadt Kuah. Die Einwohner der Stadt leben beinahe stressfrei. Sie liessen sich durch die lautstarken Rufe der Muezzin zu Gebeten beim Essen kaum stören. Die Menschen sind aussergewöhnlich freundlich und hilfsbereit.
Die Beamten der Insel zählten ungefähr sechzigtausend Einwohner. Den höchsten Anteil stellen Bumiputras, eingeborene Malaien. Daneben gibt es alteingesessene Bewohner aus China und Thailand. Das Gastgewerbe beschäftigt vorwiegend Angestellte aus den Nachbarländern, sowie Indien und Nepal.
Nach wenigen Nächten fand ich eine neue Unterkunft in der Nähe des ersten Hotels. Das komfortable Haus mit Bar, Zigarren und Wein war leider ausgebucht. Die neue Herberge mit arabischer halal Küche, behagte nur teilweise. Mir fehlten zum gegrillten Hummer mit Kardamom, sündige Flüssigkeiten wie Arak.
Nach einer Woche in der Stadt wünschte ich dann, von Meeresbrisen erfrischt zu werden. Einen knappen Kilometer von den bisherigen Standorten entfernt, immer noch auf Stadtgebiet, fand ich ein Zimmer. Zahlreiche Makanan Laut, Seegetier-Anbieter, Arak-, Schnaps- und Weinhändler, Wäschereien und Kedai Rambut, Institute für Haar und Körperpflege, liessen die Umgebung eines fast idealen, leider schlecht gepflegten Hotels sympathisch wirken.
Zwei Tage später traf Dick von Chiang Mai ein. Ich war froh. Sie half mir beim Bewältigen der Auswirkungen des starken Dünnpfiffs, der mich – wie ich es befürchtete – nach dem Genuss eines Sandwichs aus der Monsterküche, traf. (1)
Am Freitag ergriffen wir planmässig die Flucht in die Gegend von Pantai Cenang, einem berühmt berüchtigten Strand. Wir logierten in einem aussergewöhnlichen Hotel, weg von Strand und Sand, in Temoyong. Die Garten-Anlage mit mehreren zusammenhängenden Schwimmbecken, Rutschbahnen und beeindruckenden Wasserfällen, lag am Fusse eines von Dschungel bewachsenen, von Affen bewohnten, Hügels.
Preisgünstigere Unterkünfte in Strandnähe bieten teilweise wunderbare Aussicht, jedoch ausser beissendem weissem Sand in den Leintüchern, wenig Komfort.
Wir alten Knacker ziehen Behaglichkeit ud Ausicht bei kühlen, mit Eis und Frostschutz versetzen Getränken, vor. Verglichen mit dem hohen Standard auf Sabah, sind die Hotels eher unterdurchschnittlich eingerichtet. Es gibt wenige, teilweise abgelegene, teure Luxus-Resorts. Die landschaftlichen Schönheiten, die Unberührtheit der Natur im Innern der Insel beeindrucken. Palmölindustrie und überbordernder Massentourismus fassten noch nicht Fuss.

(1) http://wp.me/p2ljyL-1yY
Einige Bilder vermitteln Eindrücke aus Kuah. 1153 segler
1117 Schuhe
1135 Stadteil Kuah
1072 Rad
1079 Meer Inseln
1120 Bike
1142 BVtowers
1124
Köchinnen Kuah
1138 Kuah

Für Fern-Flüge: Flieger von Short Brothers

Gibt es Literatur, Romane oder Berichte über Reisen nach Singapur und Australien mit Imperial Airways? Warum schrieb Agatha Christie “Mord im Orientexpress“, wenn Flugapparate bloss hundert Kilometer entfernt von ihrer einstigen Haustüre in Torquay Richtung Indien starteten? Herkules Weichbirne hätte, um aus dreizehn redlichen Fluggästen den potentiellen Killer zu ermitteln, fast eine Woche Zeit gehabt. Oder war der heimtückische Mörder doch ein Mitglied der Besatzung?
Aber die Grande Dame krimineller Eitelkeiten, die Souffleuse des Giftmordes, zog profanen Schienenverkehr modernem Fluggerät vor.

