Gesammelte Leckerbissen über 1700 Kilometer

Am Ende einer harten Tagestrecke freuen wir uns stets auf das Abendessen. Wir fanden auf dem langen Weg nur zwei herausragende Küchen. Die eine befindet sich in Nakhon Sawan. Die Thai Küche ist wieder grossartig, seitdem der letzte Koch gefeuert wurde.
Die zweite Station, die ich sofort wieder aufsuchen würde, ist in Nakhon Pathom, das chinesische Restaurant des Mida Dhavarati Hotels.

Es gab auch weniger delikate Speisen. Eine Speisekarte reizte meinen Appetit mit Nudeln und gebratenem Schweinefleisch an einer braunen Sauce.
Die Preise für Schweinefleisch sind im Keller. Zuletzt bezahlten wir um vierzig Baht für ein Kilogramm. Gute Nudeln kosten fast das Vierfache. Ein Fläschchen Betadine, Inhalt dreissig Milliliter, kostet in Satun nun vierundvierzig Baht. In Chiang Mai waren es noch achtunddreissig Baht.
Wie reagierten die Köche beim Erzeugen des Nudelgerichts? Mir wurde eine Schüssel mittlerer Grösse hingestellt. Aus einem undefinierbaren Sud winkte mir ein Berg, ein thailändisches Matterhorn von Schweinefleisch entgegen. Nach emsigem Graben fand ich darunter versteckt einige teure Nudeln. Die braune Sosse war eine klare Suppe. Nur der Sherry zum Verfeinern fehlte.

Preisgünstig assen wir in Thung Song. Für Schweinssuppe, Huhn mit Reis, und Meeresfrüchte Salat legte Dick in der Nähe des Parks hundertvierzig Baht auf den Tisch. Die Suppe war einmalig gut.

Zurück in Satun gibt es wieder frisches Brot. Weil Dick mit ihrem verletzten Arm Mühe beim Kneten bekundete, kaufte ich im April eine Küchenmaschine von Kenwood.
Der Schaden an der Schulter wurde entgegen meinen Vorstellungen in Chiang Mai nicht behoben, obwohl die Versicherung Kostengutsprache erteilte. Aber die Dame Kenwood in Satun werkelt problemlos und ohne zu meckern.
Leider gibt es zum Brot weder gute Wurst, Schinken noch Käse. Der Grana Padano aus Italien ist nicht mehr im Angebot. Der sogenannte „italienische“ Käse wird aus Wisconsin, USA, importiert. Die Shitake Pilze sind aus Chinas Pilzzuchten! Wahre Lebenskünstler in den Tropen züchten Käse und Pilze in ihrem Schuhwerk.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Bauernfängerei bezeichnet ausgeklügelte Arten von Täuschung bis zum Betrug. Der Titel war eine 1964 von Eduard Zimmermann ins Leben gerufene Sendung des ZDF. Vor den Methoden der Trickbetrüger wurde gewarnt. Die Fernsehserie lief während insgesamt 37 Jahren. Die Zuseher lernten wenig oder vergassen schnell. Sie liessen sich trotz eindringlicher Warnungen von falschen Doktoren und redegewandten Politikern genauso auf den Arm nehmen, wie vorher von gewöhnlichen Taschendieben und betrügenden Halunken.

Gegenwärtig erlebe ich diese Serie im richtigen Leben. Die verflixten Lügen und Trickereien sind ansteckend. Dick mischelt kräftig mit. Es gibt praktisch keine Tage ohne Lügen. Wenn nicht gelogen wird, wird mindestens die Wahrheit vertuscht oder dekorativ verschleiert.
Unser Nachbar, Kleptomanewitsch, schnitt Bäume und Bambus und türmte die Abfälle in seinem Gelände auf. Danach telefonierte er dem Dorfobmann, Dick hätte Bäume und Bambus geschnitten. Rücksichtslos hätte sie ihren Mist in seiner Gartenanlage deponiert. Ob er, der Herr Dorfobmann, so freundlich sein würde, Dicks Plunder aus seinem gepflegten Park abzuholen. Der Obmann kam persönlich vorbei. Er fiel auf den schmutzigen Trick von Kleptomanewitsch nicht herein.

