Thailands verheissungsvolle, bahnbrechende Zukunft

Ein heisses Land in einer heissen Zeit. Da ist es nie zu spät für Bierpreis und allgemeine Alkohol-Steuer-Erhöhungen.
Die Regierung investiert viel und benötigt Geld. Der Schutz der Monarchie, inbegriffen der Bevölkerung, wird intensiviert mit U-Booten, Helikoptern, Flugzeugen und Panzern. Schiffe mit Lenkwaffen könnten feindliche Einheiten in Entfernungen von über zweihundert Kilometern beschiessen. Die lückenlose Überwachung des Internets benötigt viel geschultes Personal und modernste Technik.
Zitronen gibt es kaum genug zum Quetschen. Da hält man sich besser an die Leute. Saurer, sogar vitaminreicher Saft hilft wenig. Billionen Baht sind besser.
Eine Idee war, die Gebühren für Abfälle um das Elffache zu erhöhen. Ich befürchte leider, dass dann der Kehricht wieder in Nachbars Garten, im Dschungel, in Flüssen und Seen landet oder mühsam von den Meeresstränden gesammelt wird. Jede Nacht beleuchten dann – wie einst – Millionen Feuerchen mit stinkendem Qualm Hütten, Palmen und Tempel.
Vor ungefähr zehn Jahren wurde der Kehricht, trotz bezahlter Gebühren, im Dorf plötzlich nicht mehr abgeholt. Die Lastkraftwagen reisten damals von Chiang Mai ins Gebiet von Lampang. Sie schmissen den stinkenden Müll in den Dschungel. Das funktionierte, bis sie von wütenden Einheimischen mit Schrotflinten begrüsst wurden.

Weiter denkt man an eine progressive Zuckersteuer in Getränken, mit dem richtigen Argument, Zucker sei ungesund. Suppen, Gemüse und andere Speisen dürfen weiter abgabefrei gezuckert werden. Warum nicht eine generelle Zuckersteuer erheben? Sie wäre bei höheren Erträgen weit weniger personalintensiv.

Die Zeitungen, Bangkok Post und Khaosod, sehen die Aktionen aus ihren Blickwinkeln:
Die Konsumenten zahlen für die Sünden der Regierung (1)
Ist diese Regierung kaputt und schöpft einen neuen „Sündensteuer“-Plan, damit angeblich sündige Konsumenten mehr bezahlen? Ich besprach diese Spekulation mit einem Freund. Am Samstag werden neue Verbrauchsteuersätze wirksam und Preiserhöhungen auf Alkohol, Zigaretten und Kaffee stehen bevor. Die Verbraucher sind gezwungen, die Last von immer teurerem Bier, Wein, Schnaps und Zigaretten zu tragen.
Laut Forbes Thailand Magazin gibt es erhebliche Erhöhungen der Lizenzgebühren. Beispielsweise wird die Alkohol-Herstellungsgebühr von 5.000 Baht auf 300.000 Baht pro Jahr angehoben.
Ein Produzent, der 30 Millionen Flaschen im Jahr abfüllt, zahlt umgerechnet auf die Flasche 0.01 Baht. Ganz anders trifft es die Detailhändler. Für den Einzelhandel wird die Lizenzgebühr von 2.000 Baht auf 50.000 Baht erhöht. Wenn der Umsatz bloss 10‘000 Flaschen beträgt, ergibt das pro Flasche fünf Baht, die vom Gewinn verlorengehen … oder der Kunde bezahlt.

Nach kurzem Schnuppern in den Preislisten bemerkte ich, dass wiederum beim echten Wein am kräftigsten abgesahnt wird. Daraus ergibt sich, dass nicht hochprozentige destillierte und gebrannte Wasser, sondern natürlich fermentierte Traubensäfte die aggressivsten Feinde von Hirn und Leber der hochsensiblen Bevölkerung Hinterindiens sind.
Billigst “Weine“, gepanscht im Grossraum Bangkok, aus importiertem Traubenkonzentrat, lokalem Ethanol und Wasser, gelten als einheimische Erzeugnisse.