Die fünfzehn Flugpassagiere lernten sich vielleicht schon in der Bahn zwischen London und Southampton kennen. Unter Umständen beim standesgemässen Dinieren im South Western Hotel, spätestens im Kahn, der die Reisenden nach vier Uhr morgens zum Flugboot brachte.
Sie bestiegen eine dreimotorige Maschine des Typs Calcutta, Short S. 8. Es war das erste Flugboot mit einer Metallhülle. Die zwei Piloten sassen in einem offenen Cockpit. Nur der Radio-Operator – der Funker, er benutzte kommerzielle Radiostationen als Navigationsinstrumente, sass in der Kabine bei den Passagieren.
Sie waren eine Schicksalsgemeinschaft für Stunden und Tage. Während die Damen mit klammen Fingern zu stricken oder häkeln versuchten, widmeten sich die Herren rauchend dem Kartenspiel. Als Zeitvertreib dienten möglicherweise Bücher, unter Umständen einer der zehn Kriminalromane von Christie, die bis 1930 erschienen. Insgesamt schrieb Agatha 66 Kriminalromane. Schätzungsweise wurden von Christie über zwei Milliarden Bücher verkauft. Damit ist sie erfolgreicher als Lows ‘Hinterindien‘.

Short Calcutta

Short Calcutta

Die fliegende Unterkunft war 20 Meter lang und sieben Meter hoch. Die Spannweite der Flügel betrug 28 Meter. Die beiden Tragflächen umfassten 170 Quadratmeter. Das Leergewicht betrug knapp 6‘300 Kilogramm. Die maximale Zuladung wie Personen, Gepäck, Treibstoff, Stricknadeln, Zigaretten und Zigarren, waren 4‘000 Kilogramm.
Jeder der drei Bristol Jupiter Motoren entwickelte 540 PS, 403 kW. (5) Sie erlaubten eine Höchstgeschwindigkeit von 190 Kilometern pro Stunde. Die Reisegeschwindigkeit erreichte ohne Gegenwind 156 km/h. Die Reichweite betrug bei gutem Wetter 1‘000 Kilometer.

Ab 1931 flog die etwas grössere, viermotorige Short S. 17 Kent. (4)
Der Rumpf bestand aus Duraluminium und rostfreiem Stahl. Die Tragflächen waren mit Stoff bespannte Metallkonstruktionen. Die Kabine verfügte über Toilette, Waschraum und Küche. Die Piloten arbeiteten in einem geschlossenen Cockpit. Hinter ihnen war der Platz des Funkers.
Die Besatzung vergrösserte sich mit 15 Passagieren auf 4 Mann. Die Maschine war 5 Meter länger. Die Spannweite erreichte 34 Meter, bei Tragflächen von 245 Quadratmetern. Das Leergewicht betrug 9‘290 Kilogramm. 5‘200 Kilogramm Ladung waren zulässig.

Bequemer und schneller wurden die Flüge ab 1938 mit den Eindecker-Flugbooten der Empire Klasse, Short S. 23. Die Motorleistung erhöhte sich mit Bristol Pegasus Triebwerken auf 4 x 910 PS, 680 kW. Das Leergewicht der Maschinen betrug 11‘121 Kilogramm. Die Zuladung lag bei über 7’000 Kilogramm, inklusive 5 Mann Besatzung mit 17 Passagieren. Die Kabine hatte zwei Toiletten!
Der Aktionsradius war bei gutem Wetter 1‘300 Kilometer. Die Reisegeschwindigkeit steigerte sich auf 264 km/h. (6)

Warum haben heutige sogenannte Grossraumflugzeuge weniger Beinfreiheit, als seinerzeit die Brummer der Short Brothers? Ach ja, ich vergass den Preis.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Agatha_Christie
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Werke_von_Agatha_Christie
(3) http://en.wikipedia.org/wiki/Short_S.8_ Calcutta
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Short_S.17
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Bristol_Jupiter
(6) http://www.airwaysmuseum.com/Shorts%20S23%20G-AETX%20@%20Rose%20Bay.htm
FILM:
(6) http://www.britishpathe.com/video/flying-boat-sydney-aka-new-empire-flying-boat-leav

Hinterindien rückte ab 1869 näher an Europa

Das Vereinigte Königreich war einst mit seinem Britischen Weltreich, dem British Empire, die größte Kolonialmacht der Geschichte. 1922 wies das Britische Reich eine Bevölkerung von 458 Millionen Menschen auf, einem Viertel der damaligen Weltbevölkerung. Es erstreckte sich über eine Fläche von ungefähr 34 Millionen km², fast einem Viertel der Landfläche der Erde.

