Südliche Aufenthalte

Die Entscheidung, im warmen Süden zu bleiben, war richtig. Das Winterwetter in Chiang Mai ist gegenwärtig weniger grimmig als letztes Jahr. Für intensive Beschwerden hätte es allerdings mehr als gereicht. Mit Grausen erinnere ich mich an den vergangenen Januar.
Meine Erholungsphase der Gelenke ist noch nicht beendet. Der mehrmals aufgerissene Hintern schmerzt beim Sitzen immer noch.

Wir lernten neue, sehenswerte Landschaften und andere Menschen und Bräuche kennen. Die Lebensmittel sind nicht nur wesentlich preisgünstiger, aber entscheidend – von besserer Qualität. Die Hühner sind nicht die uns bekannten, mageren, zudem zähen, oft von Reifen flach gewalzten, LanNa Dorfstrassenscharrer. Die Hähne des Nordens krähen nicht wegen der Fleischeslust. Es ist der Schmerz, den ihnen die spindeldürren Hennen mit ihren teils unbefiederten Hintern zufügen. Wäre ich ein Hahn, würde ich die wohlgenährten, breitarschigen, lüstern gackernden Eierproduzentinnen des Südens bevorzugen. Objekt1
An einer Entenbrust für vierzig Baht schlemmten wir über die Neujahrs-Tage. Zum Glück marinierten wir nicht das gesamte Fleisch. Das südthailändische Pa-Lo Pulver, die fünf Gewürze Version, enthielt unverschämte fünfundsechzig Prozent Zucker, anders als chinesische oder vietnamesische Mischungen.
Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr von Gemüse wie Gurken und Peperoni hatte ich hier nie. Croissants mögen wir nicht. In Satun sind sie ölig und kräftig gezuckert. Einheimische schmieren zum Ausgleich gesalzene Butter und – wenn möglich süsse Marmelade, darauf.
Fische und Garnelen kommen nicht aus überfüllten Zuchtbecken mit reichlich Chemie und Antibiotika, sondern frisch aus der Andamanensee, Lieferung frei Haus zum halben Preis oder noch günstiger. An Weihnachten gab es einen kleinst Crevetten-Cocktail. Klein deshalb, weil zwei Monster-Garnelen vollkommen genügten.
Beim Bier übten wir Zurückhaltung. Das Beer Lao heisst hier schlicht Leo und stammt nicht aus Laos. Dafür können wir preisgünstigen Wein von Herrn Penfolds kaufen. In Chiang Mai hätte diese Qualität Negativbudgets verursacht. Bei den Büchsen-Sardinen hätten wir zwangsweise auf Öl und Brot verzichten müssen.Objekt2
Die kopftuchtragenden Kassiererinnen fassen, anders als ihre Kolleginnen in Malaysia, verpacktes Schweinefleisch an. Zur verdienten Stärkung genehmigen sie sich zwischendurch einen Hot-Dog.
In Melaka durften wir unsere ‘Nicht-Halal Einkäufe‘ selber scannen. In Johor Bahru erledigten in den einschlägigen Geschäften Chinesinnen das grausame Handwerk des Umgangs mit verbotenen Genussmitteln. Objekt3
Die Nachbarn der Siedlung leben, nach ersten Eindrücken, in gesunden finanziellen Verhältnissen. Dem entsprechend leistungsfähig sind ihre Karaoke Maschinen.
Unsere Milchlieferantin, kein Tante Emma Laden, wollte mit ihrem hart arbeitenden Gemahl Weihnachten in Süd-Korea verbringen. Ihre Familie beliefert Satun, Hat Yai und Langkawi mit frischem Kuhsaft.
Die Idee, sich vor Reiseantritt über Kleinigkeiten wie Währung, das Essen, ideale Kleidung und das Klima zu informieren, hatten die guten Leute nicht. Als sie den Flughafen im Traumland verliessen, traf sie ein Kälteschock, mit dem sie nie gerechnet hatten. Sie waren ja in Süd-Korea. Ihre Kleidung war geeignet für Süd-Thailand. In Satun werden weder gefütterte Stiefel, Wollpullover noch Pelzmäntel angeboten. Die Frau erkrankte schwer. Sie konnte kaum atmen. Nach zwei Tagen, vielleicht waren es zwei Nächte, trat das unterkühlte Paar die Rückreise nach Bangkok an. Die Leute hätten sich Erkältungen in Chiang Mai, auf Doi Inthanon, preisgünstiger einhandeln können.