Werte Geldbeschaffer: Sofern ihr wirklich unerschöpfliche Mengen Geld benötigt, verdoppelt endlich die Treibstoff-Preise. Vielleicht würden dann einige Dieselbesitzer ihre ungewarteten Stinker nicht nur währen der Nacht abstellen, sondern die Luftbelastung mit Schadstoffen könnte mindestens in Chiang Mai, eventuell sogar landesweit, verringert werden.

Die Staatsbahnen planen mit Unterstützung von Japan, 2023 die 193 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Strecke von Bangkok (Don Mueang, Suvarnabhumi, U-Tapao) nach Rayong in Betrieb zu nehmen. Der Grundpreis sollte zwanzig Baht plus 1.80 Baht pro Kilometer betragen. (2)
Die Japaner möchten ebenfalls eine schnelle Strecke von Bangkok nach Chiang Mai errichten.
Gleichzeitig wird in Zusammenarbeit mit China an der Strecke von Nong Khai nach Bangkok gearbeitet.

(2) http://www.bangkokpost.com/news/general/1317747/rapid-rail-link-to-rayong-set-for-2023
(1) http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1323951/consumers-made-to-pay-for-government-sins

Vergiftete Düfte und Träume

Warum verbrennt Low Zigaretten anstatt Räucherstäbchen? Beide Duftspender erzeugen Feinstaub. Zigaretten enthalten vorwiegend Tabak. Preisgünstige Räucherstäbchen in Thailand haben einen gefärbten, brennbaren Träger. Das duftspendende Material enthält Holzpulver, synthetische oder natürliche Glimmstoffe, Öle und Kleber. Räuchern von losem Räucherwerk auf Holzkohle oder Sieben ist aufwendig. Stäbchen sind einfacher anzuwenden. rattanakosin
Indische Räucherstäbchen werden durch Auftragen einer Paste aus Holzpulver, Harzen, Kräutern, Ölen, Wasser und Räucherwerk auf dünne Holzstäbe hergestellt. Preiswerte Räucherstäbchen enthalten synthetische Geruchsstoffe wie Moschus-Ambrette-Verbindungen. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit ist nicht gesichert.

Die chinesischen Stäbchen werden oft „joss-sticks“ genannt. Es sind Glücks- und Schickssalsstäbchen. Sie dienen dazu, die Götter berechnenderweise gnädig zu stimmen.

Japanische Räucherstäbchen enthalten keine Trägerhölzchen. Die aus Wasser, Holzpulver und Duftstoffen hergestellte Paste, wird durch Düsen gepresst, geschnitten und getrocknet. Hochwertige Räucherstäbchen enthalten bis 20 Komponenten. Sie reifen mehrere Jahre lang.

Seit dem 7. Jahrhundert werden in Tibet Räucherstäbchen angefertigt. Sie enthalten Kräuter und werden von Hand gerollt. Die handgerollten Produkte ohne Trägerstäbchen sind sie wesentlich dicker und grobkörniger als die japanische Ware.

Der klassische Weihrauch ist das luftgetrocknete, teure Gummiharz, das in Muskat, Dhofar, Oman, aus dem Weihrauchbaum, Boswellia, gewonnen wird.

Das Abbrennen von Räucherstäbchen erhöht den Gehalt an Feinstaub. Krebserregende Stoffe wie Benzol und Formaldehyd werden freigesetzt. Der Rauch von Räucherstäbchen und anderem Räucherwerk kann mehr zellschädigende Substanzen enthalten als Tabakqualm. (2)
Ein im britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist (Nr. 2302, S. 5) veröffentlichter Bericht erwähnte: in einem Tempel in Taiwan, in dem Räucherstäbchen abgebrannt werden, wurde eine 40fach höhere Konzentration krebserregender polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe als in Häusern von Rauchern gemessen. Eine dem Passivrauchen vergleichbare Gefährdung ist durch die Zusammensetzung des Rauches gegeben. Die gemessene Feinstaubbelastung in einer katholischen Kirche in Bayern entsprach der Belastung einer vielbefahrenen Straße oder einer verrauchten Kneipe. Ich will doch unsere Lan Na Hausgeister nicht vergiften!