Dick kaufte Schnaps und Käse bei Makro. Es war das erste Mal, ohne meine Begleitung. Mein schmerzhafter rechter Oberarm erlaubte den Ausflug nicht. Zwei Flaschen Sang Som wurden an der Kasse als drei berechnet. Beim Weich-Käse war der Nepp so gewaltig, dass ich fortan auf das Milchprodukt bei Makro verzichte.
Es war ein Stücklein Gorgonzola, netto 115 Gramm. Der Käse wurde von Jagota im Grossraum Bangkok eingekauft, geschnitten, verpackt, angeschrieben mit „Product from Italy DOP“ und in den Norden geliefert.
In Hangdong wurde der Gorgonzola in einen grösseren Behälter umgesiedelt, neu gewogen und mit Preisangabe dekoriert. Das Bruttogewicht war mit 132 Gramm angegeben. Die siebzehn Gramm ungeniessbare Verpackung wurden zum Käsepreis von 1355 Baht berechnet. Das sind dreiundzwanzig Baht.
Dieser Blauschimmel-Käse war von minderwertiger Qualität und hätte ebenso in Dänemark oder England hergestellt werden können. Bereits mein Glasauge hätte mir vom Einkauf abgeraten. Die Schimmelflecken erinnerten eher an ausgelaufene Tinte. Möglicherweise litt der Nord-Italiener kurzzeitig unter der tropischen Hitze. Dick war bedeutend weniger kritisch. Sie erwischt hie und da sogar angefaulte Tomaten, mit der Lesebrille in der Handtasche.
Vom selbigen Lieferanten bekam ich zuvor einen zweifelhaften Greyerzer-Käse. Er stammte kaum aus der Schweiz – oder gar dem Kanton Freiburg aus einem kontrollierten Betrieb, obwohl die Verpackung das Gegenteil vorgaukelte. Das teure Stück war so versalzen, dass das Salz zwischen den Zähnen knirschte. Mindestens das Salz war echt.

Zwischendurch genoss ich einen Montagnard des Vosges. Das ist französischer Weichkäse aus pasteurisierter Kuhmilch. Er zeichnet sich durch cremigen Teig und würzigen Geschmack aus. Nichts zu nörgeln: Originalverpackt in der Käserei in den Vogesen, leider relativ selten anzutreffen in Chiang Mai.

Luftgetrocknetes Fleisch

Vergessen sie die an der tropischen Sonne röstenden, importierten Fleischmassen aus aller Welt, von Hua Hin, Pattaya , Phuket und an all den unbekannten, dennoch vorhandenen Stränden Thailands.
Zurück im Dorf in Nordthailand schätze ich vor allem die Ruhe vor dem Verkehrslärm, nur unterbrochen vom Bellen und Heulen zahlreicher Hunde. Unsere Nachbarin, die Krankenpflegerin und eifühlsame* Allein-Unterhalterin älterer, zahlungskräftiger Herren in gediegener Umgebung, besitzt vierzehn Köter. Die Ärmsten sitzen gedrängter als Legehennen in Batterien, ich meine nicht die geilen Alten.

Weiter lobe ich, ja ich singe einen Psalm, auf die verschiedenen Schinken aus Italien. Da gibt es ebenfalls die edlen, luftgetrockneten Varianten. In der Schweiz kannte ich früher nur das Bündnerfleisch, luftgetrocknetes Rindfleisch, mehrheitlich importiert von Südamerika, aus dem Bergkanton mit viel frischer Luft. Seit Jahren wird industriell dünne, trocknende Gebirgsluft mit Hilfe von Vakuumpumpen erzeugt. Gestern liess ich mir einen Hauch von zartem, aromatischem Trocken-Fleisch auf der Zunge zergehen. Dabei erinnerte ich mich an eine banale, alte Geschichte.