Am 17. November 1869 wurde der Sueskanal, auch Suezkanal, ‏قناة السويس‎, Qanāt as-Suwais, eröffnet. Das ist ein Schifffahrtskanal zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues in Ägypten. Er verbindet das Mittelmeer über den Isthmus von Sues mit dem Roten Meer. Damit wurde der Seeweg nach Indien bedeutend kürzer. Afrika und das Kap der Guten Hoffnung mussten nicht mehr umschifft werden.
Der Seeweg von Singapur nach Rotterdam reduzierte sich um 30 Prozent. Anstelle von 11‘758 Seemeilen verkürzte sich die Distanz um 3‘457 auf 8‘301 Seemeilen.

Heutige Tiger in Singapur

Heutige Tiger in Singapur

Ausgerechnet Großbritannien übte diplomatischen Druck aus, um den Kanalbau zu verhindern. Der französische Jurist und Diplomat Ferdinand de Lesseps sah sich aus finanziellen Gründen gezwungen, die Flucht nach vorne anzutreten. Er gründete am 15. Dezember 1858 die ‚Compagnie universelle du canal maritime de Suez‘, eine ägyptische Gesellschaft mit Sitz in Alexandria. Die Hauptverwaltung befand sich jedoch in Paris.

Der Kanalbau war das größte Bauprojekt seiner Zeit. Arbeitsort war die Wüste, weitab von jeglicher Infrastruktur. Um notwendiges Material und Geräte zur Baustelle zu bringen, mussten am Strand Landungsstege, Leuchtturm, Lagerplätze und Baubaracken geschaffen werden. Trinkwasser und Verpflegung wurden mit bis zu 1‘800 Lastkamelen antransportiert. Alles Material, sämtliche Werkzeuge, Maschinen, Kohle, Eisen und jedes Stück Holz stammten aus Europa. Maschinen für den Aushub gab es noch nicht. Sie mussten erst konstruiert werden. Der Aushub im Trockenen erfolgte von Hand. Bis zu 34‘000 Arbeiter füllten Binsenkörbe und brachten sie über Menschenketten zur Böschungskrone.

De Lesseps wurde mit dem Großkreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. Von Königin Victoria erhielt er das ‚Grand Cross of the Star of India‘ und er wurde zum ‚Freeman of the City of London‘ ernannt.

Zwischen 1815 und 1914 dominierten Briten auf See praktisch uneingeschränkt. Neue Technologien, aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie Dampfschiff und Telegrafie stützten die imperiale Macht Großbritanniens. Sie erleichterten die Koordination, Kontrolle und Verteidigung des Empire. Bis 1902 waren sämtliche Kolonien durch Telegrafenkabel miteinander verbunden.
Das Königshaus erhielt zusätzliche Aufgaben. Königin Victoria wurde 1877 zur Kaiserin von Indien gekrönt.

Am 24. Mai 1819 wurde Alexandrina Viktoria als einziges Kind des Herzogs Eduard von Kent und der Prinzessin Marie Louise Viktoria aus dem Hause Sachsen-Coburg-Saalfeld im Kensington-Palast geboren. Nach dem Tod ihres Onkels König Wilhelm IV. 1837 wurde Viktoria britische Königin.
Im Januar 1901 starb Königin Viktoria in Osborne House bei Cowes auf der Isle of Wight. Sie prägte den Namen einer ganzen Epoche.

(t) http://de.wikipedia.org/wiki/Sueskanal
(t) https://www.bimco.org/Reports/Market_Analysis/2010/0423_Need_for_rethinking.aspx
(t) http://de.wikipedia.org/wiki/Viktorianisches_Zeitalter

Bauchgrimmen und Kopfschmerzen in Bihar

monks cnxEin gewisses Verständnis für die Wahl eines hochheiligen Ortes zwecks Ordination und anschliessender Beförderung, weit weg vom Fussvolk der Kinder-Mönche Bangkoks, kann ich als Rentner aufbringen.