Nach den Düften zu vergifteten Träumen.
Die Zahl der Crystal-Meth Abhängigen ist in der Stadt Neuenburg, Schweiz, am höchsten. Wie Untersuchungen der Universität Lausanne zeigten, wurden im Abwasser von Neuenburg 33.4 Milligramm gemessen. Zürich rangierte mit 21.8 Milligramm auf Platz zwei. Zürich weist dafür die höchsten Kokain Werte auf.
Ein Grund, warum die Droge im Welschland stark verbreitet ist, dürfte in den zahlreichen Thai Massagesalons zu suchen sein. Sie gelten als Umschlagplätze für die Thai-Pillen aus Metamphetamin. Einen ausführlichen Bericht brachte der Tagesanzeiger. (2)
Im Raum Chiang Mai oder Satun könnte der allgemeine Drogenmissbrauch schlecht nachgewiesen werden, weil es keine Abwassersammler gibt. Die ausgeschiedenen Stoffe gehen direkt in die Natur, sei es Boden oder Gewässer.

(1) http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Raeucherduft_ist_Krebs_erregend1771015585251.html
(2) http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Neuenburg-ist-die-Hauptstadt-der-CrystalMethSuechtigen/story/22425146

Reis – die Verarbeitung

Nach dem Schnitt des Reises wird er gedroschen. Die Deckspelzen bleiben am Reiskorn. Die Körner werden auf einen Wassergehalt von 14 bis 16 Prozent getrocknet. Dieses Zwischenprodukt wird Roh-Reis oder Paddy genannt.

In Reismühlen werden die Spelzen entfernt. Sie machen einen Fünftel des ursprünglichen Gewichts aus. Die eigentliche Reisfrucht besteht aus Mehlkörper, Keimling und umgebendem Silberhäutchen. Dieser Reis wird geschälter Reis, brauner Reis oder auch Cargo-Reis genannt, weil der Reis meist in dieser Form exportiert wird. Als Natur- oder Vollkorn-Reis kommt er teilweise zum Verbrauch in den Handel.

Durch Schleifen werden die Silberhäutchen vom Korn entfernt. Das Produkt wird danach geschliffener oder weisser Reis bezeichnet. Er ist haltbarer als der fetthaltigere geschälte Reis, verlor aber leider den größten Teil der Mineralstoffe und Vitamine.
Der nach dem Schleifen rauhe, viel Stärke abgebende, klebrig kochende Reis wird durch Polieren geglättet. Dies geschieht trocken – oder mit Wasser – durch Reibung der Reiskörner aneinander. Das Ergebnis ist polierter Reis.

Um Vitamin- und Mineralstoffverluste zu verhindern, wird Roh-Reis zunächst kurz in Wasser eingeweicht und anschliessend mit Heissdampf behandelt, wodurch die sich lösenden Inhaltsstoffe nach innen in den Mehlkörper diffundieren.
Nach dem Trocknen wird der Reis bis zum Polieren weiterverarbeitet. Im so hergestellten Parboiled-Reis, von partially boiled, teilgegartem Reis, bleiben etwa 80 Prozent der Vitamine und Mineralstoffe des gewöhnlichen geschälten Reises erhalten. Schnellkochender Reis ist vorgekochter und wieder getrockneter Reis.

Bei der Lagerung kann der Reis von Reiskäfern, Sitophilus oryzae, befallen werden. Sie gehören zur Familie der Rüsselkäfer. Die Larven der Käfer wachsen in den Reiskörnern heran und fressen sie von innen auf. Die Käfer vermehren sich ebenfalls im verpackten Reis weiter.
Bei Rüsselkäferbefall befinden sich nicht nur die ausgewachsenen Käfer im Reis. Es gibt Reiskörner mit punktförmigen Frassspuren und von innen ausgehöhlte Körner. Dadurch wird der Befall mit anderen Schädlingen und Mikroben möglich. In Japan wird empfohlen, befallenen Reis aus hygienischen Gründen zu vernichten. fastfood
Anbaugebiete

China, Indien und weitere Länder Südostasiens – sind die Hauptanbaugebiete für Reis. Bedeutende Reisproduzenten arbeiten in den USA und in Norditalien (Poebene).
Im Nordosten des Piemont in den Provinzen Biella und Vercelli, mit geschützten Ursprungsbezeichnungen, gedeiht der „Riso di Barraggia Biellese e Vercellese“.

