Ein Geopark in Satun

Die UNESCO führte 1998 ein Netzwerk nationaler Geoparks ein. Einhundertelf Geoparks existieren in zweiunddreissig Ländern. Nur drei davon liegen in Südostasien, wie der Batur Geopark im Nordosten von Bali, Indonesien, der Langkawi Geopark im Staat Kedah in Malaysia und der Dong Van Geopark in der Ha Giang Provinz im Norden Vietnams.

Die treibende Kraft hinter dem ehrgeizigen Projekt in der Provinz Satun ist Narongrit Thongprue. Er ist der Chef der Administration in Thung Wa, eines eher unbedeutenden Unterdistrikts.
Der Einfall keimte seit dem Jahre 2008, als ein fossiler Fund in der Höhle von Tham le Stegodon gemacht wurde. Ein Einheimischer entdeckte einen komisch geformten Stein. Experten fanden heraus, dass es sich um den Kiefer und zwei Zähne eines Stegodons, Alter ca. 1.8 Millionen Jahre, handeln musste.
Stegodone sind eine ausgestorbene Gattung der Rüsseltiere, Proboscidea, die zur Familie der Stegodonten gehört. Der Name bezieht sich auf die ausgeprägten Grate auf den Backenzähnen, den Molaren der Tiere. (1)
Der begeisterte Mann errichtete eine Sammlung mit der erwähnten Versteinerung und den zusätzlichen dreihundert Funden aus der Höhle.

Die endgültige Idee für einen Geopark erhielt Narongrit vom Department of Mineral Resources. In der ganzen Provinz entdeckte man weitere Fossilien, die zum Teil auf 500 Millionen Jahre geschätzt wurden.

Der gesamte Park soll später 72 Orte in vier Distrikten umfassen, nämlich Thung Wa, Langu, Manang and Muang. Die erste Gruppe ist Karst Gebiet. (2)
Die zweite Abteilung umfasst die Fossilien von Thung Wa und Langu. Sie stammen aus dem Paläozoikum und sind zwischen 542 bis 251 Millionen Jahre alt. (3)
Die dritte Gruppe umfasst die Inseln von Tarutao, Lipe, Khai und Hin Ngam. Das sind die touristischen Zentren der Provinz Satun.
Narongrit fördert die Zusammenarbeit der Gemeinden, und schuf einen drei Jahres Plan mit einem Budget von einer Milliarde Baht.
In der ersten Phase soll ein Museum für 40 Millionen Baht in Thung Wa auf einem Gelände von 25 Rai erstellt werden. Als Direktor des Global Geopark Büros, arbeitete Narongrit ein Projekt mit der Rajamangala University für Technology, Srivijaya, aus: Wir produzieren Gebäck und Schokolade in den Formen von Fossilien wie Nautiliden oder Ammoniten. (4,5) Wir eröffnen ein Restaurant mit Speisen, die nach Fossilien benannt sind. Das ist wahrhaft neuzeitliche hinterindische Wissensvermittlung. Die Bildung geht durch den Magen direkt ins Hirn.

Disneyland und Legoland werden sich vor der Konkurrenz aus Satun in acht nehmen müssen!

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Stegodon
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Karst
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4ozoikum
(4) http://www.spektrum.de/lexikon/geographie/nautiliden/5401
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Ammoniten
Die Höhle von Tham ist wirklich sehenswert. Bild:
(t) http://www.bangkokpost.com/print/739308/
(V) https://www.youtube.com/watch?v=1u4RiitWFvI
Der Beitrag wurde auf Anregung eines Lesers aus Hua Hin verfasst. Bei groben Fehlern bitte ich die Geologen aus Bern um Nachsicht. Korrekturhinweise nehme ich gerne dankend entgegen.
Meine persönliche Sammlung von Versteinerungen stammte vom Belpberg. (*) Sie wurde bei meinem Spitaleintritt 1957 stillschweigend geräumt! Das war der Beginn des langen Weges vom steinreichen Knaben zum beinahe besitzlosen Farang in Hinterindien.
(*) https://epub.ub.uni-muenchen.de/12743/1/zitteliana_2011_51_07.pdf

