KNOPPIX

Die Fortsetzung der Rauchzeichen enthält für sie als Internet Nutzer überdenkenswerte Technik. Wenn Sie überlegen, nein danke – ich bin Nichtraucher, und die Seite übergehen, bin ich ihnen nicht böse.

Ich fragte meine Schülerin, ob jemand in ihrem Bekanntenkreis das gleiche Gerät wie sie verwende. Manchmal kaufen sich ja Freundinnen aus reiner Sympathie ähnlichen Krempel. Sie hatte keine Ahnung. Ich erklärte ihr, zur schnellen Fehlersuche ohne Prüfgeräte, wäre es am einfachsten, die Platte in eine baugleiche Maschine zu stecken. Da wüsste man sofort, ist es die Platte, oder die Mutter-Platine.
„Nein, Mutter hat keinen Platin Ring! Aber hie und da einen Platten am Motorrad.“

Ich sandte die Frau vorzeitig nach Hause, um mich in Ruhe dem anderen Problem zu widmen. Dann öffnete ich meinen PC. Erleichtert entdeckte ich freie SATA Kabel. Die passten perfekt in das Mini-Plättchen. Ich startete den PC und erkannte im BIOS die zusätzliche Hardware. Nachdem ich die Einheit auf Viren untersuchte, kopierte ich mit dem Total Commander von Ghisler zwei Partitionen des Laufwerkes auf die neue 500 GB Reserve-Festplatte. (1) Die Daten waren gerettet.

Als ich mich mit verwanzten Computern meiner Nachbarn herumschlug, benutzte ich auf CD und DVD gebrannte Betriebssysteme, weil bösartige Viren keinen Zugriff auf optische Speicher haben. Es war ein auf LINUX basierendes System: KNOPPIX.
Linux wird vielfältig eingesetzt. Wir finden es auf Servern, in Mobiltelefonen, Routern, Multimedia-Endgeräten und in Supercomputern. LINUX ist im Server-Bereich und auch in Smartphones als Android, weit verbreitet. In Heimgeräten spielte es bisher nur eine untergeordnete Rolle.

Ich nahm meine alten KNOPPIX CD und DVD aus einer Schublade und steckte sie mit wenig Erfolg in den Laptop: Lesefehler! Ich entfernte erfolglos sichtbaren Staub aus dem DVD Laufwerk.
Mein PC konnte die Datenträger ebenfalls nicht lesen, Versionen 3.1 und 5, aus den Jahren 2003, 2006. So kurzlebig sind optische Datenspeicher im tropischen Klima! Dagegen waren über hundert jährige Schallplatten von Pathé Frères mit Tiefenschrift  bei mir zu Hause  noch spielbar.

Klaus Knopper entwickelte mittlerweile die Version 7.05. Es dauerte Stunden, um die 4 Gigabyte ISO Daten mit BitTorrent herunterzuladen. Danach waren die Wandlung und das Brennen in Image Dateien erforderlich. Für Nachahmer: Es ist nutzlos, die ISO Daten auf DVD zu brennen.Knoppix

Die Arbeit lohnte sich. KNOPPIX 7 ist sensationell. Zusätzlich zum Betriebssystem enthält es alles, was (frau und) man am PC braucht. Es gibt verschiedene Browser und ein Office mit mehr als nur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Sogar *.docx Files werden interpretiert. Nichts muss geklaut werden. Alles ist gratis inbegriffen und noch mehr.
Durch Erfahrungen mit seiner blinden Ehefrau entwickelte Knopper die nach ihr benannte, in Knoppix integrierte Lösung, ADRIANE. Sie vereinfacht die Nutzung von Computern durch Blinde. Der Bildschirminhalt wird in gesprochene Sprache umgesetzt.

Bespielte DVD können nachträglich nicht von Viren verseucht werden. Beschädigungen durch Schimmel, Dreck und Kratzer sind häufig. Im Lande des Klebreises empfehle ich DVD Benutzern, die Finger nicht an den glänzenden Silberscheiben zu reinigen. Fussböden, ob Holz, Bambus, Zement oder Keramik, sind keine idealen Aufbewahrungsorte.
Im alten Laptop wurde mit der DVD neues Leben installiert, ohne jegliche Lizenzverletzungen oder teuren Neuanschaffungen. Nur eine Kleinigkeit entging mir: Wir können die Tastatur nicht auf Thaischrift umschalten.

Aus Neugier speicherte ich KNOPPIX 7 auf SSD. Der Start erfolgte locker in zehn Sekunden. Mit DVD gäbe es zusätzliche Kaffeepausen. Ich trinke keinen (kalten) Kaffee.
Für meine fleissige Schülerin installierte ich KNOPPIX auf einem USB Speicher, um lange Wartezeiten zu umgehen. Sie hat neben dem Laptop nur wenig Zeit für die Betreuung ihrer Kinder, des Mannes und der Gäste in Resort und Restaurant.

Herzlichen Dank für ihre Entwicklungs-Hilfe, Herr Ingenieur Klaus Knopper und ebenso allen ideenreichen LINUX Enthusiasten!
Vor vielen Jahren schrieb ich einige kleine Programme für den PDP-8 von DEC, später für die ersten IBM PC. Ich kann mir den enormen Aufwand ausmalen.

http://www.knoppix.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Knopper
(1) http://www.ghisler.com/deutsch.htm

Hacker und andere Kacker

Anhand meiner Äusserungen erweckte ich möglicherweise den Eindruck, ich missgönne modernen, jungen Menschen den Umgang mit zeitgemässer Technik, wie Smartphones und Tablet PC. Solange Nutzer die Technik beherrschen und nicht die Technik die Anwender, fehlen Gründe für Einwände.
Seit dem Beginn des Jahrtausends traf ich noch keine Einheimischen, die technischen Tücken im Allgemeinen, gewachsen waren.