Abbildungen: Nicht gewählte Mietobjekte

Abschied von Langkawi

Als bösartig bis verleumderisch, könnten meine Zeilen über den Hadschi ibn Haschi in ‘Lankawi intim‘ interpretiert werden. Ich beobachtete fortan Reisende, Einzelpersonen, Paare, Familien und Gruppen ganz genau. Die meisten Gäste reisen ohne Harem.
Der Hadschi selbst war vermutlich mit Familie unterwegs. Die Damen könnten seine Frau, die Mutter, die Schwiegermutter und eine Tante, welche wenige Tage zuvor ihren geschätzten, frommen Ehemann verlor, gewesen sein. Bei all dem dunklen Tuch, es wirkte auf mich wie schwarze Löcher im grenzenlosen All, wissenschaftlich auf quantenmechanischen Grundlagen beschrieben durch den bekannten Astrophysiker S. Hawking, verlor ich meinen Durchblick. (1)
Vom hartem Schicksal plus ebensolchem Stuhlgang gepeinigt, reagierte ich zusätzlich frustriert über eine möglicherweise glückliche Familienidylle, weil ich seit dem 27. August heimatlos bin. Meine Suche nach einem Häuschen mit etwas Umschwung, Blick aufs Meer mit zwei bis drei Inseln, im Hintergrund schimmert das Matterhorn, am benachbarten Grundstück zerfällt der Marmor eines griechischen Tempels, war leider bisher erfolglos.

In jämmerlichen Hotelzimmern lebend, kaute ich fremdes Brot, meist in der Form von Reis, Nasi genannt. Die lokale Zauberformel heisst Nasi Goreng Kampung. Von einer einzigen, üblicherweise reichlichen Portion des gebratenen Reises mit Gemüse, exotischen Gewürzen, Ei, Huhn – das ist Ayam – und Meeresfrüchten könnten wir in Kuah mehrere Tage überleben.

In der Schweiz übernachtete ich in fünf Beherbergungsbetrieben. Meine Weinbauernfamilie in Leuk scheffelten, während unseren entbehrungsreichen Exkursionen im Dschungel, verdiente Auszeichnungen für ihre hingebungsvolle Arbeit. (2)
In Johor Bahru wechselten wir die Unterkunft zwei Mal. In Melaka waren es fünf Umzüge und in Langkawi sind wir zurzeit im achten Hotel. Die ideale Herberge fanden wir, trotz zwanzig wechseln in fünfundsechzig Tagen, noch nicht.
Für den Sonntag planen wir einen vorgezogenen Visarun nach Satun. Die Schifffahrt von Kuah nach Satun dauert, gutes Wetter vorausgesetzt, bloss fünfundsiebzig Minuten. (3)

Eher Affäre als Fähre

Eher Affäre als Fähre

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking
(2) http://www.grandprixduvinsuisse.ch/img/gpvs_gewinner_2014/large/gamay.jpg
(3) http://Langkawi-Ferry.com

Klatsch, Tratsch und Tatsachen

Die grünen Freunde verbreiten in Thailand nicht nur grosse Freude. Sie liefern Geschichten zum Schmunzeln.
Ein Hauptmann eines Kavallerie-Batallions zündete sich am 26. August in Pathum Thani in einem Nachtklub eine Zigarette an. Weil dort das Rauchen nicht gestattet ist, setzten ihn drei Türsteher nach einer hitzigen Diskussion ins Freie an die frische Luft. Diese Türsteher waren Angehörige der Militärpolizei der Luftwaffe.
Der Kavallerie-Hauptmann schätzte diese Behandlung gar nicht. Er rief seine Mannschaft zusammen. Bewaffnet rückte die Kavallerie in Armeefahrzeugen an. Dann verprügelten die Männer siegreich die feindlichen Militärpolizisten der Luftwaffe.

Wiederum traf das Schicksal Offiziere der Luftwaffe. Bei einem Bankett in einem Militärclub traten gleich zwei nackte Sängerinnen auf! In der Presse wurde (zwecks Milderung der Tatbestände?) nur eine Nackedei erwähnt. Was war denn besser, der Gesang oder die Show?
Darüber sprach Air Marshal Monthol Satchukorn nicht. Auch den Ort und die beteiligten Personen wollte der Air Marshal wohl aus taktisch-strategischen Überlegungen nicht nennen.
Aber der hohe Offizier erwähnte, dass es Vorschriften über die Verwendung von staatlichen Einrichtungen gebe. Die Vorführungen obszöner Dienste während und außerhalb der Geschäftszeiten seien strikt verboten.