Cornelis de Houtman und seine Flotte

Das ist keine heisse Liebesromanze, denn die Flotte ist leider nicht eine barocke Schönheit, wie sie Gemälde von Rubens darstellen.Rubens
In „Gewürznelken, Muskatnuss, Pfeffer…“ schrieb ich teilweise gedankenlos ab. Hier fehlen mir die Bibliotheken mit Informationen. Ich zitierte aus Wiki:
1595 brach eine erste niederländische Flotte unter Führung von Cornelis de Houtman nach Asien auf. Deren wirtschaftlicher Erfolg bewirkte, dass 1598 fünf Expeditionen verschiedener Ostindischer Kompanien…
Ich milderte die Aussage auf: Dennoch bewirkte deren erfolgreiche Rückkehr, dass 1598 fünf Expeditionen….

Ein zweiter, genauerer Blick auf die Reisen von Cornelis de Houtman lohnte sich.
Houtman kommandierte ab 2. April 1595 eine Flotte von vier Schiffen, Amsterdam, Hollandia, Mauritius und Duyfken nach Ostasien. Stellen sie sich die Kommunikation von Schiff zu Schiff vor. Rufe, Feuerzeichen und Flaggensignale. Mehr gab es nicht. Nach wenigen Wochen brach Skorbut aus. Skorbut ist eine Vitaminmangelkrankheit. Beim Fehlen von Vitamin C in der Nahrung tritt Skorbut nach zwei bis vier Monaten auf. Bei Streitereien zwischen den Kapitänen und den Händlern kam es zu Gewaltausbrüchen. Mehrere Personen wurden getötet. Während eines planmäßigen Aufenthaltes in Madagaskar kam es zu weiteren Ausschreitungen. Die madagassische Bucht, in der die Schiffe ankerten, wurde „Dutch Cemetery“, Friedhof der Holländer, genannt. Erst Monate später segelte die Flotte weiter. Am 27. Juni 1596 erreichten sie Bantam, heute Banten, auf Java. Annähernd 100 der ursprünglich 249 Männer überlebten die Fahrt.
Die dortigen portugiesischen Händler stellten Cornelis de Houtman dem Sultan vor. Der Herrscher war den Niederländern anfänglich freundlich gesinnt. Houtman, offenbar ein bösartiger Polterer, fehlten diplomatische Umgangsformen und jegliche Feinfühligkeit. Er beleidigte den Sultan und musste Bantam wegen seines rüden Verhaltens verlassen. Die Schiffe segelten ostwärts in Richtung Madura. Unterwegs wurde die Flotte von Piraten angegriffen. Der Empfang auf Madura war gefällig. Houtman ließ dennoch als Rache für den Piratenangriff ein Massaker unter der Bevölkerung anrichten.
Ohne abgeschlossene wesentliche Geschäfte reisten die Händler und Seeleute weiter nach Bali. Der König verkaufte den Holländern im Februar 1597 einige Fässer Pfefferkörner. Über St. Helena im Südatlantik, erreichten sie 1598 schließlich mit 87 Überlebenden Amsterdam.

Die Expedition war ein menschliches und finanzielles Desaster. Gleichzeitig bedeutete sie einen symbolischen Sieg der Niederländer. Sie war der Start der niederländischen Kolonialherrschaft in Indonesien. Sie brach das Monopol der Portugiesen.
Cornelis de Houtman entdeckte eine neue Seeroute von Europa nach Indonesien. Der Navigator Pieter Dirkszoon Keyser führte Himmelsbeobachtungen durch. Er schuf einen Sternkatalog des Südhimmels.
1598 startete Cornelis mit dem jüngeren Bruder Frederick de Houtman eine weitere Expedition. Cornelis wurde auf Befehl des Sultans von Aceh auf Sumatra ermordet.
Zu dieser Zeit waren Holland und Portugal Grossmächte der bekannten Welt!

