Brunei Darussalam

Das Sultanat Brunei Darussalam ist ein Staat auf der Insel Borneo. Übersetzt bedeutet der arabische Begriff Darussalam „Ort des Friedens“. Das heutige Staatsgebiet von Brunei stellt den kümmerlichen Rest eines riesigen Sultanates dar. Zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert gehörte die komplette Nordküste in den Herrschaftsbereich der Sultane von Brunei. Im 16. Jahrhundert besass Sultan Bolkiah angeblich auch den Sulu-Archipel und Palawan.
1839 hatte Sultan Omar Ali Saiffudin, Probleme mit aufständischen Bidayuh. James Brooke, einst Haudegen und Kommandant einer Kavallerieeinheit der Ostindien-Kompanie, kaufte nach dem Tod seines Vaters für 30‘ 000 Pfund den bewaffneten Schoner ‚The Royalist‘.
Der bedrängte Sultan bat den unternehmungsfreudigen Engländer um Beistand. Brooke zeigte den Häuptlingen der rebellierenden Stämme die Feuerkraft seines Schiffes. Diese Demonstration genügte zu einem Friedensschluss am Sarawak River.
Der Sultan ernannte ihn dafür am 24. September 1841 als Raja zu seinem Lehnsmann und gab ihm ein einen Teil des heutigen Sarawak zur persönlichen Verwaltung. Dafür bezahlte Brooke, genannt der weisse Raja, dem Sultan jährlich 500 Pfund. James Brooke löste seinen Herrschaftsbereich im Laufe der Zeit aus der Hoheit des Sultans.

1865 handelte der amerikanische Konsul in Brunei, Charles Lee Moses, einen auf zehn Jahre angelegten Pachtvertrag für Gebiete in Nordborneo mit dem Sultan von Brunei aus. Die Vereinigten Staaten zeigten nach dem Sezessionskrieg wenig Interesse an asiatischen Kolonien. Moses verkaufte das Papier an die American Trading Company of Borneo mit Sitz in Hongkong.
Noch vor Ablauf des Pachtvertrags im Januar 1875 verkaufte Torrey, seine Rechte an Nordborneo an den Konsul von Österreich-Ungarn in Hongkong, den deutschstämmigen Gustav Overbeck. Der alte Sultan wollte den Pachtvertrag nicht verlängern und lehnte Verhandlungen ab. Torrey und Overbeck traten daraufhin in Unterhandlungen mit dem Temenggong, einem Prinzen und zukünftigen Erben des Sultans.
Er verlängerte den Pachtvertrag für 1000 Straits Dollar um zehn Jahre. Overbeck hatte nun einen Vertrag, der vom Sultan nicht gegengezeichnet war. Nach Expertise des Gouverneurs von Labuan, Sir Hugh Low, war das Papier wertlos.
Dennoch gelang es der neu gegründeten North Borneo Chartered Company von den Eigentümern in Brunei weitere Gebiete zu pachten. Am 29. Dezember 1877 unterzeichnete Sultan Abdul Mumin mit der britischen North Borneo Chartered Company eine Konzession für 15.000 Straits Dollar und überließ der Handelsgesellschaft das heutige Sabah.Brunei551
Bandar Seri Begawan heisst: ‘Hafen des verehrten Herrschers‘, übersetzt aus dem Persischen Bandar, gleich Hafen – und Sanskrit, ‘Shri Bhagwan‘ verehrter Herrscher. Bandar Seri Begawan ist die Hauptstadt von Brunei Darussalam und hat ungefähr 33‘000 Einwohner.
Bandar Seri Begawan ist viel mehr Gartenstadt als Singapur mit seiner dichten Besiedelung und all den Hochhäusern. Wir waren überrascht von der Exotik der Stadt.
Das Leben ist noch nicht von westlicher Hektik geprägt. Die Einwohner sind ungewohnt freundlich und haben immer Zeit für ein Gespräch. Oft hören wir als Gruss:
„Willkommen in Brunei“.
Das Essen ist überdurchschnittlich gut. Was uns fehlt, ist ein Schluck Wein zu den liebevoll zubereiteten Plättchen im Grossformat. Der Genuss von Alkohol, Arak Megandung, ist für Muslims verboten, für Ausländer streng reglementiert.

Seine königliche Hoheit, Sultan Haji Hassanal Bolkiah Mu’izzaddin Waddaulah, ist Premier Minister, Verteidigungs- und Finanzminister. Weil er so viele Ämter leitet, besitzt er einen Wagenpark, der siebenhundert Fahrzeuge umfassen soll.
Dank Öl- und Gasvorkommen bezahlen die Einwohner wenig Steuern. Schul- und Gesundheitswesen sind abgabefrei.

Trotz oder wegen des trockenen Klimas heisst ein Restaurant des Hotels Tasek-Brasserie. Dort gibt es auf Verlangen alkoholfreies Bier aus Holland, mit dem schönen Namen Bavaria, zu umgerechnet zweihundert Baht.