Reis wird ebenfalls im Maggia-Delta und in der Magadinoebene, Locarno und Umgebung, in der Schweiz angebaut. Dieser Trockenreis ist der am nördlichsten wachsende Reis der Welt. Wann wird die Schweiz neben Uhren Reis nach Thailand exportieren?
Weitere europäische Reiserzeuger sind Portugal, Spanien und Frankreich.

Einige wenige Reissorten – weltweit gibt es über 100.000 !

Arborio ist eine Sorte, die vor allem in der Po-Ebene Italiens angebaut wird. Sie zeichnet sich durch ein kurzes, gedrungenes, ovales Korn aus. Sie wird vorzugsweise in Risotto verwendet.

Basmati bedeutet auf Hindi „Duft“. Es handelt sich um einen besonders aromatischen, langkörnigen Reis. Er stammt ursprünglich aus Afghanistan. Er wird am Fuss des Himalaya angebaut und ist die typische Begleitung zu einer Vielzahl von orientalischen Gerichten.
Von den vermarkteten Basmati-Sorten sind lediglich 15 von den indischen und pakistanischen Behörden nach dem Code of Practice on Basmati zugelassen. Sie dürften maximal 7 Prozent Fremdreis enthalten. Die Basmati-Körner müssen mindestens 6,5 Millimeter lang sein.

Der Jasmin-Reis, Duftreis oder Siam-Reis, ist eine ausgezeichnete Qualität. Jasmin-Reis wird hauptsächlich im Norden Thailands, in Laos, Vietnam und Italien angepflanzt. Man nennt ihn Duftreis, weil er beim Kochen angenehm nach Jasmin riecht, und im Gegensatz zu vielen anderen Sorten, durch spezielle Anbaumethoden ein wenig Eigengeschmack hat. Beim Reis aus Thailand ist die Golden – beziehungsweise die AAA-Qualität – die beste und teuerste. Der Bruchreis mit beschädigten Körnern, d.h. gebrochener Reis, ist eine preisgünstigere, schlechtere Qualität.

Durch Kenntnisse über Reis, Anbaugebiete und Sorten, wird die Auswahl nicht einfacher. Wir hatten schlecht lagerbaren, verkäferten Reis aus eigenem Anbau.
Bereits beim Kochen kann man dem Reis persönliche Noten geben. Anstelle von Salz verwenden wir manchmal Bouillon. Eine gehackte Tomate, gelbes Kurkuma-Pulver, Gewürznelken, oder zerkleinertes Grünzeug bringen neue Geschmacksrichtungen und frische Farben ins Gericht.
Am Schluss des Kochvorgangs verzaubern ein Stücklein Butter, vielleicht ein Spritzer Weisswein oder Reiswein wie Shao Xing die Speise. Sie machen damit aus einem einfachen Reis ein Gourmet-Essen.

Die wenigsten Thais können Reis in einem üblichen Kochtopf zubereiten. Sie alle besitzen Reiskocher oder kaufen gekochten Reis in Beuteln an den belebten Strassen. Die Aromen sind Diesel, Moped oder Tuk-tuk.

Überbordende Geselligkeit

In Singapur genossen wir unbekannte Cocktails in einer Art Biergarten. Ein heftiger Wind zerrte Blätter von den Bäumen und deponierte sie gefährlich nahe der Getränke.
Neben uns sassen vergnügt vier Touristen aus Japan. Hie und da verlor einer ein unverständliches Wort. Mein Wortschatz beschränkt sich auf Sayonara, Sukiyaki und Toyota. Die restlichen Begleiter antworteten grinsend mit einem kurzen “Ha…“ und beschäftigten sich emsig weiter mit transportabler Elektronik, wie wenn die Geräte in wenigen Minuten eingesammelt und vernichtet würden.
Die Bedienung brachte vier Halbliter Weissbier. So war es wenigstens angeschrieben.
Jeder einzelne am Tisch nahm sein ureigenes Smartphone ans Auge und machte ein Bild versammelter Weiss-Biere in Singapur. Die Telefone wurden noch smarter, weil sie jetzt Bier im Speicher hatten.
Danach schluckten die Japaner etwas Flüssigkeit und versanken nicht nur in Gedanken wieder in den Untiefen des Internet.
Wir waren wahre Exoten im Restaurant, die einzigen Gäste ohne Kommunikations-Elektronik.