https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelis_de_Houtman
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Niederl%C3%A4ndischen_Marine
https://hinterindien.com/2014/03/10/hamburg-singapore-1857/

Gewürznelken, Muskatnuss, Pfeffer, Zimt und andere Kostbarkeiten

Heute jammern gesunde, kräftige, junge Menschen im Internet über die Strapazen, denen sie auf dem langen Weg nach Südostasien ausgesetzt waren. Sie scheinen ahnungslos zu sein, wie unsere Vorfahren diese Länder bereisten. Sie dagegen sitzen in komfortablen Flugmaschinen und werden mit Speisen und Getränken verwöhnt. Sogar elektronische Unterhaltungsmöglichkeiten sind in jedem Sitz eingebaut. Aber sie fühlen sich als privilegierte Entdecker.

Ein grosser Schritt auf dem weiten Weg nach Asien war die Entdeckung des Kaps der guten Hoffnung im Süden Afrikas im Jahre 1488 – durch den Portugiesen Bartolomeu Diaz! Dieses Wissen um den Seeweg nach Asien blieb für einige Jahrzehnte portugiesischen Seefahrern vorbehalten.
Wie klein und eng diese Segelschiffe waren und den Einfluss auf die Denkweise der Reisenden, bezeugt eindrücklich die Porta de Santiago der portugiesische Festungsanlage A Famosa von 1511 auf Melaka. Santiago
Die niederländischen Kartographen zeichneten die besten Seekarten der damaligen Welt. Ein holländischer Spion beim portugiesischen Bischof von Goa, Indien, kopierte Karten. Sie ermöglichten den Holländern, die Portugiesen zu überholen. 1641 eroberten die Holländer das portugiesische Melaka.

Basierend auf Anregungen von Jan Huygen van Linschoten, brach 1595 eine erste niederländische Flotte unter Führung von Cornelis de Houtman nach Asien auf. In vier Schiffe der Flotte wurden 290.000 Gulden investiert. Allein 100.000 Gulden waren zum Ankauf von Gewürzen in Ostindien bestimmt. Die Schiffe, die erst 1597 wieder ihren Heimathafen erreichten, hatte das ursprüngliche Zielgebiet, die Molukken, nicht erreicht. Dennoch bewirkte deren erfolgreiche Rückkehr, dass 1598 fünf Expeditionen verschiedener Ostindischer Kompanien von unterschiedlichen niederländischen Hafenstädten ins Pfefferland ausliefen. Bereits 1599 erreichte eine Expedition die weiter östlich liegenden Molukken. Teile einer Flotte segelten erfolgreich zu den Banda-Inseln und nach Sulawesi.

In knapp 200 Jahren, in denen die holländische „Vereenigde Oostindische Compagnie“ existierte, segelten nach Schätzungen knapp eine Million Menschen in ihren Diensten nach Asien! Von diesen Angestellten kehrte nach Berechnungen von Historikern bloss etwa jeder Dritte zurück. Manche starben während der achtmonatigen Seereise nach Batavia, heute Jakarta, an Skorbut. Während des Aufenthalts in Südostasien drohten tropischen Krankheiten. Die hygienischen Bedingungen auf den Schiffen waren katastrophal. Auf den ungefähr fünfzig Meter langen Schiffen waren 250 Männer zusammengepfercht. Die Soldaten durften bei gutem Wetter zwei Mal täglich für eine halbe Stunde auf das Oberdeck, um frische Luft zu schnappen. Während dessen pflegten sie ihre vom Rost befallene Ausrüstung.

Die Erträge lassen sich sehen. Der Handelswert der nach Europa eingeführten Waren betrug bis 1700 577 Millionen Gulden und im zweiten Jahrhundert, bis 1795, 1,6 Milliarden Gulden. Der Wert berechnet nach dem heutigen Goldpreis eines Gulden, 4g = 194 EURO, betrug also 423 Milliarden EURO.