Unser Corolla, eine vier rädrige Reisschüssel, ist sieben jährig. Dick kennt die meisten Schalter und deren Funktionen noch heute nicht. Gas und Bremse konnte sie bis gestern auseinanderhalten. Radio und Klimaanlage sind Farang Erfindungen. Auf sie ist man nicht unbedingt angewiesen, auch wenn sie angenehm sind.

Ein Nachbar wurde kürzlich beim Kauf eines neuen HDTV’s grauenhaft übers Ohr gehauen. Das Gerät erfüllt die Auflagen keinesfalls. Man drehte ihm wohlwollend den ältesten Ladenhüter an. Mein sechs jähriger Plasma-Energievernichter übertrifft sämtliche Spezifikationen seines jungfräulichen Fernsehers. Das merkt er aber nicht, weil Angaben über Auflösung etc., ausser dem Preis, vernachlässigbar sind und fröhlich übersehen werden. Keiner der vier Erwachsenen in der Familie, zwei davon studieren an Universitäten, der Junior Pharmakologie – er weiss als diplomierter Bachelor nicht, was H2O ist – waren in der Lage, die Kanäle einzustellen. Die Bedienungsanleitung war entweder unverständlich oder fand den schnellen Weg an eine Notfallsitzung im Badezimmer.

Unserem jungen Problemgast und Schulschwänzer erklärte ich einst Betriebssysteme und wozu sie gut sind. Danach durfte er auf seinem Laptop zwanzig Systeme, von DOS über Knoppix bis Windows 7, einigermassen chronologisch auflisten, damit er nicht bloss Copy & Paste nutzte. (1)

Das Gelernte vergass er sofort. Er ist der festen Überzeugung, solange er Facebook, DVD und MP3 verwenden kann, benötigt er kein Betriebssystem. Er hat Recht. Er benötigt ausser Lebensmitteln kein Betriebssystem, wie programmierbare digitale Prozessoren.  Virenschutz ist Speicherplatz fressender Luxus. Diese bösartigen Programme verhindern die schnelle Speicherung verwanzter Filme oder spezieller Bildungsprogramme für Pubertierende.

Alle Leser sind Experten für Lebensfragen wie Auto, Bier, Computer, Damen, Dirnen, Eigenheim, Frauen und Fussball. Als kleinkarierter, über vierzig Jahre erfolgreicher Nutzer und Entwickler binär codierter Steuerungs-Systeme, darf ich dennoch einige Tücken aufzeigen.

Fehler in Programmen werden ‘neudeutsch‘ mit Patches behoben. Die grösste Sicherheitslücke bei allen technischen Anwendungen ist der Mensch. (Siehe oben.) Das wissen Cyberkriminelle ebenfalls. Sie bedienen sich in digitalen Mülleimern, wie Facebook, Google und Twitter. Dort ist es einfach an Mailadressen, Telefonnummern, Angehörige, Links, Tätigkeiten und persönliche Interessen zu gelangen.
Dann versuchen es die Hacker gezielt mit Pseudoformularen von Postbank, Federal Express, Western Union oder Microsoft. Die gelackmeierten Benutzer geben gedankenlos Passwörter und Konten an.
Spiele und Sexseiten sind häufig mit bösartiger Software belastet. Wir kauften in Chiang Mai gutgläubig eine DVD mit Windows XP, da wurden die Trojaner gleich mit dem Betriebssystem geladen. (2)

Ein von Hackern bereits ausgehebelter Freund dient als Poststation und liefert gleich neue, seine gesammelten Kontaktadressen zum Versenden dutzender Trojaner. Wer misstraut schon den Mails eines Freundes und öffnet sie nicht?  Sie bringen den professionellen Gaunern die letzten Geheimnisse deines PC in Sekunden frei Haus.

Ein gefährlicher Informationslieferant kann ein in Mails, Chats oder Texten vorhandener ‘Gefällt mir‘ Knopf sein. Je nach Programmierung könnte er weitere Informationen liefern. Bei WordPress waren bisher bei Benutzung Überraschungen ausgeschlossen.

Wegen fehlenden Verstandes der Benutzer setzte (?) allein Facebook dreihundert Sicherheitsexperten zur Netzwerküberwachung ein. Ende April begann die aktive Zusammenarbeit mit einem halben Dutzend Firmen wie McAfee und Symantec. Von McAfee wurde in der PC Steinzeit vermutet, dass die Firma einst ein gefürchteter Virenerzeuger war, bevor sie sich vom Saulus zum Paulus wandelte. (3)

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Knoppix
(2)http://de.wikipedia.org/wiki/Trojanisches_Pferd_(Computerprogramm)#Zur_Verbreitung_von_Trojanischen_Pferden
(3) http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20061205232520AAHVQMv

Zwei meiner Computer sind unberührt. Die durch Mowgli im Mai und Juni verseuchten Maschinen haben immer noch winzig kleine, unlösbare Probleme. Ich müsste die Festplatten löschen und die Programme neu installieren. Wegen Faulheit und dem Hang zur Perfektion, würde ich die veralteten PC eher verschenken, nicht ohne vorher die Festplatten unlesbar zu machen.