Menschen, die über Leben und Wirken des Siddharta Gautama informiert sind, vielleicht Hermann Hesse (1) gelesen haben – und eine gewisse Bewunderung, eventuell Verehrung empfinden, könnten sich durch Bodhgaya abgestossen fühlen. Buddha lehrte Einfachheit und Verzicht. Von all dem ist in Bodhgaya nichts zu spüren.
Die prunkvolle Stätte liegt in einem der ärmsten, zugleich überbevölkerten Gebiete Indiens. Bihar hat mit über 100 Millionen Einwohnern eine Analphabeten Rate von fast 40 Prozent. 83 Prozent der Einwohner Bihars sind Hindus. Eine größere Minderheit von Muslimen macht 17 Prozent der Bevölkerung aus.  Die übrigen Religionen, inklusive Buddhisten, sind mit einem Anteil von 0,3 Prozent kaum präsent.

Bihar ist äußerst dicht besiedelt. Auf einem Quadratkilometer leben durchschnittlich 1‘102 Bewohner. Das erklärt, warum gewisse Hygiene-Probleme vorhanden sind.
Die pro Tag gebildete und ausgeschiedene Stuhlmenge variiert von Mensch zu Mensch. Sie hängt von der Ernährung ab. 100 bis 500 Gramm pro Tag sind als physiologisch anzusehen. Kleinere Mengen findet man bei schlackenarmer Kost wie Fastfood, größere bei zellulose- und ballaststoffreicher Ernährung von Vegetariern. Bei einem Mittelwert von bloss 250 Gramm, fallen pro Tag allein in Bihar 25‘000 Tonnen Kot an. Anders gerechnet ergibt das bei 1100 Menschen je Quadratkilometer täglich 275 Kilogramm pro Flächeneinheit.
Indische Linsengerichte wie Dhal, (2) können sich bei Belastung durch Bakterien, speziell Salmonellen, teilweise wie Expresszüge durch die Eingeweide bewegen. Sanitäre Einrichtungen sind Mangelware, vergleiche: https://hinterindien.com/2013/01/03/inder-besitzen-mehr-handys-als-toiletten/. (3) Im armen Bihar dürften Handys und Smartphones nicht sehr verbreitet sein. Bedürfnisanstalten gibt es noch weniger. Daher kann es vorkommen, dass durch die unmittelbare Verrichtung der Notdurft an unvermuteten Stellen, Tretminen für die Allgemeinheit gesetzt werden. Lawinenartige Verbreitung von Darmerkrankungen sind dadurch programmiert.

Nitish Kumar ist ein indischer Politiker, Mitglied der Janata Dal Partei. Seit November 2005 ist er Chef Minister von Bihar. Ihm bereiten nicht nur fehlende Toiletten Kopfschmerzen.
Ihre Hoheit, Thailands Königin Sirikit, möchte 100 Kilogramm Gold nach Bodh Gaya spenden, um dort eine einzigartige Kuppel über dem  buddhistischen Tempel zu errichten.
Aber Bihars Chef Minister hat Angst vor der Annahme dieses glitzernden Geschenks. Nitish befürchtet, dass ein Tempel mit einer goldenen Kuppel Probleme in der heiligen Stadt schaffen könnte, weil es schwierig würde, die Struktur ausreichend zu bewachen.
Deshalb antwortete Bihars Regierung noch nicht auf den königlichen Vorschlag aus Thailand, der bereits vor sechs Monaten unterbreitet wurde.

(1)  http://de.wikipedia.org/wiki/Siddhartha_(Hesse)
(2)  http://www.chefkoch.de/rs/s0/indische+linsengerichte/Rezepte.html
(3)  http://www.tagesspiegel.de/zeitung/klos-fuer-indien-heldin-der-hygiene/6220210.html

http://www.dailymail.co.uk/indiahome/indianews/article-2268407/Queen-Sirikit-Her-offer-100kg-gold-spooks-Nitish-Kumar.html?ito=feeds-newsxml

http://indiatoday.intoday.in/story/thai-queen-sirikit-gold-offer-bodh-gaya-temple-bihar-chief-minister-nitish-kumar/1/247668.html