Wenn sie eine Prise Pfeffer auf ihre Pizza streuen, oder wenn sie sogar vor den Resten portugiesischer oder holländischer Kolonisationsversuche in Melaka stehen, verschwenden sie einen Augenblick lang ihre Gedanken im Gedenken an die heldenhaften Abenteurer und Opfer früher christlicher Seefahrt. Wegweiser 2
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Huygen_van_Linschoten
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Niederl%C3%A4ndische_Ostindien-Kompanie

Mehr Reis-Geschichten

Meine Oberarme und Hände sind wieder schmerzhaft, die Finger unstabil. Deshalb kopierte ich erneut aus der alten Beschreibung. Ich korrigierte und ergänzte.

Reis hat zwei Wildformen: Oryza rufipogon, einjähriger, klassischer Wildreis und mehrjährigen Oryza nivara . Beide lassen sich untereinander und mit domestiziertem Reis kreuzen.
Die nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wichtigsten Unterarten von Oryza sativa sind:
Oryza sativa ssp. indica, Langkornreis wie Patna-Reis, Basmati-Reis
Oryza sativa ssp. japonica, Langkornreis, auch Klebreis sowie Risotto-Reis
Oryza sativa ssp. javanica, Mittelkornreis
Oryza sativa var. glutinosa wird in China oder Thailand angebaut.

Die Kulturreispflanze bildet bis zu 30 Halme aus. Sie werden 50 bis 160 cm hoch und tragen schmale überhängende Rispen. An ihnen sitzen 80 bis 100 einblütige Ährchen. Eine Pflanze erzeugt bis zu 3000 Früchte.
Ein Kilogramm Reis hat je nach Korngrösse etwa 30 000 bis 60 000 Körner.
Die Frucht besteht wie bei andern Getreidearten aus Keimling, Mehlkörper, Aleuron- oder Wabenschicht, Samenschale und Fruchtwand. Beim Reis werden die drei letzteren Silberhäutchen genannt.

Wild gewachsener Reis wurde in Höhlen von Yuchan und in Xianrendong im Jangtse-Tal gefunden. Wilder Reis wurde vermutlich vor 8000 Jahren gesammelt.
Vermutlich domestizierter Reis wurde bereits in der Lijiacun-Kultur am Gelben Fluss, 7000–6000 v. Chr., in Hunan in der Yuchanyan-Kultur, 9000–8000 v. Chr., genutzt.
Seit 400 v. Chr. wird Reis in Mesopotamien angebaut. Bereits die Römer kannten Reis. Vermutlich wurde er aus Ägypten importiert. Die Mauren brachten Reis nach Europa. Mit den Türken gelangte der Reis in den Balkan. Australien erreichte der Reis im 19. Jahrhundert
Reis wird seit dem späten 17. Jahrhundert in Nordamerika gepflanzt. Sklavenarbeit ermöglichte den grossflächigen Anbau trotz Gelbfieber und Malaria. Reis wird seither in einigen traditionellen amerikanischen Reis-Gerichten, Cajun- und Kreolen-Küche, wie rote Bohnen mit Reis, Jambalaya und Gumbo, zubereitet. (1)

Achtzig Prozent der Weltreisernten werden im Nassreisanbau erzeugt. Pro Kilogramm Reis werden einige Kubikmeter fliessendes Wasser benötigt. Fliesst das Wasser zu schnell, werden Bodenbestandteile und Nährstoffe abgeschwemmt. Fliesst es zu träge, bilden sich Algen.
Im Tiefland kann Nassreisanbau mit Bewässerung über Brunnen zu sinkendem Grundwasserspiegel führen. Die chinesische Regierung verbot rund um Peking den Reisanbau, weil sich der Grundwasserspiegel bis zu drei Metern senkte.