In der Nähe meines Arbeitsplatzes an der Universität gab es eine Metzgerei. Eines Tages stand eine Tafel neben dem Eingang. Mit Kreide war darauf gekritzelt: Rohess-Speck. Das war offenbar luftgetrocknetes Schweinefleisch.
Damals arbeitete ein Student aus Ungarn im Labor. Seine deutsche Sprachfähigkeit war umwerfend komisch, beinahe operettenhaft. Dem jungen Mann fiel die Anzeige des Metzgers ebenfalls auf. Er meinte zu mir:
„Ich nichd gewust chaben, das man rohess Speck mit drei S schreibt!“*

*Beabsichtigte Schreibfehler

Absaufende Pfahlbauten und Raumpflegerinnen

Herrschaftliche Holz-Häuser auf Pfählen sehen wir je länger, desto seltener. Die meisten Häuser auf dem Land sind aber nach dem alten Muster errichtet, auch wenn man die Pfähle auf den ersten Blick nicht mehr sieht. stahl-pfahlbauer

Grundlagen der Baupläne, sofern es sie überhaupt gibt, ist der Talang wa. Das sind vier Quadratmeter. Die Raumgrössen betragen drei bis vier Talang wa. Bei zwölf Quadratmetern für ein Schlafzimmer mit Doppelbett kann es für Rollstuhlfahrer eng werden. Wenn noch ein Kleiderkasten, Karaokemaschinen mit Bildschirmen, 1500 Watt Verstärker mit Leisesprechern hineingequetscht werden, werden Schuhlöffel und Geburtshilfezangen wichtige Instrumente für den Weg ins Bett. Die kleinsten Räume in den Wohnhäusern sind effektiv die wichtigsten – die Duschgelegenheiten mit WC. Für sie müssen üblicherweise ein halber Talang wa, zwei Quadratmeter genügen. Ich entfernte zuerst die für mich unschliessbaren Kunststofftüren und montierte in solchen Miniatur-Bedürfnisanstalten stattdessen Duschvorhänge. Gegen allfällige störende Geräuschentwicklung hilft die Karaokeanlage.
Die thailändischen Hauskonstrukteure planen für Raumgrössen von drei, maximal vier Talang wa vier Pfähle ein. Der nächste Raum benötigt zusätzlich zwei weitere Pfähle. Unser Häuschen steht auf dreiundzwanzig Pfählen. Da ist ein Schlafzimmer von annähernd dreissig Quadratmetern und ein Badezimmer mit stolzen drei Talang wa, meine bescheidenen Entwürfe, inbegriffen.
Die Löcher für die Pfähle wurden in der Trockenzeit auf Grundwassertiefe ausgehoben. Der Statiker empfahl für das relativ grosse Gebäude als Basis für die Pfähle Platten von einem Quadratmeter. Sie wurden an Ort mit viel Stahl versehen gegossen. Inmitten der Quadrate stehen die filigranen Pfähle. meine-pfahlbauspezialisten Die kleineren Häuser im Dorf haben preisgünstigere Träger von bloss einem halben Meter Seitenlänge. Für Spekulations-Bauten gibt es vorfabrizierte Teile. Die werden auf den Boden gestellt und später mit dreissig Zentimeter Erde gekonnt zu dekoriert.
Ich bin überrascht von der Stabilität unserer Konstruktion. Wir erlebten mehrere Erdbeben. Das kräftigste wurde mit 6.3 registriert. (1) In Italien oder der Türkei stürzt bei Beben dieser Grössenordnungen bereits alles zusammen. Im Gebäude gab es nicht einmal neue Risse. Nur die alten Tempel in der Stadt litten und verloren zusätzliche Backsteine.

Wir haben einen lieben Nachbarn. In einem Experiment fand er heraus, dass Schränke hinter Fenstern lichtundurchlässig sind. Vor dieser wichtigen Erkenntnis bat er uns, unsere Bäume zu fällen. Der Schildbürger reklamierte, er hätte kein Tageslicht im betreffenden Zimmer. (2)
Vor wenigen Jahren wurde sein Haus durch eine ortsübliche Überschwemmung geflutet. Er bewohnt das Haus nur zeitweise, beispielsweise wenn er eine neue Mia Noi hat. Deshalb stellte er eine Spezialistin für gepflegte Wohnräume, eine Raumpflegerin an. Er war nicht erfreut, als er die Bescherung, das durch Schmutzwasser, inklusive Fäkalien, beschädigte Eigentum sah. Er fragte seine Hilfskraft um einen guten Rat. Guter Rat ist teuer. Die Dame überlegte kurz und verkaufte folgende Expertise:
„Der Wasserstand im Haus betrug fünfzig Zentimeter. Wenn sie fünfzig Zentimeter Zement auf die Böden auftragen lassen, könnte kein Wasser eindringen. Sie werden alt. Am Eingang müssen sie deshalb zwei zusätzliche Treppenstufen anfertigen lassen.“