Weniger zum Lachen reizte ein Bericht http://prachatai.org/english/node/4331.
Laut thailändischen Behörden soll ab 15. September 2014 ein Programm namens Sniffer Internet-Nutzer ausspionieren.
Offenbar geriet ich bereits ab 19. August für einige Tage in eine Versuchsüberwachung.
(l) https://hinterindien.com/2014/08/19/internet-und-hinterindien/
Sämtliche Verbindungen zu Zeitungen, WordPress und Mails waren schwerwiegend gestört. Kommunikationspakete wurden stundenlang verzögert. Das Ultra-Book selbst funktionierte im Ausland während Wochen problemlos! Nach meiner Abreise erkundigte sich die Polizei im Dorf nach meinem Wohlergehen.
(l) http://www.fr-online.de/politik/thailand-beginn-einer-diktatur,1472596,28399624.html

Hier in Malaysia litt Dick vorwiegend unter reichlich ruinösen, schlanke Formen verändernden, dennoch verführerischen Nahrungsmittelangeboten.Suppe JB

Aller Anfang ist schwer

Zu Beginn schien alles ganz einfach. Die Ankunft in Johor Bahru war angenehmer und schneller, als ich in den kühnsten Träumen erhoffen durfte. Ich wartete auf Dick. Sie würde sicher nicht vor zwei Uhr des folgenden Tages eintreffen. Nach zwei Cocktails in den Abendstunden, suchte ich im Internet nach einem Bungalow. Idealerweise sollte er in der Nähe von verlockenden Verpflegungsanstalten und einem Einkaufszentrum liegen, ohne dass ich in ein Fahrzeug einsteigen musste.
Ich fand ein solches Objekt. Ein uns bekanntes China-Restaurant war in weniger als zehn Minuten erreichbar. Ins Einkaufszentrum mit mehreren günstigen Essgelegenheiten und einer Tesco-Filiale waren es ein paar Meter mehr.
Ich kletterte zum dritten Mal ins Bett, als gegen fünf Uhr die hustende und müde Dick vor der Tür stand und klingelte. Vorausblickend kaufte ich in der Schweiz eine gelbe Dose mit vierhundert Gramm Kräuterzucker.
Nach einem Mittagessen, einer gesunden Portion pflanzliches und tierisches Malaysia, die sie unmöglich verschlingen konnte, spazieren wir zum Bungalow. Ich liess mein GPS-Gerät im Hotel liegen und fragte deshalb einige Einheimische nach dem Weg. Wie erwartet, wurden wir erst in die falsche Himmelsrichtung geschickt.
Wir schauten uns die Häuschen in leichter Hanglage in einer beinahe dörflichen Umgebung mit vielen Gärten an. Überschwemmungen waren unmöglich. Moscheen mit Minaretten und leistungsfähigen Lautsprechern entdeckten wir keine. Aus der Ferne, zerrissen vom erfrischenden Wind, vernahm ich Fragmente eines Gebetsrufes.
Nur geringe Distanz trennte die Idylle von Trubel und Lärm der Grossstadt. Wir trauten unsern Augen kaum, als wir unser künftiges Heim sahen. Jalan Ara 16 Bereits für den nächsten Tag vereinbarten wir einen Termin mit Eigentümer und Makler.
Im Haus gab es zwei möblierte Schlafzimmer, zwei WC mit Duschen, eine grosse Küche mit möbliertem Esszimmer und vier weiteren Räumen.
Dick sorgte sich um die Höhe des Grases im Garten. In Gedanken pflanzte sie bereits Blumen, Gemüse und Sträucher.
Wir einigten uns schnell mit Eigentümer und Makler. Bei einer Peking-Ente und einer Flasche Syrah feierten wir unsere Zukunft. Anstatt zu schlafen, schrieb ich Verzeichnisse mit den unentbehrlichsten Einrichtungsgegenständen. Qualitäts-Korkenzieher kaufte ich bereits in der Schweiz ein.