In Indonesien und Malaysia ist der wachsende Reis Padi, der gedroschene Reis Gabah, der geschälte Reis heißt Beras, der gekochte Reis heißt Nasi. Gebratener Reis ist Nasi Goreng.
Das Verrichten der Notdurft hiess ganz vornehm: „Ich habe Reis von mir gegeben.“

Nassreisanbau ist sehr arbeitsintensiv, ermöglicht aber sehr viel höhere Erträge als das Streusaatverfahren. Die Arbeitsgänge sind:
Die Aussaat in ein relativ trockenes Pflanzfeld. Es zeigt sich, dass der Reis keine echte Wasserpflanze ist. Direkt ins Wasser gesät, keimt er kaum.
Die Durchmischung des Bodens auf dem Reisfeld mit Wasser, meist mit Pflügen hinter Motoren oder Wasserbüffeln.
Das Umsetzen der Setzlinge vom Pflanzfeld in das Reisfeld per Hand. Seltener mit Setzmaschinen.
Die Bewässerung der Felder während der Wachstums- und Reifezeit. Probleme entstehen, wenn der Wasserspiegel während der Regenzeit zu stark ansteigt – oder wenn der Monsunregen zu gering ausfällt.

In den Bewässerungsgräben der Reisfelder gediehen in einigen Regionen Kleinfische und Krustentiere. Sie waren oft die einzige Proteinquelle der Bauern.
Durch Pestizideinsatz wurden diese Lebewesen leider weitgehend ausgerottet.
Nach etwa vier bis sechs Monaten werden die Felder trockengelegt. Die Ernte erfolgte mit Hand-Sicheln oder Sichelringen,
Die Bündelung der Pflanzen und Abtransport oder Dreschen vor Ort.
Das Stroh wird leider meist auf den Feldern verbrannt. Das führt in der Region Chiang Mai zu intensiver Luftverschmutzung mit Ascheregen.reis phonphat
Reis-dreschen am Dorfrand von Phonphat, 2002

Man berechnete vor einigen Jahren, dass der Nassreisanbau 17 Prozent des Methans in der Erdatmosphäre erzeugt. Das sind jährlich etwa 60 Millionen Tonnen. Dies entspricht ungefähr dem Wert von etwa 300 Millionen Tonnen Kohlenstoff, beziehungsweise 1,1 Milliarden Tonnen CO2.
Methan ist nach CO2 das wichtigste anthropogene Treibhausgas. Durch die Wässerung des Bodens entsteht ein fast sauerstofffreier Lebensraum für anaerobe Archaea, das sind Methanbildner. Die Methanerzeugung lässt sich etwas reduzieren, sofern man die Böden austrocknen lässt.

(1) Jambalaya: https://www.youtube.com/watch?v=-4o86juvMEE

Die Schönheitsoperation

Ein verbreitetes Problem in ganz Thailand, Malaysia und Indonesien ist die Fettleibigkeit. Es wird zu viel Fett und Zucker in allen Formen geschluckt, als Süssgetränke, als Snacks und Desserts, oder mit ungesunden Mahlzeiten in Schnellimbissen. Brot und Suppen sind meist gezuckert. Knaben haben teilweise mehr Bauchumfang als Körpergrösse.
Diese Menschen schleppen nicht nur unnötigen Ballast mit sich herum. Sie leiden zusätzlich unter hohem Blutdruck und Zuckerkrankheit. Weil sie schwer sind, bewegen sie sich zu wenig. Sie hängen in ihren Häusern herum, lassen sich durch Fernsehapparate und Smartphones berieseln und konsumieren dazu Tütenfutter und gesüsste Getränke.