Als ich erneut vom Einfallsreichtum der Frau hörte, grinste ich. Ihre geistigen Fähigkeiten bildeten sich zu Gunsten eines überdimensionierten Plapperapparates zurück. Ein zierliches Weib ist wie ein Smartphone. Da muss jeder Kubikzentimeter möglichst effizient genutzt werden. Dann überlegte ich:
„So lange der Kerl keine Korbballspielerin zur Freundin nimmt und zusätzlich keinen dekorativ kitschigen, böhmischen Kristallleuchter an die Decke hängt, kann das gehen. Dennoch sind die Flächen der Trägerplatten der Pfähle dem zusätzlichen Gewicht kaum gewachsen. Während jeder Regenzeit wird das Haus langsam absaufen.“ Ich schätzte, das Haus wurde mit den zusätzlich vierzig Kubikmetern Material zwischen 90‘000 und 100‘000 Kilogramm schwerer.
Wie erwartet, sinkt das Haus. Als erstes barsten vor wenigen Wochen die Wasserleitungen! Glücklicherweise kommt die Elektrizität von oben. Diese Kabelstrippen könnten das Gebäude vor dem endgültigen Untergang retten.

(1) https://hinterindien.com/2014/05/08/schwere-erdbeben-erschutterten-lan-na-land/
(2) http://www.internet-maerchen.de/maerchen/schild02.htm

Von Waren-Tempeln, Schummeln und Krachern – zum Nationalfeiertag der Confoederatio Helvetica

Vor ungefähr drei Wochen gewann Dick am Thai TV ein Smartphone im Wert von 23‘900 Baht. Der Haken: Das Gerät musste auf Termin in Bangkok abgeholt werden. Sie konnte nicht weg. Sie spielte Arzt, Pflegepersonal, Köchin und Waschfrau. Ein Sohn trat die Reise an, ausgerüstet mit Vollmachten und Dokumenten. Die Organisatoren verschoben den Abholtermin plötzlich um eine Woche. In diesen sieben Tagen verlor das Gerät an Wert. Er erhielt nicht das angekündigte Telefon, sondern ein preisgünstigeres Modell für 17‘000 Baht, wie er ermittelte. Die grosszügigen Spender kassierten zudem fünf Prozent Abgaben!
Für den ersten Preis, zwei Baht Thai-Gold, Baht als Gewichtseinheit zu ungefähr 15 Gramm, verlangten sie vom Preisempfänger zehn Prozent Gebühren.

Telefone dienen hervorragend zur Übermittlung von Nachrichten. Das Problem ist, es werden vor allem Lügen breit gestreut. Auf echte, vertrauenswürdige Informationen wird verzichtet. Es gilt die Regel, je grösser die Lüge, desto hektischer die Verbreitungsrate.
Ein Attentäter in Hinterindien meldete, die Schokoladen der Firma XY enthielten Schweine-Öl! Die Firma erlitt grausame Umsatzeinbrüche, weil die Produkte dadurch nicht mehr Halal waren. Den beinahe finalen Kick erhielt das Unternehmen, als sogar eine von Allah gesegnete Landesregierung die Lügen prüfungslos übernahm.