Am Tag darauf besichtigten wir im Einkaufszentrum Gegenstände wie Geschirr, Staubsauger und Haartrockner.
Ein Telefonanruf setzte mich brutal in die Wirklichkeit zurück. Dicks Mutter war wieder einmal im Krankenhaus und soll demnächst operiert werden. Dick will ihre Mutter betreuen und nach Thailand zurück reisen. Für mich, mit reduziert leistungsfähigen Gelenken, war der Traum in Hanglage damit zu Ende. Mit schwerem Kopf und voller übler Gedanken schrieb ich dem Makler, unser grossartiger Luftballon sei leider durch unbeeinflussbare Ereignisse zerstört worden.

Ihr Text: 2958 Zeichen, 429 Wörter, Bullshit-Index :0.13
Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch.

Zürich – Singapur

Ich benötigte weder 105 Tage wie Fedor Jagor 1857, (1) noch 3 Tage mit Imperial Airways anno 1939, um die Strecke zu bewältigen. (2)
Eine Baustelle erschwerte in Zürich-Kloten den Zugang zum Check-in Nummer 2. Anstatt das Taxi vor dem Gebäude zu parkieren, brachte mich der Fahrer ins gegenüber liegende Parkhaus. Von dort ging es steil hinauf zur Strasse, über diese Strasse und danach ebenso steil hinunter. Ich schob meine Koffer in einem Caddy am Hang hoch und hatte leichte Probleme mit meinen Handgelenken.
Ein hilfsbereiter Mensch sah mich schieben. Er stellte seinen Wagen ab und half mir unaufgefordert bis zur Abfertigung. Noch vor zehn Uhr erreichte ich die Lounge.
Um mich auf die Bordverpflegung vorzubereiten, trank ich einen Pfefferminztee und kaute leise ein Gipfeli (Croissant ähnliches Gebäck der Helvetier).
Kurz nach elf Uhr erreichte ich die A380 der Singapore Airlines. Bevor ich mich über irgend etwas beschweren konnte, stand ein Glas Taittinger vor mir. Sekundengenau wurde die Maschine um 11 45 aufs Flugfeld bugsiert. Um 12 00 trat der Pilot voll aufs Gaspedal. Der Riesenvogel beschleunigte und hob ab. Danach kümmerte ich mich nur noch um Champagner, Chablis und die Verpflegung.

Vorspeise: Sate, (Satay) mit Zwiebeln, Gurke und Erdnuss Sauce.
Zwischengericht: Waldorfsalat mit Räucherlachs.
Hauptgericht: Lammkoteletts mit gefüllten Artischoken – Schinken, Ei und Sardellen,
kreiert von Carlo Cracco, Ristorante Cracco, Milano
oder: im Wok sautiertes Schweinefleisch mit Pilzen und gebratenem Reis.
oder: Gaeng Kiew Warn Kung, grüner Thai Curry,
oder: mit Spinat und Feta gefülltes Hähnchen mit Gnocci.
Dessert: Luzerner Mozarttorte. Ich wusste nicht, dass Mozart in Luzern Torten komponierte.
oder: Mövenpick Nuss-Ahornsirup Creme mit Orangencoulis
oder: Käse,
oder: Obstschale mit frischen Früchten,
Kaffe mit Konditorpralinen.

Anstelle von Wasser (Evian, Eau minérale naturelle), Bier oder Guiness gab es zum Trinken
Weissweine:
Champagner von Taittinger. Beim Flug in die Schweiz wurde zusätzlich Bollinger angeboten,
von Markus Molitor einen Riesling Kabinett Klosterberg 2012,
2 Chablis, einen von Jean Marc Brocard, Premier Cru de Vey 2011,
den anderen der Domäne William Fevre 2012.
Rotweine:
2010 Chateau Loudenne, Cru Bourgeois, Bordeaux,
2009 Marchesi de Frescobaldi, Tenuta di Castiglioni, Toscana IGT,
2009 Pago de los Capellanes, Ribero del Duero
und als Port: Taylors 10 year old tawny port.

Die gefüllten Artischocken alleine waren die Reise wert.
Speisen, trinken, schlucken und danach schreiben, dauerten fast fünf Stunden, geographisch bis in die Nähe von Mashhad in Persien.
Nach einem reichhaltigen Frühstück, Mitternacht Schweizerzeit – in Singapur um sechs Uhr früh, durften die Passagiere die Maschine verlassen. Zwei Stunden später sass ich bereits im Hotel in Johor Bahru, Malaysia.