(t) http://de.wikipedia.org/wiki/North_Borneo
(t) http://de.wikipedia.org/wiki/Brunei
(t) http://de.wikipedia.org/wiki/James_Brooke
Leider fehlt die Erlaubnis des Verlages, eine Liste der Sultane seit 1363 zu publizieren. Mein Link zum ‘Borneo Bulletin Yearbook 2013‘ dient dem Zweck:
(l) http://www.borneobulletinyearbook.com.bn/e-bbyb2013/index.html#/60/
Weitere Bilder:
(b) https://hinterindien.com/augenblicke-in-borneo/

Gedenktafeln auf Labuan, Malaysia

Der Beitrag ‚Die Biergarteninsel‘ war weder überheblich, noch respektlos, bloss ein erster, oberflächlicher Eindruck. Bier gibt es, Biergärten trotz des durst-fördernden Wetters nicht. Wir erkundeten Labuan besser.

Im Schatten vier riesiger Bäume vor dem Museum, eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes  Labuans, sass ein Fremder. Die Bäume wurden 1953 anlässlich des Besuches der englischen Königin gepflanzt. Stechmücken belästigten den Gast. Er las mehrere, in Stein gemeisselte und in Bronze gegossene Inschriften. Sie widersprachen sich teilweise in den Aussagen. Grossmachtpolitik vergangener Jahrhunderte machten den Neugierigen nachdenklich.
Dieser kleine Platz verdeutlichte Einflüsse gewinnorientierten Machtstrebens. Tausende von Menschen verloren für diesen Flecken und die nähere Umgebung ihr Leben. Allein Labuans Soldatenfriedhof des Krieges (1945), hat über 3900 gepflegte, bedrückend beeindruckende Gräber.

Zitat Wikipedia:
“Am 24. Dezember 1846 trat der Sultan von Brunei, Sultan Omar Ali Saiffudin II, auf Betreiben von James Brooke, die ehemalige Pirateninsel an die Briten ab.“ (3)
Auf dem Gedenkstein vor dem Museum liest sich die Geschichte weit trockener:
This Island was taken possession on December 24. 1846 in the name of her Majesty Victoria, Queen of Great Britain and Ireland
under the direction of his Excellency rear admiral Sir Thomas Cochrane CB, Commander in chief, by Captain G.R. Mundy, commanding.

Diese Insel wurde am 24. Dezember 1846 im Namen ihrer Majestät VICTORIA, Königin von Gross Britannien und Irland, in Besitz genommen.
Die Leitung hatten seine Exzellenz, Gross Admiral Sir Thomas Cochrane CB, Oberbefehlshaber und Kapitän G.R. Mundy, Ausführender.

Das tönt nicht sehr nach Büro und Verhandlungen, sondern eher nach Militär und Kanonen. Wenn man weiss, wie unzimperlich die Marine damals die Mehrzahl ihrer Seeleute anheuerte, kann man sich vorstellen, dass diese Seereisen für schlecht bezahlte Mannschaften alles andere als Abenteuer und Vergnügen waren. Viele von ihnen sahen ihre Heimat nie wieder.
Heutige Söldner in Labuan werden bestens honoriert. Sie benutzen weder Degen, Flinten, Kartätschen, noch Vorderlader. (1) Sie fliegen Business-Klasse und tragen bunte Overalls mit Aufschriften wie Petronas, Schlumberger und Halliburton. (2) Letztere salbungs- und öltechnischen Missionare waren und sind auch im Irak tätig. Einer der Hohepriester und Kassierer der umtriebigen Gesellschaft war Dick Cheney, Sekretär im Verteidigungsministerium von Präsident Bush.Highness22

Auf einem mit Flechten überwachsenen, sargähnlichen Monument stand eine Bronzetafel:
“This Memorial commemorates
General Maida
Commander in Chief of the wartime Japanese forces in British Borneo
who was killed in an aircrash at Bintulu
on 5th of September 1942
when en route to Labuan
to open the airfield here. …”

Diese Stätte erinnert an General Maida, Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte in Britisch Borneo. Er starb bei einem Flugunfall in Bintulu am 5. September 1942, auf dem Weg nach Labuan, um hier die Fliegerbasis zu eröffnen. Weiter war zu lesen:
“Am 9. Dezember 1942 wurde Labuan auf Verordnung der japanischen Regierung in Insel Maida umbenannt.
Dieses Denkmal wurde auf Befehl des Generals Tojo, (damals Ministerpräsident Japans) errichtet. Er reiste im July 1943 durch Labuan.“

Dann folgte ein SMS in Bronze und Stein der Australischen Armee:

This memorial commemorates
the landing of units of the 9th division Australian imperial forces
on the 10th June 1945, which led to the liberation of
Labuan and British Borneo from the Japanese.

Wikipedia sagt dazu: (3)
Die Befreiung von Borneo begann am 10. Juni 1945 mit der Landung von 100 Schiffen der alliierten Streitkräfte unter General Douglas MacArthur auf Labuan und Brunei. Der Angriff der 9. Australischen Division wurde durch massive Bombardierungen aus der Luft und von See unterstützt und endete mit der Kapitulation der Japanischen 37. Armee am 9. September 1945

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kart%C3%A4tschgesch%C3%BCtz
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Halliburton
http://www.halliburton.com/
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Labuan

Ein Film (2009, 47 Minuten) zeigt eine umstrittene Kriegsepisode auf Borneo:
Kopfjäger im Zweiten Weltkrieg