Vor zwei Wochen zelebrierten Bank- und Staatsangestellte ein langes Wochenende, während dessen echte Arbeiter für bescheidenen Lohn ausgebeutet wurden. Da waren Samstag, Sonntag, den Montag überbrückte man grosszügig, denn am Dienstag war Asalaha Bucha und am Tag darauf war man durch den Buddhist Lent am Arbeiten verhindert.
An Wochenenden besuche ich keine Einkaufszentren. Das sind die neuen Tempel des Landes, in welchen gläubige Eingeborene, sie glauben an die All-Macht des Baht, ihre Opfer bringen.
Am Montag benötigte ich Bargeld. Es gab keine Ausrede. Ich musste den Einkaufstempel besuchen. Eine Grossbank Thailands stattet ihre Bankkarten aus Sicherheitsgründen nicht nur mit Magnetstreifen, sondern neu mit Chips aus. Weil sämtliche Geldautomaten der Konkurrenz Karten mit Chips nicht lesen können, kann ich Geld nur mit Maschinen der betreffenden Bank abheben.
Sämtliche Parkplätze waren besetzt. Die Thai besuchten bloss Imbissbuden und Fresslokale. Bankgeschäfte und Einkäufe liessen sich problemlos erledigen.
Als ich die Moneten in der Tasche hatte, benötigten wir Lebensmittel. Was sah mein Glasauge, respektive das Auge durch mein Brillen-Glas im Regal? Mexikanische Nacho Barbeque Chips „EL SABOR“. Als ich bemerkte, das Zeug stammt aus Griechenland, der Mais aus Frankreich und Italien, verfeinert mit viel gesundem Glutamat und sogar Silizium-Dioxyd, wollte ich verzichten. Dick ermunterte mich, trotzdem eine Tüte Cracker zu behändigen. Sie sagte überzeugend, Silizium ist auch in Smartphones enthalten.
Sämtliche importierte Güter haben einen Kleber. Er erklärt auf Thai die Eigenschaften der Produkte. Prozentrechnen ist schwer. Vergleichen sie die Angaben für Kohlenhydrat. BBQ

Dienstag und Mittwoch wurde wieder in den Waren-Tempeln gehuldigt. Freie Parkplätze dagegen gab es bei den Gelbröcken genügend. Noch am Freitag und Samstag zeigten viele Autos in Chiang Mai Nummernschilder aus Bangkok. Das ist gelebte Spiritualität mit Alkoholverbot!

Gestern erhielt Dick auf ihrem Smartphone Filme. Sie zeigten, dass Cracker einer Firma aus Malaysia Plastik enthält und deshalb brennbar sind. Der Hersteller sollte offenbar aus dem umkämpften Markt ausgeschaltet werden, denn sämtliche Cracker aus Weizenmehl mit einer Spur Öl oder Margarine, brennen in trockenem Zustand. Feuchtnasse Zigaretten mit oder ohne Warnung, lassen sich dagegen nur schlecht anzünden.

Wie wir feststellten, brennt sogar gekochter Reis. Dick erhielt von einem namhaften Kosmetik-Hersteller als teures Werbegeschenk Chromstalpfannen aus Korea.
Die Ware wurde an eine Freundin gesandt. Dieser Frau gefielen die hervorragend verarbeiteten, polierten Töpfe. Ohne weitere Nachfrage benutzte sie das fremde Eigentum.
Als wir von Satun zurückkamen, rückte die „Freundin“ einen Teil der Pfannen heraus.
Darunter war ein Dampfkochtopf, der es erlaubte, Speisen wie Dumplings, Dim Sum, zu garen. Der Einsatz des Topfes fehlte. Dick besuchte die feine Dame erneut.
Diese kam ins Stottern und erklärte ohne zu erröten, beim Dämpfen sei ihr Reis leider angebrannt!!! Sie übergab Dick den Einsatz mit verkohltem Reis. Es dauerte drei Tage, um den Kohlenstoff restlos zu entfernen. Dick hat einen Topf mehr und eine Freundin weniger.

http://www.freemalaysiatoday.com/category/nation/2016/07/30/hup-seng-defends-ping-pong-crackers-against-video-claim/

Reis – die Verarbeitung

Nach dem Schnitt des Reises wird er gedroschen. Die Deckspelzen bleiben am Reiskorn. Die Körner werden auf einen Wassergehalt von 14 bis 16 Prozent getrocknet. Dieses Zwischenprodukt wird Roh-Reis oder Paddy genannt.

In Reismühlen werden die Spelzen entfernt. Sie machen einen Fünftel des ursprünglichen Gewichts aus. Die eigentliche Reisfrucht besteht aus Mehlkörper, Keimling und umgebendem Silberhäutchen. Dieser Reis wird geschälter Reis, brauner Reis oder auch Cargo-Reis genannt, weil der Reis meist in dieser Form exportiert wird. Als Natur- oder Vollkorn-Reis kommt er teilweise zum Verbrauch in den Handel.