(1) https://hinterindien.com/2014/03/10/hamburg-singapore-1857/
(2) https://hinterindien.com/2014/03/25/fruhe-flugreisen-nach-hinterindien/
(t) http://www.singaporeair.com/de_DE/flying-with-us/cuisinelanding/business/

Schonungslose Signale aus Singapur II

Singapur:
Im September 1904 bat Tan Jiak Kim, ein prominenter chinesischer Kaufmann, den ‘Governor of the Straits Settlements’, Sir John Anderson, eine Schule für medizinische Ausbildung in Singapur zu gründen. Er spendete als Vorsitzender der ‘Straits Chinese British Association‘ 87‘077 $, davon 12‘000.00 $ aus eigenen Vermögen.
Am 3. July 1905 wurde der Wunsch als Straits Settlements and Federated Malay States Government Medical School umgesetzt.
Am 18. November 1913, wurde der Name in ‚King Edward VII Medical School‘ geändert. 1921 erhielt die Institution den Namen ‚King Edward VII College of Medicine‘ um den akademischen Status zu betonen.
Im Jahre 1928 wurde das Raffles College gegründet, um Kunst- und Sozialwissenschaften für malaiische Studenten zu fördern.
Zwei Jahrzehnte später wurde die ‚Raffles Hochschule‘ mit dem ‚King Edward VII College of Medicine‘ vereint. Das Resultat war ab 8. Oktober 1949 die ‚Universität von Malaya‘ in Singapur.

Ab 1950 lehrte Cyril Northcote Parkinson an der ‚University of Malaya‘ Geschichte. Er verfasste eine wertvolle Reihe historischer Monographien zur Geschichte Malayas. Nebenbei beschäftigte sich Parkinson mit Bürokratie. Er veröffentlichte 1955 in “The Economist“ “Parkinson‘s Gesetz“. Bereits 1957 erreichte das Werk die 17. Auflage (Riverside Press).
Dank seinen Erfahrungen in der Marine, entdeckte er Gesetzmässigkeiten in der Verwaltung. Er wunderte sich, dass trotz reduzierter Anzahl der Schiffe deren Verwaltung weiter wuchs. Shipstat Aus solchen und zusätzlichen Zahlen des Kolonialministeriums schloss Parkinson:
Der Angestelltenstab in Verwaltungen entwickelt sich nach der Formel:
Parkinson k ist die Zahl der Angestellten, die Beförderung anstreben, indem sie neue Untergebene einstellen; m die Anzahl der Arbeitsstunden pro Person, die der Anfertigung von Memoranden im internen Büroverkehr dienen; L ist die Differenz zwischen dem Alter der Einstellung und dem Alter der Pensionierung und n die Zahl der Verwaltungseinheiten, die vom Personal des Büros tatsächlich erledigt werden. x ist die Zahl der neuen Angestellten, die von Jahr zu Jahr angeheuert werden müssen.

Verfolgen sie die leicht verständlichen, zum Teil witzigen Ausführungen und die Logik
Parkinsons im Original. (2)

Die ‚University of Malaya‘ expandierte während der Anwesenheit von Parkinson atemberaubend. Deshalb wurde vorgeschlagen, zwei Universitäten, eine in Singapur und eine in Kuala Lumpur zu betreiben. Parkinson sah den verwaltungstechnischen Mehraufwand und empfahl einen gemeinsamen Standort in Johor Bahru.
Doch 1959 entstanden zwei Universitäten. Aus der ehemaligen ‚University of Malaya‘ wurde am 1. Januar 1962 die ‚University of Singapore‘. (5) Aus dem Zusammenschlus der ‚University of Singapore‘ und der ‚Nanyang University‘ 1980 entstand die heutige NUS, ‚National University of Singapore‘.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Cyril_Northcote_Parkinson
(1) http://en.wikipedia.org/wiki/C._Northcote_Parkinson
(2) http://www.economist.com/node/14116121
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Parkinsonsche_Gesetze
(4) http://star.arm.ac.uk/~meb/parkinsons_law.pdf
(5) http://en.wikipedia.org/wiki/University_of_Singapore