*

Die alten Chinesen erfanden den Kompass, das Porzellan, die Druckkunst und das Schiesspulver. Heutige kommunistische Chinesen lassen sich durch blutsaugende Kapitalisten ausbeuten und bauen für den Rest der Welt billig teure intelligente Mobiltelefone. Die Folge ist: in Kneipen und Biergärten herrscht nur noch Geflüster, es sei denn, ein Chinese kommuniziert lautstark mit dem weit entfernten China!

*

Ich machte kein Foto der Japaner. Eine eindrückliche Handy-Werbung ging von Wien aus um die Welt. In seiner Loge hielt Opern-Ball Mörtel ein Telefon am Ohr. Gleichzeitig befingerten geliehene Gespielinnen – gerissene Gunstgewerblerinnen, gelangweilt gediegene Smartphones.

(b) http://www.blick.ch/people-tv/bellers-am-ball-der-eitelkeiten-id2706508.html
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Die teuerste Telefonzelle der Welt: Kim Kardashian (r.) und ihre Mama Kris Jenner (l.) mit Richard Lugner. ORF

Gedenktafeln auf Labuan, Malaysia

Der Beitrag ‚Die Biergarteninsel‘ war weder überheblich, noch respektlos, bloss ein erster, oberflächlicher Eindruck. Bier gibt es, Biergärten trotz des durst-fördernden Wetters nicht. Wir erkundeten Labuan besser.

Im Schatten vier riesiger Bäume vor dem Museum, eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes  Labuans, sass ein Fremder. Die Bäume wurden 1953 anlässlich des Besuches der englischen Königin gepflanzt. Stechmücken belästigten den Gast. Er las mehrere, in Stein gemeisselte und in Bronze gegossene Inschriften. Sie widersprachen sich teilweise in den Aussagen. Grossmachtpolitik vergangener Jahrhunderte machten den Neugierigen nachdenklich.
Dieser kleine Platz verdeutlichte Einflüsse gewinnorientierten Machtstrebens. Tausende von Menschen verloren für diesen Flecken und die nähere Umgebung ihr Leben. Allein Labuans Soldatenfriedhof des Krieges (1945), hat über 3900 gepflegte, bedrückend beeindruckende Gräber.

Zitat Wikipedia:
“Am 24. Dezember 1846 trat der Sultan von Brunei, Sultan Omar Ali Saiffudin II, auf Betreiben von James Brooke, die ehemalige Pirateninsel an die Briten ab.“ (3)
Auf dem Gedenkstein vor dem Museum liest sich die Geschichte weit trockener:
This Island was taken possession on December 24. 1846 in the name of her Majesty Victoria, Queen of Great Britain and Ireland
under the direction of his Excellency rear admiral Sir Thomas Cochrane CB, Commander in chief, by Captain G.R. Mundy, commanding.

Diese Insel wurde am 24. Dezember 1846 im Namen ihrer Majestät VICTORIA, Königin von Gross Britannien und Irland, in Besitz genommen.
Die Leitung hatten seine Exzellenz, Gross Admiral Sir Thomas Cochrane CB, Oberbefehlshaber und Kapitän G.R. Mundy, Ausführender.

Das tönt nicht sehr nach Büro und Verhandlungen, sondern eher nach Militär und Kanonen. Wenn man weiss, wie unzimperlich die Marine damals die Mehrzahl ihrer Seeleute anheuerte, kann man sich vorstellen, dass diese Seereisen für schlecht bezahlte Mannschaften alles andere als Abenteuer und Vergnügen waren. Viele von ihnen sahen ihre Heimat nie wieder.
Heutige Söldner in Labuan werden bestens honoriert. Sie benutzen weder Degen, Flinten, Kartätschen, noch Vorderlader. (1) Sie fliegen Business-Klasse und tragen bunte Overalls mit Aufschriften wie Petronas, Schlumberger und Halliburton. (2) Letztere salbungs- und öltechnischen Missionare waren und sind auch im Irak tätig. Einer der Hohepriester und Kassierer der umtriebigen Gesellschaft war Dick Cheney, Sekretär im Verteidigungsministerium von Präsident Bush.Highness22