Durch Schleifen werden die Silberhäutchen vom Korn entfernt. Das Produkt wird danach geschliffener oder weisser Reis bezeichnet. Er ist haltbarer als der fetthaltigere geschälte Reis, verlor aber leider den größten Teil der Mineralstoffe und Vitamine.
Der nach dem Schleifen rauhe, viel Stärke abgebende, klebrig kochende Reis wird durch Polieren geglättet. Dies geschieht trocken – oder mit Wasser – durch Reibung der Reiskörner aneinander. Das Ergebnis ist polierter Reis.

Um Vitamin- und Mineralstoffverluste zu verhindern, wird Roh-Reis zunächst kurz in Wasser eingeweicht und anschliessend mit Heissdampf behandelt, wodurch die sich lösenden Inhaltsstoffe nach innen in den Mehlkörper diffundieren.
Nach dem Trocknen wird der Reis bis zum Polieren weiterverarbeitet. Im so hergestellten Parboiled-Reis, von partially boiled, teilgegartem Reis, bleiben etwa 80 Prozent der Vitamine und Mineralstoffe des gewöhnlichen geschälten Reises erhalten. Schnellkochender Reis ist vorgekochter und wieder getrockneter Reis.

Bei der Lagerung kann der Reis von Reiskäfern, Sitophilus oryzae, befallen werden. Sie gehören zur Familie der Rüsselkäfer. Die Larven der Käfer wachsen in den Reiskörnern heran und fressen sie von innen auf. Die Käfer vermehren sich ebenfalls im verpackten Reis weiter.
Bei Rüsselkäferbefall befinden sich nicht nur die ausgewachsenen Käfer im Reis. Es gibt Reiskörner mit punktförmigen Frassspuren und von innen ausgehöhlte Körner. Dadurch wird der Befall mit anderen Schädlingen und Mikroben möglich. In Japan wird empfohlen, befallenen Reis aus hygienischen Gründen zu vernichten. fastfood
Anbaugebiete

China, Indien und weitere Länder Südostasiens – sind die Hauptanbaugebiete für Reis. Bedeutende Reisproduzenten arbeiten in den USA und in Norditalien (Poebene).
Im Nordosten des Piemont in den Provinzen Biella und Vercelli, mit geschützten Ursprungsbezeichnungen, gedeiht der „Riso di Barraggia Biellese e Vercellese“.

Reis wird ebenfalls im Maggia-Delta und in der Magadinoebene, Locarno und Umgebung, in der Schweiz angebaut. Dieser Trockenreis ist der am nördlichsten wachsende Reis der Welt. Wann wird die Schweiz neben Uhren Reis nach Thailand exportieren?
Weitere europäische Reiserzeuger sind Portugal, Spanien und Frankreich.

Einige wenige Reissorten – weltweit gibt es über 100.000 !

Arborio ist eine Sorte, die vor allem in der Po-Ebene Italiens angebaut wird. Sie zeichnet sich durch ein kurzes, gedrungenes, ovales Korn aus. Sie wird vorzugsweise in Risotto verwendet.

Basmati bedeutet auf Hindi „Duft“. Es handelt sich um einen besonders aromatischen, langkörnigen Reis. Er stammt ursprünglich aus Afghanistan. Er wird am Fuss des Himalaya angebaut und ist die typische Begleitung zu einer Vielzahl von orientalischen Gerichten.
Von den vermarkteten Basmati-Sorten sind lediglich 15 von den indischen und pakistanischen Behörden nach dem Code of Practice on Basmati zugelassen. Sie dürften maximal 7 Prozent Fremdreis enthalten. Die Basmati-Körner müssen mindestens 6,5 Millimeter lang sein.

Der Jasmin-Reis, Duftreis oder Siam-Reis, ist eine ausgezeichnete Qualität. Jasmin-Reis wird hauptsächlich im Norden Thailands, in Laos, Vietnam und Italien angepflanzt. Man nennt ihn Duftreis, weil er beim Kochen angenehm nach Jasmin riecht, und im Gegensatz zu vielen anderen Sorten, durch spezielle Anbaumethoden ein wenig Eigengeschmack hat. Beim Reis aus Thailand ist die Golden – beziehungsweise die AAA-Qualität – die beste und teuerste. Der Bruchreis mit beschädigten Körnern, d.h. gebrochener Reis, ist eine preisgünstigere, schlechtere Qualität.