Zurück in Changi

Aziz, unser bewährter Fahrer in Malaysia, lebt mit seiner Frau und drei Kindern in einem Dorf in der Nähe von Batu Pahat. Er holte uns fahrplanmässig in Johor Bahru ab und brachte uns nach Melaka. Am letzten Abend entdeckten wir in der Nähe unseres Hotels eine bescheidene chinesische Kneipe. Ich ass dort die besten Schweins-Brustspitzen, Spare Ribs, meines Lebens. Aziz
Zehn Tage später reisten wir mit Aziz zurück nach Johor Bahru. Einige Nächte und zahlreiche Singapore Sling danach, überquerten wir den Damm nach Singapur und trafen nach fünfundvierzig Minuten im Changi Village ein.Bikerent
Nach der längeren Bauphase besuchten wir erstmals wieder die Insel. Die Radwege ähneln nun breiten, asphaltierten Rennbahnen.Bike Der Strand lockt zum Zelten, Baden, Angeln und süssem Nichtstun. Wir beobachteten zusammen mit einem Äffchen den regen Verkehr zu Lande, im Wasser und in der Luft.Affe
Grenzen des Wachstums scheint es in Singapur nicht zu geben. Vom Taxi aus sahen wir Dutzende Baukräne zum Errichten neuer Hochhäuser. Von der Changi vorgelagerten kleinen Halbinsel aus gesehen, näherten sich Flugzeuge zeitweise fast im Minutentakt.
Der Wahnsinn ist fragwürdig. Wir schauen uns im Fernsehen oder im Kino gespannt, vielleicht mit Tränen, möglichst dreidimensional, den ‚Untergang der Titanic‘ an. Ein riesiges Schiff, gebaut mit Zentimeter dicken Stahlplatten, die einst von einem lausigen Eisberg aufgeschlitzt wurden, wie eine Sardinenbüchse von einem Dosenöffner bester Qualität.
Das gleiche Publikum scheut sich kaum, Stunden in einer unbequemen, bloss Millimeter dicken Leichtmetallröhre zu verbringen und den Körper während dieser Zeit schädlicher Strahlung aus dem Weltraum auszusetzen. Sie verlassen sich auf zwei kleinst Triebwerke, die verglichen mit einem monströsen Schiffsantriebsaggregat, wie zerbrechliches Spielzeug wirken. Grössere Flugzeuge verfügen über vier Gebläse. Sie vermitteln mindestens dem Auge Sicherheit.QantasD1
Die Passagiere sind ahnungslos, ob der Pilot Drogenabhängig oder Alkoholiker ist. Sie wissen nicht, ob die Chefmechaniker unter einer milden Form von Demenz litten. Vielleicht sind die Mahlzeiten mit Listerien oder anderen unfreundlichen Bakterien vergiftet. Trotz Sicherheitsbeamter können Mitreisende die Luft mit harmlosen Flatulenzen, Fussschweiss oder tödlichen Grippeviren verpesten.
Freudig investiert ein williges Publikum gedankenlos für einige Stunden Lebensgefahr kleine Vermögen. Ganz perfid wirkt, wenn während des Fluges der Film: ‚Der Untergang der Titanic‘, im Unterhaltungsprogramm an Bord angeboten wird. Die fliegenden Kisten sind ausgebucht. Fluglinien erwirtschaften Profite.Singapore2
Der Flughafen in Changi wird erweitert. 2017 soll Terminal vier betriebsbereit sein.
Der kanadische Architekt, der Marina Bay Sands entwarf, bringt seine Ideen in das neue, spektakuläre Gebäude ein. Es soll eine Gartenanlage mit einem Wasserfall, der über fünf Stockwerke fällt, aufweisen. Die Kapazität des Flughafens wird von 66 auf 85 Millionen Passagiere erweitert.
Doch die Planung geht viel weiter. Bis 2025 werden eine dritte und vierte Piste gebaut.
Mit dem dazugehörigen Terminal fünf, einem eigentlich komplett neuen Flughafen, soll dann die verfügbare Kapazität noch einmal verdoppelt werden. Bereits heute verbinden pro Woche 110 Gesellschaften mit über 6500 Flügen 240 Städte mit Singapur.

http://www.marinabaysands.com/
http://en.wikipedia.org/wiki/Marina_Bay_Sands
Starbiz-Malaysia, Foreign News, 20. August 2013, Seite 9
(Zeitungen aus Malaysia sind in Singapur verboten.)