Auf einem mit Flechten überwachsenen, sargähnlichen Monument stand eine Bronzetafel:
“This Memorial commemorates
General Maida
Commander in Chief of the wartime Japanese forces in British Borneo
who was killed in an aircrash at Bintulu
on 5th of September 1942
when en route to Labuan
to open the airfield here. …”

Diese Stätte erinnert an General Maida, Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte in Britisch Borneo. Er starb bei einem Flugunfall in Bintulu am 5. September 1942, auf dem Weg nach Labuan, um hier die Fliegerbasis zu eröffnen. Weiter war zu lesen:
“Am 9. Dezember 1942 wurde Labuan auf Verordnung der japanischen Regierung in Insel Maida umbenannt.
Dieses Denkmal wurde auf Befehl des Generals Tojo, (damals Ministerpräsident Japans) errichtet. Er reiste im July 1943 durch Labuan.“

Dann folgte ein SMS in Bronze und Stein der Australischen Armee:

This memorial commemorates
the landing of units of the 9th division Australian imperial forces
on the 10th June 1945, which led to the liberation of
Labuan and British Borneo from the Japanese.

Wikipedia sagt dazu: (3)
Die Befreiung von Borneo begann am 10. Juni 1945 mit der Landung von 100 Schiffen der alliierten Streitkräfte unter General Douglas MacArthur auf Labuan und Brunei. Der Angriff der 9. Australischen Division wurde durch massive Bombardierungen aus der Luft und von See unterstützt und endete mit der Kapitulation der Japanischen 37. Armee am 9. September 1945

(1)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kart%C3%A4tschgesch%C3%BCtz
(2)
http://de.wikipedia.org/wiki/Halliburton
http://www.halliburton.com/
(3)
http://de.wikipedia.org/wiki/Labuan

Ein Film (2009, 47 Minuten) zeigt eine umstrittene Kriegsepisode auf Borneo:
Kopfjäger im Zweiten Weltkrieg

Tenkawa

Bereits vergessen?

Am 11. März 2011 verwüstete ein Tsunami einen Teil Japans. Am Sonntag,17. März 2013 fand in Chiang Mai eine kleine Gedenkfeier statt.
Eine Japanerin begrüsste mit einem scheuen, akzentreichen ‚Sawas dee kha‘ die Gäste und verteilte japanisches Essen. Wie bei allen hinterindischen Anlässen, gab es genügend Imbissbuden. Für das leibliche Wohl verblieb leider keine Zeit. Schon marschierten Mönche auf die Bühne.

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D9554
D9633

Ältere japanische Jahresaufenthalter aus Chiang Mai schätzten die Feier im exotischen Thailand. Einige verloren damals Freunde und Angehörige.
Das war ein grossartiger Freundschaftsbeweis und erstklassige Werbung für Thailand – mit der Abwesenden: TAT, Tourism Authority of Thailand. Mit dem Riesen-Budget der Regierung können sie sich auf ewig in ihren Sesseln ausruhen.

In einigen Tempeln bröckelt der Putz hörbar

Religiöse Themen sind an sich heikel. Noch brisanter werden sie, wenn bekannte Namen beteiligt sind.

Der landesflüchtige, ehemalige Premierminister Thaksin Shinawatra, 26/07/1949, hat einen jüngeren Bruder, Payap. Payap trat am 10. Februar 2013 in Indien als Mönch in den buddhistischen Mahabodhi Tempel, in Bodhgaya ein. Bodhgaya, wörtlich „Ort der Erleuchtung“, ist  eine kleine Stadt. Sie liegt 96 km von Patna entfernt im nordostdindischen Bundesstaat Bihar. In der Antike hieß die Stadt Uruvela in Pali, oder in Sanskrit Urubilva.
Siddhartha Gautama erlangte dort um das Jahr 534 v. Chr. unter einer Pappel-Feige, einem Bodhi-Baum, die Erleuchtung. Wissenschaftler streiten sich, ob es an einem Freitag, oder an einem Montag war. In Bodhgaya steht seit ungefähr 2270 Jahren eine der heiligsten Stätten des Buddhismus, der Mahabodhi-Tempel (1).
Bodhgaya ist seit 1953 ein internationales buddhistisches Pilgerzentrum. Buddhisten aus Bangladesch, Bhutan, Burma, China, Japan, Korea, Sri Lanka, Taiwan, Thailand, Tibet und Vietnam errichteten dort bisher 45 Klöster und Tempel.
Die japanische Daijokyo Vereinigung baute unter Mitwirkung von 120‘000 Steinmetzen einen 25 Meter hohen Buddha. Wat Pa Thai Bharat ist Thailands prachtvoller Tempel, wo mindestens während Kathina Chivara Dana auf den Böden, zwecks Förderung von Tinea pedis, Fusspilz, kostbare, handgeknüpfte Seidenteppiche ausgelegt sind.lily