An einem Hügel in der Nähe von Klong Khut stand die ungepflegte Unterkunft von Ali und seiner geliebten Zulaikha. Zulaikha hatte ein hübsches Gesicht und dazu geschätzte 140 Kilogramm in zonaler Fettsucht angelagertes Gewicht. Weil sie etwas unbeweglich war, sah es um das Haus herum unaufgeräumt aus. Da wuchsen nur wenige Blumen. Die spärlichen Samen wurden vom strengen Wind verfrachtet oder von Vögeln mit dem Kot ausgeschieden. Zwischen wuchernden Unkräutern lagen Kehricht und leere Flaschen. Defekte Apparate und Geräte waren der Witterung ausgesetzt. Sie dienten kleinen Tieren, wie Mäusen und Ratten, als Unterkünfte.

Der schlanke Ali arbeitete als Tagelöhner. Zusätzlich betreute er eigene Pflanzungen und Tiere. Meist war Ali den lieben Tag lang schwer beschäftigt. Er hatte kaum Zeit für die Mahlzeiten, bei denen Zulaikha für zwei Personen zulangte.
Wenn Ali freie Zeit hatte, liebte sie es, auf der Ladefläche des dreirädrigen Mopeds durch die Gegend zu knattern, wenn immer möglich mit einem Eis in der Hand. Das Kopftuch flatterte lustig und laut im Wind. So wurde sie trotz frischer Luft schwerer. Eines Tages sprach Ali zu Zulaikha:
„Geliebte Zulaikha. Ich habe ein Problem. Du wirst zusehends schöner und schwerer. Mein schwaches Moped schafft den Weg zu unserem Haus am Hang mit dir kaum mehr. Anstatt, dass ich ein stärkeres Moped kaufe, gebe ich das Geld dir – mein Liebling. Du nimmst den Bus in die grosse Stadt Hat Yai. Dort lässt du beim berühmtesten aller Frauenveredler eine Schönheitsoperation machen, wie es heute üblich ist. Ja, wir sind modern und wir gehen mit der Zeit!“

Zulaikha nahm Geld, Taschen und Täschchen. Sie verreiste zusammen mit eifrig tratschenden, fülligen Freundinnen. Als die Herzallerliebste nach einigen Tagen zurückkehrte, schaffte Alis Moped den Weg am Hang nicht besser. Zulaikha liess sich in der grossen Stadt Hat Yai die Nase verschönern.

Zusammenfassung:
„Wenn am Arsch Fettwülste winken,
operiere dort – und nicht am Zinken!“

Bescheidene Brötchen, Halbpfünder

Reis ist das tägliche Brot Hinterindiens. Wie ein unzerstörbarer Diamant blieb ein eindrückliches Bild in meinem Kopf gespeichert. Im Vordergrund des riesigen Borobudur Tempels (Indonesien) bearbeitete ein Bauer mit Wasserbüffeln in meiner Nähe sein Reisfeld. Ich filmte die Szene vor vierzig Jahren und vertonte das Ganze mit: Reis – das Brot Indonesiens!
Vor einigen Jahren gab es zusätzlich zum Reis zur Abwechslung einheimische Teigwaren, wie Mee, ferner Nudeln aus Reis oder Mungo-Bohnen. Heute werden anstelle von lokalem Mee oft preisgünstigere importierte Spaghetti-Sorten verwendet. Die Gerichte sehen ähnlich aus wie früher, schmecken jedoch anders. Ich bevorzuge die schlabbrigen, breiten China-Nudeln anstelle der Spaghetti.

Europäer fühlen nach mehreren Jahren in der Fremde öfters eine unbändige Lust auf ein Stücklein Brot. In Grossstädten wie Bangkok und Chiang Mai, gibt es zahlreiche Bäcker, die gutes Brot herstellen. Brot wird ebenfalls in Grossmärkten in Satun angeboten. Dieses Brot zu essen versuchen, sollte man unterlassen. Es hat weder Biss, Kruste, noch Geschmack.
Geschmackvolles dunkles Brot gab es kürzlich in Cenang auf Langkawi im Bistro „Red Tomato“.