Durch Kenntnisse über Reis, Anbaugebiete und Sorten, wird die Auswahl nicht einfacher. Wir hatten schlecht lagerbaren, verkäferten Reis aus eigenem Anbau.
Bereits beim Kochen kann man dem Reis persönliche Noten geben. Anstelle von Salz verwenden wir manchmal Bouillon. Eine gehackte Tomate, gelbes Kurkuma-Pulver, Gewürznelken, oder zerkleinertes Grünzeug bringen neue Geschmacksrichtungen und frische Farben ins Gericht.
Am Schluss des Kochvorgangs verzaubern ein Stücklein Butter, vielleicht ein Spritzer Weisswein oder Reiswein wie Shao Xing die Speise. Sie machen damit aus einem einfachen Reis ein Gourmet-Essen.

Die wenigsten Thais können Reis in einem üblichen Kochtopf zubereiten. Sie alle besitzen Reiskocher oder kaufen gekochten Reis in Beuteln an den belebten Strassen. Die Aromen sind Diesel, Moped oder Tuk-tuk.

Schweine und Weine

Chiang Mai hat einige Vor- und Nachteile. Anfänglich litten wir unter der ungewohnten Hitze. Gegenwärtig huste ich täglich. Die Luftverschmutzung ist reizend, um das ungelöste Umweltproblem poetisch zu formulieren. Steckt die brandstiftenden Schurken und Wild-Frevler endlich hinter Gitter! In Nan sind 28 Prozent der Wälder durch Feuer vernichtet. Der Rest soll angeblich nicht kräftig genug sein, um Dürren, Überschwemmungen oder auch Erdrutschen entgegenwirken zu können. (1) Die Luft wird zusätzlich durch nicht gewartete Diesel-Motoren belastet.

In Satun gibt es Salami von TGM aus Bangkok. Eine Wurst wiegt auf das Gramm genau ein Kilogramm und wird angepriesen als „ Deutsches Original Rezept“. Verluste beim Reifen sind in Bangkok offenbar kalkulierbar. Vielleicht verzichtet man ganz einfach darauf. Das senkt die Produktionskosten wesentlich. Wein oder Pfefferkörner finden als exotische Zutaten kaum Verwendung. Meine Leibspeise ist diese Wurst bestimmt nicht. Es fällt mir leicht, darauf zu verzichten.

Käse in Satun stammt hauptsächlich aus Fabriken in Australien, Dänemark, und Neuseeland. Diese Länder produzieren sogar Emmentaler. (Gefälschter?) Parmesan wird aus Amerika nach Satun importiert. (2)
Anders ist die Versorgung in Chiang Mai. Hier gibt es aus Italien importierte Leckereien. Dazu gehören Käse, Schinken und Speck aus Parma, Käse aus Ziegen- und Schafsmilch und Gorgonzola.
Schinken und Würste gibt es ebenfalls aus Spanien und Deutschland. Verglichen mit den halal Angeboten des Südens herrscht hier eine riesige Schweinerei.

Hie und da findet man einen echten Wein – nicht das billige, gepanschte thailändische Kopfwehzeugs, bestehend aus importiertem Traubensaftkonzentrat, Alkohol und hauptsächlich Wasser.
Sauber gefälschte Produkte, zumindest die Etiketten sehen täuschend echt aus, stammen aus China.

Zur Charcuterie und dem Wein gibt es Brot aus einem breiten Angebot. Trotzdem vermisse ich unsere eigenen Kreationen mit dem feinen Hefearoma. (3) Beigaben von Milch und Butter ersetzen Wasser und Margarine.

Der Koriander des Nordens duftet. Im Süden ist es bloss grünes Kraut. Dafür stinken die Hühner-Eier in Satun nicht nach Fisch, wie hier.
Gestern fand Dick in einem Dorf an den Hügeln Früchte. Sie sehen aus wie Aprikosen, schmecken jedoch wie Pfirsich.
Grossartig hier ist der Garten mit der Vielfalt an Bäumen. Da sollten wir bei der Abreise einige Quadratmeter, oder sind es Kubikmeter, einpacken. Garten CNX

(1) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/74508
(2) http://www.forbes.com/sites/larryolmsted/2012/11/19/the-dark-side-of-parmesan-cheese-what-you-dont-know-might-hurt-you/#220089b271be
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Aufschnitt