In dieser hochheiligen Stätte mit tausenden von Pilgern, hunderten von Bettlern und entsprechenden Hygieneproblemen, wurde der Neuling als Phra Payap Khemakuno ordiniert. Payap plant, Mönchtum und Tempel bereits am 11. März wieder zu verlassen. Nur eine Woche nach dem Eintritt beförderte Somdet Phra Thirayanmuni, Abt des Debsirindhrawas Ratchaworawiharn Tempels in Bangkok, Phra Payap Khemakuno zum Vize-Vorsteher, oder Phra Khru Palad Sampipatyanjarn.
Üblicherweise verbringt ein Mönch vor der Erlangung dieses Ehrentitels mindestens 30 Monate in einem Tempel. Die plötzliche Beförderung wurde in Thailand teilweise kritisiert, mit der Ansicht, Payap sei für das Amt weder geeignet noch qualifiziert.

Der bekannte Phra Payom Kallayano des Suan Kaew Tempels sagte, die Beförderung sei rechtens. Das Problem bestehe nur deshalb, weil Payap der Bruder eines Mannes namens Thaksin sei. (Er erwähnte nicht, dass seine Schwester Yingluck gegenwärtig Premierminister ist.) Der Faktor Zeit sei vernachlässigbar. Es gäbe Männer, welche Jahre als Mönche in Tempeln verbringen und dabei leider nichts für die Religionsgemeinschaft erreichten. Phra Payom dozierte weiter:
“Für eine Beförderung gelten zwei Bedingungen. Eine Person muss während vielen Jahren als Mönch Verdienste erwerben, oder eine Person kann den Buddhismus gezielt fördern und unterstützen. Ich las in den Zeitungen, dass Phra Payap die Konstruktion von Tempeln förderte und unterstützte. Wenn das wahr ist, kann er promoviert werden,“ sagte der gütige Abt Phra Payom Kallayano des Wat Suan Kaew in Nonthaburi.

Nur zwei Tage nach der Kritik, las man Sätze von Phra Payap Khemakuno aus Indien:
Die Beförderung sei eine spezielle Würdigung seiner Arbeit zur Unterstützung des Buddhismus.
Er betrachte den Titel vergleichbar mit der Verleihung der Würde eines Ehrendoktors.

An höhnischen und kritischen Meldungen fehlte es nicht:
Jeder im Shinawatra Clan ist erleuchtet, oder bezweifelt das jemand?
Alle Religionen sind gleich: Für Geld gibt es einen Platz im Himmelreich.
Und, sind die wirklichen Fragen nicht:
Warum ging er in den Tempel?
Was will er tun, nach dem er wieder draussen ist?
Weshalb benötigte er diese Beförderung?
Die Spekulationen dazu:
Mit diesem Rang hätte er die Erlaubnis, einen eigenen Tempel zu errichten.
Der Tempel könnte jedem auserkorenen Schutz bieten.
Dank des Tempels könnten Spenden vor der Einkommenssteuer versteckt werden.

19./20. Feb 2013
Bangkok Post, Local News

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Mahabodhi-Tempel
(t) http://www.bangkokpost.com/news/politics/336643/thaksin-brother-enters-temple-quickly-promoted
(t) http://www.bangkokpost.com/news/local/336743/payap-insists-his-monkhood-promotion-was-well-earned
(t) http://www.international.ucla.edu/article.asp?parentid=103557
Khun Payap war bereits am 3. Nov. 2012 nachweislich in Bodhgaya
(p) http://photogallery.outlookindia.com/default.aspx?pt=3&ptv=0&date=11/03/2012&pgid=62777#TopImage