Nach zwei brotlosen Jahren in Satun, begannen wir Backöfen zu besichtigen. Wir schauten uns nach Angeboten für Mehl und Hefe um. Für zwei Personen brauchen wir keinen grossen Backofen. Mehr als ein Pfund Brot würden wir in drei Tagen ohnehin kaum verzehren. Schon von der Leistung her, schien ein Gerät unter zweitausend Watt sinnvoll, weil die Drahtdurchmesser der Zuleitungen in den Häusern oft gering sind.

Mir gefiel eine Konstruktion besonders gut, weil das Gerät eine gewölbte Oberfläche aufweist. Frauen könnten keine hitzeempfindlichen Gegenstände auf den Apparat stellen, denn ausreichend schützende Isolation im Backofen fehlt.
Die technischen Daten:
House Worth HW 8085
Inhalt: 28 Liter
Leistung 1600 Watt (2)
Preis: unter 2‘000 Baht

Wir machten einen ersten Backversuch und verarbeiteten:
500 g Mehl, White Swan
200 g Wasser
100 g Milch
20 g Trockenhefe
1 Esslöffel Zucker
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Olivenöl
10 g Butter

Dick mischte und knetete den Teig während 20 Minuten.
Danach gewährten wir ungefähr eine Stunde Ruhezeit bei Raumtemperatur, erneutes kneten.
Die eine Teighälfte formte sie zu einer Kugel.
(Den Rest des Teiges stellten wir für das zweite Brot während zwanzig Minuten in den Kühlschrank).
Backblech mit Backpapier belegen, mit etwas Mehl bestreuen, die Teig-Kugel aufs Papier legen.

20 Minuten warten. Danach 40 Minuten bei 200 °C backen. Der Ofen benötigt fünf Minuten um 200 °C zu erreichen.

Herrliche Düfte nach Hefeteig füllten die Räume. Wir verwenden relativ viel Hefe, weil ich den Geschmack, auch im Champagner, mag.
Der Thermostat schaltete ungefähr alle 35 Sekunden. Das Brot bräunte gleichmässig. Es wies eine knackige Kruste von ungefähr vier Millimetern Dicke auf. Die Haltbarkeit war ohne speziellen Brotkorb problemlos drei Tage. Brot

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Borobudur
(2) Abbildung Backofen: https://hinterindien.com/2016/02/10/bilder-aus-ban-klong-khut/

ÄNDERUNGEN: 24.Nov.2017

Zweifel an der Schöpfung?

Ein in Lumpen gehuellter Bauer, zahnlos, zäh gebaut, kein Fett, nur Muskeln und Knochen, besichtigte seine Pflanzungen. Er freute sich, denn alles gedieh wunderbar. Die Wassermelonen hatten wenig Kraut. (1) Das schien bloss so, denn jede der grün gesprenkelten Früchte brachte mindestens zehn Kilogramm auf die Waage. Er schlenderte in den Baumgarten. Dutzende Longan Bäume, Dimocarpus longan, – Lengkeng in Indonesien, Mata Kucing, „Katzenauge“, in Malaysia, Lamyai, ลำไย, in Thailand genannt – trugen reichlich Früchte. (2)
Der Bauer verglich in Gedanken die Melonen mit den Lamyai. Er fragte sich, ob dem Schöpfer kein Fehler unterlaufen sei. Die umfangreichen, grossen, schattenspendenden Bäume trugen kleine Früchtchen, während unscheinbares, rankiges Kraut, auf der Erde riesige Melonen reifen liess.
Als ihm eine kirschgrosse Lamyai aus der Krone eines Baumes auf den Kopf fiel, erkannte er die Richtigkeit der Dinge schlagartig.

Wer auf einer Bergwanderung die Alpenmilch spendenden Kühe beim Abgrasen der saftigen Kräuter bewunderte, weiss es zu schätzen, dass Kühe, im Vergleich zu Adlern, Sperlingen und Tauben, nicht fliegen können.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Wassermelone
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Longan